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title: Wo Anfangen?
tags: Medientheorie, Sprache, Rhetorik, Schrift
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# **TEACHING MEDIA**
## **MEDIENTHEORIE FÜR DIE SCHULPRAXIS** GRUNDLAGEN, BEISPIELE, PERSPEKTIVEN
Elisabeth Kampmann, Gregor Schwering
2017 transcript Verlag, Bielefeld
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<!-- Seite 43 -->
### **5. Eine Geschichte der Medien und Mediendiskurse: von den Anfängen bis zur Gegenwart**
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#### **WO ANFANGEN?**
Dass dies keine belanglose Frage ist, konnte oben schon deutlich werden, als es um die Konstruktion von Geschichte ging, d.h. um den Blick, der aus ganz ver-schiedenen Winkeln (Modelle) auf sie geworfen werden kann. Also: Seit wann gibt es Medien und wo beginnt folglich ihre Historie? Startet diese erst mit den modernen Medien, also jenseits der ›Gutenberg-Galaxis‹ (McLuhan)[^McLuhan1964] z.B. mit der Fotografie? Das wäre im 19. Jahrhundert und die Geschichte der Medien wäre entsprechend kurz. Oder liegt der Nullpunkt viel früher, insofern auch die Sprache als Medium bezeichnet werden kann und muss?
Aus mehreren Gründen liegt es nahe, letzteres anzunehmen. Denn zum einen wollen wir nicht in die Nähe einer des Öfteren beklagten »Sprachvergessenheit der Medientheorie« (Jäger 2000, S. 9)[^Jaeger2000] geraten. Zum anderen gehen wir davon aus, dass Medien Mittel der Übertragung, Speicherung, Be- und Verarbeitung von Informationen sind. Mit Johann Gottfried Herder beispielsweise lässt sich dies nun bereits für die Sprache behaupten und es ist der Romantiker Novalis, der die Sprache schon explizit als Medium bezeichnet. Aber auch Kittler merkt zwei Jahrhunderte später, also nach Entwicklung der modernen Medien, an, dass sich die Trennung zwischen technischen und nicht-technischen Medien nicht so einfach aufrechterhalten lässt, wie man vielleicht denkt: »Sprache und Schreiben, […] Sprache und Grammatik, Sprache und Codierung [liefern] ja schon Beweise genug dafür […], dass die Sprache selber Technik oder Technologie im weitesten Sinne ist« (Kittler 1992, S. 156)[^Kittler1992]. Auch die Sprache also – und nicht erst z.B. der Computer – weist ›technische‹ Merkmale auf, insofern sie auf Codes (Begriffe) und Steuerung (Grammatik) angewiesen ist. Aber auch, wenn man die Sprache nicht als ›technisches‹ Medium auszeichnen möchte, sind, pointiert es Rainer Leschke, »[m]edienwissenschaftliche Theorieansätze […] durchaus bereits vor der Einführung der Disziplin, ja bereits vor der Etablierung des heute gebräuchlichen Medienbegriffs aufzu<!-- Seite 44 -->finden« (Leschke 2003, S. 23)[^Leschke2003]. Als solche zu identifizieren, sind sie freilich nur in der Rückprojektion, d.h. in der Folge einer Sichtweise, die in der Vergangenheit jene Spuren sucht, die der Gegenwart etwas zu sagen haben.
Aber wie auch immer man die Sache nun angehen möchte – ob man mit Kittler der Meinung ist, dass sich die Geschichte der technischen Medien auf die der Sprache ausweiten lässt, ob man mit Ludwig Jäger eine ›Sprachvergessenheit‹ der Medientheorie vermeiden möchte oder auch beides bejaht –, bleibt es doch dabei: Wann beginnt dann die Mediengeschichte? Wer erfand die Sprache bzw. wann gelang es Menschen erstmals, Laute so zu fixieren, dass mit ihnen Informationen übertragen, gespeichert, be- und verarbeitet werden konnten? Oder anders gefragt: Wann genau waren unsere Ahnen in der Lage, eine Geschichte – etwa die einer Jagd – so zu erzählen, dass sie allgemein verständlich und also für andere nachvollziehbar wurde, d.h. über rein individuelle Lautäußerungen hinausging?
