**Katadzic, Schmiedek 5DHIT 07.03.2022**
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# Prozesse, Prozessmanagement und Prozessmodellierung
## Einführung
Die Aufgabe ist es die vorgegebenen PDFs zu lesen und darauß zunächst eine Zusammenfassung zu formulieren und anschließend die angeführten Fragen auszuarbeiten.
Die zusammenzufassenden Inhalte wurden in der Gruppe aufgeteilt. Sprich jedes Teammitglied hat einen Teil der Zusammenfassung geschrieben.
Es folgt also zunächst die Zusammenfassung der Teilbereiche und dann die ausführliche Beantwortung der Fragen.
# Zusammenfassung
## Prozess
### Funktions- & Verrichtungsorientierung
Die Funktions- und Verrichtungsorientierung stammt von Taylor & Ford und ist eine traditionelles Prozessmodell. Mitarbeiter führen häufig nur wenige Funktionen bzw. Verrichtungen an wenigen Objekten aus, diese werden dann an andere Mitarbeiter weitergegeben.
Es geht um die Aufgabenanalyse & Aufgabensynthese: Eine Aufgabe wird in Teilaufgaben unterteilt & Stellen zugewiesen.
| Vorteile | Nachteile |
| ------------------------------------------- | ------------------------------------------------------------ |
| MA müssen nicht besonders qualifiziert sein | Überblick & Verantwortung gehen verloren |
| Die Arbeit bleibt billig | Der Ablauf ist durch die vielen Übergaben fehleranfällig & langsam |
| | Jeder Bearbeitungsschritt erfordert eine überschaubare Zeit der Einarbeitung |
| | Entscheidungen sind schwierig, da viele Stellen ihre Zustimmung geben müssen |
| | Strukturänderungen können nur in kleinen Schritten vorgenommen werden |
### Prozessorientierung
Bei der Prozessorientierung wird der Durchlauf des Auftrages bzw. Produktes durch das Unternehmen erledigt. Absicht ist, die Unternehmensaktivitäten organisatorisch zu verknüpfen & Transparenz über Prozesse & Betriebsgeschehen herzustellen. Hierbei sind alle Prozessbeteiligten für das Gesamtergebnis ihrer Prozesse verantwortlich.
| Vorteile | Nachteile |
| ------------------------------------------------------------ | --------- |
| erhöhte Transparenz | - |
| Arbeitskräfte & Materialressourcen sind einsparbar | |
| Auftragsdurchlauf kann durch reduzierte Liegezeiten beschleunigt werden. | |
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### Ablaufsteuerung vs. objektorientierte Prozesse
Aufgabenentwicklung und Koordination wird von Anfang an durch Dritte zuerst Top-Down geplant und dann festgeschrieben. MitarbeiterInnen sind Beplante und haben Ausführungsverantwortung. Die jeweils in der Situation auszuübenden Funktionen bzw. Verrichtungen an Objekten werden durch die beteiligten MitarbeiterInnen Bottom-Up getroffen. MitarbeiterInnen haben Gestaltungsverantwortung für Prozess und Arbeitssituation.
### Singuläre & allgemeine Prozesse
Singuläre Prozesse sind in jedem Unternehmen unterschiedlich. Außerdem sind sie von den jeweiligen Kontextbedingungen abhängig und müssen entsprechend den Kundenbedürfnissen und der Wettbewerbssituation von erfahrenen Mitarbeitern induktiv generiert werden.
Allgemeine Prozesse sind allgemeingültige, grundlegende Rahmenprozesse, die in allen Unternehmen gleich sind, werden deduktiv (aus dem Allgemeinen hergeleitet) auf der Basis idealtypischer Geschäftsprozesse identifiziert und branchen- bzw. unternehmensspezifisch angepasst.
### Prozessmodell von Gaitanides
Unternehmensprozesse sind eine Kombination aus Kernprozessen und Supportprozessen. Ein Unternehmen erbringt prinzipiell 6 Leistungen für seine Kunden:
* Leistung = Identifikation von Leistungen
* Design = Produkt- bzw. Leistungsspezifikation
* Produkt = Produktion in der gewünschten Qualität
* Angebot = Arrangieren eines kundenspez. Angebotes
* Service = Ergänzung des Produktes durch Nebenleistungen
* Auftrag = Bereitstellung der Leistung nach Kundenwünschen
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## Business Process Reengineering
Darunter versteht man das fundamentale Überdenken und die radikale Neugestaltung des gesamten Unternehmens oder zumindest der wesentlichen Geschäftsprozesse. Im Mittelpunkt aller Aktivitäten steht dabei der Kunde und dessen Wünsche.
