Nele Hirsch
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    # Gestaltung kritischer politischer Bildung in Zeiten digitaler Transformation ## Handlungsempfehlungen für die Etablierung von digitalen Bildungsangeboten in der Rosa-Luxemburg-Stiftung > ## Editierbare Version Im vorliegenden Text versuche ich mich an einer Antwort auf die Frage, wie die Rosa-Luxemburg-Stiftung als wichtiger Akteur der kritischen politischen Bildung in Zeiten des digitalen Wandels wirkungsvolle Bildungsangebote gestalten kann. Der Text besteht aus drei Teilen: * Im ersten Teil des Textes entwickle ich in Form von drei Thesen einen möglichen Diskussionsrahmen. * Im zweiten Teil geht es um häufig gestellte Fragen im Rahmen von Digitalisierungsprozessen. Dazu gehört die Konzeption von Bildungsangeboten, die Auswahl von Tools, die benötigten Kompetenzen von Lehrenden und die Herausforderung der Erschließung neuer Zielgruppen. * Im dritten Teil schlage ich - anstelle einer klassischen Zusammenfassung - drei praktische Ideen zur Umsetzung und zum Ausprobieren vor. Die meisten Absätze beende ich mit TL;DR. TL;DR steht für ‘too long, didn’t read’. Es handelt sich dabei also um eine kurze Zusammenfassung/ ein Zwischenfazit. Zusätzlich verlinke ich weiterführende Hinweise zur Vertiefung. Der Text wird online zur Verfügung gestellt und kann kommentiert bzw. in der vorliegenden Fassung auch editiert werden. Jede Person, die über den Link verfügt, hat darauf Zugriff. Die Entscheidung, an wen der Link weiter gegeben werden soll, liegt bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Zum Offline-Lesen findet sich 🔗 [hier eine pdf-Fassung](https://ebildungslabor.de/studierls.pdf). In dieser sind die Vertiefungen als QR-Codes verlinkt. Grundlage meiner Darstellung ist zum einen mein Studium der Bildungswissenschaften mit dem Fokus auf digital-unterstütztes Lehren und Lernen. Zum anderen und vor allem basieren sie auf meinen praktischen Erfahrungen in dem von mir gegründeten eBildungslabor. Hier führe ich seit rund sechs Jahren Workshops und Fortbildungen an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen durch, setze eigene Projekte zum Online-Lernen um und berate/ unterstütze zivilgesellschaftliche Organisationen bei der Entwicklung von Digitalisierungsstrategien in der Bildungsarbeit. Ich verstehe meinen Text nicht als abschließende Antwort, sondern als Beitrag zu einer Diskussion, die in der Rosa-Luxemburg-Stiftung weitergeführt werden sollte. # I. Hintergrund: Worüber sprechen wir? ## Drei Thesen zum Einstieg ### These 1: Es geht um digitale Anreicherung - nicht um Ersatz des Analogen. Im Zusammenhang von Bildung und Digitalisierung wird häufig die Befürchtung geäußert, dass Lernen durch die Digitalisierung kalt, unpersönlich und schlechter würde. Diese Befürchtung ist vor allem in Organisationen und unter Lehrenden verbreitet, die großen Wert auf soziales Lernen, Gruppenbildung und Kommunikation unter Bildungsteilnehmenden legen. Aus meiner Sicht beruht die Befürchtung auf dem Missverständnis, dass analoge Lernformate eins zu eins in den digitalen Bereich übertragen und diese ersetzen sollen. Während Lernende früher beispielsweise in Form eines Seminars zusammen kamen, würde nun - so die Befürchtung - nur noch ein Webinar organisiert. Und auch darüber hinaus beschränke man sich anstelle realer persönlicher Treffen auf virtuellen Austausch. Das Missverständnis lässt sich aufklären, indem zunächst definiert wird, was als ‘Digitalisierung in der Bildung’ verstanden wird. Für den vorliegenden Text schlage ich vor: Wenn über Digitalisierung in der Bildung gesprochen wird, dann ist damit nicht ein Ersatz des Analogen, sondern dessen Anreicherung gemeint. (In Bezug auf das Bildungssystem insgesamt ist diese Herangehensweise natürlich nicht selbstverständlich. Ganz im Gegenteil: Digitalisierung von Bildung wurde zum Teil mit aufgrund der Möglichkeit vorangetrieben, bei den Kosten für Bildung den Rotstift anzusetzen und einzusparen. Die Devise war hier: einmal digital gestalten - und dann immer wieder nutzen. Doch in den meisten Fällen setzt sich langsam die Einsicht durch, dass gute Bildung - auch in digital-unterstützten Formen - immer einer pädagogischen Gestaltung und personalisierter Angebote bedarf. Für die Rosa-Luxemburg-Stiftung dürfte das von vornherein selbstverständlich sein - und vor diesem Hintergrund auch die genannte These rechtfertigen.) Die Gestaltungsoptionen digitaler Formate in der Bildung verschieben sich auf Grundlage der ‘Anreicherungsthese’ von ‘Entweder-Oder’ zu ‘Sowohl-als-auch’. Bildung wird mit digitalen Formaten somit nicht reduziert, sondern potentiell erweitert. Fünf Beispiele zur Illustrierung: * Lernende haben bereits im Vorfeld eines Seminars auf virtuellem Weg die Möglichkeit, sich in ein Thema einzuarbeiten und mit anderen Seminar-Teilnehmenden darüber auszutauschen. Beim Seminar ist mehr Raum für gemeinsame Diskussion, da ein ausführlicher Input zu Beginn entfallen kann. * Lernende dokumentieren im Anschluss an ein Seminar ihre Lernergebnisse und stellen sie allen Interessierten online zur Verfügung. Durch dieses ‘Sichtbar- und Teilbar Machen’ von Ergebnissen werden andere darauf aufmerksam und nehmen Ergänzungen vor. Die Lernergebnisse werden erweitert und weiter genutzt. Es ergeben sich Perspektiven für Zusammenarbeit und Vernetzung. * Im Rahmen eines Präsenzseminars nutzen Lernenende digitale Tools für einen kollaborativen Mitschrieb oder eine gemeinsame Erwartungsabfrage. Dadurch wird allen eine hierarchiefreiere und gleichberechtigtere Beteiligung ermöglicht. * Auf einer Konferenz twittern Teilnehmende über den Vortrag eines Referenten. Sie dokumentieren damit nicht nur das Gesagte für potentiell mehr Interessierte, sondern werden zugleich auch zu aktiv Beitragenden (statt nur passiv Zuhörenden). Zudem findet auf diese Weise Austausch unter Teilnehmenden statt, weil untereinander auf Tweets Bezug genommen werden kann. * Über einen MOOC (Massive Open Online Course = offener Online-Kurs ohne Zugangshürden) können sich Interessierte niedrigschwellig und zeitlich/ räumlich flexibel in ein Thema einarbeiten. Über den MOOC finden sie zugleich weitere Interessierte und können das Thema gemeinsam weiter voranbringen, z.B. durch die Organisation einer Konferenz. Allen Beispielen ist gemein, dass digitale Formate als Teil des jeweiligen Bildungsangebotes selbstverständlich mitgedacht und in didaktisch sinnvoller Art und Weise verwendet werden. Es geht somit nicht um einen möglichen ‘Mehrwert’ des Digitalen im Vergleich zum Analogen. Vielmehr werden digitale und analoge Möglichkeiten in ihrer Unterschiedlichkeit aufgenommen und in der Konzeption des jeweiligen Bildungsangebots mit berücksichtigt. Die Beispiele zeigen darüber hinaus, dass digitale Anreicherung des Analogen mehr sein kann, als eine Aneinanderreihung von digitalen und analogen Lernformen (Blended-Learning), sondern dass vielfach eine Vermischung stattfindet. Solch eine Vermischung kann auch die Form annehmen, dass Erfahrungen aus dem digitalen Raum zurück in den analogen Raum übertragen und dort genutzt werden. Ein Beispiel hierfür ist die ‘Hashtag-Vorstellungsrunde’, die insbesondere auf Barcamps sehr verbreitet ist: Zur Vorstellung nennt jede Person hier lediglich ihren Namen und drei Hashtags, die für sie charakteristisch sind. --- ==**TL;DR:** Digitalisierung macht Lernen nicht zwangsläufig kälter, unpersönlicher und schlechter. Stattdessen ergeben sich durch die potentielle Vermischung von digitalen und analogen Formaten neue, vielfältige und spannende Gestaltungsmöglichkeiten.