Dass darüber bis heute nur spekuliert werden kann, ist leicht einzusehen: Wann der Mensch die Sprache fand (oder sie ihn?), bleibt im Nebel der Prähistorie. Dennoch hoffen wir, dass mit diesen einleitenden Ausführungen klar wird, warum wir einerseits mit unserer Medienhistoriographie bei der Sprache einsetzen, sowie andererseits dieser Punkt eben deshalb eine Setzung bleiben muss bzw. der Anfang der jetzt folgenden Erzählung historischer Ereignisse auch anders hätte markiert werden können.
Allerdings ist dieser Einsatz nicht nur willkürlich, wenn wir von dem von uns favorisierten Modell, also einer Analyse der Mediendiskurse, ausgehen. Dabei ist mit Foucault ja zu beachten, dass diese Diskurse nicht einfach Sprechweisen sind, sondern darüber hinaus eine Regelhaftigkeit ausbilden (und ihr folgen), die ihren Gegenstand zugleich erzeugt, organisiert und kanalisiert. Auf die Sprache bezogen, kämen damit für eine Setzung des Anfangs der Mediengeschichte jene Aussagen in Betracht, die versuchen, das Medium im Sprechen über es zu organisieren oder seine Gefahren zu bestimmen, um diese zu kontrollieren. Wo in der Frühzeit der Menschheit lassen sich nun solche Sprechweisen finden oder wann beginnt eine Reflexion über die Sprache auch als deren Problematisierung?
### **SPRACHE: REDEKUNST UND SCHRIFTKRITIK (ANTIKE)**
Wir können hier annehmen, dass dies in der Antike der Fall ist bzw. genauer: im antiken Griechenland. Dort nämlich entsteht mit der Rhetorik eine Anleitung zur Redekunst, die ebenso, wie sich zeigen wird, eine Theorie der Sprache (als Medium) ist. Die Ursache dafür war, dass männliche Bürger sich beispielsweise vor Gericht selbst verteidigen und dafür die Regularien des öffentlichen Sprechens beherrschen mussten. Diese zu erlernen, gab es Redelehrer, die<!-- Seite 45 --> ihren Schülern oder Klienten bei der Erstellung sowohl einer solchen Rede als auch deren Vortragsvorbereitung entweder zur Hand gingen oder auch die Rede gleich selbst verfassten.
#### **Rhetorik**
Den ersten Versuch, die Mittel und Wege der Beredsamkeit systematisch darzustellen, unternimmt ca. 340 v. Chr. der griechische Philosoph Aristoteles in seiner wirkmächtigen, _Rhetorik_ betitelten Schrift. Sie besteht aus drei Büchern. Dort erörtert Aristoteles im ersten Buch die Situation des Redners, im zweiten die der Zuhörer, um sich dann im dritten Buch mit der Verfassung der Botschaft selbst zu beschäftigen. In diesem Sinne unterscheidet der Autor nun zwischen verschiedenen Redeformen – Beratungsrede, Gerichtsrede, Festrede – und geht weiter davon aus, dass es bei der Kunst des öffentlichen Sprechens darauf ankommt, das »Überzeugende, das jeder Sache innewohnt« (Aristoteles 2007, S. 11)[^Aristoteles2007] zuerst zu erkennen, um es dann auch entsprechend in Worte zu fassen. Da das aber, meint Aristoteles, nicht einfach so geht, sind mehrere Schritte nötig, die eine ebenso kunstvolle wie erfolgreiche Rede allererst ermöglichen. Diese lassen sich wie folgt auflisten (aus Gründen der besseren Lesbarkeit nutzen wir die lateinischen Begriffe anstelle des griechischen Alphabets): Am Anfang steht die Sammlung der Gedanken, die _inventio_, in der es zugleich um das Auffinden möglicher Argumente geht. Daraufhin folgt deren Gliederung in der _dispositio_. Den nächsten Schritt vollzieht die _elocutio_, d.h. die Einkleidung der Gedanken/Argumente in eine sprachliche Darstellung. Nun folgt die _memoria_, das Memorieren der Rede für den öffentlichen Auftritt. Den Schlusspunkt setzt die _pronuntiatio/actio_, also der Vortrag selbst sowie dessen Begleitung durch die Betonung oder Gestik des Redners.
