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# Zusammenfassung: Comparative Life Cycle Assessment of Tetra Pak® carton packages and alternative packaging systems for liquid food on the Nordic market
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Teil von Robbi
## Hintergrund und Ziele der Untersuchung
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Die zu untersuchende Studie wurde von Tetra Pak International SA in Auftrag gegeben, von dem Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg durchgeführt und im April 2017 veröffentlicht. Die Studie hat zum Ziel, die umweltspezifischen Stärken und Schwächen der Tetra Pak Karton Verpackungen und Getränke Kartons im Skandinavischen Markt, zu untersuchen und zu bewerten. Die Untersuchung der Getränkekartons bezieht sich auf die Segmente Milchprodukte, Saft, Nektar und stille Getränke, sowie Grap and Go Produkte. Die Life Cycle Analysis wurde entsprechend der ISO 14040 und ISO 14044 durchgeführt und durchlief entsprechend der Standarts einen Critical Review Process. Diese Studie wurde von Fachleuten in unterschiedlichen Positionen und aus unterschiedlichen Ländern bewertet: Håkan Stripple (chairman), IVL Swedish Environmental Research Institute, Sweden; Ph.D. Alessandra Zamagni, Ecoinnovazione, Italy; Prof. Dr. Birgit Grahl, INTEGRAHL, Germany. Die Ergebnisse der LCA sollen zum einen Tetra Pak dienen und andererseits veröffentlicht werden. Zum anderen soll sie der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden und damit auch Konsumennten als Informationsquelle dienen. Dazu werden die Ergebnisse mit denen von PET, HDPE und Glasverpackungen verglichen. Dabei soll die gesamte Umwelt Performance berücksichtigt werden, um robuste und aussagekräftigen Informationen über zukünftige Verpackungsalternativen bereitstellen zu können. Es sollen beispielsweise Aussagen darüber getroffen werden, wie sich Umweltauswirkungen verändern, wenn die Aluminiumschicht in Cartons durch PE ersetzt werden würde und wie Getränkekartons im Vergleich zu gewichtsoptimierten PET Flaschen abschneiden. Die untersuchten Impact Categories sind Climate Change, Photo-oxidant Formation, Acidification, Stratospheric Ozone Depletion, Particular Matter, Use of Nature, Terrestrical Eurtophication, und Aquatical Eurtophication. Dabei wird sowohl der gesamte, als auch der nicht aus erneuerbaren Energien stammende, primäre Energieverbrauch in die einzelnen Sachbilanzkategorien integriert.
### Funktionelle Einheit
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Ist die Bereitstellung von 1000 l Getränk in der Verkaufsstelle für gekühlte und nicht gekühlte Getränke. Die Verpackung muss für die gesamte Haltbarkeit des Produktes bereitgestellt werden können. Es wird erwartet, dass alle Verpackungen dieses Kriterium erfüllen und somit kein Produktverlust durch Leckagen auftritt.
### Referenzfluss
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Als Referenzfluss wird das tatsächlich gefüllte Volumen der Kartons bewertet. Dabei werden alle Verpackungselemente mit einbezogen. Dazu zählen der Getränkekarton, der Verschluss, die Transportverpackungen (Wellpappen, Paletten und Folien).
In dieser Studie wird die 50:50 % Zuweisung für das Open Loop Recycling Model verwendet. Dabei wird einem primär produzierten Produkt A ohne Recyclinganteil (vergin), 50 % der durch Vermeidung primärer Materialeien erzeugten Einsparungen, eines zweiten Pruduktes B mit Recyclinganteil, dem Produkt A angerechnet. Damit werden 50 % der Belastungen und Entlastungen aus der Restmüllverwertung und -behandlung für Produkt B, auf Produkt A übertragen. Im Gegensatz dazu, wird das 100 % Zuweisungsmodel auf Produkt A, als Empfindlichkeits Analyse der Bewertung genutzt. Dies gilt als eine konservativere Schätzung für Kartons, da gerade bei der Herstellung primärer Plastik- und Glasflaschen hohe Belastungen entstehen, welche dadurch abgemildert werden.
