# Organspende
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## Voraussetzungen der Organspende
von Emil und Vini
* Die wichtigsten **Voraussetzungen** für eine Organspende sind die *Zustimmung* (Organe dürfen nur entnommen werden, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten einer Organspende zugestimmt hat.) und dass bei der verstorbenen Person der *unumkehrbare Ausfall* der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) festgestellt worden ist.
* Ist im Todesfall der Wille der verstorbenen Person nicht bekannt, werden die *Angehörigen* nach einer Entscheidung im Sinne der oder des Verstorbenen *gefragt*.
* Es gibt *kein Höchstalter* für eine Organspende (*Entscheidend* für eine Organspende sind der Gesundheitszustand der verstorbenen Person und der *Zustand ihrer Organe*).
* Kaum eine Erkrankung schließt eine Organspende aus (Eine *Organentnahme* kann zum Beispiel bei bestimmten Infektionen oder *bei akuten Krebserkrankungen* *ausgeschlossen* sein. Bei allen anderen Erkrankungen entscheiden die Ärztinnen und Ärzte im Einzelfall).
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## Hirntod
von Asya und Konstantin
unumkehrbarer Ausfall der gesamten Hirnfunktionen
Resultiert aus Sauerstoffmangel im Gehirn
1. Schäden am Hirngewebe, sowie Zerstörung der Hirnzellen
2. irreversibler Hirnfunktionsausfall
3. Tod ist aus neurologischer Sicht eingetroffen
5. künstliche Aufrechterhaltung des Herz-Kreislaufsystems (intensivmedizinische Behandlung!)
6. weitere Sauerstoffversorgung der Organe, um die Funktionsfähigkeit und Transplantierbarkeit zu behalten
ohne diese künstliche Beatmung würden die Organe des Patienten an einem Herz-Kreislauf-Stillstand ebenfalls zerstört werden
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## Transplantierbare Organe
von Omar und Victor
#### 1. Nieren:
Jährlich durchgeführte Transplantationen: 2000
Patienten auf der Warteliste: 7500
Ursachen: Diabetes und Bluthochdruck
Kann lebend gespendet werden.
#### 2. Leber:
Jährlich durchgeführte Transplantationen: 870
Patienten auf der Warteliste: 850
Ursachen: alkoholische Leberkrankheit,Krebserkrankungen,
Lebervernarbung (Fibrose und Zirrose).
Die Leber entgiftet den Körper, speichert
Vitamine und reguliert die Kohlenhydrate
#### 3. Herz:
Jährlich durchgeführte Transplantationen: 300
Patienten auf der Warteliste: 700
Ursachen: Krankheit der Herzmuskulatur,
Durchblutungsstörungen, angeborene Fehlbildungen
Das Herz reguliert sauerstoffarmes und
sauerstoffreiches Blut im Körper.
#### 4. Lunge:
Jährlich durchgeführte Transplantationen: 350
Patienten auf der Warteliste: 400
Ursachen: chronische Lungenerkrankung
Vernarbung des Lungengewebes,
Wasseransammlung, angeborene Stoffwechselerkrankungen
Die Lunge pumpt den Sauerstoff aus der Luft in das Blut.
#### 5. Bauchspeicheldrüse:
Jährlich durchgeführte Transplantationen: 95
Patienten auf der Warteliste: 300
Ursachen: Diabetes, Verletzungen
Die Bauchspeicheldrüse produziert
Verdauungsenzyme, wie auch Insulin, das den Zuckergehalt reguliert.
#### 6. Dünndarm:
Jährlich durchgeführte Transplantationen: 3
Ursachen: Kurzdarmsyndrom, funktionelle Störung des Dünndarms, Tumore,Entzündungen des Darms nach einer Strahlenbehandlung (Strahlenenterits)
Der Dünndarm sorgt für die Aufnahme von
Nährstoffen und wehrt Krankheitserreger ab. Die
Transplantation ist sehr selten, da häufig Abstoßreaktionen erfolgen.
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## Ablauf einer Organspende
von Greta und Juanita
#### 1. Warteliste für Organtransplantation:
es werden mehr Organe benötigt, als gespendet werden können
Es spielen zwei Faktoren für einen Platz auf der Warteliste eine Rolle:
**1.Erfolgsaussichten** einer Transplantation
**2.Dringlichkeit**
#### 2. Vorraussetzungen für die Rangliste:
* endgültiges Organversagen, Situation akut lebensbedrohlich
* fortschreitende und lebensgefährdende Erkrankung
* Größe, Alter und Körpergewicht
* Entfernung zwischen Entnahme-und Transplantationszentrum
#### 3. Eurotransplant:
* vermittelt alle internationalen Austausche aller Spenderorgane
* innerhalb: Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Slowakei und Ungarn
* Informationen über die Patienten werden an die Stiftung geschickt -> Daten von Spender und Empfänger werden verglichen->Übereinstimmung->Transplantationszentrum wird informiert+Patienten werden auf OP vorbereitet
* insgesamt hat Deutschland 50 Transplantationszentren
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## Gesetzliche Grundlagen der Organspende
von Tanu
#### Entscheidungslösung
In Deutschland gilt die **Entscheidungslösung**. Organe und Gewebe dürfen nur dann nach dem Tod entnommen werden, wenn die verstorbene Person dem zu Lebzeiten zugestimmt hat. Liegt keine Entscheidung vor, werden die Angehörigen nach einer Entscheidung gefragt.