Doch ist es damit nicht genug, insofern sich eine gute Rede weiterhin durch eine gelungene Beweisführung sowie deren stilistische Gestaltung auszeichnet. Folglich darf auch hier, so Aristoteles, nicht aufs Geratewohl gearbeitet, sondern muss streng methodisch – systematisch – vorgegangen werden. Und so bietet der Philosoph wiederum sachdienliche Hinweise und Richtlinien an (vgl. ebd., S. 194ff.):[^Aristoteles2007] Die Rede vor dem Volk etwa sollte hinsichtlich der Beweisführung für ihre Argumentation hauptsächlich Beispiele nutzen, während sich die Gerichtsrede auf Prämissen zu stützen hat, die als allgemein anerkannt gelten. Aber auch die Stilmittel betrachtet Aristoteles ausführlich, da es nicht »genügt […] zu wissen, was man sagen muss, sondern es ist auch notwendig zu wissen, wie man dies sagen muss« (ebd., S. 152)[^Aristoteles2007]. In dieser Hinsicht verfügt die antike Rhetorik über einen ganzen Katalog möglicher _Tropen_ (Metapher, Metonymie, Hyperbel etc.) und _Figuren_ (Ellipse, Anapher, Chiasmus etc.), um das, mit Aristoteles, »Überzeugende« auch überzeugend zu inszenieren. Sprache erscheint darin als ein weites Feld und kompliziertes Mit<!-- Seite 46 -->tel, dessen Durchschreitung, Beherrsschung sowie Anwendung beträchtliche Kenner- und Könnerschaft verlangt.
Dabei ist es im hier vorgegebenen Rahmen weder möglich, die aristotelische Rhetorik detailliert sowie in ihrer vollen Komplexität zu behandeln noch kann auf etwaige Vorgänger (Platon) oder Nachfolger (Quintilian) eingegangen werden. Doch wird trotz der Kürze unserer Überlegungen schon deutlich, dass die antike Rhetorik wenig bis nichts mit dem zutun hat, was man heute unter Rhetorik in den einschlägigen Trainings oder Seminaren versteht. Es geht nicht einfach darum, einen in Redeform und -vollzug möglichst stilsicheren, schwung- und glanzvollen Auftritt ›hinzulegen‹ sowie beim Publikum Eindruck zu schinden, sondern ebenso und weit eher darum, Sprache in ihren Möglichkeiten, Mechanismen, Tiefen und Untiefen auszuloten — nicht umsonst setzt Aristoteles’ Rhetorik gegen eine Kunst der Überredung, Verführung, Übertreibung oder des schönen Scheins auf ein »wissenschaftliches« (ebd., S. 12)[^Aristoteles2007] Programm, das seinen Gegenstand systematisch einkreist und beobachtetet.
Damit lässt sich jetzt sagen, dass in der Rhetorik eine Theorie der Sprache vorliegt, die, wie gesehen, darüber nachdenkt, wie und in welcher Form Informationen übertragen, gespeichert, be- und verarbeitet werden können, d.h. Sprache als Medium anschreibt. Aus diskursanalytischer Perspektive wäre dem noch hinzuzufügen, dass die aristotelische Rhetorik, wenn sie die Formen bloßer Überredungskunst und Rabulistik als solche denunziert sowie sie durch ein analytisches Vorgehen zu kontern versucht, die Sprache sowohl zu organisieren trachtet als auch auf deren Kontrolle abzielt. Zur Debatte stehen Regelungen (mindestens: Richtlinien), die einer unkontrollierten Sprachnutzung im Bereich der öffentlichen Rede Grenzen setzen sollen. Jene, schreibt der Philosoph, die »teils aus Ungebildetheit, teils aus Großtuerei und anderen menschlichen Schwächen einen Anspruch auf sie [die Rhetorik] erheben« sollen eines Besseren belehrt werden: Anstatt zu prahlen oder die Möglichkeiten der Sprache lediglich zur Verführung der Zuhörer einzusetzen, kommt es, richtig besehen, darauf an »Wahres oder Wahrscheinliches« (ebd., S. 13)[^Aristoteles2007] nach festen Vorgaben in Szene setzen. In diesem Sinne sieht es der französische Literatur- und Kulturwissenschaftler Roland Barthes, der 1970 eine ebenso kenntnisreiche wie bis heute lesenswerte Einführung in die Rhetorik veröffentlicht, wie folgt:
>Als ein System von »Regeln« ist die Rhetorik […] sowohl ein Lehrbuch mit Anleitungen, die einen praktischen Zweck verfolgen, als auch ein Gesetzbuch, ein Corpus moralischer Vorschriften, deren Rolle darin besteht, die »Abweichungen« der emotionsgeladenen Sprache zu überwachen (das heißt zu erlauben und zu beschränken). (Barthes 1988, S. 17)
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Mit der alten Rhetorik haben wir eine »historische Medientheorie« (Schanze 2001a, S. 230)[^Schanze2001a] kennengelernt, die zugleich eine Problematisierung ihres Mediums betreibt, d.h. auf Spannungen und Gefahren aufmerksam macht, die sich mit dessen Nutzung verbinden können, und die es abzuwenden gilt. Für Aristoteles sind dies eine ungenügende Reflexion über die Sprache sowie die Ausartung rhetorischer Sprachkunst zur bloßen Volksverführung oder Angeberei, d.h. die Instrumentalisierung der Rede im Rahmen menschlicher Schwäche.
