# T4 Verkehr P52 ![](https://i.imgur.com/54ZqMWg.png) ____ **A1**: Auf dieser Website können Sie Ihre Notizen und Zusammenfassungen der Klasse zur Verfügung stellen. Bearbeiten Sie bitte nur Ihren Bereich (Gruppe x: "Text"). **Happy Hacking :)** ___ # **Lernziele** Studierende können ... - [ ] LZ1: ... erklären, weshalb das Verkehrsaufkommen in vielen Industriestaaten stark anwächst. - [ ] LZ2: ... die Entwicklung in der Verkehrswirtschaft der Schweiz schildern. - [ ] LZ3: ... die verschiedenen Verkehrsmittel bzgl. Energieverbrauch, Raumverbrauch und Schadstoffausstoss vergleichen. - [ ] LZ4: ... die Ziele der schweizerischen Verkehrspolitik erläutern. ___ **Mögliche Prüfungsfragen** # **1 Verkehrs-Entwicklung** 1.1 Infrastruktur --- In der Abbildung unten sehen Sie die Veränderungen der Investitionen in die Schienen- und Strasseninfrastruktur der Schweiz von 1950 – 2010. Erklären Sie, weshalb sich die Kurven unterschiedlich entwickelt haben? ![](https://i.imgur.com/XO23Tiy.png) **Antwort Gruppe 1** Da das Schienennetz schon vorhanden war, wurde nach dem 2. Weltkrieg mehr in das Strassennetz investiert, um es für die Massenmotorisierung passend zu machen. Später wurde wieder mehr Priorität auf das Schienennetz gesetzt, aufgrund dessen Umweltfreundlichkeit ist und günstiger für den Güterverkehr. **Antwort Gruppe 2** Massenmotorisierung -> Ausbau des Strassennetz Einbindung in das eropäische Schienennetz Erdölkriese 1975 -> Kosten zu hoch = Strassenverkehr ging zurück (kuzfristig) **Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)** * Personen- und Güterverkehr haben sich in der Schweiz gegenläufig entwickelt. * **1970er** Güterverkehr (GV): 35% (Strasse), 50% (Schiene) Personenverkehr (PV): höhere Einkommen, mehr Freizeit und weitere Arbeitswege führten zu mehr Investitionen in den MIV (Strasse), während der GV noch dominant auf der Schiene geführt wurde, verschob sich der PV fast komplett auf die Strasse. Der GV zog nach. * **2010er** GV 50% (Strasse), 35% (Schiene) PV 80% (MIV), 20% (ÖV) Jüngst hat sich der Grossteil des GV auf die Strasse verschoben, währenddem der PV durch die verbesserten öffentlichen Verkehrsmittel schon seit den 1980er Jahren zunehmend in Richtung ÖV tendiert. * Mit der Bahnreform (NEAT, ZEB, Bahn 2000) wird versucht den PV noch mehr und den GV wieder auf die Schiene zu verlagern. ___ 1.2 Aufkommen --- Nennen Sie Gründe für die Veränderung des Verkehrsaufkommens in Industrieländern. **Antwort Gruppe 1** - Arbeitsteilung (Produktion wird auf verschiedene Standorte aufgeteilt) - Tertiärisierung (Arbeitsort unterscheidet vom Arbeitsplatz) - Höheres Einkomen und mehr Freizeit (Menschen können sich reisen leisten, Autos sind günstiger) - Massenmotorisierung **Antwort Gruppe 2** Tertiärisierung Arbeitsteilige Produktion. Waren werden selten lokal produziert. Höhere Einkommen resultieren in mehr Freizeit und mehrKonsum. Massenmotorisierung; tiefe Treibstoffpreise **Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)** * Mehr Einkommen, E-Commerce, mehr Freizeit, weitere Arbeitswege, Tertiäralisierung, Produktionsteilung = weitere Transportwege, Pendlerverkehr ___ 1.3 E-Commerce --- Interpretieren Sie die Grafik unten und versuchen Sie Rückschlüsse für das Verkehrsaufkommen in der Schweiz zu ziehen. Stimmt die Aussage, dass dadurch insgesamt weniger Verkehr aufkommt? Begründen Sie ihre Antwort. Erklären Sie hierbei den Begriff "rollende Lager". ![](https://i.imgur.com/Tyoszla.png) **Antwort Gruppe 1** Die Lagerung von Waren an einem Standort ist vergleichsweise teurer als der ständige Transport der Ware (rollendes Lager). Aufgrund dessen wird die Aussage verneint. **Antwort Gruppe 2** Bequemlichkeit begünstigt