# Kurzgeschichten der FOS 20 Das sind die Kurzgeschichten, die ihr im Unterricht geschrieben habt. Zu dem Zeitpunkt wusstet ihr noch nicht, was eine Kurzgeschichte ist, ihr habt einfach drauflos geschrieben. [TOC] ## Sie hatte sich einen Füllfederhalter gekauft 1 Sie hatte sich einen Füllfederhalter gekauft. Sie wollte ihn unbedingt ausprobieren, jedoch saß sie nun im Wartezimmer zusammen mit ihrer Mutter fest. Sie suchte nun schon zum vierten Mal in ihrem Rucksack nach einem Stück Papier, fand aber wieder keins. Nicht einmal ein kleines Stück. Ebenfalls wiederholt fragte sie ihre Mutter, ob sie nicht doch etwas in ihrer Tasche hatte um den Füllfederhalter auszuprobieren. Welche nur mit verdrehten Augen ein genervtes „nein“ rausbrachte. Trotzdem hielt sie weiterhin den Stift stolz in der Hand und überlegte auf ihre Hand zu malen. Sie wusste jedoch, dass ihre Mutter sie dann nur wieder beschimpfen würde. Vorsichtig spähte sie rüber und sah das ihre Mutter lustlos in der Zeitung rumblätterte, welche sie nun wieder von vorne anfing. Also traute sie sich nun doch und öffnete leicht und vorsichtig den Füller. Erst malte sie ein ganz kleines Herz auf ihre Hand und lächelte in sich hinein, aber klappte den Füller schnell wieder zu. Schaute auf die Uhr und sah das der Termin schon längst hätte beginnen sollen. „Ich muss mal“, sagte sie leise zu ihrer Mutter welche nur mit einem Nicken, ihr zu verstehen gab, gehen zu können. Auf den Weg zur Toilette, viel ihr Blick an der Anmeldung auf einen Stapel mit kleinen viereckigen Papierzetteln und sie holte vorsichtig aus ihrer Hosentaschen den Füller und war sich unschlüssig, ob sie sich einfach eins wegnehmen sollte. Jedoch sah die alte Frau, welche an der Anmeldung saß und gelangweilt in ihrem Kaffee rum rührte so unheimlich aus, dass sie sich entschloss den Füllfederhalter wieder einzustecken und weiterzugehen. Langsam und ermüdet trocknete sie ihre Hände ab und verlass wieder die Toilette. Sie schaute sich um und sah das die Frau, nun nicht mehr auf ihren Stuhl saß und auch die Tasse war verschwunden. Also ging sie flink und nahm sich ein kleines Zettelchen, während sie über beide Ohren strahlte. Wieder im Wartezimmer angekommen, schreib sie das kleine Gedicht über die Gänseblümchen auf welches sie heute in der Schule vortragen musste und ihre Langeweile war wie verflogen. ## Sie hatte sich einen Füllfederhalter gekauft 2 Sie hatte einen Füllfederhalter gekauft.Er war weder schön noch bunt, besaß nur eine unkreativ graue Farbe und eine nichtssagende, reizlose Form.Er war einer dieser Gegenstände die keinen zweiten Blick wert sind, geschweigedenn einen überflüssigen Gedanken. Er hätte eben so gut nicht existieren können und niemandem wäre es jemals aufgefallen.Und genau aus diesem Grund hatte sie ihn gewählt. Er passte zu der Tristes ihrer Stimmung, der leeren Ödnis ihrer Gedanken und dem vollkommenen Fehlen jeder Emotion.Hätte ein Füller die Fähigkeit gehabt müde zu sein, so wäre dieser hier es zweifelsfrei gewesen.Genau wie sie. Ihr Kopf sank gegen die Scheibe des schnarrend, langsam, verlorend durch die Landschaft fahrenden Busses in dem sie saß.Unter schweren Augenliedern blickte sie durch das schmutzige Glas, folgte einen Moment lang mit dem Blick einem Blatt das zu Boden fiel und schaute dann starr in die Ferne. Das flache, braungrün mit Gras bewachsene Land bildete die perfekte Kulisse für diesen langweilgsten Tag, den langweiligen Kleinbus, in dem ein langweiliges Mädchen saß, welches die Besitzerin des wohl langweiligsten Füllfederhalters der Welt war und war doch kein Wort wert um diesen Moment auch nur mit zwei Worten zu beschreiben.Sie seufzte leise, eigentlich war es sogar nur ein schweres atmen und merkte kaum wie ihre Augenlieder sich vollends schlossen.In die Dunkelheit glitten ihre träumenden Gedanken und erschuf das Bild einer braungrünen Landschaft, eines