== :::info **Zur Vertiefung:** Warum es irreführend und wenig hilfreich ist, bei digitalen Tools einen Mehrwert zu erwarten bzw. diese danach zu bewerten, wird mit dem folgenden Clip erklärt. {%youtube cLaNeNbVQyQ %} ::: --- ### These 2: Erfolgreiche digitale Bildungsarbeit erfordert Organisationsentwicklung Die im Rahmen der ersten These dargestellten Beispiele für eine digitale Anreicherung von Bildungsangeboten verdeutlichen, dass hierfür nicht nur Veränderungen in den Bildungsangeboten selbst nötig sind, sondern auch auf struktureller Ebene. Denn die Beispiele funktionieren alle nicht nach dem klassischen Muster einer Bildungsorganisation, die sich überwiegend an analogen Verfahren orientiert: Veranstaltungsprogramm erstellen, Referent/innen bzw. Teamer/innen zur Durchführung suchen, Veranstaltungen bewerben, durchführen und anschließend evaluieren. Die wichtigsten Unterschiede: * Teamer/innen begleiten Lerngruppen häufig nicht nur über den begrenzten Zeitraum der Präsenzveranstaltung. * Die Rolle von Teilnehmer/innen verändert sich zu Mitgestalter/innen. * Anstelle von Kompetenzvermittlung steht stärker die gemeinsame Projektentwicklung im Vordergrund. * Anstatt Inhalte nur für eine bestimmte Veranstaltung zu gestalten, stehen diese potentiell für alle offen zur Verfügung. * Anstatt jeden Bildungsinhalt neu zu konzipieren, können nicht nur eigene Materialien und Methoden, sondern auch solche von anderen weiter genutzt werden. Aus diesen Veränderungen ergeben sich Herausforderungen, die als strategische Entwicklungsfragen in der gesamten Organisation diskutiert und überlegt werden müssen. Insbesondere geht es dabei um Fragen der Öffentlichkeitsarbeit , um Arbeits- bzw. Präsenz-Zeiten von Mitarbeitenden, um Personalentwicklung und um Fragen von Technik und Infrastruktur. Offensichtlich ist, dass diese Fragen nicht nur den Bildungsbereich einer Organisation im engeren Sinne betreffen. Erfolgreich kann Bildungsarbeit dann sein, wenn diese Fragen aktiv auf die Tagesordnung gebracht und gemeinsam beraten werden. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil viele Aspekte den sensiblen und wichtigen Bereich der Rechte von Mitarbeitende betreffen. Wenn hier keine bewusste Gestaltung von arbeitsrechtlichen Regelungen in einer digitalisierten Arbeitswelt erfolgt, kann es verständlicherweise zu pauschaler Abwehr kommen. Denn in diesem Fall würde der digitale Raum zu einem zusätzlichen Arbeitsaufwand, der im Rahmen des Arbeitsverhältnisses aber nicht berücksichtigt wird. Die Alternative hierzu sind bewusst gestaltete Regelungen, die auf den Rechten der Beschäftigten aufbauen. Das bedeutet nicht, dass alles so bleiben muss, wie es bisher war. Vielmehr wird wahrscheinlich durchaus anders (aber nicht schlechter!) gearbeitet. Diese Andersartigkeit kann zum Beispiel die Frage von Präsenzzeiten, von Abrechnungsmodalitäten bei Veranstaltungen oder von neuen Aufgabenfeldern betreffen. Es ist nicht erforderlich direkt auf alles eine abschließende Antwort geben zu können. Viel besser ist dagegen Raum für offene Erkundungen. In diesem Raum sollte immer auch Scheitern möglich sein und als Lernressource wahrgenommen werden. --- ==**TL,DR:** Bildungsgestaltung im digitalen Zeitalter erfordert die Einbeziehung der gesamten Organisation in strategische Entwicklungsfragen.== :::info **Zur Vertiefung:** Im Rahmen eines ersten Workshops zu digital-unterstützter Bildungsarbeit in der Rosa-Luxemburg-Stiftung Anfang Mai haben wir mithilfe der KALM-Methode erste Überlegungen zur strategischen Organisationsentwicklung im Kontext von Bildungsarbeit gesammelt. KALM steht für Keep, Add, Less, More * Was wollen wir behalten? * Was wollen wir neu beginnen? * Wovon wollen wir weniger? * Wovon wollen wir mehr? Die Stichpunkte sind 🔗 [in einem kollaborativen Pad](https://hackmd.io/@Nele/HJF9wWR1H) gesammelt und stehen dort weiterhin zum Nachlesen zur Verfügung. ::: --- ### These 3: Netz-Prinzipien sind Rückenwind für kritische Bildung Im Fokus eines linken Netz-Diskurses steht häufig die Kritik an Internet-Monopolen wie Google und Facebook, der Verlust von Datensouveränität und die schleichende Entmündigung von Individuen durch versteckte und personalisierte Werbung. Zugleich ist das Internet aber auch der Raum, in dem Menschen zusammenarbeiten, sich vernetzen und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Das prägnanteste Beispiel hierfür ist das Projekt Wikipedia, bei dem dank der Beiträge von vielen für alle die wohl beste Enzyklopädie aller Zeiten entstanden ist und beständig weiterentwickelt wird. Für die Wikipedia sind vor allem die folgenden vier Prinzipien entscheidend: * Kollaboration: Die Wikipedia ist das Werk von vielen. Benötigte Einträge werden nicht zentral aufgeteilt und dann getrennt voneinander geschrieben. Stattdessen sind die besten Einträge die, an denen die meisten Menschen gemeinsam schreiben, sich über Kommentare verständigen und Aktualisierungen vornehmen. * Personalisierung: Die Wikipedia ist eine offene Lernressource, die jede Person genau so nutzen kann, wie es ihr Interesse ist. Es gibt keine feste Vorgabe, welches Thema wie aufzurufen ist. Stattdessen kann ich mir genau das auswählen, was mich interessiert - und über die Wiki-Verlinkungsstruktur alle für mich besonders spannenden Aspekte auch weiter vertiefen. * Aktive Gestaltung: Die Wikipedia ist ein Mitmach--Projekt. Wenn mir ein Eintrag fehlt, dann steht es mir frei, ihn zu ergänzen. Wenn ich einen Fehler finde, dann wird mir vorgeschlagen, ihn zu korrigieren. Mitmachen ist dabei sehr niedrigschwellig möglich: Ich kann direkt starten. Wenn ich nicht weiter komme, finde ich zahlreiche Unterstützungsangebote. * Vernetzung: An der Wikipedia wird nicht nur zusammen gearbeitet, es wird vor allem auch aufeinander Bezug genommen. Ganz entscheidend für das Funktionieren des Projekts ist wertschätzendes Feedback im Sinne von: Was Du geschrieben/ gemacht hast, hat mir geholfen! Aus bildungswissenschaftlicher Perspektive sind diese Prinzipien als Lehr- und Lernprinzipien nicht neu. Vor allem die konstruktivistische Lerntheorie, die in reformpädagogischen Bildungsbereichen relevant ist, baut auf ihnen auf. Auch hier wird gemeinsam gelernt, die Lernangebote sind personalisiert, Lernende haben eine aktive Rolle im Lernprozess und wertschätzendes Feedback gehört zum Bildungsalltag grundlegend dazu. Besonders macht den Raum des offenen Netzes die große Verbreitung und Verankerung sowie die sehr breit gelebte praktische Umsetzung der Prinzipien. Bildungsakteure haben vor diesem Hintergrund ein weites Feld an Anschauungsmaterial, wie Lernen funktionieren kann. Mehr noch: Sie können die in diesem Rahmen entwickelten Tools und Methoden auch für ihre Bildungszwecke einsetzen. Auf diese Weise können sich Bildungsakteure diese Prinzipien für verbesserte und zeitgemäße Lernprozesse zunutze machen. (Selbstverständlich hat die Wikipedia - ebenso wie so gut wie jedes andere Projekt - auch blinde Flecken. Dazu gehört insbesondere die Unterrepräsentanz von Frauen bzw. gesellschaftlich marginalisierten Gruppen oder die Diskrepanz zwischen den Personen, die die Wikipedia nutzen versus denjenigen, die tatsächlich daran mitarbeiten. Das ändert aber nichts daran, dass die Wikipedia trotz dieser Einschränkungen die dargestellten Prinzipien lebt und dass diese für Bildungsakteure wie die Rosa-Luxemburg-Stiftung spannend sein können.) Darüber hinaus können Netzprinzipien im Rahmen der Bildungsangebote der Rosa-Luxemburg Stiftung auch eine inhaltliche Rolle spielen. In diesem Fall sind sie mehr als eine pädagogische Unterstützung. Durch ihre Nutzung und vor allem auch durch ihre auf diese Weise angestoßene Mitgestaltung, kann im Rahmen von Lernprozessen ein Beitrag dazu geleistet werden, das offene Netz zu verteidigen und das kommerzialisierte Monopol-Internet zurück zu drängen. --- ==**TL;DR:** Im offenen Netz werden Prinzipien wie Kollaboration, aktives Gestalten, Personalisierung und Vernetzung gelebt. Bildungsakteure können sich diese für zeitgemäße Lernprozesse nicht nur zunutze machen, sondern sie zugleich auch mitgestalten und weiterentwickeln.