# Sketch Tini & Olli Scenario : Richtfest/halb 10 Uhr Besprechung auf der Baustelle / BauherrIn: Tini und Oli Anwesende Personen: Architekt I und II (Yasmin nach Stereotyp fragen); Bauarbeiter, Schweizer; Sportler Haus: Wird an der schweiz/deutschen Grenze gebaut Erzähler: Morgens Halb 10 in Deutschland, wir befinden uns auf einem Grundstück (Erzähler geht) (Bühnenbild: Kranz fürs Richtfest hängt/liegt irgendwo; Bauarbeiter kommt rein und winkt Fahrzeug; aus dem Off "beep beep", Architekten laufen schnurstrakts mit lauter Papierrollen unterm Arm durchs Bild; JoggerIn joggt durchs Bild; Schweizer wandelt ebenfalls durchs Bild) Requisieten: * Bauplan zum ausrollen auf Stehtisch * Gelber Bauhelm und Latzhose für BauarbeiterIn * Schicke Outfits und Papierrollen für Architekten * Hut, Filzweste für den Schweizer Bauarbeiter und zwei Architekten stehen um Stehtisch und beugen sich über einen Plan. Architekt 1: Guten Morgen allerseits, es ist soweit. Morgen feiern wir das Richtfest der Villa Tinoli! Bauarbeiter (schmunzelnd): Als ob Architekt 1 (lachend): Doch tatsächlich, es ist der dritte Anlauf. Zwei Richtfeste mussten wir absagen, aber morgen werden wir die Fertigstellung des Dachstuhls feiern. Bauarbeiter: Hat aber auch lang genug gedauert. Architekt 2: Gut Ding will Weile haben - die Elbphilharmonie hat auch ewig gedauert. Aber, im Gegensatz zur Elphi, sind wir - durch Reduktion der Größe - im Budget geblieben. Architekt 1: Vor dieser wichtigen Etappe morgen, ist Zeit für einen Rückblick. Der Beginn war dieses schöne Grundstück an der Deutsch-Schweizer Grenze. Es konkurrierten zwei potentielle Entwürfe für das Haus: Einer im Auftrag von Bauherrin Frau Tini (deutet auf sich) und ein anderer von Bauherrn Herrn Oli (deutet auf Archtitekt 2). Architekt 2: Oh ja. Herr Oli - ein Mann mit Humor und einigen kreativen Vorstellungen... Bauarbeiter (unterbricht): .. an Stelle eines Balkons sollte ein Hochsitz installiert werden. Schweizer (taucht hinter einem Zaun auf, hier erster Auftritt, zuvor nicht sichtbar für Publikum): Grützi miteinand, dürfte ich wohl kurz stören? Ich bin der Nachbar. Die schweizer Natur mit Flora und Fauna ist hier bestechend schön, da bin ich ganz ihrer Meinung, aber ein Hochsitz? Dann würden Sie ja direkt in meinen Garten zielen und die Hühner Pollo und Gallina wären bedroht. Architekt 2 (etwas verdadddert wegen der Unterbrechung): Ähh ebenso grützi (in deutschem Akzent). Ich gebe Ihnen Recht, es wäre schwierig das zu realisieren, aber der Bauherr hat ja auch durchaus einen klaren Willen. Architekt 1: Davon kann ich Ihnen ein Liedchen singen, meine Auftraggeberin Frau Patt - eine tolle Frau ... Bauarbeiter, Statiker und Schweizer (murmeln vor sich hin): oh ja eine tolle Frau Arichtekt 1: .. aber auch sie weiß ganz genau, was sie will! Ihr Entwurf sah an den unmöglichsten Stellen im Haus Laufbänder vor - es sei doch praktisch zB während des Wäscheaufhängens schon das joggen abzuhaken. Bauarbeiter: Die zwei Bauherrn unter ein Dach zu kriegen, puuh. Architekt 2: Aber eigentlich waren sie sich in den wichtigsten Punkten einig. Das Haus von Frau Tini und Herrn Oli sollte so vielseitig sein, wie die beiden selbst: Einen neuen Altbau wollten sie, modern aber traditionell, nicht zu teuer aber hochwertig, umgeben von Bergen und der Natur, aber gleichzeitig nicht einsam. Und das meinten die wirklich ernst. Bauarbeiter: Klar meinen die das ernst. Die beiden wissen, was sie wollen und sie behalten Recht - die Villa Tinoli wird ein absolutes Traumhaus. Ich erinnere noch, wie wir begonnen haben, vor 10 Jahren das Fundament zu gießen. Wir haben den besten Zement aus Hamburg und dem Sauerland organisiert und haben ihn