verdreckten Kleinbussen und eines Mädchens das in ihm saß. Den Kopf auf der Hand gegen die Scheibe geleg, schlafend, ohne jede Regung in ihrem ausdruckslosen Gesicht. Die ganze Situation an sich, ja die gesamte Welt schien sich zu langweilen. Und hätte man jemanden gebeten eine passende Musik zu dieser Situatio zu spielen, so hätte dieser Jenige wohl die Stille als einzig passende Melodie für sie gewählt, denn keine Musik der Welt hätte die Eintönigkeit, Stumpfsinnigkeit und Monotonie dieser Situation aufheben oder noch vertiefen können.Und so fuhr der Bus in Stille, gerade so wie das Mädchen ohne jeden Sinn schlief, denn selbst ihre Träume waren nichts als...oihdwapuifODOJ ... eingeschlafen.ENDE ## Sie hatte sich einen Füllfederhalter gekauft 3 Sie hat einen Füllfederhalter gekauft. Sie wollte sie direkt ihren freunden zeigen um damit anzugeben. Der Füllfederhalter hat schön geglitzert das hat den freunden gefallen. Ihre Eltern waren nicht begeistern von dem Füllfederhalter, weil sie nicht wollen das sie immer Geld für grimschgramsch ausgibt. Als sie den ersten Satz schrieben wollte die der Füllfederhalter kaputt gegangen, weil er runtergefallen ist er ist in tausendeine zersprungen. Sie hat dolle geweint und ihre kleine Schwester hat sie sehr dolle ausgelacht. Kleine Geschwister sind gemein. Also hat Sie ihrer kleinen Schwester das Bein gestellt so das die hin fiel und hat sie ausgelacht. ENDE ## Er hatte sich einen Füllfederhalter gekauft 1 Er hatte sich einen Füllfederhalter gekauft. Er dachte nach ,was er mit seiner Zeit nur anfangen konnte. Seine Überlegungen gingen von dem einem Thema zum anderen Thema. Jedes neue Thema gab ihm das Zeichen wie sinnlos doch das Leben ist und unser Ziel im Leben der Tod sein muss. Es quälte ihm die Frage was er nur tun könnte das sein Leben doch einen Sinn hat. Er fühlt sich leer und hoffnungslos. Es muss doch ein Sinn für mich geben alles weiter zumachen. Er fragte eine gute Freundin ob sie Zeit habe und dem Gefängnis der Langeweile zu entkommen. Die Antwort folgte sogleich, er könne vorbeikommen, aber eine Freundin wäre auch noch da. Seine Zustimmung folgte darauf hin . Er machte sich auf den Weg zu seiner Freundin,aber hatte seine Kopfhörer vergessen und müsste so im Bus die Gespräche der anderen anhören. Er fühlte sich fehl am Platz. So konnte das Gefühl der Langeweile wieder einzuggewinnen. Als er nach ewigkeiten bei seiner Freundin angekommen war ,würde er kurz begrüßt .Nach ein paar Minuten waren die beiden wieder in ihr Mädchen Gespräche vertieft . Er fühlte sich so alleine und fragte sich was er hier sollte . Er ging wieder nach Hause und legte sich in sein Bett. Es wusste nicht was er tun sollte keiner braucht seine Hilfe. Er dachte weiter nach und kam zuerkenntnis das sein einzelnes Leben sinnlos ist. ## Er hatte sich einen Füllfederhalter gekauft 2 Er hat sich einen Füllfederhalter gekauft. Am liebsten würde er direkt nach Hause fahren, um direkt damit zu schreiben, doch seine Mutter möchte noch gerne, nur ganz kurz, in ein Bekleidungsgeschäft. Dort hat sie nämlich ein T-shirt gesehen, welches sie unbedingt kaufen möchte. Sie verspricht ihrem Sohn, dass es wirklich ganz schnell geht und wenn er nicht mit in den Laden möchte, auch gerne im Auto warten kann. Er entscheidet sich im Auto zu warten. Die ersten 5 Minuten sind vergangen. Er beobachtet die Bäume und Vögel auf dem Parkplatz, die Menschen, die den Laden betreten und verlassen und die Autos auf den Straßen rund um das Geschäft. 