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title: Sturzprophylaxe
tags: Context Yellows
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:::spoiler **Linksammlung**
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:::spoiler **Erläuterung der Farben**
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# Sturzprophylaxe
## Action Map
{%figma https://www.figma.com/file/cVPNNOdnHVqem5xa4efSDD/Action-Map---Sturzprophylaxe?node-id=0%3A1 %}
## Storyboard/ Drehbuch
### Informationssammlung
#### Folie 1.1
Quiz zum Einstieg
:::warning
Lerner muss eine Antwort eingeben:
Wie oft stürzt ein Bewohner pro Jahr in einem Pflegeheim im Durchschnitt?
- **1 - 3 Stürze**
- 3 - 6 Stürze
- Weniger als 1 Sturz
Wie oft müssen Bewohner nach eine Sturz behandelt werden?
- **ca. 10% der Bewohner**
- ca. 20% der Bewohner
- ca. 5% der Bewohner
*Feeback*: Bei 10% der Stürze kommt es zu Verletzungen, die behandelt werden müssen.
Welche Fraktur kommt am häufigsten vor nach einem Sturz?
- **Hüftfraktur**
- Beinfraktur
- Armfraktur
*Feedback*: Gerade bei ältern Menschen kommt es am häufigsten zu einer Hüftfraktur.
:::
#### Folie 1.2
Wie du sehen kannst, sind Stürze in der Pflege ein großes Problem.
Ein Sturz kann schwere Folgen mit sich bringen und die Lebensqualität der betroffenen Person verschlechtern.
Deshalb möchten wir uns in diesem Modul mit der Sturzprophylaxe beschäftigen.
Wir werden uns anschauen, welche Faktoren zu einem Sturz führen können, welche Risiken es gibt, wie wir diese verringern können und außerdem beschäftigen wir uns damit wie wir Patienten und Angehörige beraten und unterstützen können.
#### Folie 1.3
::: success
Bild 1.3: Kollegin aus 1.1 schaut zum Betrachter
:::
Ein Sturz kann aus verschiedenen Gründen passieren. Versuche in dieser Übung die richtigen Faktoren zu erkennen.
:::warning
*Lerner muss die korrekte Bezeichnung für die Faktoren finden*
Was sind mögliche Faktoren bei einem Sturz?
Boden ist **uneben**/flach
Gegenstände **auf dem Boden**/auf dem Tisch
**Schlechte**/Ausreichende Beleuchtung
Halte- oder Stützmöglichkeiten **fehlen**/verfügbar
Beinträchtigung durch **Medikamente**/das Wetter
Fehlende **Balance** / Motivation
Störung des **zentralen Nervensystems** / des vegetativen Nervensystems
:::
#### Folie 1.4
Allgemein können diese Faktoren in extrinsisch und intrinsische Faktoren unterteilt werden. Entscheide selbst welche Faktoren als extrinsisch und welche als intrinsisch unterteilt werden können.
::: warning
extrinsisch:
- Bodenunebenheiten
- zu glatter Boden
- Gegenstände auf dem Boden
- Ablenkung durch zu helles/ blinkendes Licht, Fernseher, Radio
- unzureichende Beleuchtung
- zu wenig Halte- oder Stützmöglichkeiten
intrinsisch:
- risikoträchtige Körperpositionen werden gewählt (Beispiel: Hose im Stehen anziehen)
- wegen fehlender Sensibilität in den Fußsohlen können Stolperfallen (Teppichkanten etc) nicht ertastet werden
- Medikation/ Drogen führen zu einer kognitiven Beeinträchtigung/ zu einer unzureichenden Aufmerksamkeit
- Störungen des zentralen Nervensystems bei Demenz, zerebro-vaskulären Erkrankungen
- riskante Situationen werden nicht ernstgenommen, bzw. falsch eingeschätzt
- Beeinträchtigung der Übertragung von Impulsen auf das Muskel-Skelett-System (bei Lähmungen etc.)
