BWL-Klausrenvorbereitung
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    # ERP-Systeme ###### tags: `2. ERP-Systeme - Lösungsansätze` ### ERP-Systeme (14 Minuten) a). Was ist unter der Mitbuchtechnik im Zusammenhang mit der Haupt- und Nebenbuchhaltung in ERP-Systemen zu verstehen. (3 Minuten)? **Antwort siehe unten "Grundsätzliches Verstehen"** b) Erläutern Sie, was in diesem Kontext unter einem „Abstimmkonto“ eines Kreditors zu verstehen ist (2 Minuten). **Antwort siehe unten "Grundsätzliches Verstehen"** c) Das Unternehmen C ist ein Handelsunternehmen und möchte für die Unterstützung seiner Abteilungen Rechnungswesen, Einkauf und Verkauf eine neue ERP-Software einführen. Bisher werden die drei Abteilungen durch drei eigenentwickelte Systeme unterstützt, die zentral im Headquarter des Unternehmens C gehostet werden. Die Systeme sind über (teilweise manuelle) Schnittstellen miteinander integriert. Zukünftig sollen die Prozesse der drei Abteilungen in einem zentralen ERP-System abgebildet werden. Das Unternehmen ist ausschließlich in Europa aktiv, in insgesamt 6 Ländern. In jedem Land gibt es eine entsprechende Landesgesellschaft. Der größte Umsatzanteil wird in Deutschland realisiert (ca. 50%). Der restliche Umsatz ist nahezu gleichverteilt auf die übrigen 5 Länder. Plan ist es jetzt, ein zentrales ERP-System im Headquarter zu betreiben, so dass weiterhin alle Landesgesellschaften nur noch auf einem zentralen System arbeiten. Insbesondere die Rechnungswesen-Abteilungen der jeweiligen Landesgesellschaften stehen bzgl. des Zeitplans der Umstellung unter Druck. Zum nächsten Geschäftsjahr müssen in den ReWe-Prozessen EU-weit verbindliche Gesetze umgesetzt werden. Dies ist mit dem aktuellen ReWe-System nicht möglich. **Welche Einführungsstrategie würden Sie dem Unternehmen empfehlen?** Beschreiben Sie kurz die von Ihnen ausgewählte Strategie (2 Minuten). Begründen Sie ausführlich Ihre Auswahl für den konkreten Anwendungsfall (7 Minuten). --- ### **Aufgabe c) Lösung** Zusammenfassung: - **Ziel: zentrales ERP-System** - 3 Abteilungen (Rechnungswesen, Einkauf und Verkauf) - eigenentwickelte Systeme - Hosting zentral im HQ (hauptquartier) - (tw. manuelle) Schnittstellen - Verteilung des Unternehmens in Europa - insg. 6 Länder - Deutschland mit ca. 50 % größten Umsatzanteil - Zeitdruck: ReWe-System umstellen - Anpassung in ReWe-Prozessen an verbindliche Gesetze **Beschreiben Sie kurz die von Ihnen ausgewählte Strategie (2 Minuten):** ### **Option A** Strategien ab Kapitel 5 Seite 25 Big-Bang vs Sukzessive Stategien - Big Bang-Strategie - Big Bang (Vollständige Ablösung des Altsystems zum Stichtag, alle Abteilungen in allen Ländern gleichzeitig) - Rollout (lokaler BB) Unternehmen mit dezentraler Org (wie oben nur jeder Ort zu bestimmter Zeit) - Sukzessive Strategie - Schrittweise funktionsorientierte Einführung -> Ablösen von z.b. zuerst ReWe-System - Schrittweise prozessorientierte Einführung -> Ablösen von Teilbereichen innerhalb einer Abteilung -> **Allgemein**: eine sukzessive Strategie: bei der die Funktionalitäten eines Systems oder Prozesse schrittweise in das neue System verlagert werden. - in dem Fall: eine funktionsorientierte Einführungsstrategie: - das heißt abteilungs-/funktionsweise Ablösung des Altsystems **Begründen Sie ausführlich Ihre Auswahl für den konkreten Anwendungsfall (7 Minuten):** - Das derzeitige System besteht aus mehreren Einzelsystemen, die für eine Abteilung des Unternehms unterstützend arbeiten. Das