#### **Schrift**
Über die Tiefen und Untiefen der Redekunst hinaus benennt der antike Philosoph noch eine weitere Schwierigkeit, die wir allerdings zumeist der jüngeren Mediengeschichte zuzuordnen gewohnt sind: das Problem der Medienkonkurrenz. Indem Aristoteles nämlich die Unterscheidung zwischen geschriebener und gesprochener Sprache thematisiert, rückt er eine Fragestellung in den Fokus, die zuvor bereits Platon, den Lehrer des Aristoteles, ins Grübeln gebracht hatte. Die einschlägigen Äußerungen dazu finden sich vor allem in Platons _Phaidros_-Dialog (vgl. auch S. 197-204 des vorliegenden Buchs). Allerdings kann, ohne hier schon alles vorwegzunehmen, gesagt werden, dass Platons Text der Schrift heftig misstraut.
Dabei ist diese zu Platons Zeit bereits ein wohlbekanntes Medium, das vor den Griechen schon die Sumerer (Keilschrift) oder Ägypter (Hieroglyphen) nutzten. Hier wurde Schrift mit Griffeln in Tontafeln geritzt, in Stein gehauen sowie mit Tusche auf Papyrus oder Pergament aufgetragen. Das griechische Alphabet, das erstmals auch Vokale umfasst, entstand um 800 v. Chr. Doch ist Schrift nicht nur eine Technik zur Herstellung von Buchstaben. Weiterhin lässt sich Schrift nämlich als Verwendung konventionalisierter Zeichen zur dauerhaften Fixierung und Repräsentation gesprochener Sprache definieren. Schrift eröffnet damit innerhalb der Sprache einen neuen Ort, der zugleich eigenen Gesetzen folgt: Gegen die Flüchtigkeit der Laute setzt die Schrift deren Speicherung, Sammlung und Aufbewahrung (Bibliothek) sowie spätere Lektüre auch als Möglichkeit, Geschriebenes oder Notiertes wiederholt aufzugreifen, es also ›dingfest‹ zu machen: »[W]as man«, so sagt es der Schüler in Johann Wolfgang Goethes _Faust_, »schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.« Indem Schrift damit anderes als die Mündlichkeit erlaubt, wird sie zu deren Alternative und Konkurrentin im Raum der Sprache; man überlegt sich, ob man Wichtiges — z.B. Verträge, Gesetze, religiöse Texte — besser schriftlich fixiert.
Platon sieht darin nun keinen Zugewinn zum Arsenal menschlicher Fertigkeiten. Vielmehr markiert er den Verfall, der damit einhergeht: Wer die Schrift nutzt, vernachlässigt nicht nur sein Gedächtnis, da er ihm durch Notizen auf die Sprünge hilft. Er vergibt auch die Chance, im Dialog, d.h. unter An<!-- Seite 48 -->wesenheit des Anderen — im dialektischen Austausch von Rede und Antwort —, lebendiges Wissen zu generieren und zu erwerben. Zudem vertrauen sich sowohl Schreibende als auch Leser einer unzuverlässigen Technik an, weil die Schrift die Tendenz hat, sich von ihrem Autor zu lösen. Was geschrieben steht, so Platon, ist überall zu finden, und kann somit auch in die Hände derjenigen fallen, für die es nicht bestimmt ist.