== ::: info **Zur Vertiefung:** Mit dem Fokus Schule (aber auch für andere Bildungsbereiche nutzbar) ist das Lernen im und für das offene Netz auf der Website 🔗 [Open.Education](https://open.education) in Form von weiternutzbaren Unterrichtsbeispielen und dazu passender Tools beschrieben. In Kurzform (inklusive der Vorstellung von einzelnen Tools) finden sich Thesen in einem von mir gehaltenen 🔗 [Vortrag zum Thema](https://ebildungslabor.github.io/slides/molol19talk.html#/). Näher erläutert sind die Vortragsfolien in einem 🔗 [Blogbeitrag im eBildungslabor](https://ebildungslabor.de/blog/molol19/). ::: --- # II. Wir machen uns auf den Weg ## Was müssen wir beachten? Die Entwicklung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie im Kontext von Bildungsarbeit ist (wenn sie gut gemacht wird) kein linearer Prozess, der in Form einer Schritt-für-Schritt Anleitung vorgestellt und dann abgehakt wird. Nötig und wünschenswert ist stattdessen gemeinsames Ausprobieren, offenes Erkunden und kontinuierliches Lernen. Denn wie jede gesellschaftliche Entwicklung ist auch der Prozess der Digitalisierung nicht statisch. Mehr noch: Wir können gesamtgesellschaftlich feststellen, dass wir uns aktuell mitten in einer Phase der ‘digitalen Pubertät’ befinden. Sinnvoll ist hier weder pauschale Abwehr, noch naive Euphorie. Die Herausforderung einer lernenden Organisation ist es vielmehr, diesen Prozess für sich zu reflektieren und zu gestalten. Für eine politische Organisation wie die Rosa-Luxemburg-Stiftung ist dieser Reflexions- und Gestaltungsprozess zugleich eine Positionierung und ein Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Entwicklung im Bereich der Digitalisierung. Im folgenden gebe ich deshalb keine ‘Anleitungen’, sondern Hintergrundinformationen und Denkanstöße. Ich greife dabei die Fragen auf, die mir in meiner Beratungstätigkeit am häufigsten gestellt werden. ### Wie können wir digitale Bildungsangebote gestalten? Der erste Schritt von Organisationen hin zu ‘digitaler Bildungsarbeit’ ist meist, dass die bislang analogen Bildungsmaterialien digitalisiert werden: * aus einem Arbeitsblatt wird ein pdf, das per Mail oder virtuell geteilt wird. * aus einem Buch/ einem Reader wird ein eBook. * aus einem Seminar, bei dem man sich real trifft, wird ein Webinar, bei dem man sich (nur noch) ‘online’ z.B. per Video-Konferenz trifft. Die Beispiele zeigen: Das entstandene ‘Bildungsangebot’ ist durch die digitalisierte Form vielleicht etwas flexibler zu handhaben (mit einem Klick an alle verteilt; man kann von Zuhause aus teilnehmen) und vielleicht auch etwas günstiger (keine Reisekosten). Die grundsätzliche Art und Weise des Lehren und Lernens hat sich aber nicht geändert. Stattdessen trifft man auf neue Schwierigkeiten. Es könnte z.B. sein, dass sich nicht alle am Webinar beteiligen können, weil es im ländlichen Raum an schnellem Internetzugang fehlt. Oder das Lesen am Bildschirm steht im Widerspruch zu den Lesegewohnheiten der Lernenden. Wie also könnte man die Digitalisierung von Bildungsangeboten sinnvoller gestalten? Um diese Frage zu beantworten, verweise ich auf das SAMR-Modell. Mit diesem Modell lässt sich der Technologie-Einsatz im Bildungsbereich analysieren. SAMR steht als Abkürzung für die vier unterschiedlich möglichen Veränderungen der Bildung durch die Verwendung von Technik: * Substitution (Ersetzung): Die Technik ist der direkte Ersatz für ein Arbeitsmittel (= aus dem Arbeitsblatt wird ein pdf) * Augmentation (Erweiterung): Die Technik ersetzt das Arbeitsmittel und erweitert es um einzelne Zusatz-Funktionen (= aus dem Arbeitsblatt wird ein pdf, das auch mit individuellen Kommentaren/ Markierungen versehen werden kann) * Modification (Änderung): Die Technik erweitert die früheren Funktionen grundlegend (= aus dem Arbeitsblatt wird ein pdf und ein Formular, über das Lernende direkt Feedback geben können) * Redefinition (Neubelegung): Die Technik führt zu neuen/ anderen Funktionen (= anstelle des Arbeitsblatts nutzen Lernende einen kollaborativen Online-Editor und schreiben gemeinsam an dem gewünschten Inhalt) Das SAMR-Modell ist nicht als Anleitung, sondern als Analyseraster gedacht. Es ist somit nicht erforderlich, ein Bildungsangebot erst von einer Stufe zur nächsten zu heben - um es dann schließlich ‘richtig’ digitalisiert zu haben. Vielmehr soll das SAMR Modell dazu einladen, die ursprüngliche Frage nach der Gestaltung digitaler Bildungsangebote von Anfang an zielführender zu stellen: * Nicht: Wie digitalisieren wir unsere Bildungsangebote? * Sondern: Wie machen wir gute Bildungsangebote und nutzen dabei auch das Potential, das uns heutige Technik hierfür bietet? Für linke, politische Bildungsarbeit wird das Potential der Technik wahrscheinlich vor allem in kollaborativen, personalisierten, aktiv gestaltenden und vernetzen Möglichkeiten des virtuellen Raums liegen. Diese sollten der Ausgangspunkt sein, unter dem Technik betrachtet und in Bildungsprozesse eingebunden wird. Die möglichen Formen von digitalen Bildungsmaterialien sind dann potentiell unbegrenzt. Zur Strukturierung bieten sich die folgenden Unterscheidungen an: * Wie umfassend ist ein Bildungsangebot? (= Handelt es sich um ein einfaches Material oder um einen umfangreichen Kurs?) * Welches Format nutzt das Bildungsmaterial? (= Geht es um Text, um Bilder, um Audio, um Video und/ oder werden mehrere Formate miteinander verknüpft?) * Wie ist die Begleitung des Bildungsangebots? (= Ist es zum Selbstlernen angelegt oder zum Lernen mit Unterstützung durch Lehrende?) * Wie ist die zeitliche Orientierung? (Gibt es feste Zeiten zum synchronen Lernen oder kann auch asynchron gelernt werden?) * Wie ist der Zugang zum Bildungsangebot? (Müssen Lernende sich anmelden oder ist der Zugang für alle offen?) Besonders gelungen sind Bildungsmaterialien, die in diesen Kategorien möglichst häufig ein ‘Sowohl-als-Auch’ ermöglichen: * ein Webinar, das aufgezeichnet wird und somit auch zeitlich flexibel als Selbstlernangebot genutzt werden kann * eine Präsentation, die auch im Rahmen eines Online-Kurses verwendet wird * ein Kurs, dessen Lernmaterialien für alle offen und auch einzeln zur Verfügung stehen. Die digitalisierte Form ermöglicht im Rahmen dieser skizzierten Herangehensweise neben dem Aufgreifen der technischen Potentiale für die pädagogische Gestaltung auch eine größere Nachhaltigkeit für die Organisation. Das Rad muss nicht immer wieder neu erfunden werden, es gibt einen ‘Grundstock’ an Materialien, auf die zurückgegriffen und die flexibel verwendet werden können und die Zusammenarbeit unter Lehrenden kann sich intensivieren. --- ==**TL:DR:** Bei der Gestaltung digitaler Bildungsmaterialien sollte die pädagogische Gestaltung im Fokus stehen - nicht die Technik. Das SAMR-Modell kann uns dabei helfen, nicht in die ‘Ersetzungsfalle’ zu tappen, die meist mehr neue Schwierigkeiten aufwirft, als dass sie Probleme löst.== ::: info **Zur Vertiefung:** Ausführlich erklärt (und mit Beispielen aus dem meist schulischen Bereich verlinkt) ist das SAMR-Modell in 🔗 [diesem so genannten LearningSnack](https://www.learningsnacks.de/share/2072/). (Das Tool eines LearningSnack zeigt übrigens zugleich eine schöne Möglichkeit, um Inhalte mit digitaler Unterstützung interaktiv aufzubereiten). ::: --- ### Wie können wir Tools und Software auswählen? Bildung mit digitaler Unterstützung ist Lehren und Lernen mit Technik. Das ist grundsätzlich nichts Neues. Schon lange werden im Mathematikunterricht beispielsweise Taschenrechner genutzt oder Bildungsinhalte der Erwachsenenbildung fürs Fernstudium als Telekolleg zum Anhören verbreitet. Neu ist erstens die ungeheure Vielzahl und Schnelllebigkeit von Tools und zweitens ihre Vielfalt an Funktionalitäten. Als Lehrende und Lernende stoßen wir immer wieder auf neue Tools, die immer noch bessere Unterstützung beim Lehren und Lernen versprechen. Vor diesem Hintergrund ist die Frage nach der richtigen Auswahl sehr verständlich. Ebenso der oft gehörte Ausruf: Wie soll ich da nur Schritt halten? Grundsätzlich gilt: Der Prozesscharakter der Digitalisierung ist beim Thema Tools, also bei den technischen Werkzeugen, die zum Lehren und Lernen genutzt werden, besonders ausgeprägt. Sie können und sollten deshalb nicht die Grundlage der Digitalisierungsstrategie in einer Organisation sein. Es gilt auch hier die erste Frage richtig zu stellen: * Nicht: Welches Tool wähle ich aus? * Sondern: Wie möchte ich lehren und lernen - und welche Technik unterstützt dabei? Diese Unterscheidung wird oft mit der Forderung ‘Pädagogik vor Technik’ auf den Punkt gebracht. Stimmiger wäre: ‘Pädagogik mit Technik’. Damit wird deutlich, dass Technik ein Teil von Pädagogik ist und pädagogisch gestaltet werden muss - in keinem Fall aber die Pädagogik determiniert durch die Technik entwickelt werden sollte. Neben dieser pädagogischen Entscheidung gilt es zweitens eine inhaltliche