10 weitere Minuten vergehen. Er atmet laut aus, starrt an die Decke des Autos, auf den Boardcomputer und auf alle erdenklichen Knöpfe im Auto. Sein rechtes Bein wippt, er kaut an seinen Fingernägeln, legt den Kopf ans Fenster und schnauft. "Wie lange soll das noch dauern?" fragt er sich und schaut auf seine Armbanduhr. Bereits 25 Minuten ist seine Mutter in dem Geschäft verschwunden. Er rollt mit den Augen und rutscht ein Stück in seinem Autositz herunter. In Gedanken versunken denkt er darüber nach, ob es wirklich eine gute Idee war im Auto zu warten. Er denkt nach, was er überhaupt mit seinem Füllfederhalter schreiben möchte. Er hat keine Idee. In diesem Moment öffnet sich die Autotür und seine Mutter steigt ein. Sie zeigt ihm die 2 neuen Hosen, die sie sich gekauft hat. Auch einen Mantel, neue Socken und eine neue Mütze hat sie mitgebracht. Er fragt nach dem T-shirt. "Das hat mir doch nicht so gut gefallen" meint seine Mutter. Er schnallt sich an und die beiden fahren los. Seine Mutter fragt nach dem Füllfederhalter und erzählt, dass ihr aufgefallen ist, dass sie für diesen gar keine Tintenpatronen mehr haben. Auch beim Füller selbst sind keine dabei. Sie fährt in eine kleine Straße und hält an. "Ich gehe nur noch mal schnell Tintenpatronen kaufen, ich bin gleich wieder da!" ruft sie. Er macht die Augen zu und atmet tief durch. ## Er hatte sich einen Füllfederhalter gekauft 3 ![](https://i.imgur.com/8xWG4sD.png) ## Er hatte sich einen Füllfederhalter gekauft 4 Er hatte sich einen Füllfederhalter gekauft. Doch nichts passiert. Egal was er versucht, der Füllfederhalter möchte einfach nicht schreiben. Strich für Strich setzt er auf das Papier. Nichts passiert. Keiner der Striche ist erkennbar. Er versucht es immer weiter, doch es passiert einfach nichts. Warum? Möchte der Füllfederhalter einfach nicht? Hat er keine Lust? Genau so wenig wie er selbst? Er legt ihn beiseite und starrt das langweilige und leere Papier an. Es sieht so langweilig aus. Er greift nach seinem Telefon und ruft einen Freund an. „Hey hast du Zeit?“ Sagte er zu seinem Kumpel . Dieser zögerte : „ Hm.. hör mal .. Ich bin mit ein paar Leuten Unterwegs. Ich weiß du magst es nicht so wenn andere dabei sind. Dennoch kannst du gerne dazu kommen!“. Er schaut auf das leere und langweilige Blatt. „ Naja lieber nicht, aber Danke.“. Er legt sein Telefon weg und setzt sich auf sein Bett. Sollte er lesen? Ach nö. Sollte er Zeichnen? Lieber nicht. Er stand auf und ging in die Stube zu seinen Eltern. „ Was ist denn los mein Sohn?“ Fragte sein Vater. „Langeweile..“ Antwortete er kurz und knapp. „Dann kannst du mit mir zum Einkaufen gehen.“ Meinte seine Mutter. Das ist das letzte was er möchte! Doch nur wenige Minuten später sitzt er neben seiner Mutter im Auto. Es kommt ihm vor wie Stunden, bis sie endlich am Einkaufszentrum angekommen sind. Langsam und emotionslos läuft er seiner Mutter hinter her. Auf einmal kommt ihnen eine Freundin seiner Mutter entgegen. >Nicht auch noch die..< dachte er und seufzt. Langweilige und sinnlose Themen.. Über was sollten sie auch sonst reden. Und er kann nicht einmal etwas dazu beitragen. Sie ignorieren ihn. Er ist für die beiden Frauen wie Luft! Doch als es dann endlich mit dem Einkaufen weiterging empfand er genau so wenig wie vorher auch. Es fühlte sich an wie Stunden.. Doch dann war der Einkauf endlich vorbei! Er brachte alles zum Auto. Seine Mutter wollte noch einmal nach einer Jacke sehen und möchte bald nach kommen. Er setzt sich in das Auto und schaut auf seine Armband Uhr. Nur langsam bewegt sich der Zeiger seiner Uhr. Er seufzte und starrte in das nichts. Er empfand nichts anderes als eine tiefe leere. Die Zeit vergeht so langsam. So quälend langsam. Seine Mutter kam zurück und hielt ihm eine Tüte hin. Er nahm sie und schaute sich den Inhalt an. Ein neuer Füllfederhalter! „Vielleicht funktioniert dieser“ sagte seine Mutter. Er bedankte sich bei ihr und konnte es nicht abwarten ihn aus zu probieren. Gleich als er in seinem Zimmer war zog er den ersten Test Strich. Es passierte nichts. Der zweite Test Strich. Es passierte nichts. Doch dann Tropfte die Tinte auf das Blatt. Der dritte Strich.. Es klappt! Er schrieb und schrieb, doch dann war der Punkt gekommen wo ihm nichts mehr einfällt. Er