### Systemgrenzen
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Die LCA ist als ´cradle-to-grave´ konzipiert und bezieht die Entnahme und Verarbeitung der Grundmaterialien, die Produktionsprozesse, alle Transportprozesse, sowohl die der Ausgangsmaterialien, als auch die der Endprodukte bis zum Verkaufsort, sowie Entsorgung und Recycling der Reststoffe der unterschiedlichen Verpackungssysteme inklusive Transportverpackungen, mit ein.
Die Studie berücksichtigt außerdem den Transport der Zwischenprodukte zur Befüllstation und den Füllprozess selber. Relevante Kühlungen während des Transportes werden ebenfalls mit einbezogen.
Die Untersuchung beachtet **nicht**:
* Produktion, Entsorgung und Wartung der Infrastruktur (Maschinen, Transportfahrzeuge etc.)
* Produktionsgüter
* Rollcontainer für den Transport der Getränke Kartons (200-500 mal wiederverwendbar)
* Produktion der Getränke und deren Transport zur Füllstation
* Verteilung der Getränkemasse von Füllstation zu Verkaufsort (die der Verpackungen schon)
* Umwelteffekte durch Unfälle
* Verlust von Getränken an verschiedenen Stellen der Produktionskette
* Nutzungsphase des Konsumenten (z.B. Säuberung leerer Behälter vor Entsorgung)
* Transport vom Verkaufsort zum Konsumenten
Vereinfachte Darstellung der Systemgrenzen: (Bilder aus der LCA)




### Abschneidekriterien:
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Die folgenden Abschneidekriterien begrenzen den Grad der Genauigkeit der LCA. Nach ISO 14044 müssen Masse- und Energieanteil, sowie die Bedeutsamkeit für die Umwelt berücksichtigt werden. Nach dem Massen Abschneidekriterium dürfen Bestandteile aus Vorproduktionsketten vernachlässigt werden, wenn ihr Masseanteil unter ein Prozent beträgt. Die gesamte Menge an ausgelassenen Input-Materialinen, darf 5% nicht überschreiten. Es müssen alle Energieflüsse außer diejenigen, welche dem nach dem Massenkriterium abgeschnittenen Vorprodukten zugeordnet werden, berücksichtigt werden. Außerdem dürfen für den Umwelteinfluss relevante Substanzen nicht abgeschnitten werden, selbst wenn sie nach dem Massekriterium entfallen würden. Dazu zählen beispielsweise giftige Substanzen.
* In dieser Studie wurde die Drucktinte auf den Kartons und Flaschen nicht berücksichtigt. Die Tinte erfüllt alle Ansprüche der Lebensmittelsicherheit, obwohl sie keinen direkten Lebensmittelkontakt hat.
* Zusätzlich wurde die Stärke und der Kleber für Wellpappen abgeschnitten.
### Elementarflüsse: Charakterisierung und Klassifizierung
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Teil von Lukas
**Aufbau der Verpackungssysteme**: mögliche Szenarien
Generell kann das Verpackungssystem danach eingeteilt werden, ob es eine Primäre, eine sekundäre oder Tertiäre Funktion hat und aus was diese besteht.
Die Zusammensetzung und die Masse der verschiedenen Verpackungssysteme und ihr Einsatz hängt stark damit zusammen welches Füllgut abgefüllt wird, welche Eigenschaften notwendig sind damit das Produkt vom Hersteller bis zum Endkonsumenten unversehrt bleibt.
Hauptfunktion der untersuchten Primärverpackung ist der Schutz des Inhaltes, wie Getränke oder Milch. Die Verpackung dient dazu den Inhalt zu schützen, sie frisch zu halten, den Geschmack und Inhaltsstoffe zu bewahren, während das Produkt transportiert wird und schließlich beim Endkonsumenten angelangt ist. Alle untersuchten Verpackungen sollten diese Anforderungen erfüllen.