Das Ziel und die Vorgehensweise des Business Process Reengineering wirdklarer, wenn man sich einige seiner Schlüsselbegriffe ansieht:
* Fundamental
* Radikal
* Verbesserung um Größenordnungen
* Induktives Denken
* Prozessdenken – „Structure follows process”
### Fundamental
Beim Überdenken der bestehenden Prozesse müssen sich Unternehmer, Führungskräfte und Mitarbeiter grundsätzlich die folgenden Fragen stellen:
* „Was tun wir?“
* „Warum machen wir diese Dinge?“ (Effektivität)
* „Warum machen wir diese Dinge auf diese Art und Weise?“ (Effizienz)
Das Business Process Reengineering interessiert sich dagegen zuerst dafür, was ein Unternehmen tun muss. Erst im zweiten Schritt wird das Wie, die Vorgehensweise, beleuchtet.
### Radikal
Radikales Redesign bedeutet, dass die bestehenden Strukturen und Vorgehensweisen im Unternehmen komplett in Frage gestellt werden. Man will völlig neue Wege zur Erledigung der Arbeit finden. Das BPR will also sämtliche Geschäftsprozesse neu gestalten und nicht nur einzelne Abläufe verbessern oder verändern.
### Verbesserung um Größenordnungen
Wenn man im Zusammenhang mit BPR von „Verbesserungen um Größenordnungen“ oder gar von „Quantensprüngen“ spricht, so ist das wortwörtlich gemeint: Es geht nicht um Verbesserungen um 5 – 10 %. Ziel des BPR sind vielmehr Veränderungen um 30 % und mehr.
### Induktives Denken
Anstatt nur Lösungsstrategien für bekannte Probleme zu entwickeln („deduktives Denken“), fordert das Business Process Reengineering von allen Beteiligten ein induktives Denken: Es sollen Lösungen für Probleme gefunden werden, die es noch gar nicht gibt, die aber in Zukunft auf das Unternehmen zukommen könnten.
### Prozessdenken – „Structure follows process”
Das BPR fasst mehrere Aufgaben bzw. Arbeitsplätze zu einem zusammen, d.h. aus Spezialisten werden Generalisten. Man dehnt den Verantwortungsbereich eines Mitarbeiters so weit wie möglich aus (Empowerment) – wenn möglich auf den gesamten Prozess. Wenn ein Aufgabengebiet ein sehr umfangreiches Fachwissen voraussetzt, der Prozess also für einen Bearbeiter zu komplex ist, kann man auch ein Team aus (spezialisierten) Experten bilden.
Durch ein solches Case Management werden Schnittstellen abgebaut und die Durchlaufzeiten gesenkt. Außerdem fördert man dadurch die Kundenzufriedenheit, weil der Kunde seine Ansprechpartner kennt und bei Problemen weiß, an wen er sich wenden kann.
Das BPR fordert also, sich von der herkömmlichen funktionalen Organisationsstruktur zu lösen und das Unternehmen nach den Kernprozessen auszurichten. Man gelangt von einer vertikalen zu einer horizontalen, prozessorientierten Organisationsstruktur. Die Struktur soll somit den Ansprüchen der wichtigen Prozesse im Unternehmen folgen, und nicht umgekehrt: „Structure follows process“
### Vor- und Nachteile
| Vorteile (+) | Nachteile (-) |
| ------------------------------------------------------------ | ------------------------------------------------------------ |
| Der Kunde steht im Mittelpunkt aller Aktivitäten. | Funktionierende Strukturen werden eventuel zerstört. |
| Neue Informations- und Kommunikationstechniken werden prozess- und kundenorientiert eingesetzt. | Widerstände bei den Mitarbeitern |
| Die Prozesse werden in ihrer Gesamtheit betrachtet, die einzelnen Funktionen treten in den Hintergrund. | Es gibt keinen „10-Punkte-Plan“ für ein erfolgreiches Reengineering. |
| Durchlaufzeiten und Kosten sinken, die Qualität steigt. | BPR dauert sehr lange. |
| Nicht nur isolierte Verbesserung, sondern ganzheitlicher Ansatz. | Eine Prozessorientierung ist nicht immer sinnvoll. |
## ACM (Adaptive Case Management)
### Was ist ACM?
Fortgeschrittenes Fallmanagement (ACM), auch als dynamisches oder adaptives Fallmanagement bekannt, bezieht sich auf die Koordinierung einer Serviceanfrage in Finanz-, Gesundheits-, Rechts-, Bürger- oder Personalangelegenheiten im Auftrag eines Subjekts wie z.B.: Kunde, Bürger oder Mitarbeiter. ACM bietet laut vielen „die Möglichkeit, jede Arbeit zu überwachen, zu aktualisieren, zu verstehen und zu interpretieren, während sie verarbeitet wird, was sowohl die Effizienz als auch die Sicherheit verbessert und eine intelligentere, integriertere Möglichkeit bietet, immer komplexere und schrumpfende Fallzahlen zu bewältigen Ressourcen."