legte den Füllfederhalter beiseite und schaut in das leere nichts. Keine Gefühle, einfach ein leeres nichts. ## Er hatte sich einen Füllfederhalter gekauft 5 Er hatte sich einen Füllfederhalter gekauft. Er wollte schreiben. Nur kurz mit dem Füllfederhalter. Er setzte sich an den Tisch. Er hielt den Stift in der Hand. Das Blatt lag vor ihm. Aber nichts geschah. Er fing nicht an zu schreiben. Er war leer. Genau wie das bald vor ihm. Genau das beschreibt ihn. Er hatte doch so viel zu sagen, doch er schwieg immer. Die Fragen drangen immer wieder in seinen Kopf ein. Wer bin ich? Wer bist du? Alles sinnlos? Wieso Leben wir so? Die Vision die Illusion. Was ist der Ursprung. Können wir etwas verändern. Er ist der Hoffnungslose, der immer ein bisschen Hoffnung hatte. Er ist der Spitzel, der trotzdem niemanden verraten hat. Er ist der Einsame, der trotzdem dazugehört. Er wollte schreiben, zeigen, beweisen: alles ist nichts. Die Zeit reit. Alles ist jetzt. Alles jetzt? Alles jetzt! Er stand vom Tisch auf und ging an das geöffnete Fenster. Es mitten in der Nacht. Er schaut hinaus. Die Lichter der Stadt leuchten im entgegen. Die grellen roten Lichter der Autos vor der Ampel unter ihm. Die grellen Hellen, Lichter der Laternen. Außer eine, die war kaputt. Aber das interessiert hier niemanden. Von Weiten sieht er die hell erleuchteten Fenster. Aber auch dunkle, doch einwas haben sie alle gemeinsam, überall sind Menschen. Sie sind das ihnen Leben der gebauten Häuserkörper. Schon Trauig manche Häuser leuchten von ihnen den ganzen Tag aber andere wieder rum sind mehr dunkel als hell. Die Lautstärke ist nicht zu überhören, auf der Straße unten hupt ein Auto. Wieder einer über Rot gefahren. Von unten hört man einige Menschen grollen und fluchen. Andere wieder sind leise und leben einfach weiter. Als wäre nichts passiert, leben die Menschen einfach weiter. Niemand interessiert sich für etwas. Alles ein warten. Ein ewiges Warten. Egal was wir machen am Ende ist immer dasselbe Ergebnis. Er geht vom geöffneten Fenster wieder zum Tisch, zu seinen Füllfederhalter. Nimmt ihn die Hand und fängt an zu schreiben. Du merkst, das alles nichts ist und nichts bleibt, wenn du lange weg warst. Du kommst zurück an deinen einst heimischen Ort. Du erkennst ihn gar nicht mehr, wieder alles wirkt fremd und anders. Mit deinen alten Freunden kannst du nicht mehr anfangen. Und du fühlst dich nicht mehr wie du selbst. Alles fremd, alles gleich und doch so anders. Der Schreiber. Er legt den Füllerhalter aus der Hand und das Blatt vor sich her. Warum probieren wenn eh nichts bleibt. ## Lana Sie hatte sich einen Füllfederhalter gekauft. Lana war gelangweilt. Sie schrieb immer mit ihrem Kuli, von dem Sie inzwischen schon ganze 4-mal die Patrone gewechselt hat. Die anderen aus der Klasse schrieben auf ihren Tablets oder hatten die neusten Stifte von STABILO™. Nur Lana nicht. Sie ging in den alten Schreibwarenladen auf der Max Mustermann Straße. Das Schaufenster war so langweilig dekoriert, dass Sie den Laden fasst, übersehen hätte. Sie ging hinein und schaute sich um. Da war es. Das Regal mit Füllern. Von Pink bis Schwarz. Von Glitzer Einhorn bis Holz. Sie stand gefühlt 5 Minuten vor dem Regal, bis sie ihren neuen Füller fand. Er war rot und schimmerte metallisch. Sie kaufte ihn und ging nachhause. Am nächsten tag in der Schule zeigte Lana den Füller der Klasse stolz vor. Doch niemand interessierte sich für ihren roten Füller. Sie setzte sich und war genervt. Sie hatte die Hoffnung gehabt, nicht mehr die Langweilige Lana zu sein. Doch daran änderte sich nichts. Also schrieb Sie mit ihrem neuen zu langweiligem Füller und alles war so wie immer. ## Sommerferien Er hatte sich einen Füllfederhalter gekauft. Denn, die Schule würde bald wieder beginnen. Als er aus dem Laden schlenderte sah er, dass die Sonne weg war. Schade, denn eigentlich wollte er heute, in der