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#### Folie 1.5
Das Sturzrisiko variiert auch abhängig vom Alter.
Am höchsten ist das Risiko in der frühen Kindheit und im hohen Alter.
Versuche im nächsten Quiz noch mehr Faktoren zu erkennen.
:::warning
***richtig***
- Frauen ab dem 70. Lebensalter stürzen eher als Männer im selben Alter
- Stürze passieren mehrheitlich zu ebener Erde, etwa 1/5 der Stürze findet auf Treppen oder Stufen statt.
- Bei Umgebungswechsel, z.B. Einzug in ein Pflegeheim, passieren die meisten Stürze in den ersten 2 Wochen.
- Erwachsene und hauptsächlich ältere Personen ab ca. 60 Jahren
- Sturzvorgeschichte / Frakturvorgeschichte
- Βeeinträchtigung sensomotorischer Funktionen und der Balance
- kognitive Beeinträchtigungen
- Gebrechlichkeit, Schwäche, schwache Muskulatur
- Kontinenzprobleme, nächtliches Wasserlassen
- Hoher BMI: 30 und höher
- Geringe körperliche Aktivität
- Hohes Alter und Multimorbidität
- Demenz
- Erkrankungen mit Beeinträchtigung des Bewegungsapparates
*falsch*
- Tragen eines Hörgeräts
- Hand in Hand laufen
- Asthma
- BMI über 28
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#### Folie 1.6
Die direkten Folgen eines Sturzes können gerade bei älteren Menschen bereits sehr groß sein. Aber neben Verletzungen und Brüchen gibt es auch noch weitere Folgen bei einem Sturz.
Die Person kann beispielsweise nach einem Sturz pflegebedürftig werden oder muss häufiger ins Krankenhaus.
Ein zentraler Punkt ist hier auch die Sturzangst, die dazu führt, dass sich die Person weniger bewegt. Welche Gefahren können entstehen, wenn sich der Patient weniger bewegt?
::: warning
Weniger Bewegung führt zu ...
Richtig:
- Muskelabbau
- Mangelndes Training des Gleichgewichtsinns und der Reflexe
- Verlust von gewohnten Bewegungsmustern
Falsch:
- aufmerksameres Bewegen
- Minimierung der Sturzgefahr
:::
### Maßnahmenplan
#### Folie 3.1
:::info
Du arbeitest in einem betreuten Wohnen und hast heute einen Termin zu einem Beratungsgespräch bei Herrn und Frau Krause. Du weißt nur, dass die beiden in das betreute Wohnen ziehen möchten. Ihr sitzt jetzt zusammen in der Wohnung.
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Als du Frau Krause fragst, was du denn für sie tun kannst, erwidert sie, dass sie Angst hat zuhause alleine mit ihrem Mann zu wohnen. Sie erzählt, dass sie vor drei Monaten gestürzt sei, ihr aber nichts passiert sei. Aber es mussten Männer vom Rettungsdienst kommen und ihr vom Boden hochhelfen.
Und ihr Mann sei in einer Nacht auf die Toilette gegangen, war aber so verwirrt, dass er raus auf die Straße gegangen ist. Eine Nachbarin musste ihn wieder reinbringen.
Frau Krause erzählt, der Arzt meint Herr Krause hätte eine beginnende Demenz. Bei ihr wurde vor ein paar Jahren eine Osteoporose festgestellt. (Hier Exkurs Osteoporose?)
Frau Krause fühlt sich deswegen nicht mehr sicher, sich in der Wohnung zu bewegen. Sie hat Angst wieder zu stürzen und bleibt lieber sitzen.
:::warning
*Lerner guckt sich die Wohnung an. Lerner versteht, warum sich Frau Krause nicht sicher fühlt, nachdem Lerner die ganzen Stolperfallen gesehen hat.*
Schau dir das Wohnzimmer von Herrn und Frau Krause genau an und klicke die Stolperfallen an, die du erkennen kannst.