ACM bietet also den einzelnen Wissensarbeiternd die Möglichkeit ihre Prozesse dynamisch zu verwalten und anzupassen wenn es zu unvorhergesehen Ereignisen kommt.
### ACM - Wozu und weshalb?
Unternehmen kennen zwei Arten von Arbeit: strukturierte und unstrukturierte. Seit den 70er-Jahren arbeiten wir mit Software, die sich auf die Vereinfachung und Automatisierung der strukturierten Arbeit konzentriert.
Was aber ist mit der Arbeit, die nicht einem klar strukturierten Prozess folgt? Arbeit, die vor allem durch Spezialisten ausgeführt wird, die über ein grosses Fachwissen verfügen? Dieser Typ Arbeit erfordert neue Arten von Software, die den Anwender wirkungsvoll in der Erledigung dieser Tätigkeiten unterstützt.
Adaptive Case Management (ACM) schliesst diese Lücke. ACM, als situative Fallbearbeitung, eignet sich speziell bei den folgenden Voraussetzungen:
* schwach oder gänzlich unstrukturierte Prozesse müssen digitalisiert werden
* (Teil-)Prozesse sind nicht in allen Varianten vorhersehbar und sie lassen sich während der Bearbeitung modellieren
* die am Prozess beteiligten Personen sollen aufgrund ihrer Expertise und Kompetenzen selber entscheiden, wann welche Aktivität am sinnvollsten ist
* es soll eine Lösung eingeführt werden, die permanent "lernt", erfolgreiche Vorgehensweisen dokumentiert und Werkzeuge bereitstellt, mit denen der Spezialist seine Prozesse optimieren kann.
### Kernkonzept von ACM
ACM-Methodiken weißen einen praktikablen Weg auf, wie wissensintensive und schwach strukturierte Geschäftsprozesse durch IT-Systeme prozessorientiert unterstützt werden können und macht die bislang oft intransparent ablaufende Wissensarbeit transparenter.
Dies wird erreicht, indem bestehende und bewährte Ansätze der IT-Unterstützung wie BPM, BPM 2.0, ECM und CSCW verknüpft und zu einer Methode verdichtet werden. Kernbestandteil dieser Methode sind die zentralen Konzepte, welche einen Bezugsrahmen für ein entsprechendes Vorgehens- und Rollenmodell bilden.
Durch die Verknüpfung von Case-Prozessen mit automatisierten Prozessfragementen wird einerseits die notwendige Flexibilität bei der Bearbeitung von Cases sichergestellt und andererseits die Wirtschaftlichkeit der Case-Bearbeitung durch die Automatisierung von gleichbleibenden Bestandteilen des Case-Prozesses gewahr.
#### Cases
Der Case bzw. Fall ist das wichtigste Konzept von ACM. Jedem Case werden ein oder mehrere Ziele zugeordnet. Die einzelnen Aufgaben um diese Ziele zu erreichen werden dann in einem Case-Prozess zusammengefasst.
Statt einer vollständigen Steuerung aller Aufgaben wie bei einem Workflow-Prozess in klassischen WFMS hat der Case-Prozess bei ACM den Charakter eines Vorschlags. Es bleibt aber den Mitarbeitern überlassen, in welcher Reihenfolge Aufgaben tatsächlich bearbeitet werden und ob sie während der Prozessausführung Änderungen am Prozess vornehmen.
#### Vorgehensmodell
Beim ACM besteht ein, in Phasen gegliedertes Vorgehensmodell, welches dynamisch anpassbar ist und eine fließende Einbindung in der Geschäftsprozess zulässt.
Entsprechend der Zielsetzung, Nutzungsflexibilität zu ermöglichen und Wissensarbeitern somit genügend Spielraum für die Bearbeitung ihrer Geschäftsvorfälle zu ermöglichen, wurden jedoch die Phasen Entwurf, Implementierung und Ausführung miteinander verschmolzen. Ferner wurde die Phase »caseübergreifende Adaption« hinzugefügt.