Onlinehandel. Mehr Verkehr, da Onlinehandel zu Spontaneinkäufen, mehreren Rücksendungen und erneuten Bestellungen animiert (Transport von Waren = "rollendes Lager"), was wiederum in mehr Verkehr resultiert. Aus diesem Grund verneinen wir die Aussage. **Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)** * Leichtere Kontaktaufnahme, mehr Einkommen, Globalisierung, die Bedeutung des "Face-to-Face-Kontakts", Kauf auf Probe (Zalando) führen zu mehr Verkehrsaufkommen (Rücksendung, weitere Lieferwege, internationaler Kundenkontakt, rollende Lager) * Rollende Lager sind ein Phänomen, das den E-Commerce begleitet. Lagerung ist dabei teurer als der "günstige" Verkehr (Schiff-, LKW-, Lufttransport). ___ # **2 Verkehrs-Träger** 2.1 Schienen --- Die Schweiz ist weltmeisterlich in Sachen Bahnverkehr. Erklären Sie warum? Inwiefern hängt dieses Mobilitätsverhalten mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Schweiz zusammen (Wirtschaftsgeographie T1)? **Antwort Gruppe 3** In keinem anderen Land werden so viele Bahnkilometer, wie Einwohner, als in der Schweiz gefahren. Mit Anzahl Fahrten pro Jahr/pro Einwohner sind wir sogar auf Platz 2! Durch die Investitionen in das Bahnnetz der Schweiz, wurden vielen Arbeitnehmern die Möglichkeit an eine komfortable Anreise zum Arbeitsort ermöglicht. :train: Die Bahn 2000 verfolgte das Ziel, die Schweiz in das internationale Bahnsystem einzubinden. Projekte davon waren das Knotenprinzip, welches das Ziel verfolgte, Warte- und Anschlusszeiten möglichst effizient zu gestalten. Das NEAT-Projekt diente dazu Gütter möglichst einfach zu verlagern. Dabei konnte Zeit und somit auch Energie gespart werden. **Antwort Gruppe 4** Ab ca. 1995 wurde vermehrt auf den Bahnverkehr gesetzt um vorallem den Güterverkehr von der Strasse wegzubringen. Projekte wie BAHN2000, NEAT oder Durchmesserlinie haben das Netz verbessert. Hochgeschwindigkeitszüge machen das Schienenetz auch für Personen attraktiv. **Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)** * Durch die Tertiäralisierung und der Entkopplung des Orts der Wertschöpfung vom physischen Raum (Standorttheorie) werden grössere Lieferwege mit produktionsteiliger Wertschöpfungskette bewirtk. Das führt zu einem grösseren Verkehrsaufkommen. * Netzwerkgesellschaft und Dezentralisierung von Lebensfunktionen führen zu weiteren Pendelwegen (Arbeit, Wohnen, Familie, Freizeit, etc.) ___ 2.2 Strasse, MIV --- Interpretieren Sie die Grafik unten. Auf welche Massnahmen lassen sich die Veränderungen der PM10-Konzentration in der Schweiz zurückführen? Und weshalb ist der PM10-Wert von besonderem Interesse (wer ist Hauptversursacher)? ![](https://i.imgur.com/0jKrywb.png)![](https://i.imgur.com/Uu7i6t5.png) **Antwort Gruppe 3** Die Veränderung der PM10 Konzentrationen sind auf die Dieselmotoren des IV und des Güterverkehrs zurückzuführen. Die LRV (Luftreinhalteverortnung) hat bestimmt, dass Dieselmotoren einen Partikelfilter eingebaut haben müssen. :car: **Antwort Gruppe 4** Massnahme: 2006 Bundesrat beschliesst einen Aktions plan für Feinstaub um PM10 Konzentration zu reduzieren. Z.B. mit PArtikelfilter für Dieselmotoren und strengere Emmisionsgrenzwerte für Holzheizöfen. Hauptverursacher: Der Mensch Interesse: Partikel kleiner als 10um können gesunheitliche Probleme mit sich führen. **Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)** * Dieselmotoren sind Hauptverursacher von Feinstaubpartikeln der grösse 10 Mikrometer PM10 * PM10 sind besonders mutationsfördernd (krebserregend) in biologischen Organismen (setzen sich in Atemwegen fest, bzw. diffundieren in der Lunge ins Blut) * Verschiedene Massnahmen sollen anscheinen dazu führen, dass 2020 die Feinstaubbelastung