in Aachen lange und gründlich zu Beton vermischt. Er ist gut getrocknet, ohne Risse und Blasen - der hält ein Leben lang. Architekt 2: Und nach dem Fundament kamen die Details, die die beiden auszeichenen... Architekt 1: Zunächst die Offenheit der gesamten Architektur - die großzügige Eingangshalle, die vielen Gästezimmer. Die beiden möchten immer Raum für die vielen Menschen in ihrem Leben haben. Die beiden haben nicht nur jeweils eine große Familie, zu der sie engen Konatkt pflegen und (Ell: Witz mit den Geschwistern drinnen lassen? Mary: ja!!!!!) Architekt 1: Außerdem sind den beiden ihre Freundschaften sehr sehr wichtig. Sie haben einen großen Freundeskreis. Bauarbeiter: Und um den standesgemäß zu beherrbergern darf natürlich die hauseigene, top ausgestattete Bar nicht fehlen. Ich verstehe nur nicht, warum der Bauherr so viel Wert auf einen Ehrenplatz für Schlivovitz legt... Architekt 2: Und selbst wenn die Freunde und Geschwister nicht vor Ort sind, mit dem dicksten Telefonatkabel was wir je an einer Baustelle verlegt haben, wird die Bauherrin jedezeit Kontakt halten können. Wie sie ses am liebsten hat - stundenlang und gern mit mehreren gleichzeitig... Architekt 1: Aber der Herr Oli kommt auch nicht zu kurz. Es war wirklich lange ein Thema zwischen den beiden. Ihr wisst, dass die Frau Tini schon vom Beruf her viel Wert auf Ästhetik setzt. Und bei Herrn Oli geht manchmal - sagen wir - die Praktikabilität vor. Seine Saunaliege bekommt einen Ehrenplatz mitten im Wohnzimmer. Architekt 2: Ganz einig waren sie sich bei dem Wunsch nach großen Einbauschränken. Ich habe gehört, dass beide manchmal ein klein bisschen unordentlich sein sollen - den Höhepunkt hatte das Tinoli-Chaos wohl, als die beiden sich ein WG-Zimmer in der Rochusstraße teilten. Angeblich war es manchmal schwierig, den Boden zu sehen. Aber dank der Schränke ist das in Zukunft passé... Schweizer: Ach, das hätte ich mir bei den beiden nicht gedacht. Mir sind die beiden übrigens grundsympatisch. Auch wenn der Bauherr mich teilweise mit einem sehr leeren Blick ansieht, wenn ich Schweizerdeutsch mit ihm spreche - als würde er kein Wort verstehen. Anscheinend muss Frau Tini häufig übersetzen Bauarbeiter: Okok, danke für Ihren Input - zurück zu unserer Besprechung. Die größte Herausforderung für mich als Bauarbeiter war, dass nach Absage des ersten Richtfestes das Kinderzimmer fertig wurde BEVOR wir die tragenden Säulen der Ehe gebaut hatten - da hab ich nen Kasper bekommen. Architekt 2: Oh ja, jetzt aber ist das Kinderzimmer eins der groessten Schmuckstuecke des Hauses. Ich glaube der Bewohner wird ganz grosse Augen machen (und in die Hände klatschen vor Begeisterung, wenn er das sieht). SportlerIn: Entschuldigen Sie die Unterbrechung. (macht diverse Dehnübungen während des sprechens) Ich bin hier eben zufällig vorbeigejoggt. Ich kenne die beiden von diversen Rennradtouren, Ausflügen mit den Stand-Up Paddeling boards, Skitagen, Wanderungen und Joggingrunden. Haben sie die work-life-balance in der Villa Tinoli ausreichend bedacht? Der Freizeitwert ist den beiden extrem wichtig. Architekt 1: Meine Güte, mir wird sich hier ein bisschen zu viel von Extern eingemischt. Aber um ihre Frage zu beantworten: Natürlich - das ist doch schon mit der Lage des Grundstücks abgedeckt. Uns war von Anfang an bewusst, dass in der Villa Tinoli der Freizeitwert extrem großgeschrieben sein muss. Architekt 2: Übrigens lassen die beiden sich auch an kalten und regnerischen Tagen nicht von ihrem Fitnessprogramm abbringen. Wir haben extra einen Raum in der Villa vorgesehen, in dem sie ihre Armübungen stundenlang machen können. (Zeigt auf Sportler, der die Armübung gerade durchführt- beide