### ACM basiertes BPM
Ein ACM basiertes BPM ist sinnvoll,
* wenn der Prozess (oder Teilprozess) sich nicht in allen Varianten vorhersehen und im Ablauf prozedural ausmodellieren lässt;
* wenn die am Prozess beteiligten Menschen aufgrund ihrer Expertise selber entscheiden können sollen, wann welche Aktivität sinnvoll ist (das hat zur Konsequenz, dass die Kontrolle von den Fachseiten zu den Prozessteilnehmern wandert);
* wenn eine Lösung etabliert werden soll, die permanent lernt, erfolgreiche Strategien dokumentiert und Werkzeuge zur Optimierung durch den Prozessteilnehmer bereitstellt.
### Verwandte Ansätze
ACM existiert nicht in einem Vakuum. Vielmehr entlehnt ACM eine Reihe von Ideen aus verwandten und bereits bestehenden Ansätzen.
Inspirationsquellen für ACM sind:
* Fokus auf Individuen
* Prozessorientierung
* Fallbasierte Herangehensweise
* Zusammenarbeit
## Prozessmodellierung mit UML (Unified Modeling Language)
UML ist eine Modellierungssprache mit der man Softwaresysteme sepzifizieren, konstruieren, visualisieren und dokumentieren kann. Ein Modell in UML ist eine Abstraktion eines Aspektes von dem SW-System. Das Diagramm selbst ist eine graphische Projekton auf ein Modell.
Die Modellierungssprache selbst ist Programmiersprache unabhängig und schreibt nicht Methoden, Entwicklungsprozesse, Modellierungswerkzeuge und Modellierungsrichtlinien vor.
Es gibt 8 Diagrammarten die jetzt genauer beschrieben werden.
#### Diagrammarten
##### Klassendiagramm
Beschreibt die Struktur des entwickelnden Systems mithilfe von Klassen und Objekten und beschreibt auch wie diese in Beziehung stehen.
##### Anwendungsfalldiagramm (Use Case)
Beschreibt die Funktionalität von Anwendungsfällen aus der Sicht des Benutzers. Benutzer werden hier Akteure genannt. Sie stellt nicht da, wie das System interagiert bzw. wie es abläuft.
Neben den Akteuren, werden auch die Ziele, die Bedingungen (Vor- und Nach Bedingungen), Auslösende Ereignisse und eine Beschreibung festgelegt.
##### Aktivitätsdiagramm
Beschreibt das Zusammenspiel von Aktiväten, d.h deren Kontroll- & Objektfluss, um eine Aufgabe zu erfüllen. Ist eine Alternative zu den Interatkionsdiagrammen.
Dieses Diagramm orientiert sich an den Use Case und hier werden die einzelnen Schritte mehr herausgehoben und detailierter dargestellt.
##### Sequenzdiagramm
Beschreibt die Interaktionen zwischen Objekten und welche Nachrichten ausgetauscht werden, um eine Aufgabe zu erfüllen. Die zeitliche Ordnung der Nachrichten steht im Vordergrund.
##### Kollaborationsdiagramm
Beschreibt die notwendige Interaktionen zwischen Objekten zur Erfüllugn einer Aufgabe. Im Gegensatz zu dem Sequenzdiagramm, stehen hier die Objekte im Vordergrund und nicht die Nachricht.
Da diese beiden Diagramme (Sequenz- und Kollaborationsdiagramm) änhlich sind, werden sie unter den Begriff Interaktionsdiagramm zusammengefasst. Sie beschreiben dasselbe nur mit anderen Blickwinkeln.
##### Zustandsdiagramm
Beschreibt die möglichen Zustände und Zustandsübergänge von Objekten. Die zeitlichen & kausalen Abhängigkeiten einer Operation können so modeliert werden.
##### Komponentendiagramm
Beschreibt die Implementierungsabhängigkeiten von Komponenten(Quellcode, Binärcode, etc.) untereinander.
##### Verteilungsdiagramm
Zeigt die (Verteilungs-)Architektur des Gesamtsystem in Form von involvierten Prozessoren, deren Verbindungen und den zugeordneten Komponenten.
Die Diagramme Komponenten- und Verteilungsdiagramm werden unter dem Begriff Implementierungsdiagramm zusammengefasst.
### UML Einsatz in Phasen der SW-Entwicklungs
Zuerst müssen die verschiedenen Sichten eines SW-System festgelegt werden:
* Entwurfssicht (design view)
* Implementierungssicht (implementation view)
* Anwendungsfallsicht (use case view)
* Prozessicht (process view)
* Verteilungssicht (deployment view)
Bei der **Anforderungsbeschreibung**(Anwendungsfallsicht) werden Anwendungsfall-, Klassen- und Aktivitätsdiagramme verwendet.