Der Hauptaspekt der Studie lieg darauf die Getränkeverpackungen von Tetra Pack zu untersuchen und ihre Stärken und Schwächen herauszufinden, in Bezug auf mögliche Einflüsse auf Umwelt und Mensch. Die dazu untersuchten Verpackungen wurden von Tetra Pak ausgewählt. Es handelt sich dabei um Verpackungen mit verschiedenen Volumina, und für verschiedene Inhalte, wie beispielsweise Milchprodukte, Säfte und stille Getränke welche gekühlt werden.
Verpackungssysteme von der Konkurrenz wurden ebenfalls von Tetra Pak ausgewählt. Um anschließend einen Vergleich ziehen zu können mit den eigenen Produkten. Die Verpackungssystem basieren auf der Marktrelevanz in den vier untersuchten Ländern.
Die ausgewählten Produkte haben eine hohe Relevanz in den untersuchten Ländern, da in einigen Ländern wie zum Beispiel Norwegen keine Flaschen für Milch abgefüllt werden.
**Verpackungsspezifikationen**
Die Spezifikationen der Verpackungssysteme werden von Tetra Pak bereitgestellt. In der internen Datenbank werden für alle Primären Verpackungssystem-spezifikationen vermerkt, die Vermarktet werden. Auch wurden Daten der Spezifikationen der Sekundärverpackungssystem von Tetra Pak bereitgestellt, die meisten Informationen stammen aus einer vorherigen Studie aus dem Jahr 2009 und gelten auch für die aktuelle Studien aus dem Jahr 2016.
Die Spezifikationen der verglichenen Verpackungssystemen wurde auf bereits bestehenden Verpackungssystemen gewählt. Ermittelt wurden sie, indem 3 verschiedenen Flaschen gekauft wurden und diese analysiert wurden.
Bei den analysierten Flaschen handelt es sich um die 2900ml und die 3330 ml PET-Flaschen mit einem Anteil von 50 % recycelten Plastik, laut Hersteller Angabe, damit dürfen die Flaschen mit einem Recycel-Label markiert werden und gelten als weniger umweltschädigend. Bei Überprüfungen in den Lagern in Schweden, ergaben Messungen an der 900 ml Flasche jedoch nur einen recycelten Anteil von 25 Prozent (Juli 2016). Diese Anteile werden in Rahmen der Studie für den nordischen Markt verwendet, darunter definiert sind die Länder: Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark. Die Anwendung eines höheren Anteils an Recycelten Material im Vergleich zu anderen Getränkeverpackungen soll als Inspiration dienen für die Zukünftige Entwicklung des Nordischen Marktes.
Daten für tertiäre Verpackungssysteme wurden aus zuvor durchgeführten Studien im Auftrag von Tetra Pak entnommen, d.h. Gewicht der Paletten und wie stark diese komprimiert werden können.
Zur Abschätzung der Paletten Konfiguration, wie viele Flaschen auf eine Palette passen wurde eine EUR-Palette gewählt, mit einer Maximal Höhe von 1,10 Meter. Anschließend wurde berechnet, wie viele von welchem Flaschen Typen auf eine Palette passen unter Berücksichtigung der Maximalbelastung der LKWs. Um berechnen zu können, wie viele Flaschen transportiert werden können.Informationen darüber wurden von Tetra Pak erhoben und dokumentiert.