"Bild von Wohnzimmer"
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Du hast einige Stolperfallen in der Wohnung sehen können und erzählst dies auch gleich Frau Krause. Frau Krause sagt auch, dass sie Angst um ihren Mann hat und fragt, ob man ihn vielleicht festbinden könnte in der Nacht.
##### Exkurs freiheitsentziehende Maßnahmen
:::warning
Das ist aber keine gute Idee. Ich erkläre Ihnen gerne einmal warum das keine gute Idee ist.
Klicke an, welche der folgenden Tätigkeiten zu den freiheitsentziehenden Maßnahmen zählen:
- Bettgitter
- Fixierungsgurte im Bett/ Rollstuhl
- Rollstuhltische
- Verschließen von Türen
- Alarmsysteme
- Drohungen oder anderer psychischer Druck
- sedierende Medikamente
- Körperliche Gewalt (Festhalten)
- Wegnahme von Kleidung
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:::warning
In Deutschland reicht es nicht wenn die Ehefrau sagt ihr Mann darf eingeschlossen oder festgebunden werden. Um freiheitsentziehende Maßnahmen bei einer dementen Person durchzuführen, benötigt man:
1. einen gesetzlichen Vertreter,
2. die gerichtliche Genehmigung der Maßnahme vom Betreuungsgericht.
Die Frau von Herrn Krause ist die gesetzliche Vertreterin von Herrn Krause. Sie hat bestimmt, dass die Tür von Herrn Krause nachts immer abgeschlossen ist, sodass er im Zimmer bleibt. Ist das rechtmäßig oder nicht?
1. Ja *falsch*
2. Nein *richtig*
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#### Szene 2
:::info
In der Zwischenzeit hat sich alles geklärt und das Paar soll heute in das betreute Wohnen einziehen. Du hast bereits das Anamnesegespräch mit den beiden durchgeführt. Jetzt willst du noch das Sturzrisiko der beiden prüfen.
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:::warning
Fließtext zur Sturzgeschichte von Frau Krause.
Frau Krause ist einmal im vergangenen Jahr gestürzt. Sie hat sich nicht verletzt, aber konnte nicht mehr alleine aufstehen. Rettungssanitäter mussten kommen. Seitdem macht sie sich große Sorgen und ist besonders vorsichtig. Sie verwendet seither einen Gehstock und geht auch nur noch selten spazieren. Durch die Osteoporose läuft sie nach vorne gebeugt.
Bei dem Gespräch kann sie dir schnell und klar antworten.
*Lerner führt das Screening bei Frau Krause durch.*
1. Screening: liegt eines der folgenden Faktoren vor?
a.) Sturz- und Frakturvorgeschichte:
i. Sind Sie in den letzten 12 Monaten gestürzt?
ii. Falls Ja: Wie oft?
iii. Haben Sie sich verletzt?
Hatten Sie in den vergangenen 12 Monaten Frakturen?
b.) Sturzangst: Haben Sie Angst oder Sorge zu stürzen?
c.) Mobilität eingeschränkt:
i. Fühlen Sie sich unsicher beim Stehen oder Gehen?
ii. Benutzen Sie ein Hilfsmittel (z. B. Gehstock, Unterarmgehstützen, Rollator)?
d.) kognitive Beeinträchtigungen: Prüfen der Orientierung zu Zeit, Ort und Person
=> Genaueres Assessment, wenn im Screening
- bei Menschen unter 65 Jahre 2 Faktoren zutreffen und
- bei Menschen über 65 Jahren 1 Faktor zutrifft
:::
:::warning
Assessment von vivendi benutzen.