Betroffene Menschen werden unterstützt, indem sie regelmäßig Informationen bekommen.
Im Ausland andere Gesetzgebungen. Vor einem Auslandsaufenthalt über die in dem Land geltenden Regeln ausreichend informieren.
Während in Deutschland die Entscheidungslösung gilt, haben andere Länder unterschiedliche gesetzliche Regelungen der Organ- und Gewebespende:
**Zustimmungslösung**:
Bei der Zustimmungslösung können nur dann Organe und Gewebe entnommen werden, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten einer Organspende zugestimmt hat. Liegt keine Zustimmung vor, dürfen keine Organe oder Gewebe entnommen werden. Es gibt dabei keinen Zwang, eine Entscheidung zu treffen. Das heißt: Falls keine Dokumentation der Entscheidung der verstorbenen Person vorliegt, werden die nächsten Angehörigen oder Bevollmächtigten im Fall der Fälle gebeten, im Sinn der verstorbenen Person über eine Organ- und Gewebespende zu entscheiden.
->Dänemark, Irland, Island, Litauen, Niederlande, Rumänien, Schweiz, Vereinigtes Königreich
**Widerspruchslösung**:
Hat die verstorbene Person einer Organspende zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen, zum Beispiel in einem Widerspruchsregister, können Organe zur Transplantation entnommen werden. In einigen Ländern haben die Angehörigen das Recht, einer Organentnahme bei der verstorbenen Person zu widersprechen, sollte keine Entscheidung der verstorbenen Person vorliegen.
->Belgien, Bulgarien, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ungarn.
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## Kontrolle und Transparenz
von Arber, Ben, Muhammed
Im Transplantationsgesetz sind verschiedene Maßnahmen bzw. Kontrollinstanzen für die Organtransplantation festgehalten:
* Kontrolle der Transplantationszentren
* Die Meldestelle für Auffälligkeiten
* Interdisziplinäre Transplantationskonferenzen
* Bestellung von Transplantationsbeauftragten
* Verbote und Straftatbestände
* Das Transplantationsregister
* Die PÜK (Prüfungs-, Überwachungskomission) kontrollieren die Transplantationszentren/Krankenhäuser und auch die Koordinierungsstelle für die Organ- und Gewebespende in Deutschland
* Prüfberichte sind öffentlich einsehbar
Die Vertrauensstelle Transplantationsmedizin kann (auch anonym) bei Unregelmäßigkeiten bzw. Auffälligkeiten bei Organspende kontaktiert werden.
* Kosten einer Organtransplantation: In Deutschland sollen Organspenden keinen Gewinn erwirtschafen. Alle Krankenhäuser werden für die entstehenden Aufwände finanziell entschädigt.
* Kosten einer Gewebetransplantation: Gewebebanken geben die Transplantate ohne Gewinninteressen an Kliniken und Arztpraxen weiter. Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) erwirtschaftet auch keinen Gewinn
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## Gesetze und RIchtlinien
von TaNu
Organspende ist in Deutschland streng geregelt. Gesetze und Richtlinien geben den Prozess der Organspende vor.
Die Organspende unterteilt sich in zwei Gesetze und mehrere Richtlinien.
Es gibt das **Transplantationsgesetz** und das **Gewebegesetz**.
In Deutschland ist das Transplantationsgesetz (TPG) die rechtliche Grundlage für die Organ- und Gewebespende. Das TPG trat 1997 in Kraft und wurde 2007 durch das Gewebegesetz um das Thema Gewebespende erweitert.
Das Transplantationgestz regelt die Organ- und Gewebespende.
Während Organe rasch nach der Entnahme an die Empfängerin oder den Empfänger vermittelt und transplantiert werden, müssen Gewebe nach der Entnahme zunächst weiterverarbeitet werden.
Besonders der Handel von Organen ist streng verboten. Verbotsvorschriften sowie Straf- und Bußgeldvorschriften legen Verbote fest und regulieren die Strafen für einen Gesetzesbruch.
Es gibt mehrere Richtlinien darunter:
* Regeln zur Feststellung des Todes,
* Das Gesetz legt fest, wie der Tod eines Menschen nachgewiesen wird.
* die Wartelistenführung und die Organvermittlung,
* Die Wartelisten zur Organtransplantation sind in Richtlinien für das jeweilige Organ festgelegt.
* zur ärztlichen Beurteilung,
* Ablauf des Organprozesses. Dient zur Unterstützung der Ärztin oder des Arztes, dem Spender oder der Spenderin, ob eine Spende in Betracht kommt.
