# T4 Verkehr P55

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**A1**: Auf dieser Website können Sie Ihre Notizen und Zusammenfassungen der Klasse zur Verfügung stellen. Bearbeiten Sie bitte nur Ihren Bereich (Gruppe x: "Text").
**Happy Hacking :)**
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# **Lernziele**
Studierende können ...
- [ ] LZ1: ... erklären, weshalb das Verkehrsaufkommen in vielen Industriestaaten stark anwächst.
- [ ] LZ2: ... die Entwicklung in der Verkehrswirtschaft der Schweiz schildern.
- [ ] LZ3: ... die verschiedenen Verkehrsmittel bzgl. Energieverbrauch, Raumverbrauch und Schadstoffausstoss vergleichen.
- [ ] LZ4: ... die Ziele der schweizerischen Verkehrspolitik erläutern.
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**Mögliche Prüfungsfragen**
# **1 Verkehrs-Entwicklung**
1.1 Infrastruktur
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In der Abbildung unten sehen Sie die Veränderungen der Investitionen in die Schienen- und Strasseninfrastruktur der Schweiz von 1950 – 2010. Erklären Sie, weshalb sich die Kurven unterschiedlich entwickelt haben?

**Antwort Gruppe 1**
Entwicklung Strasseninfrastruktur
- Benutzung Autos stark gestiegen (Moterisierung und Massenproduktion)
- Güterverkehr stark gestiegen
Entwicklung Schieneninfrastruktur
- Erst ab 1994 stärker gefördert (Gotthard)
- Schweizer Weltmeister in öv-Benutzung
Fazit
- Beide Infrastrukturen stark ausgebaut (Wirtschaftaufschwung) 1. Strasse dann 2. Schiene
**Antwort Gruppe 2**
Zu Beginn der Aufzeichnung bestand zwischen den Investitionen des Strassenverkehrs und Schienenverkehrs eine grosse Differenz. Jedoch nahm der Schienenverkehr immer mehr an Bedeutung zu, bis sie sogar 2004 gleich viele Staatsausgaben wie der Strassenverkehr.

Dieser Wandel lässt sich durch die steigende Bevölkerungsanzahl und daraus folgenden Pendlerverkehr erklären. Ausserdem wurde die Anknüpfung an die Nachbarländer ausgebaut. Man wollte eine verkürzte Reisezeit zwischen den
Grossstädten erzielen indem man die Schienen ausbaute und neue Reglemente und Bestimmungen einführte.
==**Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)**==
* Personen- und Güterverkehr haben sich in der Schweiz gegenläufig entwickelt.
* **1970er**
Güterverkehr (GV): 35% (Strasse), 50% (Schiene)
Personenverkehr (PV): höhere Einkommen, mehr Freizeit und weitere Arbeitswege führten zu mehr Investitionen in den MIV (Strasse), während der GV noch dominant auf der Schiene geführt wurde, verschob sich der PV fast komplett auf die Strasse. Der GV zog nach.
* **2010er**
GV 50% (Strasse), 35% (Schiene)
PV 80% (MIV), 20% (ÖV)
Jüngst hat sich der Grossteil des GV auf die Strasse verschoben, währenddem der PV durch die verbesserten öffentlichen Verkehrsmittel schon seit den 1980er Jahren zunehmend in Richtung ÖV tendiert.
* Mit der Bahnreform (NEAT, ZEB, Bahn 2000) wird versucht den PV noch mehr und den GV wieder auf die Schiene zu verlagern.
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1.2 Aufkommen
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Nennen Sie Gründe für die Veränderung des Verkehrsaufkommens in Industrieländern.
**Antwort Gruppe 1**
- Pendlerverkehr
- Verteilung Rohstoffe und Güter im Raum
- Tertiärisierung
- Arbeitsteilige Produktion
- höheres Einkommen, mehr Freizeit
- Massenmotorisierung
**Antwort Gruppe 2**
- steigender Wohlstand und mehr Freizeit -> Massenmotorisierung
- Suburbanisierung -> Pendlerverkehr
- Import und Export -> wirtschaftliche Vorteil
- Tourismus und Freizeitaktivitäten
- Transit und Binnenverkehr
==**Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)**==
* Mehr Einkommen, E-Commerce, mehr Freizeit, weitere Arbeitswege, Tertiäralisierung, Produktionsteilung = weitere Transportwege, Pendlerverkehr
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1.3 E-Commerce
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Interpretieren Sie die Grafik unten und versuchen Sie Rückschlüsse für das Verkehrsaufkommen in der Schweiz zu ziehen. Stimmt die Aussage, dass dadurch insgesamt weniger Verkehr aufkommt? Begründen Sie ihre Antwort.
Erklären Sie hierbei den Begriff "rollende Lager".

