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title: Reisebericht aus Rojava
tags: DieLinke, SDS, JXK/YXK
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Reisebericht aus Rojava
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von JXK/YXK & SDS Darmstadt vom 06.02.2020
Am Donnerstagabend fand in der TU Darmstadt unsere Veranstaltung "Ein Reisebericht aus Rojava" statt. Dort berichtete ein Freund, der ein halbes Jahr in Rojava - unter anderem in Qamislo, Kobané und Hesice, aber auch der internationalistischen Kommune - war, zunächst von seiner Reise und seinen Erfahrungen und Eindrücken vor Ort. Danach stellte er die aktuelle Entwicklung der politischen Lage Rojavas dar.
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Viele Internationalist_innen besuchen Rojava und beteiligen sich am Widerstand, Wiederaufbau der zerstörten Städte, oder an ökologischen Projekten. Wichtig ist es, auch nach der Rückkehr politisch zu arbeiten und revolutionär zu bleiben. Der Aufenthalt soll nicht dazu dienen, den eigenen Lebenslauf zu füllen, sondern den Internationalist_innen revolutionäre Gedanken und freies und solidarisches Leben näherbringen. So soll der Internationalismusgedanke in die jeweiligen Heimatländer getragen werden.
Auch auf die Kampagne "[Make Rojava Green Again](https://makerojavagreenagain.org/book/)" wurde eingegangen, durch zahlreiche Projekte wird das Leben ökologischer und nachhaltiger gestaltet. So sollen Monokulturen, die den Boden unfruchtbar machen und eine dauerhafte Nutzung unmöglich machen, durch jährlich wechselnden Anbau ausgetauscht werden. Welche Pflanzen angebaut werden, wird gemeinsam nach Bedarf entschieden. Ein weiteres Problem der Weizen-Monokulturen ist, dass in den Gegenden, in denen Weizen angepflanzt wird, nicht genug Mühlen vorhanden sind. Das heißt, der Weizen muss zuerst zu Mühlen transportiert werden und dann als Mehl wieder in die Anbauregionen zurück. So entsteht eine Abhängigkeit vom Staat Syrien, die nicht notwendig wäre, wenn nach Bedarf angebaut und weiterverarbeitet werden würde.
Zu den Projekten gehören auch Baumschulen und die Arbeit mit lokalen öklogischen Projekten und Gruppen, wie Fridays for Future Rojava.
Auch mit den Studierenden verschiedener Universitäten wurde zusammengearbeitet, so wurden sie dabei unterstützt, eine Olympiade im Stadion zu veranstalten.
Er ging auch darauf ein, dass Student_innen sich selbstständig organisieren und sich treffen, um Müll in der Stadt einzusammeln, da Verschmutzung eine der häufigsten Todesursachen ist. Auch haben sie Einfluss auf den Lehrplan, so können im Rahmen der jeweiligen Studiengänge auch umweltpolitische Themen behandelt werden.
Unser Freund war sehr beeindruckt von der Geschwindigkeit, mit der die Bevölkerung Rojavas die teilweise zu 90 bis 95% zerstörten Städte wiederaufbauten. Nach vier Jahren stehen wieder ganze Viertel und die Versorgung kann auch gewährleistet werden. Er hatte auch die Möglichkeit, das Frauendorf Jin War zu besuchen. Die Solidarität der Frauen untereinander hat ihn sehr beeindruckt, auch die Unabhängigkeit und Freiheit der Frauen.
Nach diesem spannenden und ausführlichen Vortrag hatten die Zuhörer_innen noch die Gelegenheit (Nach-) Fragen zu stellen und zu diskutieren.
Wir bedanken uns bei allen die da waren und mitdiskutiert haben und freuen uns auf kommende Veranstaltungen!
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Referenzen zum Thema:
+ [Make Rojava Green Again](https://makerojavagreenagain.org/book/)
+ [Jenseits von Staat, Macht und Gewalt](http://civaka-azad.org/jenseits-von-staat-macht-und-gewalt/)
+ [Subreddit r/rojava](https://www.reddit.com/r/rojava/)
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