letzten Woche der Sommerferien, mit seinen Kumpels in Freibad gehen. Darauf freute er sich schon die ganze Woche, doch nun musste er feststellen, dass dieses Vorhaben wohl leider nicht in die Tat umgesetzt werden würde, zumindest nicht heute, denn am Horizont türmten sich dicke, dunkle Wolkenberge. Die Ferien hatte er viel mit Gartenarbeiten und Faulenzen verbracht. Das machte normalerweise Spaß aber auf den Badeausflug hat er sich riesig gefreut und war deswegen nicht mehr in so guter Verfassung, als er merkte, dass er den Rest des Tages wohl wieder in seinem Zimmer verbringen würde. Die Wolken waren zwar eigentlich eine willkommene Abwechslung, weil sie die Hitze erträglicher machten aber an dem Tag, den er sich im Freibad vorgestellt hatte, ist ein Sommergewitter das letzte, was er benötigte. Es passte zu seinen Sommerferien, die ohnehin schon nicht so aufregend waren. Zwar hatte er in den kühleren Morgen- und Abendstunden zwar immer im Garten zu arbeiten aber in der Mittagshitze verbrachte er die Zeit in seinem Zimmer mit schlafen oder den sozialen Medien. So wirklich langweilig war es dabei nie, denn die Ruhe und das Nichts-tun genoss er nach einem anstrengenden Schuljahr schon ziemlich, ganz nach dem Motto: Enjoy the Silence, wie der Song der Rockband Depeche Mode. Dennoch wusste er, dass es durchaus spannender Wege gibt seine Sommerferien zu verbringen, weswegen er sich sehr auf den heutigen Tag gefreut hatte, es sollte ein Highlight in den sonst so monotonen Sommerferien werden. Zuhause angekommen, war der Himmel bereits vollkommen mit dunklen Wolken verdeckt und auf seinem Handy ploppte die Nachricht auf: "Hi Leute, wir verschieben das Ding. Guckt mal raus alter." Enttäuscht und ohne zu antworten warf er das Handy aufs Sofa und setzte sich bewusst in die andere Ecke, weit weg von dem Telefon. Er verfolgte weiter seine Serie, die ihm bis jetzt ganz gut gefiel, doch heute ´fesselte sie ihn nicht so. Sie fesselte ihn gar nicht. Mit den ersten Regentropfen auf der Scheibe war auch ihm auf einmal zum weinen zumute. Er hatte nichts zu tun und fühlte sich leer. Dazu kommen die Sorgen vom neuen Schuljahr und das schlechte Gefühl, die Sommerferien nicht richtig genutzt zu haben. Er hoffte, dass sich jemand von seinen Freunden bei ihm melden würde und fragen würde, ob alles gut ist, weil er gar nicht antwortet, und sie stattdessen etwas anderes unternehmen wollen. Aber er glaubte nicht daran, lies sein Handy auf dem Sofa liegen und versuchte wieder einmal den Mittag zu verschlafen, in der Hoffnung, dass es ihm danach besser geht und vielleicht doch wenigstens eine bedeutende Nachricht auf seinem Handy angezeigt wird. ## Ein typischer Sonntag Morgen Er hatte sich einen Füllfederhalter gekauft. Dieser war das letzte auf seiner Einkaufsliste, was er noch besorgen musste. Er atmete ruhig aus als er das Einkaufscenter verlies und fing an sich zu entspannen. Es war ein sommerlicher Samstag Abend und er hatte kurz vor Ladenschluss doch noch alles beschaffen können was er für die nächste Schulwoche brauchte. Er ging ohne Umwege zu gehen nach Hause. Als er in seiner Wohnung ankam überkam ihm die Müdikeit und er fiel direkt in sein Bett und schlief. Am nächsten Tag wachte er noch vor Sonnenaufgang auf. Er schaute auf seinen Wecker, der auf seinem braunen Nachtschrank neben seinem Bett stand."Sonntag, 04:00 Uhr" zeigte der Bildschirm an. Er wandte seinen Blick von seinem Wecker ab und blickte hoch zu seiner Zimmerdecke. "Was soll ich an einem Sonntag so früh morgens tun?", dachte er sich. Es ist nicht das erste mal, dass er sich in dieser Situation befand. Es war ein typischer Sonntag morgen für ihn. Er fing an in seinen Gedanken seine Hobbys und Dinge für die er sich Interessierte durch zu gehen: lesen, spazieren gehen, kochen, tanzen. Er dachte vielleicht würde er so etwas finden was ihn zum aufstehen bewege. Doch jede