**Antwort Gruppe 1**
Rollende Lager = Güter auf Transportweg anstatt im Lagerraum (keine Miete)
Mehr Verkehr weil,
- Importverhalten höher aufgrund Globalisierung (Feinverteilung)
Weniger Verkehr weil,
- Einkaufsverkehr sinkt (z.B. Zalando)
- Detailhandelverkehr sinkt, da weniger Nachfrage für Kauf
**Antwort Gruppe 2**
Die Tendenz sehen wir eher in einer Zunahme des Verkehrs.
Obwohl durch den Onlinehandel weniger in die Stadt fahren um einzukaufen stiegert sich der Gütertransport auf Schienen und Strassen. Die Güter legen ausserdem tendenziel eine grössere Distanz zurück. Beispiele sind Wish aus China oder Asos aus England.
"rollendes Lager": Wenn der Transportweg einer Ware billiger ist als die Ware zu lagern.
==**Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)**==
* Leichtere Kontaktaufnahme, mehr Einkommen, Globalisierung, die Bedeutung des "Face-to-Face-Kontakts", Kauf auf Probe (Zalando) führen zu mehr Verkehrsaufkommen (Rücksendung, weitere Lieferwege, internationaler Kundenkontakt, rollende Lager)
* Rollende Lager sind ein Phänomen, das den E-Commerce begleitet. Lagerung ist dabei teurer als der "günstige" Verkehr (Schiff-, LKW-, Lufttransport).
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# **2 Verkehrs-Träger**
2.1 Schienen
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Die Schweiz ist weltmeisterlich in Sachen Bahnverkehr. Erklären Sie warum? Inwiefern hängt dieses Mobilitätsverhalten mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Schweiz zusammen (Wirtschaftsgeographie T1)?
**Antwort Gruppe 3**
Pro Jahr legt der Schweizer die Schweizerin 2258km mit der Bahnzurück.Die Eisenbahn steht immer auch mit Industrialisierung in Verbindung und nicht weniger mit der Strukturwandlung. Unternehmen wählen Ihre Standorte zentral Bsp. Zürich HB.
**Antwort Gruppe 4**
Dichtes Eisenbahnnetz, Bahn 2000, die Schweiz ist zentral, NEAT, Bahnreform
==**Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)**==
* Durch die Tertiäralisierung und der Entkopplung des Orts der Wertschöpfung vom physischen Raum (Standorttheorie) werden grössere Lieferwege mit produktionsteiliger Wertschöpfungskette bewirtk. Das führt zu einem grösseren Verkehrsaufkommen.
* Netzwerkgesellschaft und Dezentralisierung von Lebensfunktionen führen zu weiteren Pendelwegen (Arbeit, Wohnen, Familie, Freizeit, etc.)
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2.2 Strasse, MIV
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Interpretieren Sie die Grafik unten. Auf welche Massnahmen lassen sich die Veränderungen der PM10-Konzentration in der Schweiz zurückführen? Und weshalb ist der PM10-Wert von besonderem Interesse (wer ist Hauptversursacher)?