* zur medizinischen Beurteilung von Organspendern und zur Konservierung von Spenderorganen,
* Organspendern und zur Konservierung von Spenderorganen:
Schutz des Organempfängers / der Organempfängerin.
Hierzu gehören unter anderem die Anforderungen an die Qualität der entnommenen Organe sowie die Anforderungen an Konservierung, Aufbereitung, Aufbewahrung und Transport der Spenderorgane.
* zu den erforderlichen Maßnahmen zur Qualitätssicherung.
* Diese Richtlinie legt die Maßnahmen zur Qualitätssicherung fest, die bei einer Organentnahme und -übertragung gemäß dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft erforderlich sind.
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## Erfahrungen und Meinungen
#### Erfahrungsberichte
von Leonie und Artica
1. **Sascha Koch**:
Gedächnislücken nach der Transplantation tägliche Tabletteneinnahme viele körperliche Einschränkungen nach der OP (viel Bettruhe, Laufen muss neu erlernt werden, Schläuche im Bauch)
* Transplantationen öffnen einem die Augen und sind große Verändrungen im Leben
* fühlt sich der Spenderin gegenüber schuldig -> versucht glücklich und dankbar zu sein
2. **Julia Speyer**:
musste 11 Jahre auf eine Spenderniere warten (Dialyse war immer notwendig)
* glücklich das sie die Niere bekommen hat
* Brief an díe Spenderfamilie geschickt um ihnen zu danken
* unterstützt Organspenden
3. **Reiner**:
ist sehr dankbar
* fühlt sich mit seinem Organspender verbunden und ist davon überzeugt das dieser ein guter Mensch war
* denkt oft an ihn
4. Sicht eines **Vaters**
Röschert verlor seinen Sohn beim Autounfall
Felix war Hirntod und hatte einen Organspendeausweis
Vater entschied sich für die Organspende
dennoch war der Erfolg der Organspende war kein Trost, aber eine positive Mitteilung
5. Organspende aus der Sicht einer **Ärztin**:
Ärztin nimmt das erste Mal an einer Organspende teil:
Mädchen wurde nach einem Autounfall für hirntot erklärt
Eltern sollten sich nun für oder gegen die Organspende entscheiden
Vorbereitungen für die Organspende hatten aber schon begonnen bevor die Eltern sich entschieden hatten -OHNE Einwilligung der Eltern (Vorbereitungen: Planungen; Zufuhr von Blutkonserven, Plasma und Konzetraten; vorbereitende Therapie)
* Eltern wurden von den Ärzten indirekt unter Druck gesetzt
* sie entschieden sich für die Transplantation
* jedoch kam es bei der gleichzeitigen Transplantation von Herz und Leber zu einigen Komplikationen
* Patientin verlor literweise Blut und wurde reanimationspflichtig:
"Wenn einer der Angehörigen jemals so eine Explantation sehen würde und würde darüber sprechen oder es würde im Fernsehen gezeigt, dann gäbe es keine Einwilligungen mehr zur Organentnahme. Wir reden jetzt nicht über Hornhaut oder eine Kreuzbandentnahme am Knie. Das ist unspektakulär. Aber Entnahme von Herz, Leber - da bleibt die Medizin nicht umsonst sehr diskret."
* Entnahme hat nur partiell geklappt
(jedoch wird Organspende von den meistem Ärzten eher positiv gesehen, da sie in den meisten Fällen erfolgreich ist!)
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#### Pro und Contra
von Anna
**Pro**:
* nachhaltige Nutzung
* man kann Leben retten (Nächsten Liebe)
* wenn man selbst krank wird, würde man sich auch ein gesundes Organ wünschen
* schnelle und einfache Erstellung des Organspendeausweises
* wenn man sich bewusst für die Oranspende entscheidet, nimmt man diese große Entscheidung seinen Angehörigen ab
* man braucht seine Organe nicht mehr, wenn man stibt
* Funktionsfähigkeit des Gehirns fällt beim Hirntod aus, somit auch Schmerzempfindungen
* Menschen sterben täglich am Mangel von Organspendern
**Contra**:
* religiöse Ansichten
* man zieht keine Profite
* es wird niemals genügend Spenderorgane geben, da die Wahrscheinlichkeit, dass man die Bedingungen zum Spender erfüllt, viel kleiner ist, als dass man ein Organ braucht ---> daher langfristige Alternative z.B. Labor
* Hirntod bedeutet Sterbeprozess und der Ablauf der Organspende würde zum Tod führen
* Risiken durch Spende
* Mit Spendeorgan würde man schließlich auch nicht ewig leben
* Anfälligkeit für Krankheiten ist nach der Spende höher, da man lebenslang Medikamente nehmen muss, die das Immunsystem schwächen
* keine Beeinflussung des Empfängers
* Ärzte könnten nicht vetrauenswüdig sein und im wirtschaftlichen Interesse handeln
* Vorstellung der Entnahme seiner Organe verursacht Angst