**Analysierte Flaschen Typen**:


**End of life**
Für jedes in der Studie verwendete Verpackungssystem wurde ein Basisszenario modelliert und die durchschnittliche Recyclingrate berechnend, für die Märkte: Schweden, Dänemark, Finnland und Norwegen. Die verwendeten Erhebungen und Rückholquoten basieren auf veröffentlichten Quoten oder auf Quoten von Tetra Pack. Bei der Erfassung werden Sortierungsrückstände von 10 % für Getränkecartons und 2,5 % für Glasflaschen angenommen. Somit stellt die Verwertungsquote die tatsächliche Menge an Material dar, die nach der Sortierung einem Recycel-Prozess unterzogen wird. Erhobene Daten sind in folgenden Tabellen zu finden.


**Basisszenario**
Für jedes untersuchte Verpackungssystem wird ein Basisszenario definiert. Für den Schwedischen, Norwegischen, Finnischen und Dänischen Markt, welches die realistischste Situation unter den gegebenen Bedingungen wiederspiegelt. Diese Basisszenarien werden in den Gruppen innerhalb derselben Getränke Segments und derselben Volumengruppe angewendet. In diesem Szenario beträgt der Faktor für das Open-Loop-Recycling 50 %.
**Sensitivitätsanalyse mit dem Fokus auf dem Zuordnungsfaktor**
In den Basis Szenarien der Studie wird die Open-loop Zuordnung mit einem Zuordnungsfaktor von 50 % durchgeführt. Nach der ISO-Norm zu subjektiven Entscheidungen wird in dieser Studie eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt, um den Einfluss Zuteilungsmethode auf die endgültigen Ergebnisse zu prüfen. Zu diesem Zweck wird in einer „Sensitivitätsanalyse100“, ein Zuteilungsfaktor von 100 % angewendet.
**Sensitivitätsanalyse in Bezug auf den Datensatz für Biobasiertes PE.**
In den Basisszenarien der Studie wird Bio-PE zur Modellierung biobasierter Kunststoffe anhand des ifeu-eigen Bio-PE-Datensatz modelliert. Dies ist darauf zurück zu führen das von Braskem veröffentlichter Bestandsdatensatz für Bio-PE der Substitutionsansatz gewählt wurde.
Um zünftige Entwicklungen in Bezug auf das Gewicht der Kunststoffflaschen zu berücksichtigen, werden zwei zusätzliche Gewichtskategorien analysiert. Jeder der Flaschen wird zusätzlich mit 10 % und 30 % weniger PET oder HDPE berechnet.
Für jedes Segment mit dem geringsten Gewicht:
Milchprodukte: PET Flasche 1-22.83g
JNSD Flasche 4-29.40 g
APET Flasche bis 20.19 g
Für jedes Segment wurde das niedrigste Gewicht einer Kunststoffflasche ermittelt. Es wurde deutlich, dass auf dem europäischen Markt nur ein reduzierendes Gewicht von 30 % technologisch realisierbar ist. 58 verglichene LCA der Tetra Pak-Kartonverpackungen und alternative Verpackungen für Flüssige Lebensmittel auf dem Nodischen Markt.
Eine Reduktion des Gewichtes bis zum Break-even-Point zwischen Flaschen und Getränkekartons scheint nicht realisierbar. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse in den Basisszenarien müsste das Gewicht der meisten Flaschen auf ein Gewicht reduziert werden, dass technisch nicht durchführbar ist.
Bei diesen Analysen beträgt der Faktor für das open-loop-recycling 50 %.
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Teil von Niclas
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## Sachbilanz
Als Zweite Stufe der Ökobilanz wird die Sachbilanz aufgestellt (hier Life Cycle Inventory/ LCI). Die Sachbilanz wird gemäß DIN ISO 14044 erarbeitet und betrachtet die Inputs und Outputs der ausgewählten Betrachtungsobjekte im Verlauf ihres Lebenszyklus, um eine quantitative Aussage zum Material- und Energieverbrauch zu treffen.