Tätigkeit die ihm einfiel verwarf er direkt wieder. Nichts motivierte ihn dazu aufzustehen. Er schloss seine Augen und hoffte wenigstens noch etwas schlafen zu können, wenn ihn schon nichts zum aufstehen bewege. Und so versank er wieder in das Reich der Träume... ## Füllfederhalter Sie hatte sich einen Füllfederhalter gekauft und war sehr stolz darauf. Denn sie hat ihn von ihrem ersten eigenen verdienten Geld gekauft. Sie wollte diesen Füllfederhalter schon seit Ewigkeiten. Aber ihre Eltern wollten ihn nicht kaufen, denn sie hat schon so viele Füllfederhalter. Doch dieser eine ist etwas besonderes, er ist lila, glitzert und hat eine besondere Spitze, mit der Sie schöne Schreibschrift schreiben kann. Sie ist nicht spitz wie jede andere, sondern etwas breiter, damit die Schrift schön elegant aussieht. Um diesen Füllfederhalter zu kaufen brauchte sie Geld und ging zu ihren Eltern und fragte sie, was sie machen kann, um Geld für den Füllfederhalter zu verdienen. Ihre Eltern schlugen ihr vor, Zeitung auszutragen oder ihre Tante zu fragen, ob sie in ihrer Bäckerei helfen dürfte. Es war schwierig sich für eins zu entscheiden, denn bei beiden Jobs muss man früh aufstehen. Sie entschied sich für das Zeitung austragen, denn da lernt sie die Stadt besser kennen und kann etwas länger schlafen, als bei der Bäckerei. Sie trug 2 Wochen Zeitung aus, lernte neue schöne Plätze kennen und konnte sich den schicken lilanen Füllfederhalter, den jeder in ihrer Klasse haben wollte, kaufen. Und dazu kaufte sie sich eine lilane Federmappe, damit ihr neuer Füllfederhalter ein eigenes Fach hat und ihre anderen Stifte ordentlich sortiert sind. ## Langeweile Er hatte sich einen Füllfederhalter gekauft. Doch bis es so weit war musste einiges geschehen. Als er um 8 Uhr morgens aufwachte, musste er sich erst einmal einen Kaffee machen. Diesen trinkt er jeden Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag. Samstag trinkt er keinen Kaffee, weil er da morgens zum Sport geht und dort auf dem Laufband sowieso wach wird. Auf dem Laufband läuft er nämlich 30 Minuten lang immer so schnell wie es ihm grade passt. Manchmal läuft er so schnell, dass ihm die Hose runterrutscht, die er mal an einem Mittwoch im Intersport geholt hatte und manchmal nur so schnell, dass die Oma die auch jeden Dienstag und Donnerstag zum Sport geht und nur zwei Häuser entfernt von ihm wohnt ihn fragt, ob alles in Ordnung ist. Nach seinem Kaffee ging er nun zur Bahn, welche alle 30 Minuten kommt. Auf dem weg ging ihm sein Schuh auf, weshalb er diesen wieder zu band. Eine klassische Schleife. Und weil ihm der andere Schuh daraufhin auch locker vorkam, machte er diesen auch gleich noch einmal auf und wieder fester zu. Nun hatte er zwei gut sitzende Schuhe. Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet ihm, dass seine Bahn gleich kommen würde und schon lief er einen Schritt schneller. Da stand er nun an der Ampel, vor der Haltestelle. Sie war rot. Der Bus stand bereits da. Die Ampel blieb rot. Der Bus fuhr los. Nach ganzen sieben Minuten wechselte die Ampel erst von Rot auf Gelb und kurz darauf von Gelb auf Grün. Jetzt musste er nur noch eine halbe Stunde auf die Bahn warten. Er griff in seine Tasche und bemerkte, dass er dummer Weise sein Handy zu Hause hatte liegen gelassen. So saß er jetzt ohne Musik und ohne Spiele an einer Haltestelle die nur von toten Bäumen umgeben war. Er saß so lange, dass ihm langsam die Augen zu vielen. Wenige Minuten später wachte er wieder auf und sah auf seine Uhr. Er musste nur noch 18 Minuten warten. In diesen 18 Minuten versuchte er über verschiedene Dinge nachzudenken, doch alles erschien ihm so sinnlos. Während er sich mit dem Sinn seiner Gedanken beschäftigte, hatte er fast erneut seine Bahn verpasst, doch er schaffte es grade so noch mit einem großen Schritt in die Bahn zu gelangen. Die Bahn war mittelmäßig gefüllt. Größtenteils