--- title: Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz tags: Context Yellows --- :::spoiler **Linksammlung** {%hackmd PVz8QdxJSb2Gx9nKtrb2Ug %} ::: --- :::spoiler **Erläuterung der Farben** {%hackmd rmtZrl13Q9qizSgBPU4QMw %} ::: --- # Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz ## Einführung ### Slide 1.1 Titelfolie ### Slide 1.2 Herzlich willkommen zum Modul "Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz". In diesem Modul erhältst du einen umfassenden Überblick über das Thema Demenz. Anhand des Beispiels von Herrn Krause wirst du spezifische Hinweise und Ratschläge kennenlernen, die für den Umgang mit Patienten mit Demenz entscheidend sind. ### Slide 1.3 Demenz ist ein Oberbegriff für Erkrankungen, die das Gehirn beeinträchtigen und zu Gedächtnisverlust, Denkstörungen und Verhaltensänderungen führen. Es werden drei verschiedene Stadien unterschieden. Das frühe Stadium, mittleres Stadium und spätes Stadium. Entscheide selbst welche Beschreibungen zu den verschiedenen Stadien passen. :::warning **Interaktion 1** Zu welchem Stadium passt die Beschreibung? Setze ein Häkchen beim richtigen Stadium. | | Frühes Stadium | Mittleres Stadium | Spätes Stadium | | ----------------------------- | -------------- | ----------------- | -------------- | | Kurzzeitgedächtnis lässt nach | x ||| | Erste Wortfindungs- und Orientierungsprobleme | x ||| | Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen | x | | | | Langzeitgedächtnis geht zunehmend verloren | | x | | | Vermehrte Sprachstörungen und Orientierungslosigkeit | | x | | | Verhaltensstörungen und Wesensänderungen | | x | | | Alltägliche Verrichtungen fallen immer schwerer | | x | | | Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschwimmen | | | x | | Viele Betroffene stellen das Sprechen ein | | | x | | Umherirren („Wandering") nimmt zu | | | x | | Körperlicher Verfall bis hin zur Bettlägerigkeit | | | x | | Verkleinerung des Gehirns um bis zu 20% | | | x | --- **Interaktion 2** Mit welchem Wort können die Stadien beschrieben werden? Ordne zu jedem Stadium das passende Wort zu. | Frühes Stadium | Mittleres Stadium | Spätes Stadium | | -------- | -------- | -------- | | Vergesslichkeit | Deutliche Ausfälle | Kontrollverlust | **Feedback** Die Ausprägung einer Demenz unterscheidet sich sehr stark in den verschiedenen Stadien. Grundsätzlich kann man von einer Dauer von 3-4 Jahren pro Stadium ausgehen, diese Zeit kann sich aber von Fall zu Fall sehr stark unterscheiden. ![](https://hackmd.io/_uploads/B1aDY3Jth.png) --- **Interkation 3** Wie häufig tritt Demenz in Deutschland auf? Schätze die Anzahl der Menschen mit Demenz je Altersgruppe. 80 bis 84 Jahre - ca. 156 von 1.000 85 bis 89 Jahre - ca. 261 von 1.000 90 Jahre und älter - ca. 410 von 1.000 ::: ### Slide 1.4 Die Symptome der Demenz können je nach Art und Stadium der Erkrankung variieren. Markiere in den folgenden Übung die häufigsten Anzeichen von Demenz. :::warning Markiere häufige Anzeichen von Demenz. :white_check_mark: Verwirrtheit :white_check_mark: Schwierigkeiten beim Sprechen :white_check_mark: Verstehen von Sprache :white_check_mark: Orientierungslosigkeit :white_check_mark: Veränderungen der Persönlichkeit oder des Verhaltens :white_check_mark: Vergesslichkeit :x: Schmerzen im unteren Rückenbereich :x: Ereignisse aus Kindheit und Jugend werden besonders früh bei einer Demenz vergessen :x: Kopfschmerzen **Feedback** Häufige Anzeichen sind Verwirrtheit, Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen von Sprache, Orientierungslosigkeit, Vergesslichkeit und Veränderungen der Persönlichkeit oder des Verhaltens. Im