ReWE-System steht dabei besonders unter Zeitdruck, denn aufgrund neuer gesetzlichen EU-weiten Anforderungen, muss das System angepasst werden. Aus diesem Grund ist es vorteilhaft sich abschnittsweise mit dem System zu beschäftigen, angefangen mit der Abteilung, die eine besonders Priorität aufweist, bsp in dem Fall das ReWe-System. Somit kann stückweise ein Einzelsystem in das neue Zentralsystem überführt werden. - Vorteilhaft ist hierbei, dass auch die Belastung des Unternehmens während der Umstrukturierung nur auf ein Abteilung fällt und nicht alle Abteilungen auf einmal belastet sind - Erfahrungen können genutzt werden aus den Teilprojekten. Des Weiteren sind die Teilprojekte überschaubar und managbar - Außerdem stehen Schnittstellen bereits zur Verfügung und so können diese verwendet und müssen bei Gelegenheit angepasst werden. Dementsprechend müssen wir nicht aufwändig neue temporäre Schnittstellen zur Verfügung stellen, die mit dem alten in Kommunikation stehen. --- ## **ProbeKlausur SoSe 2018** - a) Beschreiben Sie kurz die typische Schichtenarchitektur eines ERP-Systems und die Aufgaben der einzelnen Schichten > [name=Max](siehe Vorlesung 4 Seite 15) ![](https://i.imgur.com/r5P2iJO.gif) **Präsentation:** hier geht es um Anzeige und Eingabe der Daten, sowie einheitliche grafische Elemente. **Applikation:** hier ist mehr die Verarbeitung gemeint z.B. Programmcode oder Arbeitsprozesse. **Datenhaltung:** Speicherung aller Stamm- und Bewegunsdaten im DBMS - b) Erläutern Sie, was im Kontext von ERP-Systemen mit dem Begriff Customizing gemeint ist und welche Aspekte in einem ERP-System „gecustomized“ werden können. - Anpassung des unternehmensneutralen Auslieferungsstandard der ERP-Software an das Unternehmenan, bzw. siehe unten Allgemeinwissen. -Es können Aspekte wie **RICEFW** angepasst werden - Reports - Interfaces - Conversions - Extensions - Forms - Wokflows - c) Das Unternehmen B AG ist ein europaweit agierendes Unternehmen mit insgesamt 20 Standorten in 5 verschiedenen Ländern. Die B AG möchte für die Unterstützung seiner 3 Einkaufsprozesse für A-Artikel (Wertanteil von ca. 75 %), B-Artikel (Wertanteil von ca. 15-20 %) und C-Artikel (Wertanteil von ca. 5-10 %) eine neue Software einführen. Bisher werden die 3 Einkaufsprozesse durch 3 eigenentwickelte Systeme unterstützt, die in der Unternehmenszentrale gehostet werden und von allen Standorten per Remote-Zugriff genutzt werden. Zukünftig sollen alle 3 Prozesse in einem ERP-System abgebildet werden, das wiederum von allen Standorten per RemoteZugriff verwendet wird. In den zwei größten Standorten (Hamburg in Deutschland und Boston in den USA) werden ca. 80% des Einkaufsvolumens für alle Artikel (A-, B- und C-Artikel) abgewickelt. Das verbleibende Einkaufsvolumen über alle Artikel ist nahezu gleichmäßig auf die restlichen 18 Standorte verteilt. Was haben wir: 20 Standorte, 5 Länder A-Artikel ( 75% ) eigenes EK- System B-Artikel ( 15-20% ) eigenes EK-System C-Artikel ( 5-10%) eigenes EK-System Ziel: 3 Systeme zum 1 System ummodeln, der Zugriff soll von allen Standorten erfolgen EK-Volumen: 80% in (USA,Deutschland) und 20% restliche Länder Welche Einführungsstrategie würden Sie dem Unternehmen empfehlen? Beschreiben Sie die von Ihnen ausgewählte Strategie inkl. Vor- und Nachteilen (6 Pkt.). - sukzessive Strategie - Schrittweise funktionsorientierte Einführung Begründen Sie ausführlich Ihre Auswahl für den konkreten Anwendungsfall (6 Pkt.) - Anfangen mit Ländern mit