Beeinträchtigung funktioneller Fähigkeiten
-> trifft nicht zu
Beeinträchtigung der Balance
-> trifft zu
Kognitive Beeinträchtigungen
-> trifft nicht zu
Kontinenzprobleme
-> trifft nicht zu
Sehbeeinträchtigungen
-> trifft zu
Sturzangst
-> trifft zu
Stürze in der Vorgeschichte
-> trifft zu
Gefahren in der Umgebung
-> trifft nicht zu
Inadäquates Schuhwerk
-> trifft zu
*Lerner führt nochmal genaueres Assessment bei Frau Krause durch:*
Genaueres Assessment:
- Situation früherer Stürze genauer klären
- Ausmaß, Situationen und Ursachen der Sturzangst ermitteln
- Ausmaß der Mobilitätsbeeinträchtigung ermitteln: (Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Balance) Schweregrad, Art, Ursachen und Konsequenzen der Beeinträchtigungen,
siehe auch Expertenstandard “Erhaltung und Förderung der Mobilität in der Pflege”
- Beeinträchtigungen funktioneller Fähigkeiten, Gebrechlichkeit, Multimorbidität Einschätzung der Auswirkungen des pflegerischen Unterstützungsbedarfs,
z. B. in Aktivitäten des täglichen Lebens,
- Bei Hinweisen auf kognitive Beeinträchtigungen: Einrichtungsinterne Instrumente verwenden, z. B.
zur Abgrenzung von Demenz und Delir, S3-Leitlinie Analgesie, Sedierung und Delirmanagement in der Intensivmedizin
oder mithilfe des Moduls „kognitive Beeinträchtigungen“ im Instrument zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit im SGB XI
oder im Rahmen der strukturierten Informationssammlung im SGB XI Ggf. multiprofessionelles Assessment unter Einbezug geeigneter fachärztlicher Expertise Depression
Bei Verdacht auf depressive Verstimmung oder Depression: multiprofessionelles Assessment unter Einbezug geeigneter fachärztlicher Expertise. Berücksichtigung von Befunden (z. B. psychiatrische Diagnosen/ Vorgeschichte)
- Bei Harninkontinenz: Assessment von Beeinträchtigungen der Harnkontinenz sowie möglicher Auswirkungen auf das Sturzrisiko
z. B. gemäß Expertenstandard “Förderung der Harnkontinenz in der Pflege”
Bei unklaren Ursachen: multiprofessionelles differenzieren
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:::info
Du stellst fest, dass bei Frau Krause ein erhöhtes Sturzrisiko vorliegt.
:::
Du erklärst Frau Krause, dass bei ihr ein erhöhtes Sturzrisiko vorliegt, bei ihrem Mann aber nicht. Du willst ihr beim Einrichten der neuen Wohnung helfen, um Stolperfallen zu vermeiden.
#### Szene 3
:::info
Das Ehepaar lebt sich schnell ein. Die erste Woche ist schon um, in der die beiden zusammen in dem betreuten Wohnen leben.
Du kommst am Montagmorgen zur Arbeit und erfährst, dass Frau Krause gerade gestürzt sei, aber ihr sei nichts schlimmes passiert. Du gehst direkt zu ihr um mit ihr zu sprechen. Es wurde kein Rettungsdienst gerufen, da Frau Krause versichert, dass bei ihr alles gut sei.
:::
Du gehst zu Frau Krause und fragst sie, ob sie Schmerzen hat. Frau Krause antwortet, dass ihre Hüfte etwas wehtut und ihr Ellbogen eine Schramme hat, ansonsten wäre bei ihr alles in Ordnung. Sie fragt sich, warum sie denn schon wieder gestürzt sei.
Du versorgst die Wunde von Frau Krause und erzählst ihr, dass ein Sturz häufig innerhalb der ersten 2 Wochen nach einem Umgebungswechsel passiert.
Frau Krause erklärt, dass sie sich genau deswegen nicht mehr gerne bewegt und lieber sitzen bleibt.
Du erklärst ihr, dass genau das die falsche Lösung sei. Frau Krause soll sich mehr bewegen, damit die Muskeln nicht abgebaut werden. Du zeigst ihr den Sturzkreislauf.