Entscheidung zu treffen. Hier lautet die zentrale Frage: Welches Tool finde ich/ finden wir als Organisation richtig und unterstützenswert? Für kritische politische Bildungsarbeit sollten Open Source Tools immer erste Wahl sein. Diese These lässt sich begründen, wenn man sich vergegenwärtigt, um was es sich bei Open Source Software handelt. Kurz gefasst, ist es eine Software, deren Quellcode öffentlich ist und die deshalb von allen Interessierten nicht nur genutzt, sondern auch weiterentwickelt werden kann. Die Entscheidung für Open Source beruht vor diesem Hintergrund oft auf ganz pragmatischen Gründen: Wenn viele an einer Software zusammenarbeiten, die dann alle nutzen können - wird diese Software potentiell besser, als wenn jeder für sich selbst investiert. Aus linker Perspektive ist Open Source Software auch eine Software in den Händen der Allgemeinheit - und damit ein öffentliches Gut. Proprietäre Software gehört dagegen wenigen und muss bezahlt werden. Das bedeutet häufig nicht nur einen einmaligen Kauf, sondern wiederkehrende Lizenzierungsgebühren. Die Wahl von Open Source Software ermöglicht potentiell auch bessere Mitgestaltung an Bildungsmaterialien durch Lernende. Die oben dargestellten Netzprinzipien der Kollaboration und Vernetzung können durch Lernende praktisch im Rahmen von Bildungsprozessen erlebt werden. Sie werden zu aktiv gestaltenden Personen im Kontext der Digitalisierung - auch über das jeweilige Bildungsangebot hinaus. Grundsätzlich lässt sich für jede gewünschte Methode ein Tool oder eine Software finden, welche aus dem Open Source Bereich stammt bzw. mindestens die Prinzipien freier Software umsetzt. Einige Beispiele: * Wird für Webinare die Open Source Software Jitsi Meet gewählt - oder das kommerzielle Tool ‘GoToMeeting’? * Werden Bildungsinhalte mit einem kommerziellen Autoren-Tool erstellt oder mit der Open Source Software H5P? * Nutzt man als Dateiablage eine selbst installierte Nextcloud mit Open Source Code oder die Dropbox? (Ausnahmen bei der Wahl von Open Source Software können erforderlich bzw. sinnvoll sein, wenn man den engeren Bereich der Bildungsarbeit verlässt und Bildungsmaterialien z.B. im Rahmen von klassischer Öffentlichkeitsarbeit gestaltet. Hier können kommerzielle Anbieter z.B. bei Erklärvideos oder ähnlichem zum Teil mehr Professionalität sicherstellen bzw. mindestens die eigene Arbeit erleichtern.) Bei der Auswahl von Tools muss darüber hinaus eine Unterscheidung zwischen Grundlagen-Tools und Lern-Tools getroffen werden: * Zu den Grundlagen-Tools gehört insbesondere ein Learning-Managment-System bzw. die Plattform, auf der die Bildungsaktivitäten der Organisation zusammen laufen. * Zu den Lern-Tools gehören alle Tools, die in der Organisation zum Lehren und Lernen genutzt werden. Sie können häufig wechseln und auch von unterschiedlichen Personen unterschiedlich eingesetzt werden. Die Entscheidung für ein Grundlagen-Tool wird wahrscheinlich für einen längeren Zeitraum getroffen und ist dann für alle in der Organisation verbindlich. Als Faustregel gilt: Je weniger spezialisiert und je modularer erweiterbar, desto besser. Die Auswahl eines Open Source Tools ist bei den Grundlagen-Tools nicht nur aus den oben skizzierten politischen Gründen empfehlenswert. Dies ermöglicht vielmehr auch, dass man sich mit dem Tool nicht in eine ‘Sackgasse’ begibt, sondern eine kontinuierliche Weiterentwicklung sichergestellt ist. Welche Grundlagen-Tools ausgewählt werden, liegt an der Frage, welche Funktionen damit genau abgedeckt werden sollen. Gute Erfahrungen habe ich unter anderem mit den folgenden drei Varianten gemacht: * eine Dateiablage mit zusätzlichen Funktionalitäten für Projektplanung und Zusammenarbeit (z.B. gemeinsames Schreiben, Kalender, Videokonferenz …). Hier ist insbesondere die Nextcloud empfehlenswert. * ein klassisches Learning Management System (LMS) mit der Möglichkeit Kurse anzulegen und mit virtueller Unterstützung durchzuführen. Hier ist insbesondere Moodle empfehlenswert. * ein offen gestaltetes System, das allen Interessierten zeigt, woran gelernt und gearbeitet wird und auch die Beteiligung von ‘Externen’ intendiert. Hier ist eine Blogging-Software/ ein Open Source CMS wie Drupal oder Wordpress empfehlenswert. Dieses Grundlagen-Tool schafft - wie mit der Bezeichnung bereits angedeutet ist - eine Basis für die Bildungsarbeit der Organisation. Wie diese dann praktisch aussieht, liegt maßgeblich an den Lern-Tools. Bei diesen Lern-Tools ist mehr Flexibilität und Offenheit wünschenswert. Ebenso wie Teamende unterschiedliche methodische Herangehensweisen haben, so können und sollten sie auch die technischen Lern-Tools selbst auswählen und dabei variieren können. Unbestritten ist dabei, dass es zahlreiche spannende und kreative Techniken im Bildungsbereich zu erkunden gibt. Einige Beispiele für Lernprojekte mit einem relativ umfassenden Technik-Einsatz: * Lernende besuchen einen historischen Ort und entwickeln anschließend eine Augmented Reality basierte App, bei der der Ort virtuell wieder zum Leben erweckt wird. * Lernende erwecken mit Hilfe der Green Screen Technik den Eindruck, dass sie sich an einem anderen Ort befinden - und drehen dazu ein Video (z.B. eine Nachrichtensendung als Fake News) * Lernende entwickeln einen Lärmpegelmesser - und sammeln damit Daten zu ‘Lärmverschmutzung’ an Hauptstraßen in der Innenstadt. * Lernende besuchen online und mithilfe Virtual Reality einen anderen Kontinent und berichten anschließend von ihren Erfahrungen. * Lernende programmieren ein Online-Spiel zur Reichtumsverteilung und setzen sich vor diesem Hintergrund mit sozialer Gerechtigkeit auseinander. Deutlich wird an diesen Beispielen, was Technik alles kann. Zugleich zeigen sie aber auch, dass dieser umfangreiche Einsatz von Technik wahrscheinlich in den meisten Fällen nicht die alltägliche Basis der Bildungsarbeit im digitalen Zeitalter sein wird. Für die meisten Organisationen wäre das eine klare Überforderung. Ich empfehle stattdessen den Grundsatz: weniger kann mehr sein! Wenn sich jemand im Team findet, der entsprechende Kompetenzen mitbringt und Lust auf die Umsetzung von Projekten wie oben skizziert hat, umso besser. Als Maßstab für alle helfen sie jedoch nicht, sondern führen im schlimmsten Fall dazu, dass der verspürte Druck so groß ist, dass sich Teamende gar nicht mehr an erste kleine Schritte wagen. Hinzu kommt: Aus pädagogischem Blickwinkel lässt sich auch mit deutlich einfacheren Tools (z.B. einem simplen Etherpad, d.h. einem kollaborativ nutzbaren Online-Editor) gute Bildung mit digitaler Unterstützung gestalten. Um Lehrende bei der Auswahl von Lern-Tools zu unterstützen hilft die so genannte STARK-Reflexion. STARK steht für die Kriterien, die bei einem Lern-Tool möglichst gegegeben sein sollten. * S wie Souveränität: Lehrende und Lernende behalten die Hoheit über ihre Inhalte und über ihre Daten. Informationen dazu findet man meist in den Geschäftsbedingungen oder in der Datenschutzerklärung. * T wie Teilen: Lehrende und Lernende können die erstellten Inhalte/ gestalteten Produkte weiter nutzen und weitergeben. Das kann entweder über einen simplen Link funktionieren und/ oder über eine Export-Funktion, die die Inhalte in einem möglichst offenen Format zur Weiternutzung zur Verfügung stellt. * A wie Anwendbarkeit: Lehrende und Lernende haben ein Tool, das zu ihnen passt. Während in einem Workshop mit jüngeren und netzaffinen Menschen wahrscheinlich mit viel Spaß Memes erstellt werden, ist das wahrscheinlich nicht der passendste Ansatz für eine Lerngruppe, deren Lernende privat nur wenig auf sozialen Netzwerken aktiv sind. * R wie Remix: Lehrende und Lernende können erstellte Materialien weiterverarbeiten (Remix = aus bestehenden Materialien etwas Neues gestalten). Dazu sind vor allem offene Formate relevant. Wenn eine teamende Person eine Information z.B. nur als pdf teilt, macht sie es anderen Teamenden unnötig schwer, daraus eine remixte Version für ihren Workshop zu erstellen. * K wie Kollaboration: Kritische, politische Bildungsarbeit ist immer auch soziales Lernen. Deshalb sollten auch die technischen Lern-Tools nach Möglichkeit Funktionen der Zusammenarbeit zur Verfügung stellen. Die STARK-Reflexion ist ein Reflexionsangebot und keine Checkliste zum Abhaken. Sie ermöglicht es unter anderem bei Lehrenden und Lernenden ein Bewusstsein für die Geschäftsmodelle gerader vieler kostenloser Tools im Internet zu wecken - und bei der Auswahl bewusster abzuwägen. --- ==**TL;DR:** Nicht Tools an sich sind entscheidend für digitale Bildungsarbeit, sondern die pädagogische Gestaltung von vielfältigen Bildungsformaten unter Einbeziehung von Technik. Für kritische, politische Bildungsarbeit sind Open Source Angebote die erste Wahl.