Als erster Schritt wird in diesem Fall die Inputseite betrachtet. Dazu werden die Herstellungsverfahren verschiedener Plastiken beschrieben, für jedes dieser Verfahren ist zudem die Quelle gelistet, auf welche sich die Sachbilanz bezieht:
* PolyPropylen (PP)
* High Density PolyEthylen (HDPE)
* Low Density PolyEthylen (LDPE)
* Linear Low Density PolyEthylene (LLDPE)
* Bio-based PolyEthylen (Bio-PE)
* PolyEthylenTerephthalat (PET)
Zur Herstellung der Getränkekartons werden zudem weitere Materialien/Inputströme benötigt, die nachfolgend aufgeführt werden:
* Gewinnung von Aluminium aus Erz (Bauxit), sowie die Weiterverarbeitung zu Aluminiumfolie
* Herstellung von Getränkeverschlüssen aus Zinn, ohne die Gewinnung von Zinn
* Schmelze und Herstellung von Glas zur Glasflaschenproduktion
* Produktion der Getränkekartons (verschiedene Sorten)
* Produktion von Wellpappe Behältern für den Tarnsport der Getränkekartons
* Gewinnung von Titandioxid
* Herstellung der Verschlüsse (Tetrapak)
* Abfüllen der Flüssigkeiten in die zu untersuchenden Objekte
Als nächster Punkt wird der durchschnittliche Transportweg für die Herstellung der Materialien, sowie der Transportweg des fertigen Produktes zur Abfüllanlage beschrieben, dies ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

Zudem wird der Transportweg des abgefüllten Produktes zum Verkaufsort analysiert. In der nachfolgenden Tabelle wird ersichtlich, dass sich Dänemark von den restlichen Skandinavischen Ländern in der zurückzulegenden Strecke unterscheidet.

Desweiteren beschäftigt sich die Sachbilanz mit dem Recycling-Vermögen bzw. den Wiederverwendungseigenschaften der Getränkekartons, der Plastikflaschen, sowie der Glasflaschen.
Die Getränkekartons werden dabei nach ihren Bestandteilen aufgetrennt und unterschiedlichen Recyclingverfahren zugeführt:
* Die Kartonage wird aufbereitet und für die Pappkarton-Produktion wiederverwendet
* Die PE-Al-Anteile werden energetisch genutzt (Verbrennung)
Die in dieser Studie untersuchten Länder gehen unterschiedlich mit der weiteren Behandlung der genutzten Plastikflaschen um.
* In Schweden und Norwegen werden die Plastikabfälle gesammelt, sortiert, gewaschen, zerkleinert und weiterverwendet
* Finnland verbrennt den Großteil zusammen mit dem Hausmüll (energetische Nutzung)
* In Dänemark werden die Plastikabfälle gesondert eingesammelt und in Verbrennungsanlagen energetsich genutzt
Die zuvor verwendeten Glasprodukte werden zerkleinert und wieder der Glasproduktion zugeführt (recykling).
Desweiteren wird erläutert, woher die Daten kommen, auf die sich die Sachbilanz als Hintergrundinformation bezieht. Dabei werden folgende Punkte erläutert:
* Transport Prozesse
* Elektrizitätsgewinnung
* Verbrennung von Siedlungsabfällen
* Deponieentstehung
## Teil von Benedikt
## Ergebnisse für einzelne Länder (Schweden)
In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der untersuchten Verpackungssysteme für ein einzelnes Land (in diesem Fall Schweden), separat für die unterschiedlichen Kategorien und in grafischer Form präsentiert.