waren Rentner zu sehen. Mittwoch 12 Uhr halt. Er setzte sich auf einen Einer-Platz. Bis er ankommen würde müssten nur 20 Minuten vergehen, doch nach 8 Minuten stand er bereits im ersten Stau. Seine Bahn war durch einen umgefallenen Baum blockiert. Die Passagiere mussten alle eine halbe Stunde warten, bis ein Auto kam, welches den Baum innerhalb von 2 Minuten beseitigte. Die Bahn konnte nun also weiterfahren du nach etwas mehr als einer Stunde kam er mit einer halben Stunde Verspätung bei der Sparkasse an. Er betrat die Sparkasse, doch mittwochs machen die Sparkassen Mitarbeiter fast alle von 13 Uhr bis 14 Uhr Pause. So war nur ein Mitarbeiter verfügbar und eine riesige Schlange, die ihm bevorstand. Er stellte sich an. Es vergingen fünf Minuten, dann 10 Minuten, dann waren es schon 20 Minuten und nach einer dreiviertel Stunde, kurz bevor alle anderen Mitarbeiter auch wieder angefangen hätten zu arbeiten war er an der Reihe. Er sagte dem Mitarbeiter, dass er kein Geld abheben kann und das Problem nicht kennt. Der Mitarbeiter fragte zwei Zahlenfolgen ab, tätigte einen Klick und meinte „jetzt sollte es wieder gehen“. Er ging nun also in Richtung Schreibwarengeschäft. Drinnen angekommen, lief er geraden Weges auf die Füller zu und ging mit einem dieser Füller an die Kasse. Glücklicher Weise war keine Schlange an der Kasse und er kam direkt dran. Als er seinen Füller mit der soeben reparierten Karte bezahlen wollte, sagte ihm der Kassierer, dass diese nicht funktionierte. Er rief nun also seine Frau an, die innerhalb von 10 Minuten da war und ihm den Füller bezahlte. Ende ## Sechzehn Anrufe in Abwesenheit Er hatte sich einen Füllfederhalter gekauft. Die Uhr in seinem Schreibzimmer tickt. Gestern ist ihm dieses Ticken noch nicht aufgefallen, aber nun ist es Lärm. Gestern war es auch noch kein Schreibzimmer, sondern so eine Art Wohn-Schlaf-Esszimmer. "Die gute Stube". Er muss lachen. Es ist kein befreiendes Lachen, sondern ein zynisches, er macht eine unerträgliche Fratze - hässlich sieht sie aus. Lieber nicht mehr lachen, denkt er. Das weiße Blatt, das vor ihm liegt, schien ihm auch eine Fratze zu sein. Es verhöhnt ihn: Gib's auf, du wirst es nicht schaffen. Irgendwie ins Schreiben kommen jetzt! Wie war das? Was erinnert er noch einmal? Sie hatte gesagt, er solle dort beginnen, wo er sich erinnert. Kinderkrippe, Kindergarten, Grundschule, Schule, Abi, Studium und der Ernst des Lebens. Was dieser Ernst des Lebens sein soll, das wusste er als Kind schon nicht. Wieso auch? Ernst hatte er nie etwas genommen, oder? Er könnte jetzt über seine Kindergärtnerin schreiben, blaue Flecken an den Oberarmen, erbrochene Grützwurst, zerbrochene Armeebetten. "Augen zu!". Aber wieso? Was geht sie das an?! Sie hält ihn wahrscheinlich sowieso für bescheuert, wie alle anderen auch. Es klingelt an der Tür. Bestimmt wieder der Paketbote, er hatte schließlich eine Spielkonsole bestellt. Oder? Er erinnert sich nicht genau. Beim Zocken ist es nicht so schlimm. Meistens. Vielleicht ist es auch wieder die Gerichtsvollzieherin. Der kann er auch nichts Neues sagen. Er legt den Füllfederhalter weg. Das hat also auch nichts gebracht. Er steht auf, steigt über die Pizzakartons und die Berge von Wäsche, um in die Küche zu kommen. Vor zwei Wochen hat er versucht zu kochen, er hatte sich frisches Gemüse gekauft. Es riecht nach Schimmel, aber dem will er jetzt nicht auf den Grund gehen. Nach der Räumung werden sie eine Firma beauftragen, aber dann wird er nicht mehr hier sein, da ist er sich sicher. Selbst wenn, das wäre dann auch egal. Das Handy hat er in der Küche liegen lassen, schließlich wollte er diese Autobiographie mit der Hand schreiben. Diese Hand greift nun zum Handy. Fünfzehn Anrufe in Abwesenheit. Wie lange war er jetzt schon abwesend? Wochen, Monate, Jahre? Er wischt die Notification nach rechts, weg. Wikipedia schreibt: "Typische Symptome