In der **Analyse** phase werden Klassen-, Interaktions- und Zustandsdiagramme verwendet.
In der **Entwurfphase** werden alle Diagramme außer das Anwednungsfalls- und das Aktivitätsdiagramm verwendet.
Für die **Implementierung** selbst sind alle Diagramme notwending.
#### Vorgehensmodell der einzelnen Phasen mit Einsatz von UML
Wie vorhin erwähnt gibt es die vier folgenden Hauptphasen, diese werden in dieser Reihenfolge auch ausgeführt: Anforderungsbeschreibung, Analyse, Entwurf und Implementierung. Dazu kommen noch Test, die Inbetriebnahem und der Einsatz. Für diese drei sind keine UML Diagramme notwending.
##### Anforderungsbeschreibung
Es soll eine exakte Spezifikation des zu entwicklendend Systems erstellt werden. Das Ergebnis besteht aus drei Modellen:
* **Problembereichsmodell**, beschreibt mögliche Probleme im System (Klassendiagramm)
* **Anwendungsfallmodell**, beschreibt die Systemfuntkionalitäten. (Anwedungsfall- und Aktivitätendiagramm)
* **Schnittstellenmodell**, legt fest wie das System mit der Umgebung kommuniziert. (Aktivitätsdiagramm)
##### Analyse
Herausfinden welche Verantwortlichkeiten es gibt und dieses auf die einzelenen Systemoperationen verteilen. Das Ergebnis besteht aus den Modellen:
* **Strukturmodell**, es beeinhaltet alle Schnittstellenklassen die im Anforderungsmodell definiert wurden sowie weitere zusätzlichen Klassen. (Klassendiagramm)
* **Dynamsichesmodell**, beschreibt das dynamische Verhalt des Systems. Das verwendete UML Diagramm hängt von der Komplexität des Anwednungsfalles ab .(Kollaborations-, Sequenz-, Zustands- und/oder Aktivitätsdiagramm)
##### Entwurf
Das Ziel ist es einen Entwurf zu erstellen, der alle implementationstechnische Entscheidungen festleget. Das Ergebnis besteht aus den folgenden Modellen:
* **Strukturmodell**, verfeinert das Strukturmodell aus der Analyse
* **Architekturmodell**, beschreibt die Verteilungs- & Koumminkationsarchitektur sowie die Umsetzung und den Kontrollfluss. (Komponenten- & Verteilungsdiagramm, sowie eine beschreibung der Architektur)
* **Dynamischesmodell**, auch eine Verfeinerung des Modelles aus der Analyse
##### Implementierung
Das Ziel ist es das Entwurfsmodell in eine der gewählte(n) Programmiersprache(n) umzusetzen/übersetzten. Das Ergebnis ist das Programm/der Code selbst. Hierfür gibt es folgende Schritte, die notwendig sind:
* **Statische Struktur in der Datenbank**, das Datenbankschema und Persistenzkonzept
* **Präsentationsschicht**, die Schnittstelle zu den Anwendern (z.B: GUI eines Programmes)
* **Interaktionssteuerung**, sorgt dafür dass die Präsentationsschicht angezeigt und entfern werden kann. Behandelt auch Fehler und Meldungen und gibt diese weiter.
* **Vorgangssteuerung**, initiiert und steuert die Abarbeitung eines Geschäftsvorfalles.
* **Business- & Fachklassen**, repräsentiert den Anwendungsbereicht, beeinhaltet und kapselt die Attributet und die Operationen davon. Diese Zusammenhänge werden in den Fachklassen gespiegelt und diese Klassen sorgen sich für eine innere Konsitenz. Eine Businessklasse ist eine Zusammenfassung einer Menge von Fachklassen mit dem Ziel, ihnen eine gemeinsame Schnittstelle zu geben.
## Informationssysteme und Prozessmodellierung mit ARIS
Ein Informationssystem ist ein soziotechnisches System, das die Deckung von Informationsnachfrage zur Aufgabe hat. Es handelt sich um ein System, das Daten (bzw. Informationen) produziert, beschafft, verteilt und verarbeitet.
### Entwicklung von Informationssystemen mittels der Informationssystem-Strategie und der Geschäftsprozessorientierte Vorgehensweise
Für die Planung und die Entwicklung eines Informationssystemes sind die folgende Phasen vorgesehen:
* Vorphase
* Analyse
* Entwurf
* Realiserung
* Einführung
##### Vorphase
Diese Phase umfasst die Erstellung eines Projektauftrages. Ziele und Nutzen werden definiert, desweiteren wird eine Machbarkeitsstzdie durchgeführt.