Folgende Elemente der LCA werden in Balkendiagrammen aufgeführt:
* Produktion und Transport von Glas inklusive Flaschenproduktion („Glass“)
* Produktion und Transport von PET inklusive Additiven („PET/HDPE“)
* Produktion und Transport von Flüssigkeitskarton („LPB“)
* Produktion und Transport von Kunststoffen und Additiven für Getränkekartons („plastics for sleeve“)
* Produktion und Transport von Aluminium und die Verarbeitung zu Aluminiumfolie („aluminium foil“)
* Verarbeitungsprozesse von Karton („processes“)
* Produktion und Transport von Ausgangsmaterialien für Verschlüsse, Deckel und Etiketten („top, closure & label“)
* Produktion sekundärer und tertiärer Verpackungen: Holzpaletten, LDPE Schrumpffolie und Karton-Umverpackungen („transport packaging“)
* Befüllung inklusive Verpackungshandling („filling“)
* Transport der Lieferungen vom Abfüller bis zur Verkaufsstelle („distribution“)
* Sortierung, Recycling und Beseitigung („recycling & disposal“)
* CO2-Emissionen aus der Verbrennung biobasierter und erneuerbarer Materialien (Hier: Regenerative CO2-Emissionen, „CO2 reg. (EOL)“)
Sekundärprodukte (Recyclingmaterialien und zurückgewonnene Energie) werden durch Rückgewinnungsverfahren aus benutzten Verpackungsmaterialien gewonnen. Hierbei wird angenommen, dass diese Sekundärprodukte von Folgesystemen verwendet werden. Um diesen Effekt in der LCA zu berücksichtigen, werden die Umwelteinflüsse des jeweiligen Verpackungssystems unter Einbezug von Gutschriften basierend auf der Umweltbelastung des ersetzten Materials reduziert.
Diese Gutschriften werden getrennt aufgeführt und folgendermaßen unterteilt:
* Gutschriften für Materialrecycling („credits material“)
* Gutschriften für Energie-Rückgewinnung, z.B. Stromerzeugung („credits energy“)
* Aufnahmen von CO2 aus der Atmosphäre durch Pflanzen („CO2-uptake“)
Die Ergebnisse der LCA sind relativ und treffen keine Aussagen über die voraussichtliche Beeinflussung von möglichen Endpunkten, Risiken, oder das Überschreiten von Schwellen und Sicherheitsmargen.
Jede Umweltwirkungskategorie wird pro untersuchtem Verpackungssystem dreifach unterteilt:
* Sektorale Ergebnisse des eigentlichen Verpackungssystems („environmental burdens“)
* Gutschriften für Sekundärprodukte aus dem System („credits“)
* Nettoergebnisse nach Abzug der Gutschriften von der Gesamt-Umweltbelastung („net results“)
Alle Ergebnisse beziehen sich auf den Primär- und Transportmaterialfluss der notwendig ist, um 1000 L des Produktes zum Verkaufspunkt zu transportieren, inklusive End-of-life des Verpackungsmaterials.
Hinweis: Aufgrund der begrenzten Anwendbarkeit und Gültigkeit von statistischen Methoden bei der Ergebnisberechnung einer LCA, werden Unterschiede von ≤ 10% bei dem Vergleich zweier Produktsysteme als unbedeutend eingestuft.
### Ergebnisse Basisszenarien der Kategorien: DAIRY (Landwirtschaftsprodukte), JNSD (Säfte, stille Getränke), Grab & Go (To-go-Produkte)
Diese Abschnitte beschreiben den Einfluss der verschiedenen Verpackungssysteme für die jeweiligen Produktgruppen und der jeweils zuvor genannten zugehörigen Elemente innerhalb der Produktion auf folgende Kategorien:
* Klimawandel (kg CO2-Äquivalent)
* Versäuerung (kg SO2-Äquivalent)
* Bildung von Photoxidantien (kg O3-Äquivalent)
* Ozonabbaupotential (g R11-Äquivalent)
* Eutrophierung (g PO4-Äquvalent)
* Feinstaubemissionen (kg PM2.5-Äquivalent)
* Primärenergieverbrauch gesamt (GJ)
* Primärenergieverbauch nicht-erneuerbar (GJ)
* Naturnutzung (m2-e*Jahr)
* Wasserverbrauch (m3)
Es folgt jeweils eine textliche Beschreibung und ein Vergleich für den Umwelteinfluss der Produktion von Getränkekartons, Plastikflaschen und Glasflaschen.