Arme links und rechts ausgestrckt und nach oben und unten wippen) so etwa sieht das dann aus In Gedenken an das Edelfitnessstudio in dem die beiden gemeinsam mit drei rüstigen Wädenswiler Rentnern für umgerechnet EUR 2 im Monat angemeldet sind, nennen wir den Raum "Schmuckifit". Architekt 1: Ok. Dann noch einmal zurück zum Zeitplan. Was steht noch an? Bauarbeiter: Der Tunnel, vom Garten bis nach Deutschland reichend, wird in zwei Wochen fertiggestellt sein. Darüber können wir dann auch die Fliesen für die Bäder liefern lassen, ist ja alles so teuer in der Schweiz Architekt 2: Ok - Ich glaube, damit haben wir die wichtigsten Punkte zusammengefasst. Lassen sie mich sagen - das ist ein tolles Projekt. Einmalig, vielseitig und doch zeitlos. Bauarbeiter: Völlig klar, das Hält e leeve lang. Architekt 1: Das wird morgen richtig gefeiert! Und nun lassen Sie uns zusammen mit den ganzen weiteren Zaungästen unserer Unterhaltung anstoßen - auf die Villa Tinoli ______________________ Architekt 1: Was steht noch an? Architekt 2: Der Tunnel, vom Garten bis nach Deutschland reichend, wird in zwei Wochen fertiggestellt sein. Darüber können wir dann auch die Fliesen für die Bäder liefern lassen, ist ja alles so teuer in der Schweiz Schweizer: (räuspert sich) Also hören sie mal, da kann die Schweiz ja gleich ein Konjunkturporgramm aufsetzen, um die angeschlagene Wirtschaft durch zu viel Shopping in Deutschland wieder in Schwung zu bringen. Schweizer: Grützi mitenand, dürfte ich wohl kurz stören? Ich bin der Nachbar, bin hier gerade mit Waldi spezieren und habe den Kranz auf dem Dach gesehen. Feiern die beiden bald Richtfest? Wir Schweizer freuen uns ja sehr, die beiden hier bei uns zu haben. Auch wenn der Bauherr mich teilweise mit einem sehr leeren Blick ansieht, wenn ich Schweizerdeutsch mit ihm spreche - als würde er kein Wort verstehen. Anscheinend muss die Bauherrin immer übersetzen. Aber die beiden lieben unsere Alpen und unser Fondue. Nur eine Sache macht mir wirklich Kopfzerbrechen. (Schweres Auto, weil immer mit so viel Kram über die Grenze fahren// oder Schweiz hat ein eigenes Konjunkturporgramm mit dem Namen Tinoli aufgesetzt um die angeschlagene Wirtschaft durch zu viel Shopping in Deutschland wieder in Schwung zu bringen) - Thema verzögerung: 3 Jahre, 3 Anläufe; dieses Mal wirklich, dieses Mal muss es klappen; Elbphilharmonie hat auch ewig gedauert; Hochzeit kleiner: hatten ja mal überlegt ein Schloss zu bauen/ 3./4. Stock weglassen; - Thema Tini kann sich nicht trennen/Oli sehr Heimatverbunden - Budget: Schweizer: alles in Deutschland kaufen, Franken so teuer - Große Eingangshalle, offenes Design (Besucher/Freunde/Familie)/Mehr Parkplätze? Göstezimmer - Kackbraune Ziegelhütte - Jogger: Theerlaufbahn rund ums Haus- Sport wichtig für die Gesundheit; "Schmucki-Fit" - Bauarbeiter beschreibt die Bauherren: groß, schlank, gut aussehend, "die würde ich auch zur Frau nehmen" ## Charaktere - Bauleiter - Bauarbeiter - Architekt - Statiker - Lokale Joggerin - Jaeger - Angetrunkener Partygaenger - Wanderer / Almoehi (Schweizer akzent) - Buergermeister - Konservativer (Statiker) ## Baustellen parallelen / Ideen - Partykeller - Bar - Kinderzimmer (vor dem Fundament) - Fundament - Grosse Eingangshalle (mehr zu ihrer sozialen Seite) - Altbau (ungern Veanderung) - Dicke Telefonleittung - Bauarbeiter mit Aperol Tablett - Familie - ## Baustellen dinge mit potenzial - Richtfest - Isolierung - Kostenvoranschlag (Schweizer/Sauerlaender sparsamkeit?!) - Heimatverbundenheit Schuetzenverein - Dach - Fenster - Licht - Fassade - Baustoffe - Professioneller Erfolg (Doktor...) - Internet & Telefonanschluss - Boden/Fundament & Vergangenheit/Familie -