== ::: info **Zur Vertiefung:** In meiner 🔗 [14 tägigen Edumail](http://edumail.ebildungslabor.de/) und in 🔗 [meinem Blog](https://ebildungslabor.de/blog) stelle ich regelmäßig Tools vor, die sich für zeitgemäße Lernprozesse eignen. Ich veranschauliche sie immer mit praktischen Einsatzmöglichkeiten. Die Edumail und der Blog können somit ein erster Einstieg für die Suche nach möglichen Tools zum Lernen und Lehren sein. Speziell zur STARK-Reflexion kannst Du Dich 🔗 [in diesem Blogbeitrag](https://ebildungslabor.de/blog/stark/) informieren. ::: --- ### Welche Kompetenzen brauchen wir? Aus dem kanadischen Pädagog/innen-Netzwerk ‘Ontario Extend’ stammt ein hilfreiches Modell zu den Kompetenzen zeitgemäßer Pädagog/innen. Demnach sind zeitgemäße Pädagog/innen: * Lehrer/innen: Sie können Lernende durch die Gestaltung effektiver Lernaktivitäten und Erfahrungen unterstützen. * Kurator/innen: Sie können geeignete Bildungsressourcen finden, weiter nutzen und selbst erstellen. * Technolog/innen: Sie können Lerntechnologien in pädagogisch effektiver Weise sicher nutzen. * Teamarbeiter/innen: Sie verbessern die eigenen Bildungsansätze im Austausch mit anderen. * Wissenschaftler/innen: Sie kennen forschungsbasierte, disziplin adäquate pädagogische Ansätze und schätzen sie wert. * Entdecker/innen: Sie sind offen, neugierig und lernbereit für neue Ansätze und Herausforderungen in Pädagogik und Technologie. Selbstverständlich können und sollen Pädagog/innen hier Schwerpunkte setzen. Nicht jede Person muss technische Expertin sein, genauso wenig wie sich alle auf die Kuratierung von Bildungsinhalten spezialisieren müssen. Deutlich macht das Modell aber, dass ein Selbstverständnis als das einer lehrenden Person allein nicht ausreichend und umfassend genug ist für eine zeitgemäße Pädagogik. Besonders wichtig finde ich an diesem Modell die Rolle der entdeckenden Person. Sie macht deutlich, dass Pädagogik nicht nur heißt zu lehren, sondern immer auch selbst weiter zu lernen. Vor diesem Hintergrund ist Kompetenzentwicklung für eine auch digital-unterstützte Bildung zu großen Teilen eine Haltungsfrage: Bin ich bereit, mich immer wieder auf etwas Neues und Ungewohntes einzulassen? Bin ich bereit, mich auch mit technischen Fragen zu beschäftigen? Bin ich bereit, mein Wissen und meine Erfahrungen mit anderen zu teilen? All das ist die Voraussetzung dafür, um kreativ und pädagogisch sinnvoll mit der sich entwickelnden Technik umgehen und sie gestalten zu können. Dennoch liegt es natürlich nicht nur an den Lehrenden, ob sich diese Haltung entwickeln kann. Auch von Seiten der Organisation kann dies in vielerlei Hinsicht unterstützt werden. Einige Vorschläge: * Großzügige Möglichkeiten an Fort- und Weiterbildungen teilzunehmen bzw. auch an solchen Veranstaltungen, wo der direkte Kompetenzerwerb nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, aber es um ein Einfühlen und Ausprobieren von anderen Lernkulturen geht (z.B. der Besuch eines Barcamps) oder Netzwerkbildung. * Flexible und auf Vertrauen basierende Anrechnungsmöglichkeiten von non-formalen Lernangeboten, die sich die Lehrenden selbstorganisiert und eigenverantwortlich suchen und durchführen. * Anregung eines ‘Working Out Loud’ und eines ‘Learning Out Loud’: man macht transparent, wie man lehrt und lernt, so dass auch andere in der Organisation davon profitieren können. * Schaffung eines geeigneten Rahmens für Peer-to-Peer Fortbildungen in der Organisation, bei denen voneinander und miteinander gelernt wird. * Weitgehender Verzicht auf klassische Schulungen, die alle Beteiligte viel Zeit kosten, aber in der Regel nur wenig helfen. Im dritten Teil findet sich mit dem Vorschlag der Initiierung von Peer-to-Peer-Fortbildungen eine praktische Anregung zur Umsetzung eines Kompetenzentwicklungskonzepts, das auf den obigen Aspekten aufbaut. --- ==**TL;DR:** In einer digitalisierten Gesellschaft erweitern sich die benötigten Kompetenzen von Pädagog/innen. Sie sind nicht nur Lehrende, sondern auch Kurator/innen, Entdecker/innen, Technolog/innen, Wissenschaftler/innen und Teamarbeiter/innen.== ::: info **Zur Vertiefung:** Das Kompetenzmodell von Ontario Extend ist auf 🔗 [deren Website](https://extend.ecampusontario.ca/) ausführlich beschrieben und lässt sich auch im Rahmen eines Selbstlernkurses erarbeiten. Einen direkten Einstieg bieten die genannten ‘Daily Extend’-Herausforderungen. Es handelt sich dabei um Mini-Aufgaben, die offen gestellt wurden und von allen online gelöst und geteilt werden können. ::: --- ### Wie können wir unsere Bildungsarbeit verbreitern und neue Zielgruppen erschließen? Kritische politische Bildungsarbeit ist für mich dann erfolgreich, wenn Lernprozesse angestoßen werden, die Lernende dazu befähigen, die strukturellen Rahmenbedingungen zu reflektieren und Gesellschaft aktiv zu gestalten. Digitalisierung kann in diesem Kontext eine doppelte Rolle spielen: * Unsere Gesellschaft ist eine digitalisierte Gesellschaft. Wenn sie gestaltet werden soll, muss auch die Digitalisierung als von Menschen gemacht erkannt - und so als gestaltbar erlebt werden. Digitalisierung ist somit ein inhaltliches Thema für kritische politische Bildungsarbeit. * In einer digitalisierten Gesellschaft können zusätzliche und potentiell sehr wirkungsvolle Wege gewählt werden, um Menschen mit dem eigenen Bildungsangebot zu erreichen. In diesem Abschnitt konzentriere ich mich vor allem auf den zweiten Aspekt: die Verbreiterung der Bildungsarbeit und die Erreichung neuer Zielgruppen. Die Möglichkeiten einer digitalisierten Gesellschaft und insbesondere des virtuellen Raums wirken hier auf den ersten Blick sehr vielversprechend: Millionen Menschen sind tagtäglich im Netz unterwegs, teilen sich über soziale Netzwerke mit und informieren sich über die für sie interessanten Themen. Wie weiter oben bereits angedeutet, gibt es an diesem Raum aus linker Sicht einiges zu kritisieren: insbesondere die fehlende Datenhoheit und die dahinter stehenden Monopol-Strukturen. Die erste Frage für eine Organisation wie die Rosa Luxemburg Stiftung lautet somit: Wollen wir da überhaupt mitmachen? Meine Empfehlung ist ein eindeutiges Ja (und so hat das die Rosa-Luxemburg-Stiftung ja offensichtlich bislang auch für sich beantwortet). Wichtig finde ich dabei allerdings erstens, dass neben den Monopol-Netzwerken zugleich auch Alternativen bespielt werden (z.B. Mastodon für Twitter). Und dass man zweitens die sozialen Netzwerke gezielt nutzt, um eigene und souveräne Kommunikationskanäle aufzubauen Auf diese Weise lässt sich Unabhängigkeit bewahren und stärken. Die Grundlage ist hierfür der eigene Raum im Netz: am besten geeignet ist hierfür die Website, auf der alle Inhalte zu finden sind und die aktiv und von vielen bespielt wird. Von den sozialen Netzwerken aus sollte dann immer auf diese Website verlinkt werden. Im Anschluss an diese Grundsatz-Entscheidung folgt dann die zweite Frage: Wie möchten wir auf virtuellem Weg unsere Bildungsarbeit verbreitern und neue Zielgruppen erschließen? Aus einer Bildungsperspektive lohnt es sich hier, die klassische Einbahnstraßen-Kommunikation, wie man sie aus der analogen Welt kennt, zu überschreiten: die Präsentation von Ergebnissen einer Veranstaltung, die Schaltung von Werbeanzeigen für einen erstellten Bildungsinhalt oder die Veröffentlichung einer Studie. Spannend, interessant und aus Bildungsperspektive wirkungsvoll werden diese Kommunikationsanlässe dagegen, wenn man sie auf diskursive Art und Weise präsentiert und zu Nachfragen, Kritik, Ergänzungen und vor allem zum Mitmachen einlädt. Bei den obigen Beispiele könnte dann zum Beispiel folgendermaßen vorgegangen werden: * Teilnehmende