## Teil von Tom
## Sensitivitätsanalyse
In der Basisszenario wird mit einem Zuteilungsfaktor von 50% im offenen Kreislauf gerechnet. Die Sensitivitätsanalyse wird nach den Empfehlungen der ISO-Norm durchgeführt. Zu diesen Zweck wird ein Allokationsfaktor von 100% angewendet. Die Anwendung eines höheren Allokationsfaktor führt bei allen untersuchten Systemen bei fast allen Wirkungs- und Bestandskategorien zu niedrigeren Nettoergebnissen. Ein höherer Allokationsfaktor bedeutet die Zuweisung von mehr Belastung aus den End-of-Life Prozessen aber auch die Zuteilung von mehr Gutschriften für die Substitutionen anderer Prozesse wie z.B. vermiedene Stromerzeugung durch Energierückgewinnung.
In den meisten Fällen ist der Nutzen aus der zusätzlichen Zuteilung von Gutschriften höher als die zusätzlichen Belastungen. Das bedeutet, dass die Nettoergebnisse bei einem angewandten Zuteilungsfaktor von 100 % niedriger sind. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Bei allen untersuchten Systemen sind die Nettoergebnisse der Wirkungskategorie "Klimawandel" bei einem Zuteilungsfaktor von 100 % höher als bei einem Zuteilungsfaktor von 50 % der Basisszenarien. In diesem Fall bedeutet der Zuweisungsfaktor von 100 %, dass alle Emissionen der Verbrennung dem System zugewiesen werden. Dies gilt auch für die Energiegutschriften für die Energierückgewinnung. Diese Energiegutschriften sind jedoch gering, da auf dem schwedischen Markt der Stromgutschrift der schwedische Netzmix mit seinem geringen Anteil an fossilen Energieträgern zugrunde gelegt wird.
Die Neuberechnung von Flaschen mit reduziertem Gewicht zeigt, dass die Auswirkungen in allen Kategorien geringer sind. In den meisten Fällen ändert jedoch selbst eine Gewichtsreduktion von 30% nichts an der Gesamtwertung der untersuchten Verpackungssysteme. In der Wirkungskategorie "Klimawandel" und in den Bestandskategorien, die sich auf den Primärenergiebedarf beziehen, erzielt keine der leichtgewichtigen Flaschen schlechtere Ergebnisse als einer der Getränkekartons.
Die Sensitivitätsanalyse zeigt daher, dass die Wahl des Datensatzes für die Produktion von biobasiertem PE für die Ergebnisse der meisten Kategorien einer vollständigen Ökobilanz von Milchverpackungen, JNSD und Grab and Go von der Wiege bis zur Bahre auf dem schwedischen Markt nicht sehr relevant ist. Für die Umweltwirkungskategorien "Klimawandel" und "Bildung von Photooxidantien" ist er jedoch relevant.
## Schlussfolgerungen Schweden
Im Allgemeinen weisen die untersuchten Getränkekartonsysteme in allen Wirkungskategorien geringere Belastungen auf als ihre Konkurrenzsysteme. Eine Ausnahme hiervon besteht in einigen Kategorien, wenn der Karton einen hohen Anteil an biobasiertem Polyethylen enthält. Dies gilt insbesondere in den Basisszenarien, in denen ein Allokationsfaktor von 50% angewendet wird. Dies ist darauf zurückzuführen, dass nur die Hälfte der regenerativen CO2-Emissionen am Ende der Lebensdauer auf den Getränkekarton entfallen. Dies ist jedoch nicht der Fall, wenn ein Zuteilungsfaktor von 100% angewendet wird: die Ergebnisse sind positiv, aber immer noch sehr niedrig. Außerdem profitieren die Kartonsysteme auch von der Verwendung von Mehrweg-Rollbehältern anstelle von Einweg-Transportverpackungen.