einer Depression sind gedrückte Stimmung, häufiges Grübeln, das Gefühl von Hoffnungslosigkeit und ein verminderter Antrieb." Das hilft nicht, so bleibt das Papier auch weiß. Das Handy summt. Seine Therapeutin. Ist schon wieder Donnerstag? Er legte sich erst einmal wieder hin. Immerhin: Er hatte sich einen Füllfederhalter gekauft. ## Coole Leute, oder? Er hatte sich einen Füllfederhalter gekauft. Eigentlich wollte er schreiben aber Papa trinkt noch ein Bier, sagte er. „Nur noch das eine“, wie auch schon beim letzten. So schaute er nun abwechselnd von seinem neuen Stift in die Runde - und von der Runde auf seinen neuen Stift. Schweigend. „Was bereden die dort überhaupt? Sind die schon betrunken? Papa ist doch eigentlich ganz anders drauf.“ Sichtlich bedrückt wandert sein Kopf, gestützt von seinen Armen, auf den Tisch. Der Blick, gefesselt an der Wand. Kurzzeitig schaut Papa zu ihm rüber. Merkt er, warum es seinem Sohn schlecht geht? Merkt er überhaupt, dass es ihm schlecht geht? „Ey, habt ihr schon von der ollen Katrin gehört?! Hat wieder mal nen neuen Macker.“ Und schon wurde aus Papa wieder Kumpel. „Was die?! Würde ich ja nicht mal mit der Kneifzange anfassen!“ Alle lachen, fast alle. „Warum lachen die? Soll das witzig sein? Mit der Kneifzange, pff. Vielleicht hat Katrin dafür ja etwas Besseres zu tun als Bier saufen und lästern an einem Mittwoch um 15 Uhr.“ Aus Desinteresse wird zunehmend Hass. Sein Gesicht, sichtlich angestrengt. „Vielleicht geht die Zeit schneller um, wenn ich versuche zu schlafen.“ Die Augen schließen sich, Gedanken fangen an zu kreisen. „Warum sind die so gemein? Reden die immer so über andere Menschen? Dass die hier nicht mal Papier haben… fällt Papa nicht auf, dass ich mich hier total scheiße fühle? Ich habe keinen Bock mehr auf die. Ich will auch nicht mit denen reden. Ich will… Ich weiß nicht was ich will. Ich will weg hier! So viel ist sicher.“ Sein Kopf hebt sich, der Blick wandert durch den Raum. Sein Kopf legt sich, Blick gefesselt. 5 Minuten später: dieselben Gedanken, dieselbe Situation. „Man, sind die bald mal fertig?! Was soll ich denn machen verdammt?“ Und so legt sich der Kopf wieder. „Jetzt versuche ich zu schlafen, wirklich. Ich denke einfach an nichts.“ Minuten vergehen, fühlen sich wie Stunden an. „Boa das Kotzt mich alles an hier. Achso, eigentlich wollte ich ja versuchen zu schlafen. Ach man, ich steh jetzt auf und lauf ne Runde. Der Alte trinkt doch eh noch eins.“ ## Mein Kopf ist leer Sie hatte sich einen Füllfederhalter gekauft doch ihr gingen die Ideen für Ihre Geschichte aus. Sie suchte stundenlang in Ihren Gedanken, sie kramte in ihrem Kopf und fragte sich warum sie sich auf einmal so leer fühlte...nach einer reichlichen zeit, wo sie stur in ihrem Bett lag, an die Wand schaute, grübelte und nach einer Antwort suchte, warum sie sich so leer fühlte, merkte sie, dass sie allein ist. Allein in ihren Gedanken, allein in Ihrer Wohnung und allein mit ihrem Füllfederhalter. Ihr war langweilig. Ihr war so langweilig, dass sie sich leer fühlte und am liebsten an einem anderen Ort wäre, denn sie hat nichts zu tun. Sie nahm ihren Füllfederhalter in die Hand und kratzte mit ihm über das weiße Blatt entlang auf der Suche nach Beschäftigung. Sie beschrieb ihre Bedeutung von Langeweile..."Langeweile..,Langeweile ist leer, Langeweile ist einsam und Langeweile ist traurig, so traurig, dass man keinen Ausweg findet, so traurig, dass die Langeweile wieder schön ist und so traurig, dass ich an nichts anderes denken kann als an die Langeweile." Nachdem sie fertig war, klingelte eine Freundin an Ihrer Tür. Sie wollte mit ihr eine Geschichte schreiben, also setzte sie neben Ihrer Freundin ihren Füllfederhalter auf das Blatt, mit einem lachen auf dem Gesicht, da sie sich in der Gegenwarte ihrer Freundin nicht mehr traurig fühlte und wollte los schreiben aber Ihr Füllfederhalter war leer.