einer Veranstaltung werden dazu eingeladen, ihre Reflexionen in einem Blogbeitrag / über einen Hashtag zu teilen. Im besten Fall wird schon während der Veranstaltung die Möglichkeit zu einer kollaborativen Dokumentation gegeben. Zum Schluss werden all diese Inhalte zusammen gesammelt und übersichtlich präsentiert. * Es wird öffentlich dazu aufgerufen, Fragen und Herausforderungen zu teilen, die bei einer Veranstaltung aufgegriffen werden sollen. Ein Bildungsinhalt wird noch unfertig zur Diskussion gestellt und es werden Änderungen/ Erweiterungen gesammelt. * Anstelle einer Studie werden Thesen veröffentlicht, die von allen diskutiert werden können. Dazu wird der Text in eine kollaborative Arbeitsumgebung eingestellt. Die Grundlage für die Beteiligung an diesen und vielen weiteren Aktivitäten im Netz ist die Aktivierung der eigenen Belegschaft sowie von Ehrenamtlichen und Sympathisant/innen. Sie sollten gezielt darin unterstützt werden, z.B. selbst zu bloggen, in Etherpads mitzuschreiben oder eben auch zu twittern bzw. auf Facebook oder Instagram (oder wo auch immer) zu posten. Auf diese Weise lässt sich Reichweite erzielen - und wenn die Inhalte fragend und zum Mitmachen präsentiert sind, dann kommen potentiell auch weitere Menschen dazu. Zentrales Kriterium für eine funktionierende Kommunikationsstrategie im Kontext von Bildungsarbeit im virtuellen Raum ist somit Offenheit. Von der gemeinnützigen Mozilla Foundation gibt es ein hilfreiches Rahmenmodell, welches in 9 Feldern aufzeigt, wie Offenheit jeweils bei der Konzeption und Durchführung von Projekten umgesetzt werden kann. Ganz wichtig dabei ist, dass schon in der Konzeptionsphase damit begonnen wird, öffentlich zu erklären, was man vorhat und dazu einzuladen, sich zu beteiligen. Die 9 Felder ergeben sich durch eine Matrix von Durchführungsschritten auf der einen Seite: Planung und Konzeption, Gestaltung und Umsetzung sowie Ermächtigung. Auf der anderen Seite geht es in jeder der drei Phasen darum * Verstehen zu ermöglichen * Teilen zu ermöglichen * Partizipation und Inklusion zu ermöglichen. Dieses Rahmenmodell kann bei Bildungsprojekten als Grundlage genommen werden, um offene Strukturen umzusetzen und zum Mitmachen einzuladen. ==**TL;DR:** Bildungsarbeit in einem digitalisierten Zeitalter verfügt über zahlreiche Möglichkeiten, Menschen zu erreichen. Kritische politische Bildungsarbeit präsentiert nicht vorrangig ihre Ergebnisse bzw. verteilt Input, sondern lädt zum Mitmachen und selbst aktiv werden ein.== ::: info **Zur Vertiefung:** Ich habe das Raster der gemeinnützigen Mozilla Stiftung übersetzt und 🔗 [in Form eines Selbstreflexions-Angebots veröffentlicht.](https://ebildungslabor.de/blog/reflexionstext-offenheit/) In allen drei Entwicklungsstufen finden sich für die geschilderten Herausforderungen darin Denkanstöße, wie zum Mitmachen und Teilhaben eingeladen werden kann. ::: --- # III. Bildungsstrategie im digitalen Wandel ## Praktische Vorschläge für erste Schritte In den vorherigen beiden Kapiteln habe ich gezeigt, dass die Entwicklung einer Bildungsstrategie im digitalen Wandel ein kontinuierlicher Lernprozess für eine Organisation ist. Vor diesem Hintergrund findet sich im nun folgenden Kapitel keine ausformulierte und fertige ‘Strategie’, sondern vielmehr drei praktische Vorschläge für erste Schritte. Diese Vorschläge sind strategisch überlegt. Ihre Umsetzung kann vieles anstoßen und in Bewegung bringen, aus dem sich dann neue und weitere Schritte ergeben werden. Ganz wichtig dabei ist ein Bewusstsein für den Wert des Scheiterns. Auch wenn Projekte nicht so funktionieren, wie geplant, so können sie für die Organisation und auch darüber hinaus dennoch eine wertvolle Ressource sein. Denn mit Scheitern ist immer Lernen verbunden. Anders und einfacher ausgedrückt: Durch Fehler wird man klug! Die Vorschläge beinhalten erstens Anregungen zu Peer-to-Peer Fortbildungen, zweitens eine strukturelle Entscheidung mit potentiell großer Katalysator-Wirkung und drittens die Umsetzung eines größeren und kollaborativ gestalteten Bildungsprojekts im virtuellen Raum. ### Vorschlag 1: P2P-Fortbildungen etablieren P2P steht als Abkürzung für Peer to Peer (oder auch Pädagog/in zu Pädagog/in). Es handelt sich dabei um ein Fortbildungskonzept, bei dem Lehrende als Lernende voneinander und im Austausch miteinander lernen. Der Ansatz von Peer-to-Peer Fortbildungen basiert auf Überlegungen zu zeitgemäßen Fortbildungskonzepten in der Arbeitswelt. Sie gehen aus von den so genannten 4D: Didactics, Doing, Discourse und Discovery. Im digitalisierten Zeitalter lässt sich feststellen, dass der frühere Fokus auf Didactics (= klassische Schulungen und Fortbildungsangebote) gegenüber dem Lernen durch praktisches Handeln (Doing), Lernen durch Austausch (Discourse) und Lernen durch eigenes Erkunden/ durch informelle Lernangebote (Discovery) an Bedeutung verliert. Der Kompetenzerwerb via Doing, Discourse und Discovery ist dagegen deutlich wirkungsvoller. Eben diese Prinzipien sind für P2P-Fortbildungen grundlegend. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen P2P-Fortbildungsformaten. Drei mögliche Ansätze, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe und die ich für die Bildungsarbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung für geeignet halte, möchte ich im folgenden vorstellen: das Kurskiosk, ‘Montagsbildung’ und Team-Teaching. **Kurskiosk** Ein Kurskiosk ist die unkomplizierte und organisationsinterne Variante eines Barcamps. Das Ziel lautet: Es sollen in Fortbildungen genau die Themen und Fragen besprochen werden, die für alle Beteiligten wichtig und relevant sind. Dies soll zudem noch möglichst prägnant erfolgen. Zur Umsetzung eines Kurskiosk wird eine zentrale Pinnwand (egal ob virtuell oder analog) eingerichtet. Jeder und jede kann dort Angebote für Mikro-Fortbildungen machen. Auf das Angebot können nun alle reagieren, die daran Interesse haben. Im Vorfeld wird festgelegt, wie viele Personen mindestens zusammenkommen müssen, damit das Angebot stattfindet. Am besten ist hier eine kleine Anzahl von Personen (z.B. 2-3). Sobald sich die benötigte Anzahl von Personen eingetragen hat, wird die Mikro-Fortbildung durchgeführt. Beispiele für angebotene Mikro-Fortbildungen könnten sein: * Ich habe in der zurückliegenden Woche einen Screencast aufgenommen und dafür Tools und nötige Schritte recherchiert. Ich kann nun weitergeben, was ich gelernt habe. * Ich habe in meinem Seminar erstmals ein Etherpad eingesetzt - und ich kann kurz berichten, wie ich das gemacht habe und was ich dabei gelernt habe. * Ich habe mich an einem Twitterchat beteiligt - und kann zeigen, was das ist und wie es funktioniert. Die Beispiele zeigen: Ein Mikro-Fortbildungsangebot ist kein professionelles und umfassend vorbereitetes Fortbildungsangebot, sondern ein unkomplizierter Wissenstransfer aus der Praxis und für die Praxis. Genau darin liegt der Wert für professionelles Lernen im Digitalisierungskontext zu Bildungsarbeit: die Kompetenzen und Erfahrungen der Teamenden und Mitarbeitenden werden aufgegriffen, sichtbar und für alle nutzbar gemacht. Es bietet sich an, bereits vorab feste Zeiten für diese Mikrofortbildungen festzulegen. (An der Schule wird dafür z.B. oft die große Pause oder die Mittagspause gewählt.) Dann muss nicht jedes Mal erst eine umständliche Terminsuche gestartet werden. Und: Die Mikrofortbildung soll insgesamt möglichst kurz sein. **‘Montagsbildung’** Das zweite P2P Fortbildungsformat wird hier unter dem Begriff ‘Montagsbildung’ vorgestellt. Die Bezeichnung ist der Name für das Format bei der Initiative Oncampus an der Technischen Hochschule Lübeck. Natürlich kann das Projekt für die Rosa-Luxemburg-Stiftung beliebig umgewandelt und umbenannt werden. Die Grundidee des Projekts lässt sich mit dieser praktischen Umsetzung vor Augen aber am besten erklären. Sie gestaltet sich folgendermaßen: Jede Woche startet für das gesamte Oncampus-Team mit der ‘Montagsbildung’. Hier trifft man sich gemeinsam zu einem realen Treffen. 