##### Analyse
Es wird eine Ist-Analyse durchgeführt, wo der derzeitige Zustand überprüft wird. Danach kommt ein Soll-Konzept, also was wird benötigt, erstellt. Diese werden vergleichen und dann wird entscheiden ob, man das System selbst macht (make) oder kauft (buy).
##### Entwurf (nur notwendig wenn man System selbst entwickelt)
Es werden genauere Anforderungen festgelgt und wichtige techniche Entscheidungen festgelgt. Es wird ein Systementwurf sozusagen erzeugt, wo das System mit den Teilsystem aufgelistet ist und wie die Datenstruktur ist.
##### Realisierung
Im Szenario "Make", also selbst machen, wird eben programmiert und getestet.
Im Szenario "Buy", wird eben das System gekauft.
##### Einführung
Das System wird im Unternehmen eingeführt.
#### Geschäftsprozessorientierte Vorgehensweise
Geschäftsprozesse sind eine Folge von logisch verknüpften Aktivitäten, welche für das Unternehmen eine Beitrag zur Wertschöpfung leistet und sich meistens an den Kunden orientiert.
Diese Aktiviäten können, parallel, alternativ, wiederholden oder sequentiell ablaufen. Des Weiteren haben sie ein definierten Anfang und ein definiertes Ende.
### Entwiclung mittels ARIS (Architektur Integrierter Informationssysteme)
Das Ziel von ARIS ist die Entwicklung betrieblicher Informationssysteme. Sie will den Enticklungsprozess von Informationssystemen neu und besser definieren. Sie wurde als Konsequenz aus der geschäftsprozessorientierten Vorgehensweise entwickelt.
Sie will die Prozessketten analysieren, optimieren und unterstüzen. Es sollen Informationssysteme erschaffen werden, die über die organisatorischen Grenzen des Unternehmens gehen.Es versucht die Daten des Unternehmens, durch Aufbau einer von
Funktionen unabhängigen, logisch einheitlichen Datenbasis mit allen relevanten
Informationsobjekten und ihren Beziehungen, zu strukturieren
#### ARIS-Haus
Bei ARIS gibt es vier Sichten auf die Prozesse im Unternehmen:
* Organisationssicht
* Datensicht
* Steuerungssicht (Prozesssicht)
* Funktionssicht
##### Organisationssicht
Die mit dem System befassten Mitarbeiter, Abteilungen oder Organisationseinheiten
##### Datensicht
Die dem Anwendungssystem zugänglichen Datenbestände in Form von Datenobjekten und deren Beziehungen.
##### Steuerungssicht (Prozesssicht)
Der logische und zeitliche Ablauf aller dem Prozess zugrunde liegenden Daten, Funktionen und Organisationseinheiten.
##### Funktionssicht
Die von dem Anwendungssystem bzw. Unternehmen durchzuführenden Tätigkeiten.
##### Ebenen der einzelnen Sichten
Jede Sicht besteht aus den selben drei Ebenen:
* Fachkonzept
* DV-Konzept (Datenverarbeitungs-Konzept)
* Implementierung
Das Fachkonzept kann der Analysephase gleich gestellt werden, hier werden die Prozess Strukturiert dargestellt mittels den folgenden DV-fremden Beschreibungsmodellen: ERM, EPK, Organigramm, Funktionsbaum
Das DV-Konzept wäre die Entwurfsphase. Hier wird das Fachkonzept mit DV-nahen Beschreibungsmodelle erzeugt: Relationen, Struktogramme, Topologien. Es gibt keinen Bezug auf konkrete Komponenten.
Die Implementierung wäre eine Realisierungsphase, wo die beschriebenen Prozessteile realisiert werden.
# Beantwortung der Fragestellungen
## Fragen
**Frage: 1. Was ist ein Prozess und welche Arten von Prozessen gibt es (Tipp: statisch/dynamisch)**
Antwort: Bei einem Prozess handelt es sich um eine wiederkehrende Abfolge von verbundenen Aktivitäten (Arbeitsschritte), die in der selben Reihenfolge durchgefhürt werden müssen. Es muss einen definierten Input und Output geben.
Man unterscheidet in zwei Prozessarten, statische und dynamische Prozesse.