Laufe der Zeit verschlechtert sich der Zustand der Betroffenen meistens kontinuierlich. Diese Verschlechterung kann jedoch langsam und schrittweise auftreten, wie es typisch für die Alzheimer-Krankheit ist, oder in Form von abrupten Änderungen, wie es oft bei der vaskulären Demenz der Fall ist. ::: ### Slide 1.5 Die Diagnose von Demenz basiert auf einer Kombination aus medizinischer Anamnese, körperlicher Untersuchung und neurologischen Tests. Kognitive Tests, wie der **Mini-Mental-Status-Test (MMST)** oder der **Montreal Cognitive Assessment (MoCA) Test**, werden häufig verwendet, um die geistige Leistungsfähigkeit zu beurteilen. Bildgebende Verfahren wie **Computertomographie (CT)** oder **Magnetresonanztomographie (MRT)** können ebenfalls genutzt werden, um Veränderungen im Gehirn sichtbar zu machen. Klicke auf die verschiedenen Tests, um mehr darüber zu erfahren. :::info **Mini-Mental-Status-Test (MMST)** Der Test prüft verschiedene Bereiche des Denkvermögens wie Orientierung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache und visuell-räumliche Fähigkeiten. Der MMST besteht aus einer Reihe von Fragen und Aufgaben, die von einem Arzt oder geschulten medizinischen Fachkraft gestellt werden. Die maximale Punktzahl beträgt 30 Punkte. Eine niedrigere Punktzahl kann auf eine kognitive Beeinträchtigung hindeuten, wobei eine Punktzahl von 24 oder weniger oft als Hinweis auf eine mögliche Demenz gewertet wird. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der MMST allein nicht ausreicht, um eine Demenz zu diagnostizieren. Weitere Untersuchungen und Tests sind erforderlich, um die Ursachen kognitiver Beeinträchtigungen zu ermitteln. Darüber hinaus kann der MMST bei Menschen mit geringer Bildung oder bei bestimmten kulturellen Gruppen zu falsch positiven Ergebnissen führen. Hier siehst du ein Beispiel für einen MMST. https://drive.google.com/file/d/1ef3UkGopzgpddAyZLT8mBzRZagW0Uw8T/view?usp=sharing **Montreal Cognitive Assessment (MoCA) Test** Der MoCA Test besteht aus einer Reihe von Aufgaben und Fragen und wird meist in 10 bis 15 Minuten durchgeführt. Die maximale Punktzahl beträgt 30 Punkte, wobei eine Punktzahl von 26 oder mehr in der Regel als normal betrachtet wird. Eine Punktzahl unter 26 kann auf eine mögliche kognitive Beeinträchtigung hindeuten. Wie beim MMST ist es jedoch wichtig zu bedenken, dass der MoCA Test allein nicht ausreicht, um eine Diagnose zu stellen. Er ist ein nützliches Werkzeug im Rahmen einer umfassenderen klinischen Beurteilung und sollte immer in Kombination mit anderen diagnostischen Methoden und klinischen Informationen verwendet werden. Zudem ist der MoCA empfindlicher bei der Erkennung milder kognitiver Beeinträchtigungen im Vergleich zum MMST. **Computertomographie (CT)** Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren, das detaillierte Bilder des Gehirns liefert. Im Kontext der Alzheimer-Diagnose kann eine CT Untersuchung verwendet werden, um andere Ursachen für Symptome wie Gedächtnisverlust oder Verwirrtheit auszuschließen. Die CT kann Anzeichen für eine Atrophie (Schrumpfung) des Gehirns zeigen. Die CT wird oft in Kombination mit anderen bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomographie (MRT) oder der Positronenemissionstomographie (PET) sowie mit kognitiven Tests und einer gründlichen medizinischen Anamnese eingesetzt. **Magnetresonanztomographie (MRT)** Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein bildgebendes Verfahren, das detaillierte Bilder des Gehirns liefert, indem starke Magnetfelder und Radiowellen genutzt werden. Durch die MRT kann die Struktur des Gehirns genauer