45 Minuten ist die maximale Zeit. Es kann auch gerne kürzer sein. Reihum ist eine andere Person aus dem Team für die Durchführung verantwortlich. Das Thema kann dabei frei gewählt werden. Oft handelt es sich um Projektvorstellungen und -erfahrungen, um Reflexionen zu Tools aber auch um Dinge wie z.B. eine Reise, die jemand unternommen hat, Einblicke in eine besuchte Konferenz oder Vorschläge für empfehlenswerte Podcasts. Erlaubt ist alles, was aus dem Team ans Team weiter gegeben werden kann. Die Durchführung kann gerne auch in Form eines Workshops mit praktischem Ausprobieren erfolgen. Wichtig für das Gelingen eines solchen ‘Montagsbildungs-Projektes’ ist erstens die Regelmäßigkeit (alle haben den Termin fest in ihrem Kalender blockiert; es braucht keine einleitenden Worte/ Erklärungen - man startet direkt), zweitens die zeitliche Begrenzung und drittens die gemeinsame Verantwortung (jede Person kommt regelmäßig dran und darf offen entscheiden, was sie teilen möchte). Im Rahmen der Entwicklung einer Digitalstrategie für ihre Bildungsarbeit könnte die Rosa-Luxemburg-Stiftung eben dies als sehr grobes Oberthema für ihr ‘Montagsbildungs-Projekt’ vorgeben: Was habe ich im Bereich Digitales gelernt, ausprobiert, erkundet, erfahren … und möchte es an andere weitergeben? Bei der Durchführung sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass es um gemeinsames Lernen geht. Das bedeutet, dass keine Positionsfestlegung erfolgt bzw. dass die ‘Montagsbildung’ nicht der Raum für Grundsatzdiskussionen ist. Ein Projekt wie die ‘Montagsbildung’ hat mehr noch als das oben vorgestellte Kurskiosk einen verbindenden Charakter in der gesamten Organisation. Vielversprechend ist, dass oft Themen eingebracht werden, die auf den ersten Blick nicht direkt mit dem Arbeitsalltag in Verbindung stehen - aber gerade vor diesem Hintergrund die Grundlage für neue Ideen für die und in der Organisation sein können. **Team-Teaching** Das dritte und letzte hier vorgestellte P2P Fortbildungsformat ist das so genannte Team-Teaching. Der grundsätzliche Ansatz des Formats lautet: Gemeinsam lernt sich besser als allein. Und wenn gemeinsam gelehrt wird, dann kann in diesem Rahmen auch gemeinsam gelernt werden. Team-Teaching bzw. Tandem-Bildungsprojekte sehen vor diesem Hintergrund vor, dass für einen Workshop, eine Seminarreihe oder ein anderes Bildungsangebot nicht nur eine lehrende Person in Verantwortung ist, sondern ein Tandem. Je nach den verfügbaren Ressourcen in der eigenen Organisation kann eine dieser Tandem-Personen auch von extern besetzt werden und sollte in diesem Fall gezielt einen Erfahrungsschatz aus dem Bereich der digital-unterstützten Bildungsarbeit mitbringen. Bei entsprechenden Ressourcen in der eigenen Organisation können auch Mitarbeitende mit Digital-Erfahrung mit Mitarbeitenden mit geringer bis wenig Digital-Erfahrung zusammen gebracht werden. Die Herausforderung des Tandems ist dann die Konzeption und Gestaltung des geplanten Bildungsangebots. Dabei bringen beide beteiligten Personen ihre Ideen und ihre Erfahrungs- und Wissens-Hintergründe sowie auch ihre Fragen mit ein. Es wird somit also keine Lehrenden/Lernenden Rolle aufgebaut, sondern ein gleichberechtigtes Miteinander angestoßen. Im Schulbereich wird dieses Tandem-Konzept unter anderem von der Pacemaker-Initiative erfolgreich umgesetzt: Gesucht werden hierzu Freiberufler/innen mit medienpädagogischen/ technischen Hintergrund, die mit Lehrenden gemeinsam Schulstunden durchführen bzw. Bildungsangebote realisieren. Für die Rosa-Luxemburg-Stiftung ließe sich das Konzept auch anwenden für bestehende und schon länger verankerte Bildungsangebote wie z.B. Gesprächsreihen oder regelmäßige Veröffentlichungen. Durch die Zuteilung einer weiteren Person als verantwortlich werden Routineabläufe hinterfragt und wo nötig in Bewegung gebracht. Der große Vorteil des Konzepts des Team-Teachings liegt darin, dass Menschen mit ihren Unsicherheiten in Bezug auf digitale Technik nicht allein gelassen werden. Was man sich in großer Runde vielleicht nicht zu fragen wagt bzw. wozu man erst einmal wenig offen ist, wird praktisch im Rahmen eines gemeinsamen Projektes erlebt. Auf diese Weise wird Unsicherheit in Lernen umgewandelt und produktiv genutzt. Das gilt auch in die andere Richtung: Denn nicht jeder technische Einsatz ist sinnvoll. Und vor diesem Hintergrund kann es für die Organisation hilfreich sein, ihn zum Teil auch zu hinterfragen. Übrigens: Team-Teaching kann auch funktionieren, wenn zwei eher Neulinge im Bereich der digitalen Bildungsarbeit gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Denn durch die gemeinsame Verantwortung traut man sich häufig eher zu, etwas Neues/ Unbekanntes auszuprobieren. --- ==**TL;DR:** Kurskiosk, ‘Montagsbildung’ und Team-Teaching sind drei erfolgversprechende Ansätze für Peer-to-Peer-Fortbildungen in Organisationen. Für eine funktionierende Umsetzung braucht es einen klaren Rahmen und feste Vereinbarungen in Hinblick auf Ort, Zeit und Verantwortung.== --- ### Vorschlag 2: Offen als Standard setzen Offen als Standard (bzw. englischsprachig ‘Open as default’) ist die zentrale Forderung der Bewegung für freie Bildungsmaterialien - besser bekannt unter dem englischsprachigen Begriff Open Educational Resources bzw. unter ihrer Abkürzung OER. Warum ‘Offen als Standard’ zugleich auch eine gute strukturelle Entscheidung für eine Organisation wie die Rosa-Luxemburg-Stiftung im Rahmen der Erarbeitung einer digitalen Bildungsstrategie sein kann, soll im folgenden erklärt werden. Dazu ist es aber zunächst erforderlich, zu erklären, was OER sind und was somit genau mit ‘Offen als Standard’ gemeint ist. OER unterscheiden sich von klassischen Bildungsmaterialien durch ihre offene Lizenz. Sie ermöglichen es, die engen Schranken des Urheberrechts zu lockern. Denn im Urheberrecht ist festgelegt, dass alles, was eine Person macht, gestaltet und erstellt, urheberrechtlichen Schutz genießt. Das führt dazu, dass andere das erstellte Werk nicht ohne Erlaubnis weiter verwenden und verbreiten, geschweige denn verändern und anpassen dürfen. Ob und wie dieses Urheberrecht sinnvoll sein kann, darum lässt sich lange und trefflich streiten. Aus Bildungsperspektive können wir feststellen, dass der automatische urheberrechtliche Schutz gute Bildung für alle eher behindert als befördert. Von Marie von Ebner-Eschenbach ist beispielsweise das Zitat überliefert, dass Wissen das einzige Gut sei, das sich vermehrt, wenn man es teile. Mit urheberrechtlich geschützten Inhalten lässt sich solch ein Anspruch nur schwer realisieren - mit OER dagegen schon. Praktisch funktionieren OER durch offene Lizenzen. Eine offene Lizenz ist bei OER eine Erklärung der Person, die ein Bildungsmaterial erstellt hat, dass andere Personen dieses Bildungsmaterial sehr gerne weiter verwenden dürfen. Erlaubt werden im Rahmen einer OER-Lizenz die so genannten 5V. Andere dürfen das Bildungsmaterial verwahren/vervielfältigen, verwenden, verarbeiten, vermischen und verbreiten. Damit diese Erlaubnisse rechtlich sauber formuliert und für alle nutzbar sind, greift man auf die offenen Lizenzen von Creative Commons zurück, um ein OER zu markieren. Empfehlenswert und am einfachsten umsetzbar ist die Lizenz Creative Commons Namensnennung (abgekürzt: CC BY). Sie sieht vor, dass die 5V gelten unter der Bedingung, dass bei Weiternutzung des Materials ein Lizenzhinweis angegeben wird, der beinhaltet von wem (und von wo) das Material stammt und dass es unter der CC BY Lizenz steht. Auf den ersten Blick klingt das kompliziert. In der Praxis wird solch eine offene Lizenzierung von eigenen bzw. das Schreiben eines Lizenzhinweises von Materialien von anderen jedoch schnell zur Routine. Soweit zur Erläuterung zu OER. Wie aber lässt sich ‘Offen als Standard’ im Rahmen kritischer politischer Bildungsarbeit umsetzen und warum ist es eine gute Idee? Für die Umsetzung ist grundsätzlich ist nur eine Organisations-Entscheidung nötig. Diese müsste lauten: Wir werden zukünftig alle Materialien, die durch uns erstellt oder durch uns in Auftrag gegeben werden, unter einer offen Lizenz (Creative Commons Namensnennung) veröffentlichen. (Zusätzlich kann im Rahmen dieser Entscheidung noch festgelegt werden, in welcher Form die Namensnennung erfolgen soll. Möglich wäre z.B. nur Rosa-Luxemburg-Stiftung oder N.N. für die Rosa-Luxemburg-Stiftung oder Politische Bildung