Aus dieser Sicht ist die Teilung der Sprache in das gesprochene Wort einerseits, die Schrift andererseits nicht als Segen, sondern als Verhängnis zu bewerten, das sich aus der nun manifesten Konkurrenz der Medien ergibt. Schrift erlaubt einen Missbrauch der Sprache, insofern alles Lesbare die Rede (auch als Antwort) nicht nur entwertet, sondern, da der Autor bei der Lektüre seiner Schrift durch andere nicht anwesend sein muss, der Text womöglich auch anders gelesen/verstanden werden kann, als vom Verfasser vorgesehen. Indem sich darin die Deutungshoheit über den Text auf die Leser ausweitet, gilt Platon die Schrift als unwillkommener Zusatz zum gesprochenen Wort, dem primär nichts Gutes zuzutrauen ist.
Mit Blick auf die Wortmeldungen beider Denker kann jetzt festgehalten werden, dass diese Überlegungen als Medientheorien Argumente bemühen, die sich wie folgt benennen lassen: Sprache ist ein mindestens zwiespältiges Mittel, da es Gebrauch und Missbrauch nahe beieinander verortet. Wo es bezüglich des ersteren um das ›Wahre oder Wahrscheinliche‹ geht, stehen auf der Seite des Missbrauchs die Möglichkeiten der nachlässigen Nutzung, der Verführung und Täuschung, des bloßen Anscheins, der Entwertung oder gar des Verfalls wertvoller Fähigkeiten, der möglichen Anwendung durch Ungebildete oder Unbefugte, der gefährlichen Konkurrenz zu Buche. In diesem Sinne soll nun ein Medium entweder — wie in der Rhetorik — in seinem ›richtigen‹ Gebrauch analysiert, beschrieben, begrenzt und hervorgebracht bzw. — im Falle der Schriftkritik — als zumindest latente Bedrohung besonderer Vorsicht anempfohlen werden. Das ist die Lehre oder auch der pädagogische Impuls, der sich aus den Texten der antiken Autoren heraushören lässt, und in denen Sprache eine weitreichende sowie medienkritische Problematisierung erfährt.
Schließen wir das Kapitel damit vorerst ab, kann man jetzt die These wagen, dass die Debatten um die Schwierigkeiten der Medien/-nutzung nicht erst in jüngerer oder jüngster Zeit beginnen, sondern einen Platz bereits am Anfang der Menschheitsgeschichte haben. Darüber hinaus drängt sich aber die Frage nach den Argumenten auf, die dieser Diskurs hervorbringt und nach denen er sich ausrichtet: Wiederholen sich womöglich auch diese in der Geschichte der Auseinandersetzungen um Medien? Das wollen wir im Folgenden im Auge behalten.
[^Aristoteles2007]: Aristoteles [ca. 340 v. Chr.] 2007: Rhetorik. Stuttgart.
[^Jaeger2000]: Jäger, Ludwig 2000: »Die Sprachvergessenheit der Medientheorie. Ein Plädoyer für das Medium Sprache.« In: Werner Kallmeyer (Hg.): _Sprache und neue Medien_. Berlin, New York, S. 9-30.
[^Kittler1992]: Kittler, Friedrich 1992: »Gespräch zwischen Peter Weibel und Friedrich Kittler.« In: Robert Fleck (Hg.): _Zur Rechtfertigung der hypothetischen Natur der Kunst und der Nicht-Identität in der Objektwelt_. Köln,S. 149-177.
[^Leschke2003]: Leschke, Rainer 2003: _Einführung in die Medientheorie_. Paderborn.
[^McLuhan1964]: McLuhan, Marshall [1964] 1994: _Die magischen Kanäle. Understanding Media_. Dresden, Basel.
[^Schanze2001a]: Schanze, Helmut 2001a: »Integrale Mediengeschichte.« In: Ders.: (Hg.): _Handbuch der Mediengeschichte_. Stuttgart, S. 208-280.
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