geringen Umsätzen. - kontinuierliche Belastung der Mitarbeiter als Vorteil. - Erfahrungen die dort gemacht wurden, können dann nochmal in dem Programm berücksichtigt / überarbeitet werden und dann mit dem nächsten Land "getestet" werden. - Am Ende kommt dann USA und Deutschland, in welche dann, mit den Erfahrungen der anderen Ländern, die letzen Schritte zur Umsetzung durchgeführt werden können. Grundsätzlich ist hier ein geringeres Risiko, nur viele Schnittstellen zu berücksichtigen, redundante Daten Wenn vorher C und B umgestellt werden, dann sollte A am Ende geringere Probleme bei der Umstellung aufweisen ## **Klausur SoSe 2019** - a) Erläutern Sie, was im Kontext von ERP-Systemen mit Stamm-, Bewegungs- und Bestandsdaten gemeint ist. Geben Sie jeweils ein Beispiel (6 Pkt.). - Stammdaten -> selten verändert bsp Kundenliste - Bewegungsdaten -> Veränderung der Daten zur Zeit - Bsp Einkauf /Rechnung - Bestandsdaten -> stete Änderung des Wertes, bsp Vermögenswert des Unternehmens - b) Das Unternehmen C ist ein Handelsunternehmen und möchte für die Unterstützung seiner Abteilungen Rechnungswesen, Einkauf und Verkauf eine neue ERP-Software einführen. Bisher werden die drei Abteilungen durch drei eigenentwickelte Systeme unterstützt, die zentral im Headquarter des Unternehmens C gehostet werden. Die Systeme sind über (teilweise manuelle) Schnittstellen miteinander integriert. Zukünftig sollen die Prozesse der drei Abteilungen in einem zentralen ERP-System abgebildet werden. Das Unternehmen ist ausschließlich in Europa aktiv, in insgesamt 10 Ländern. In jedem Land gibt es eine entsprechende Landesgesellschaft. Der größte Umsatzanteil wird in Deutschland realisiert (ca. 30%). Der restliche Umsatz ist nahezu gleichverteilt auf die übrigen 9 Länder, wobei seit dem letzten Jahr insbesondere in Spanien und Frankreich ein starker Umsatzanstieg zu beobachten ist. Bisher haben die drei Abteilungen einer jeden Landesgesellschaft jeweils die drei zentral bereitgestellten Systeme verwendet. Plan ist es jetzt, ein zentrales ERP-System im Headquarter zu betreiben, so dass weiterhin alle Landesgesellschaften auf einem zentralen System arbeiten. Zudem sollen zukünftig in weiteren Ländern (insbesondere Osteuropa) neue Landesgesellschaften für alle gehandelten Produkte eröffnet werden. Welche Einführungsstrategie würden Sie dem Unternehmen empfehlen? Beschreiben Sie kurz die von Ihnen ausgewählte Strategie (2 Pkt.). - Big Bang Strategie mit Rollout -> Nacheinander alle Länder schrittweise komplett das Altsystem ersetzen Begründen Sie ausführlich Ihre Auswahl für den konkreten Anwendungsfall (7 Pkt.) **Antwort zu b)** *siehe Folie 05 Seite 27, ggfs. Vorteile und Nachteile aufführen* Verteilung des Unternehmens in Europa - insg. 10 Länder - Deutschland mit ca. 30 % größten Umsatzanteil - Frankreich und Spanien sind am erfolgsversprechendsten Da hier in 10 Ländern das ERP zentral umgesetzt werden soll, würde ich mit den Ländern der geringen Umsätze anfangen das komplette System umzusetzen und zu beobachten, wie es anläuft. Erfahrungen die dort gemacht wurden, können dann nochmal in dem Programm berücksichtigt / überarbeitet werden und dann mit dem nächsten Land "getestet" werden. Am Ende kommt dann Frankreich, Spanien und Deutschland, in welchen dann, mit den Erfahrungen der anderen 7 Ländern, die letzen Schritte zur Umsetzung durchgeführt werden können. # Grundsätzliches Wissen: ## Was ist/sind ... Kapitel 5 Seite 8 ## Abstimmkonto: - Die Zuordnung der