Statische Prozesse sind unveränderbar und diese können als Algorithmus erstellt werden. Da sie fest definiert sind und keine Entscheidungsfindung hier stattfindet, können bzw. werden diese Prozesse meist an Computern oder Industrieroboter übergeben.
Bei dynamischen Prozessen gibt es bestimmte Bedingungen oder Variablen, die den Verlauf des Prozesses ändern können. Hier müssen verschiedene Inputs mit den möglichen Outputs geplant werden.
**Frage: 2. Was sind Geschäftsprozesse und wie können diese dargestellt werden?**
Antwort: Ein Geschäftsprozess ist eine Abfolge von Aktiviten zur Erfüllung einer betrieblichen Aufgabe. Aus einen oder mehreren Eingaben werden ein Kundennutzundes Ergebnis erstellt, das auch mit den Ziele des Unternehmens übereinstimmt. Durch Informations- und Materialformation werden Produkte hergestellt bzw. Dienstleistungen angeboten.
Es gibt mehrere Möglichkeiten um so einen Prozess darzustellen, diese wären:
* Business Process Model and Notation (BPMN)
* Ereignisgesteurter Prozesskette (EPK)
* Folgeplan
* HIPO-Diagramm
* Kommunikationsstrukturanalyse
* Notation aus OMEGA
* Petri-Netz
* Semantisches Objektmodell
* Unified Modeling Language (UML)
* WS-Business Process Execution Language
* Datenflussdiagramm
**Frage: 3. Was zeichnet einen Kernprozess aus und was haben diese für einen Einfluss im Unternehmen.**
Antwort: Ein Kernprozess ist ein Geschäftsprozess mit hohem Wertschöpfungsanteil. Sie bilden das tägliche Geschäft ab und haben einen direkten Zugang zu Kundenaufträgen. Diese sollen den Kunden einen Mehrwert liefern. Diese Prozesse sind beschrieben und besitzen eine Kennzahl, an der die Effektivität und Effizient gemessen werden kann.
Beispiele für Kernprozesse sind:
* Vertrieb
* Produkt-/Prozessentwicklung
* Beschaffung
* Fertigungssteuerung
* Produktion
**Frage: 4. Was für Prozessdarstellungen gibt es (UML, ARIS, Prozessdiagramm anhand von Beispielen und kurzen Erklärungen).**
Antwort: UML steht für Unified Modeling Language und bezeichnet eine visuelle Modellierungssprache, die
sich über die Bereiche Architektur, Design und die Abläufe von Herstellungsprozessen erstreckt.

Bei diesem UML Diagramm handelt es sich um ein Zustandsdiagramm, welches den Prozess von der Aufnahme, Untersuchung, Pflege und Entlassung bei einem Krankenhaus darstellt.
Es beginnt bei der KH-Admin, wo ein Patient aufgenommen wird. Nach der Aufnahme wird ihn ein Zimmer eingeteilt und dort findet dann eine Erstuntersuchung statt. Nach der Erstuntersuchung wird jetzt unterscheiden welcher Fall eintritt bzw. welcher Zustand eintritt. Bei Stufe 1 kommt die Pflege 1 und danach kommt wieder die Untersuchung. Bei Pflegestufe 2 kommt die Pflege 2 und danach die Untersuchung. Ist der Patient ok bzw. kann entlassen werden nach der Untersuchung, so wird diesr entlassen und der Prozess ist beendet. Ist er nicht bereit für die Entlassung, so geht man wieder auf die Pflegestufe zurück und der Prozess von Pflegestufe prüfen, untersuchen und über entlassung nachdenken wiederholt sich.
Bei ARIS wird so ein Prozess dargestellt:

Dieser Darstellung soll zeigen welcher Prozess der Kunde durchläuft um ein Buch zu kaufen/finden.
Es beginnt damit, dass ein Kunde ein Buch kaufen möchte. Dafür öffnet er zuerst den Online Shop und dort such er nach einen Buch Titel. Jetzt kommt eine XOR-Regel, wo gesagt wird dass nur ein Ergebnis stattfinden kann. Entweder er findet das Buch oder er findet es nicht und damit endet auch dieser Prozess.
**Frage: 5. Was ist adaptive case management und wie kann eine praktische Realisierung eines ACM aussehen und gelebt werden.**
Antwort: Klassische BMP Prozesse haben einen klaren Ablauf. Dieser Ablauf definiert klar wie ein Prozess ausgeführt werden soll. Es gibt nur wenige bzw. begrenzte Möglichkeiten um wären der Ausführung den Prozess zu verbessern. Optimierungen/Änderungen benötigen oft eine neu Modellierung. Außerdem können Prozesse komplex werden, da jeder Spezialfall modelliert werden muss. Relevante bzw. wichtige Geschäftspfade verschwinden.