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*Lerner bringt die Kästchen in die richige Reihenfolge im Kreislauf.*

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Frau Krause versteht den Kreislauf und sagt, dass sie versuchen wird sich mehr zu bewegen. Sie sagt sie nimmt dann ihren Mann mit, da er sowieso immer zu viel Energie habe.
Du schlägst ihr vor, dass sie doch auch ihre Kinder fragen könnte, die könnten sie ja auch begleiten. Frau Krause sagt, dass sie sie gleich fragen wird.
Du erklärst Frau Krause, dass ihr noch ein Sturzprotokoll anlegen müsst und sie stimmt zu.
:::warning
*Lerner füllt mit Frau Krause das Sturzprotokoll aus.*
Sturzprotokoll von vivendi benutzen. Formulare > Sturzprokoll
Folgende Daten können weg:
- Weitere Angaben zum Ort
- Aktivität unmittelbar vor dem Sturz
- Aufstehen/Hinsetzen vom/auf
- Weitere Angaben zur Aktivität
- Waren Zeugen dabei?
- Namentliche Angaben zu den
- Wann war der letzte Kontakt zum Bewohner vor dem Sturz?
- nur potentielle Ursachen benennen
- Personenbedingte Umstände
- Gewalteinwirkung von außen
- psychische Folgen weglassen
- Art der Verletzung beschreiben, keine Auswahl
- Verunsicherung/Angst
- Sturzrisiko neu eingeschätzt
- Wundversorgung
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Nachdem ihr das Sturzprotokoll ausgefüllt habt, schlägst du Frau Krause vor, ihr ein paar Hilfsmittel zu zeigen, die ihr helfen könnten. Frau Krause lehnt die Hilfsmittel erstmal ab, möchte sich aber trotzdem von dir die Vorteile anhören.
:::info
*Lerner stellt Frau Krause die Hilfsmittel vor.*
- Gehbock: Ähnlich wie ein Rollator, wird der Gehbock vor sich hergeschoben. Dabei besitzt der Gehbock aber keine Rollen, sondern wird zur Fortbewegung leicht angehoben.
- Gehstock mit ergonomischem Griff: Der Gehstock besitzt oben einen dafür vorgesehenen Griff. Dadurch kann dieser gut angefasst werden.
- Eiskralle für den Gehstock: Die Eiskralle wird an den Gehstock befestigt, wenn die Person, den Gehstock bei Eis oder Schnee benutzen möchte. Dadurch hat der Gehstock einen festen Halt.
- Dreipunkt Gehstock: Ähnlich wie der Gehbock, wird der Dreipunkt Gehstock weitergeschoben und durch die drei Füße gibt er nochmal mehr Halt als ein normaler Gehstock.
- Sensormatte: Die Sensormatte gibt ein Signalton, wenn sich darauf jemand befindet. Daher ist sie geeignet für sturzgefährdete Personen oder an Demenz Erkrankte, die eine ausgeprägte Hinlauftendenz haben.
- Hüftprotektoren: Da eine Oberschenkelhalsfraktur eine der häufigsten Frakturen ist, gibt es die Hüftprotektoren, die vor genau dieser schützen. Dabei wird den Bewohnern oder Patienten eine Hose angezogen, die im Hüftbereich beidseits eine Polsterung eingenäht haben.
:::
Frau Krause findet die Vorstellung interessant, sagt aber dass ihr Gehstock für sie reicht und sie sich sicher damit fühlt.
### Evaluation
Das Ehepaar Krause wohnt nun bereits seit drei Wochen in ihrer neuen Wohnung. Sie fühlen sich in der neuen Umgebung sehr wohl. Frau Krause hat inzwischen weniger Angst zu stürzen und bewegt sich mehr und mehr. Heute hast du mit dem Ehepaar ein gemeinsames Abschlussgespräch.
Pflegekraft: Guten Morgen, Frau Krause! Wie geht es Ihnen heute?