Die geringsten Ergebnisse zeigen die Getränkekartonsysteme ohne separates Verschlusssystem. In der Umweltwirkungskategorie 'Klimawandel' profitieren die Kartons darüber hinaus von der Verwendung von Biokunststoffen. Ein höherer Anteil an Bio-PE führt jedoch zu höheren Umweltauswirkungen in allen anderen untersuchten Wirkungskategorien. Im Falle der Substitution von Polyethylen auf fossiler Basis durch Polyethylen auf biologischer Basis können die jeweiligen Getränkekartons in einigen Wirkungskategorien ihren Umweltvorteil gegenüber den konkurrierenden Flaschen verlieren.
Die Sensitivitätsanalyse zum Gewicht von Kunststoffflaschen zeigt, dass eine Gewichtsreduzierung von Kunststoffflaschen zu geringeren Umweltauswirkungen führt. Im Vergleich zu den unveränderten Getränkekartons können die Ergebnisse der berechneten potenziellen fossil-basierten Leichtgewichtsflaschen in einigen Fällen zu einer Änderung der Gesamtwertung führen, insbesondere im Hinblick auf die vollständig biobasierten Kartons.
Eine wesentliche Rolle für diese geringen Umweltauswirkungen spielen die Erneuerbarkeit der Kartonbestandteile und ein hoher Einsatz von erneuerbaren Energien. Die Verwendung von Aluminiumfolie für Verpackung erhöht die Gesamtbelastungen der Getränkekartons. Allerdings zeigen die Kartons ohne biobasierten Polyethylen in den meisten Wirkungskategorien immer noch niedrigere oder ähnliche Ergebnisse als die untersuchten Flaschen. Mit einem erhöhten Anteil von biobasiertem Polyethylen verbessern sich die Ergebnisse von Getränkekartons im Bereich Klimawandel. Die Ergebnisse in allen anderen Wirkungskategorien steigen jedoch in einem Maße, dass der Karton im Vergleich zur PET-Flasche seinen gesamten Umweltvorteil verliert.
Bei Getränkekartons größerer Volumen spielt die Wahl des Kunststoffmaterials, z.B. auf fossiler oder biobasierter Basis, eine entscheidende Rolle für die Umweltleistung. Die Volumengröße der untersuchten Verpackungssysteme haben einen Einfluss auf deren Ergebnisse: Je höher das Volumen, desto geringer sind die Auswirkungen entsprechend der funktionellen Einheit von 1000 L Getränk.
Allgemeine Schlussfolgerungen und Empfehlungen
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Die Getränkekartons weisen im Vergleich zu den anderen betrachteten Behältern, relativ geringe Umwelteinflüsse in alle Umweltkategorien auf. Dies ist besonders auf den hohen Anteil nachwachsender Rohstoffe und erneuerbarer Ernergien in der Produktionskette zurückzuführen. Insbesondere die Verwendung von Pappkarton als Hauptbestandteil führt zu geringen Ergebnissen. Besonders durch die Bindung von CO2 während des Pflanzenwachstums, ergibt sich eine sehr gute CO2 Bilanz der Produkte und damit einen geringen Einfluss auf die Kategorie Klimaveränderung.
Dies gilt solange, wie 50% der durch die Abfallverbrennung entstehenden Emissionen auf die regionale Abfallentsorgung umverteilt wird.
Vergleich zu voll-biobasierten-Getränkekartons:
Die Verwendung von biobasierten Kunststoffen führt zu einer Reduktion der CO2 Emissionen, verschlechtert allerdings die Auswirkungen auf alle anderen Umweltkategorien, durch den zusäztlichen Einfluss der Landwirtschaft. Biobasierte Kunststoffe sind daher besonders dann zu verwenden, wenn die Umweltpolitik des Unternehmens einen großen Fokus auf die Kategorie Klima legt. Allerdinngs sollten die anderen Karegorien, niemals vollständig ignoriert werden.