Beim Adaptive Case Managment werden Benutzer in den Mittelpunkt eines Prozesses gepackt. Das ermöglicht ihnen, einzugreifen und ihr Urteil und Fachwissen einzusetzen, um sich an Geschäftssituationen anzupassen und genau das zu erstellen, was sie brauchen, wenn sie es benötigen, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen
Die Software ermöglicht es einen, jederzeit Prozesse zu erstellen und zu ändern. Es gibt auch keinen Unterschied zwischen der Entwurfszeit und Laufzeit, da beide von der selben Person durchgeführt werden.
Des Weiteren wird ACM von Leuten verwendet, die Fachwissen in ihrem Gebiet haben.
Als Beispiel hierfür nehmen wir das Krankenhaus wieder. Wenn ein Patient neue Bedürfnisse hat, müssten diese im System registriert werden. Damit müsste man das System anpassen und dafür würde man bei den alten Methoden einen Softwareentwickler brauchen, der ja dieses System entwickelt hat. Bei ACM kann der Arzt dasselber machen, da ACM auf den Arzt angepasst ist.
# Beantwortung der erweiterten Fragestellung
**Wie sehen Sie die Vorteile sowie Chancen eines adaptive
case managements im Gegensatz zum klassischen Prozess
sowie BPR Ansatz.**
Antwort: Bei ACM spielt der Nutzer bzw. der Arbeiter eine wichtigere Rolle als bei den klassischen Prozessen. Dadruch ergebnis sich die folgenden Vorteile beim benutzten von ACM gegenüber von klassischen Methoden:
* Nutzer stehen im Vordergrund, welches ihnen erlaubt im Prozess einzugreifen und ihr Fachwissen einzubringen. Damit können Prozesse erstellt werden, die auf sie geschneidert sind.
* Da die Prozesse auf sie geschneidert sind, steigt ihre Effizien und auch die Zufriedenheit, da sie Entscheidungen treffen dürfen die sie konkret betreffen.
* Da das System leicht benutzbar ist, können eben die Nutzer es benutzen und brauchen keine langen Einschulungen bzw. spezielle Experten dafür.
* ACM bietet Arbeitern mehr Flexibilität, da sie problemlos durch unvorhergesehene Umstände navigieren könne, die eine besondere Vorraussetzungen innerhalb des Falls erfordern. Das System ist in der Lage, sich an sich ändernde Geschäftsbedingungen anzupassen
* Es gibt weniger Kosten und es bringt bessere Resultate, da die Zeit, die die Arbeiter aufwenden pro Fall geringer ist, kosten sie den Unternehmen weniger Geld.
**Gehen Sie hier auch auf die sehr offensichtlichen Gefahren
eines BPR Konzeptes ein (Tipp: Massenkündigungen,
Mitarbeiterunzufriedenheit, ...)**
Antwort:
* Funktionierende Strukturen werden zerstört: Es kann sein, dass es schon gute Strukturen und Prozesse gab und jeder mit diesen zufrieden war. Es gibt eben die Gefahr, dass solche Strukturen zerstört und durch schlechtere ersetzt werden.
* Massenkündigung: Da sich alles neu angeschaut wird und neu modelliert wird, passiert es eben dass viele Mitarbeiter entlassen/selbst kündigen, da sie mit den Änderungen nicht zufrieden sind.
* Mitarbeiterunzufriedenheit und die damit verbundene Effizient: Durch viele Entlassungen werden Mitarbeiter unzufrieden und vertrauen den Unternehmen nicht mehr. Damit sinkt die Mitarbeiterzufriedenheit und da die Ergebnisse von BPR spät eintreten, sehen manche am Anfang keinen Grund warum das gemacht wurde.
* Hohes Risiko für Scheitern: BPR stellt nur Tools und Techniken zur Verfügung, es gibt aber keinen Generalen Plan der einen hilft bzw. leitet.
* Dauer: BPR kann lange dauern und die Erfolge können erst spät erkennbar sein.
# Quellen
* Unterlagen aus dem Kurs
* https://www.isis-papyrus.com/adaptive-case-management
* https://kissflow.com/workflow/case/adaptive-case-management-platform/
* https://de.wikipedia.org/wiki/Gesch%C3%A4ftsprozessmodellierung
* https://der-prozessmanager.de/aktuell/wissensdatenbank/geschaeftsprozess
* https://bpmo.de/bpm-wiki/prozessmanagement/
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