rückläufig wird (Reduktion Dieselmotoren, bessere Emissionsfilter, verkehrsregulierende Massnahmen, Bahnreform etc.) ___ 2.3 Luft und Schiff --- Beurteilen Sie die Nachhaltigkeit (alle Dimensionen) der Luft- und Schiffahrt. Suchen Sie nach Wegen diese Verkehrsträger umweltverträglicher zu machen und kopieren Sie mind. einen Web-Link in Ihre Antwort, der dafür Argumente liefert. **Antwort Gruppe 3** :ship: Nachteile des Luftverkehrs sind neben dem hohen CO2-Austoss, dass die Expansion in einem sehr hohen Luftraum geschieht.CO2, welches ausgestossen wird, wird direkt in die Atmosphäre gesetzt.Zu den Nachteilen des Schiffverkehrs gehören Organisation, welche schlechter versichert sind. Die externen Kosten, welche entstehen, tragen wiederum die Umwelt. **Antwort Gruppe 4** Luftfahrt: Gesellschaftlich und Sozial akzeptiert, sehr flexibel und günstig für den Konsumenten. Wirtschaftlich sehr lukrativ, grosse Ansprechsgruppe, tiefe Preise möglich. Ökologisch vergleichbar höchster CO2 ausstoss. Ausstoss in höheren Luftschichten 2 - 4 mal klimawirksamer als am boden. Umweltfreundlicher durch synthetisches Öl: https://www.dw.com/de/ab-wann-wird-die-luftfahrt-gr%C3%BCn/a-46363190 Schifffahrt: Wirtschaftlich transport grosser Massen möglich welche nicht ablaufen. Die Nachfrage an Schiffahrt nimmt aufgrund der lukrativeren Konkurenz ab. Ökologisch umweltfreundlicher als Strassenverkehr. Schiffsunglücke (Öltanker) können verheerende Folgen haben. **Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)** * Die Klimabilanz von einem Flug von der Schweiz nach Australien = 5 Jahre Autofahren (2500 kg Kerosin) * Bei weiten Reisen sollte man sich überlegen Klimakompensationen zu zahlen https://co2.myclimate.org/de/portfolios?calculation_id=1362514![](https://i.imgur.com/PPRCc3K.png) ![](https://i.imgur.com/Mejtzp6.png) * Die Schifffahrt gilt als vergleichsweise umweltfreundlich (z.B. wenig Infrastruktur nötig). Doch auch Kreuzfahrten sind ökologisch bedenklich, weil europäische Touristen selbst vor der südafrikanischen Küste europäisches Essen konsumieren möchten (Weihnachts-Truthan wird also am Heiligabend ökologisch teuer eingeflogen). Zudem sind die Reiserouten auf relativ grosse Gewässer begrenzt. * Viel- und Weitfliegen reduzieren, regionale Nahrungsmittel und Produkte konsumieren (mal auf die Banane verzichten und einen Apfel essen), Fleischkonsum reduzieren (Futter wird oft auch eingeflogen -> Poulet ist CO2 freundlicher als Schwein, oder Rind) ___ # **3 Verkehrs-Politik** 3.1 LSVA --- Für was steht der Begriff "LSVA"? Wen Betrifft diese Massnahme und welche verkehrspolitischen Ziele werden damit verfolgt? **Antwort Gruppe 5** LSVA: leistungsabhängige Schwerverkehrsabgaben Schwere Motorwagen über 3.5 Tonnen werden betroffen. Mehr Anreiz auf verschiebung auf Gleisen. Die LSVA erzielt in Richtung Kostenwahrheit Prinzip: Wer viel fährt, soll auch mehr bezahlen. Das Geld wird für den Bau und Unterhalt der Strassen verwendet und finanziert die NEAT. **Antwort Gruppe 6** LSVA bedeutet "leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe". Die Massnahme betrifft schweizerische und ausländische Fahrzeughalter, welche Motorfahrzeuge und Anhänger besitzen und ein Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen aufweisen, dem Gütertransport dienen und im In- und Ausland registriert sind und das öffentliche Strassennetz der Schweiz befahren. Ziele: Das LSVA setzt das Verursacherprinzip um: Wer viel fährt soll auch mehr bezahlen. Dadurch will die Schweiz das Wachstum des Strassenverkehrs begrenzen, den Güterverkehr auf die Schienen verlagern und die Umwelt entlasten. **Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)** * LSVA = Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe * Verursacherprinzip: wer viel und schwer fährt, zahlt mehr. So müssen schwere Personenwage und LKWs ab 3.5 Tonnen, sowie Busse und Reisecars dieses Entgeld entrichten. ___ 3.2 Bahnreform, NEAT --- In der Schweizer Verkehrspolitik spielt das unten abgebildete Ausbauprojekt eine übergeordnete Rolle. Von welchem Reformationsziel ist die Rede? Begründen Sie weshalb es für die Schweiz von Bedeutung ist und welche weiteren Ziele mit der Bahnreform verfolgt werden. ![](https://i.imgur.com/g5O2exs.png) ![](https://i.imgur.com/wGDgvEz.png) **Antwort Gruppe 5** Es handelt sich um die Bahnreform. * Wettbewerbsfähiger * Unternehmerische Freiheit auf den Schienen * Effizienzsteigerung * Taktfahrpläne mit kurzer Reise und Umsteigezeit * Sicherung Leistungsfähiges Bahnsystems **Antwort Gruppe 6** Für die Schweiz ist dies von Bedeutung weil so der öffentliche Verkehr gestärkt wird und dieser somit wettbewerbsfähiger und effizienter wird. So wird die zentrale wirtschaftspolotitsche Position gewahrt, die Schweiz von den Vorteilen der NEAT (Neue Eisenbahn - transversale, Lötschberg-Simplonachse und Gotthard-Achse sowie die Integration der Ostschwiez) profitieren kann und die Infrastruktur zeitgemäss und leistungsfähiger wird. **Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)** * Ziel hier: Anschluss ans europäische Hochgeschwindigkeitsbahnverkehrsnetz * Ziele der Bahnreform (1. Etappe Bahn 2000; 2. Etappe ZEB) * Effizienzsteigerung des ÖVs und Sicherung eines leistungsfähigen Bahnsystems * Grenzüberschreitende Verkehrsförderung * Verabschiedung von der Staatsbahn (freier Netzanschluss, keine Defizitsgarantie/Staatsgarantie mehr, etc.) * Wahrung Alpenschutzartikel (Art. 84, BV) * Grossprojekte: NEAT, Lötschberg-Simplon-Achse (2007), Gotthard-Achse (2016), Integration Ostschweiz ___ 3.3 Alpenschutzartikel --- Im Alpenschutzartikel (Bundesverfassung, BV Art. 84) steht: *"Der Bund schützt das Alpengebiet vor den negativen Auswikrungen des Transitverkehrs..."* a) Was für negative Auswirkungen verursacht der Transitverkehr? b) Nennen Sie weitere Ziele des Art. 84. c) Welche Konsequenzen für die zukünftige bauliche Veränderung der Schweizer Verkehrsinfrastruktur sind damit verbunden? **Antwort Gruppe 5** a) CO2 Ausstoss, Lärm und potenzielle zerstörung der Lebensräume b) Transitstrassen-Kapazität darf nicht erhöht werden durch Gütertransitverkehr von Grenze zu Grenze. Diese sollte auf den Schienen erfolgen. c) siehe a) **Antwort Gruppe 6** a) Co2-Emissionen in wichtigen Lebensräumen, Lärmverursachung, Zerschneidungen von Landfläche,in anspruchnahme von ökologisch wertvollen Flächen, Unfälle b) Umweltschutz, Reduzierung Ausstoss von Treibhausgasen und Schadstoffen, sinvolle Raumplanung c) Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet sollen zukünftig nicht erhöht werden.Ausgeschlossen von dieser Konsequenz sind Umfahrungsstrassen, die Ortschaften vom Durchgangsverkehr entlasten. Der Gütertransitverkehr von Grenze zu Grenze soll zukünftig auf der Schiene erfolgen. **Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)** * Es dürfen nun 40t-er auf unsere Strassen (Externalisierung der Kosten; Trittbrettfahrer) * Mehr Feinstaubbelastung (PM10) durch mehr Verkehrsaufkommen * Ziele des Art. 84 * Mensch, Tiere, Pflanzen und deren Lebensraum sollen nicht zu Schaden kommen * alpenquerender Güterverkehr muss von Grenze zu Grenze komplett auf die Schiene * Transitstrassenkapazität im Alpengebiet darf nicht erhöht werden (ausser Umfahrungsstrassen, die Verkehr entlasten) * Konsequenzen * Bis 2025 müssen alle Transitstrassen fertig sein * Bahninfrastruktur muss effizienter und moderner werden (Bahnreform) ___