Frau Krause: Guten Morgen. Mein Arm tut noch weh, aber es geht besser. Ich mache mir Sorgen um meinen Mann. Er hat Demenz und ich habe Angst, dass er nachts aus dem Bett fällt. Können wir ein Bettgitter anbringen?
Pflegekraft: Ich verstehe Ihre Sorge, Frau Krause. Aber ein Bettgitter ist nicht so einfach möglich. Es gilt als freiheitsentziehende Maßnahme und wir müssen das gut prüfen, bevor wir es machen.
Frau Krause: Ja, das verstehe ich. Was kann ich sonst tun, um meinen Mann zu schützen?
Pflegekraft: Wir können zum Beispiel ein Niederflurbett für Ihren Mann besorgen. Das ist ein Bett, das sehr niedrig ist. Wenn er aus dem Bett rollt, fällt er nicht so tief.
Frau Krause: Das klingt gut. Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Pflegekraft: Gern geschehen, Frau Krause. Wir wollen, dass Sie und Ihr Mann sicher sind.
:::info
Nach ein paar Monaten triffst du Frau Krause mit ihrem Mann auf dem Flur. Ihr unterhaltet euch kurz und macht dann einen Termin für ein kurzes Gespräch aus.
Nach einer Woche ist es so weit und du besuchst das Ehepaar in ihrer Wohnung zum vereinbarten Termin.
:::
Du fragst Frau Krause wie es bei dem Ehepaar aussieht. Frau Krause sagt dass sie nicht mehr gestürzt sei. Sie erzählt, dass sie jetzt öfter spazieren geht mit ihrem Gehstock und ihrem Mann oder den Kindern. Sie hat jetzt auch keine so große Angst mehr vorm Stürzen. Du fragst sie, ob sie denn auch auf die anderen Sachen achtet, die du ihr erklärt hast. Sie guckt fragend und du zählst die Dinge nochmal auf.
:::warning
*Lerner wählt aus, auf welche Dinge Frau Krause wohl geachtet hat, da Sie nicht nochmal gestürzt ist. Dabei ordnet der Lerner die Dinge den extrinsischen und intrinsischen Dingen zu:*
extrinsisch:
- Bodenunebenheiten, glatter Boden, Kabel auf dem Boden
- unzureichende Beleuchtung oder Verstellung des Blickfeldes
- Nicht vorhandene Verfügbarkeit unterstützender Bedingungen im Umfeld, z.B. Halte- oder Stützmöglichkeiten
intrinsisch:
- risikoträchtige Körperpositionen oder Bewegungen
- Erkrankungen, Medikation, Drogen
- Beeinträchtigung der Übertragung der Impulse auf das Muskel-Skelett-System, z. B. bei Lähmungen
- Beeinträchtigungen der Funktion des Muskel-Skelett-Systems, z. B. bei reduzierter Kraft und/oder Bewegungsflexibilität
:::
Frau Krause nickt und sagt, dass sie auf diese Dinge geachtet hat. Du lobst sie und verabschiedest dich.
### Zusammenfassung
Glückwunsch, du hast ein weiteres Modul geschafft! Gucken wir uns doch nochmal an, was du dieses Mal alles gelernt hast.
Du hast gelernt, warum dieses Thema so wichtig in der Krankenpflege ist.
Du hast auch gelernt, welche Faktoren zu einer hohen Sturzgefahr führen und diese aufgeteilt in intrinsische und extrinsische Faktoren.
Du hast mithilfe des Fallbeispiels von Frau Krause und ihrem Mann zwei Risikoeinschätzungen durchgeführt und ebenfalls ein Screening gemacht. Du konntest die Umgebung auf Sturzrisiken prüfen. Du hast gelernt, was du bei einem Sturz machst und dadurch hast du ein Sturzprotokoll ausgefüllt. Du hast außerdem weitere Maßnahmen und Hilfsmittel für eine sturzgefährdete Person kennengelernt.
Super, das ist doch eine ganze Menge! Dann geht es jetzt weiter.