**Antwort Gruppe 3**
Aktionsplan des Bundes von 2006 zur Reduzierung der Luftbelastung durch Feinstäube z.B. Partikelfilter für Dieselmotoren und strengere Emissionswerte für Holzheizungen. Dies führt zu den Dieselmotoren als Hauptverursacher.
**Antwort Gruppe 4**
Durch neue Entwicklungen gibt es einen geringeren Schadstoffausstoss. (PM10 = Feinstaub)
Der Hauptverursacher von PM10 sind Dieselmotore.
==**Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)**==
* Dieselmotoren sind Hauptverursacher von Feinstaubpartikeln der grösse 10 Mikrometer PM10
* PM10 sind besonders mutationsfördernd (krebserregend) in biologischen Organismen (setzen sich in Atemwegen fest, bzw. diffundieren in der Lunge ins Blut)
* Verschiedene Massnahmen sollen anscheinen dazu führen, dass 2020 die Feinstaubbelastung rückläufig wird (Reduktion Dieselmotoren, bessere Emissionsfilter, verkehrsregulierende Massnahmen, Bahnreform etc.)
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2.3 Luft und Schiff
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Beurteilen Sie die Nachhaltigkeit (alle Dimensionen) der Luft- und Schiffahrt. Suchen Sie nach Wegen diese Verkehrsträger umweltverträglicher zu machen und kopieren Sie mind. einen Web-Link in Ihre Antwort, der dafür Argumente liefert.
**Antwort Gruppe 3**
Luftfahrt
Ökon.: - schnell
Ökol.: - Umweltschädlich
Soz. : - Laut, demographische Bewegung
Schifffahrt
Ökon.: -günstig, langsam, Güterverkehr
Ökol.: -Umweltfreundlicher(exkl. ÖL-Katastrophe)
Soz. : -
-
**Antwort Gruppe 4**
Das Flugzeug ist das umweltschädlichste Transportmittel der Welt.
Luftfahrt: - Flug teurer machen
- Flugfracht zu Schiffsfracht
Schiffahrt braucht am wenigsten Energie.
Schiffahrt: - besserer Bau von Schiffen
https://www.dw.com/de/der-klimawandel-und-das-fliegen/a-42094220
==**Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)**==
* Die Klimabilanz von einem Flug von der Schweiz nach Australien = 5 Jahre Autofahren (2500 kg Kerosin)
* Bei weiten Reisen sollte man sich überlegen Klimakompensationen zu zahlen https://co2.myclimate.org/de/portfolios?calculation_id=1362514

* Die Schifffahrt gilt als vergleichsweise umweltfreundlich (z.B. wenig Infrastruktur nötig). Doch auch Kreuzfahrten sind ökologisch bedenklich, weil europäische Touristen selbst vor der südafrikanischen Küste europäisches Essen konsumieren möchten (Weihnachts-Truthan wird also am Heiligabend ökologisch teuer eingeflogen). Zudem sind die Reiserouten auf relativ grosse Gewässer begrenzt.
* Viel- und Weitfliegen reduzieren, regionale Nahrungsmittel und Produkte konsumieren (mal auf die Banane verzichten und einen Apfel essen), Fleischkonsum reduzieren (Futter wird oft auch eingeflogen -> Poulet ist CO2 freundlicher als Schwein, oder Rind)
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# **3 Verkehrs-Politik**
3.1 LSVA
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Für was steht der Begriff "LSVA"? Wen Betrifft diese Massnahme und welche verkehrspolitischen Ziele werden damit verfolgt?
**Antwort Gruppe 5**
LSVA: steht für leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe in der Schweiz für Lkw-Transporte.Eine Steuer für den Schwerverkehr (Lkw-Transporte inkl. Reisebus), die nach dem Verursacher Prinzip erhoben wird.
Die Massnahme betrifft hauptsächlich Schwerverkehr (Lkw- Transporte
Ziele:
• Durchsetzen des Verursacherprinzip
• Anreiz falls Kosten zu hoch werden auf Schienentransport
**Antwort Gruppe 6**
LSVA: Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe
Zur Kostenwahreheit müssen Lastwagen und Reisbusse eine Abgabe, gemessen an Gewicht und zurückgelegene Kilometer, leisten. Dies schafft einen Anreiz, die Schiene zu benutzen.
==**Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)**==
* LSVA = Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe
* Verursacherprinzip: wer viel und schwer fährt, zahlt mehr. So müssen schwere Personenwage und LKWs ab 3.5 Tonnen, sowie Busse und Reisecars dieses Entgeld entrichten.
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3.2 Bahnreform, NEAT
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In der Schweizer Verkehrspolitik spielt das unten abgebildete Ausbauprojekt eine übergeordnete Rolle. Von welchem Reformziel ist die Rede? Begründen Sie weshalb es für die Schweiz von Bedeutung ist und welche weiteren Ziele mit der Bahnreform verfolgt werden.