der Rosa-Luxemburg-Stiftung . Festgelegt werden kann außerdem wo die Materialien gesammelt/ verschlagwortet werden.) Diese Entscheidung klingt zunächst wenig spektakulär, aber mit ihr wird einiges in Bewegung gebracht. Fünf Aspekte finde ich insbesondere relevant. * Wenn alle in der Rosa-Luxemburg-Stiftung erstellten Bildungsmaterialien unter einer offenen Lizenz stehen, wird ein großer Teil der bislang eher verborgenen Lehr-Aktivitäten sichtbar. Teamende werden auf diese Weise angeregt zu mehr Kollaboration untereinander. Es wird offensichtlich, dass das Rad nicht immer neu erfunden werden muss. * Der Umgang mit Quellen und den Beiträgen von anderen Menschen wird bewusster. Das Schreiben eines Lizenzhinweises ist immer auch eine Form von Wertschätzung. Es wird sichtbar gemacht, wer was erstellt - und damit auch wo welche Kompetenzen liegen, die für die Stiftung besser nutzbar gemacht werden können. * Online-Lehre (und damit Offenheit für eine digital-angereicherte Bildung) gewinnt an größerer Bedeutung, denn über diesen Weg werden Materialien recherchiert, weiter bearbeitet und geteilt. * Lehrende erweitern ihre pädagogische Brille. Denn die von ihnen erstellten Bildungsmaterialien haben nun eine potentiell unbegrenzte Zielgruppe. Anstatt etwas nur für meinen Workshop zu erstellen, gehe ich vom Lernen insgesamt aus: Wie kann ich ein Material so gestalten, dass möglichst viele möglichst gut und vielfältig damit lernen können? * Offene Materialien heißt auch potentiell mehr Reichweite und Potential für neue Netzwerke und Bündnisse. Natürlich werden diese Entwicklungen mit der Organisationsentscheidung ‘Offen als Standard’ nicht sofort und direkt angestoßen. Sie können aber als ‘sanfter Druck’ wirken und in diesem Sinne eine Katalysator-Wirkung auf dem Weg zu einer Bildungsstrategie im digitalen Zeitalter entfalten. Nicht zuletzt würde die Rosa-Luxemburg Stiftung damit auch zu einem Bündnispartner in der Open Education Bewegung - und damit in einem Netzwerk, mit dem sie inhaltlich durchaus Überschneidungen hat und welches Digitalisierung im Bildungsbereich auf sinnvolle Art und Weise voranzubringen versucht. --- ==**TL;DR:** Im Sinne eines ‘sanften Drucks’ zu mehr Kollaboration, Sichtbarkeit und Nutzung digitaler Tools, ist die Organisationsentscheidung ‘Offen als Standard’ zu empfehlen. Sie sieht vor, dass alle in der Rosa-Luxemburg-Stiftung erstellten bzw. durch sie in Auftrag gegebenen Bildungsmaterialien unter einer offenen Lizenz veröffentlicht werden.== ::: info **Zur Vertiefung:** Als Online-Selbstlernangebot, das neben Recht, auch Technik und Didaktik bei der Erstellung von OER umreißt, empfehle ich die 🔗 [Website OERworkflow.de](https://oerworkflow.de) ::: --- ### Vorschlag 3: Einen MOOC gestalten MOOC steht für Massive Open Online Course. Es handelt sich dabei um potentiell ‘massenhaft’ belegte Online-Kurse, die für alle Interessierten offen zur Verfügung stehen. Mit der Oncampus-Plattform der Technischen Hochschule Lübeck gibt es im deutschsprachigen Raum eine offen und kostenfrei nutzbare Infrastruktur für MOOC-Angebote. Die Bedingung hierfür ist, dass die Inhalte unter einer offenen Lizenz zur Verfügung gestellt werden. Die Plattform basiert auf Moodle. Mit dem MOOC-Maker-Kurs steht eine einfache und niedrigschwellige Einführung in die Nutzung der Plattform zum Selbstlernen zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund ist es für die Rosa-Luxemburg-Stiftung relativ einfach und mit geringem Aufwand möglich, einen MOOC zu konzipieren, zu gestalten und umzusetzen. Warum ist das aber auch aus inhaltlichen Gründen eine gute Idee? Für die Gestaltung eines MOOC spricht, dass auf diese Weise praktische Erfahrungen mit Online-Lernen gesammelt und reflektiert werden können. Da die Gestaltung eines MOOC ein Team-Projekt ist, können viele daran beteiligt werden und im Prozess lernen. Die Gestaltung und Umsetzung eines MOOC ist in diesem Sinne eine Alternative zu stiftungsinternen Fortbildungen über digital-unterstützte Bildung. Stattdessen wird durch Erkunden, Ausprobieren, Austausch und Umsetzen gelernt, d.h. durch und im Rahmen von Praxis. Denn über digital-unterstützte Bildung kann man sehr lange reden, diskutieren und auch viele Einwände vorbringen. In der Praxis sieht vieles dann aber völlig anders aus. So kann es zum Beispiel sein, dass bestimmte Einwände sich als irrelevant herausstellen, aber sich dafür ganz andere Fragen ergeben, auf die Antworten gefunden werden müssen. Der Vorschlag ‘Gestaltet einen MOOC’ ist dabei nicht der Vorschlag für ein blindes Machen, sondern für die Etablierung einer reflektierten Praxis. Die Konzeption und Umsetzung des MOOC sollte so erfolgen, dass immer wieder Raum für Reflexion, Feedback und Fragen eingeplant ist. Als Thema des MOOC bietet sich an, etwas auszuwählen, was viele in der Rosa-Luxemburg-Stiftung (= nicht nur gestaltende Organisation, sondern zugleich auch primäre Zielgruppe des MOOC) interessiert und bei dem sich vielfältige, inhaltliche Verknüpfungen ergeben. Ich empfehle weiter, auf eine Auftragsvergabe für Materialien für den MOOC zu verzichten. Vielmehr sollte bewusst erkundet werden, was selbst umgesetzt werden kann. Durch die Integration der Open Source Software H5P auf Oncampus wird es z.B. auch für technisch ungeübte Menschen möglich sein, Selbstlernübungen für Nutzende zu erstellen oder Inhalte im Rahmen eines interaktiven Videos zu präsentieren. Weitere Erfahrungen können gesammelt werden im Rahmen der Bewerbung und Durchführung: Wie verbreiten wir den MOOC? Wie moderieren wir den MOOC? Wie lernen wir selbst im Rahmen des MOOC? Die folgenden Schritte können als Orientierung zur Gestaltung eines MOOC dienen: * Kick-Off Veranstaltung in der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit Festlegung des Themas * Selbstlernzeit zur Durcharbeitung des MOOC Maker Kurs von Oncampus * Weiteres Treffen mit Themensammlung und Aufgabenverteilung (Welche Materialien haben wir schon? Was benötigen wir zusätzlich? Wer erstellt was?) * Gestaltung in kleineren Gruppen mit kontinuierlichen Feedbackschleifen * Weiteres Treffen mit Diskussion zu Ablauf und Bewerbung + Aufgabenverteilung * Weitere Vorbereitungsarbeit in Kleingruppen * Gemeinsame Durchführung des MOOC * Zusätzliche abschließende Reflexion Je nach eigenen Kapazitäten kann für die Projektgestaltung externe Unterstützung hinzugezogen werden. Entscheidend ist, dass es eine Person gibt, die Termine und Vereinbarungen im Blick hat und an Fristen erinnert. Gerade weil das Projekt für alle ein Zusatzprojekt ist, kann es sonst leicht passieren, dass es aus dem Auge gerät und liegen bleibt. --- ==**TL;DR:** Die gemeinsame Gestaltung und Durchführung eines MOOC stellt eine gute Möglichkeit dar, um gemeinsam ein größeres Digitalisierungsprojekt in der Bildungsarbeit auf den Weg zu bringen und in diesem Rahmen als Organisation im Rahmen einer reflektierten Praxis zu lernen.== ::: info **Zur Vertiefung:** Zum ‘Hineinschnuppern’ und Ansehen findet sich 🔗 [hier die MOOC-Plattform Oncampus](https://www.oncampus.de/kursangebot). Die aufgeführten offenen Kurse (inklusive des erwähnten MOOC Maker Kurses) können nach Registrierung kostenfrei belegt werden, um sich auf diese Weise einen Eindruck von einem MOOC zu verschaffen. ::: --- ## Statt eines Fazits: ### Einladung und Aufruf zum Kommentieren und Weiterschreiben! Der vorliegende Text ist keine Studie im klassischen Sinne. Er ist vielmehr dazu gedacht, Ausgangspunkt für weitere/ neue Überlegungen zu sein. In diesem Sinne kann er kommentiert und auch verändert/ weiter geschrieben werden. Ziel ist es, dass sich die Rosa-Luxemburg-Stiftung auch mit Hilfe dieses Textes auf den Weg macht hin zu einer Bildungsstrategie im digitalen Wandel. Kollaborative Kommentierungen/ Ergänzungen in diesem Text können dazu ein erster Schritt sein. Bei der aktuellen Version handelt es sich um eine editierbare Version des Textes. Zuätzlich steht eine 🔗 [nur kommentierbare Version des Textes](https://hackmd.io/IcCf3WvNSN6tcUHbsJOoQA?view) zur Verfügung. Für Feedback und Fragen bin ich erreichbar via Mail (nele@ebildungslabor.de) oder Twitter (@ebildungslabor).

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