Nebenbücher zum Hauptbuch erfolgt über Abstimmkonten. Ein Abstimmkonto ist ein Sachkonto (d. h. im Hauptbuch angelegt), auf dem die Kontenbewegungen der Nebenbuch-Konten (z. B. Kreditoren-, Debitoren-, oder Logistik) parallel mitgeführt (mitgebucht) werden. - Das Abstimmkonto wird in den Stammdaten des Nebenbuchobjekts (z.B. Kreditor, Debitor, Material) festgelegt - Mehrere Nebenbuchkonten verweisen in der Regel auf ein Mitbuchkonto. - Mitbuchtechnik im Zusammenhang mit der Haupt-und Nebenbuchhaltung in ERP-Systemen? - die Mitbuchtechnik ermöglicht ein zeitnahes Reporting und jederzeit aktuelle Auskunftsfähigkeit über Salden der Bilanz- und GuV-Konten - über die Abstimmkonten erfolgt eine permanente Abstimmung der Nebenbücher mit dem Hauptbuch. - Alle Vorgänge im Nebenbuch (z.B. Wareneingang, Rechnungsausgang, Zahlungseingang) werden parallel im Hauptbuch auf die festgelegten Abstimmkonten mitgebucht #### Kapitel 4 ab Seite 20 - Stammdaten: Daten eines Unternehmens, welche kaum bis gar nicht verändert werden - zum Beispiel: Materialstammdaten, Lieferantenstammdaten, Kondtitionen - Bewegungsdaten: Daten der Ereignisse mit Bezug auf die Zeit. - zum Beispiel: Einkauf, Verkauf -> *siehe Rechnung/Kassenbons* - Bestandsdaten: Daten die Bestände ausweisen und deren Zustand beschreiben. Kennzeichnen Wert- und Mengenstruktur und ändern sich fortlaufend. - zum Beispiel: Anlagen, Vermögen, Kapital, Verbindlichkeiten - ERP-System? - Eine betriebswirtschaftliche Standardsoftware, die Funktionen, Aufgaben und Daten aus Unternehmensbereichen in ein Informationssystem integriert. - „Customizing“ bei ERP-Systemen? - Anpassung der Standardsoftware durch Parametrisierung, also ohne Programmierung oder Veränderung des Quellcodes ### Argumentation für die Einführungsstrategie **Folie**: 05_SoSe_2020_B_BWL_II_ERP_FI_Einführungsprojekte Seite 22 - 30 + Übungsaufgabe in der Vorlesung - Wie funktioniert die Einführungsstrategie Big-Bang-Rollout? - Unternehmen mit dezentraler Organisation entwickeln ein Mastersystem - Sukzessives Ausrollen des Systems, Stück für Stück, ein Standort nach dem nächsten Standort - Welche Vor- und Nachteile hat Big-Bang-Rollout? - Vorteile: - geringeres Projektrisikio als lokaler Big-Bang - Pilotprojekte sorgen für Erfahrung - aufgeteilter Ressourceneinsatz - Mastersystem ist Ausgangsbasis für weiter Projekte - Nachteile: - bei dezentraler Organisation - umfangreiche Koordination - integriertes System erst nach Abschluss - Verdichtung für zentrale Auswertung notwendig - hohe Mitarbeiter-Mobilität gefordert - Welche Vor- und Nachteile hat Funktionsorientiert? - Vorteile: - Geringes Projektriskio - Überschaubare Einzelprojekte - aufgeteilter Ressourceneinsatz - Kontinuierliche Belastung der Mitarbeiter - Teilprojekte bringen Erfahrung - Nachteile: - Aufwand für temporäre Schnittstellen - Gefahr von Inkonsistenzen durch Datenredundanzen - Integriertes System erst nach Abschluss - Welche Vor- und Nachteile hat Prozessorientiert? - Vorteil: - Geringes Projektriskio, da Teilprozesse wirtschaftlich unabhängig - Überschaubare Einzelprojekte - aufgeteilter Ressourceneinsatz - Kontinuierliche Belastung der Mitarbeiter - Teilprojekte bringen Erfahrung - Zuerst unkritische Prozesse umstellen - Geringerer Aufwand für Schnittstellen - Nachteil: - Gefahr von Inkonsistenzen durch Datenredundanzen - Gefahr von Redundanzen in der Stammdatenhaltung - Integriertes System erst nach Abschluss

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