**Antwort Gruppe 5**
Verbindung der CH-Städte in die Europäischen Grossstädte möglichst Effizienz zu gestalten sowie die Reisezeit zu verkürzen.
Beispiel Zürich nach Mailand:
2012: 4h 15min
Ziel 2020: 2h30 min.
Bedeutung: Verbindung Nord- und Süd Europas der beiden Basistunnel.
Weitere Ziele: mehr Flexibilität und unternehmerische Freiheit. So können attraktivere Angebote erschaffen werden.
Grenzüberschreitung wird erleichtert und somit können der Einsatz von Sicherheitsdiensten verringert werden.
**Antwort Gruppe 6**
Das Reformziel der Effizientsteigerung im öffentlichen Verkehr durch die Erleichterung des grenzüberschreitenden Verkehrs.
Die Reisezeit von der Schweiz in europäische Grossstädte wird durch das Hochgeschwindigkeitsbahnnetz wesentlich verkürzt, was den Schienenverkehr attraktiver gestaltet.
Ein weiteres Ziel der Bahnreform ist die Sicherung eines leistungsfähigen Bahnsystems.
==**Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)**==
* Ziel hier: Anschluss ans europäische Hochgeschwindigkeitsbahnverkehrsnetz
* Ziele der Bahnreform (1. Etappe Bahn 2000; 2. Etappe ZEB)
* Effizienzsteigerung des ÖVs und Sicherung eines leistungsfähigen Bahnsystems
* Grenzüberschreitende Verkehrsförderung
* Verabschiedung von der Staatsbahn (freier Netzanschluss, keine Defizitsgarantie/Staatsgarantie mehr, etc.)
* Wahrung Alpenschutzartikel (Art. 84, BV)
* Grossprojekte: NEAT, Lötschberg-Simplon-Achse (2007), Gotthard-Achse (2016), Integration Ostschweiz
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3.3 Alpenschutzartikel
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Im Alpenschutzartikel (Bundesverfassung, BV Art. 84) steht: *"Der Bund schützt das Alpengebiet vor den negativen Auswikrungen des Transitverkehrs..."*
a) Was für negative Auswirkungen verursacht der Transitverkehr?
b) Nennen Sie weitere Ziele des Art. 84.
c) Welche Konsequenzen für die zukünftige bauliche Veränderung der Schweizer Verkehrsinfrastruktur sind damit verbunden?
**Antwort Gruppe 5**
a) Mehr Verkehr führt zu mehr Lärm sowie zu hohen CO2 -Ausstössen, die wiederrum den Permafrostboden erhöhen.
b) Ziele:
1. Schutz Alpengebiet sowie Flora und Fauna
2. Bevölkerungsschutz anhand Lärmdämmung
3. Alpenstransit bzw. keine Asubauung der Autostrassen
c) Konsequenzen: Güterverkehr soll auf die Schiene verlagert werden, d.h. mehr Bahnfahrten weniger Autos
**Antwort Gruppe 6**
a) Hohe Lärm- und Umweltbelastung, Stassen sind überlastet
b) Ziele:
- Belasung des Transitverkehrs auf ein Mass begrenzen, das Flora und Fauna nicht schadet
- Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet nicht erhöhen
- Der alpenquerende Güter-Transitverkehr von Grenze zu Grenze erfolgt auf der Schiene
c) Bessere Verkehrsverbindungen, Tunnelbau, Strassenausbau
==**Das Wichtigste in Kürze (Lehrperson)**==
* Es dürfen nun 40t-er auf unsere Strassen (Externalisierung der Kosten; Trittbrettfahrer)
* Mehr Feinstaubbelastung (PM10) durch mehr Verkehrsaufkommen
* Ziele des Art. 84
* Mensch, Tiere, Pflanzen und deren Lebensraum sollen nicht zu Schaden kommen
* alpenquerender Güterverkehr muss von Grenze zu Grenze komplett auf die Schiene
* Transitstrassenkapazität im Alpengebiet darf nicht erhöht werden (ausser Umfahrungsstrassen, die Verkehr entlasten)
* Konsequenzen
* Bis 2025 müssen alle Transitstrassen fertig sein
* Bahninfrastruktur muss effizienter und moderner werden (Bahnreform)
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