betrachtet und spezifische Veränderungen der Alzheimer Erkrankung identifiziert werden. Das Vorhandensein und das Ausmaß der Atrophie (Schrumpfung) bestimmter Gehirnregionen kann aufgezeigt werden, wie zum Beispiel der Hippocampus, eine für das Gedächtnis wichtige Gehirnregion. Die MRT kann zudem andere Erkrankungen ausschließen, die ähnliche Symptome verursachen können. Die Diagnose erfordert immer zusätzlich eine umfassende medizinische Bewertung, einschließlich kognitiver Tests und einer gründlichen Anamnese. ::: ### Slide 1.6 Nachdem du nun einige grundlegende Informationen zum Thema Demenz erworben hast, werden wir uns im nächsten Kapitel dieses Moduls spezifisch mit dem Fall von Herrn Krause auseinandersetzen. ## Informationssammlung ### Slide 2.1 Einstiegfolie ### Slide 2.2 Ein neuer Tag beginnt im betreuten Wohnen “Haus Sonnenschein” an. Im dritten Stock beginnt Frau Schmidt, eine erfahrene Pflegekraft, ihren Arbeitstag. Sie macht sich gerade auf den Weg zum Bewohner Herrn Krause, einen 83-Jährigen mit mittelgradiger Demenz. Seine Fraue hat ihren Mann einige Jahre selbst betreut, da der Pflegebedarf aber stetig zunimmt, hat sie sich für eine professionelle Pflegeeinrichtung entschieden. Herr Krause wohnt noch allein in der kleinen Wohnung, nimmt aber viele Angebote des Hauses in Anspruch. Wie sollte Frau Schmidt Herrn Krause am besten begrüßen? :::warning Was ist eine passende Begrüßung am Morgen bei einem Demenz-Patienten? :white_check_mark: "Guten Morgen Herr Krause, heute ist Montag und die Sonne scheint. Haben Sie gut geschlafen." :x: "Zeit zum Aufstehen Herr Krause, in einer halben Stunden gibt es Frühstück."" :x: Mit einem Demenz-Patienten sollte man möglichst wenig sprechen. Auf eine Begrüßung sollte man daher verzichten. **Feedback** Es ist wichtig für den Patienten eine angenehme und wertschätzende Atmosphäre zu schaffen. Die Kommunikation mit Demenz-Patienten ist dabei sehr wichtig. Dabei sollte man auch stark auf die Mimik und Körpersprache des Patienten achten. Ist die Person entspannt oder angespannt? Ist er verwirrt oder orientiert. Eine zentrale Methode bei der Kommunikation ist die Validation. **Hier** [Link mit Exkurs zu Validation] kannst du mehr darüber erfahren. :::info **Exkurs Validation** "Validation" bei Demenzpatienten bezieht sich auf eine Kommunikationsmethode, die darauf abzielt, das Erleben von Menschen mit fortgeschrittener Demenz zu verstehen und anzuerkennen. Diese Methode respektiert die Gefühle und Erfahrungen der Patienten und erkennt ihre Würde und Menschlichkeit an. Durch das Einfühlen in die Gefühls- und Erlebniswelt des Patienten versucht man, den Patienten emotional zu erreichen und ihm ein Gefühl von Verständnis und Sicherheit zu vermitteln. Die Kommunikation greift den emotionalen Gehalt einer Aussage oder eines Verhaltens des zu Pflegenden auf. Besondere Beachtung wird dem dahinterstehende Gefühl geschenkt (ist es Angst, Freude, Trauer). Die Pflegenden drücken die Gefühle, die der demente Mensch spürt, in Worten aus. Sie begegnen ihm mit Äußerungen, die er versteht. So wird versucht, Vertrauen und Nähe herzustellen, um konkrete Konfliktsituationen des Pflegealltags zu entschärfen ::: ### Slide 2.3 Herr Krause macht an diesem Morgen einen sehr müden Eindruck. Wie auch oft bei anderen Demenz-Patienten kommt es auch bei Herrn Krause oft zu einer Tag-Nacht-Umkehr. Das bedeutet, dass die Person in der Nacht nicht mehr einschlafen kann und stattdessen eine Beschäftigung sucht. Was denkst du, welche Aspekte fördern nächtliche Aktivitäten? :::warning **Frage 1** Welche Aspekte fördern nächtliche Aktivitäten? :white_check_mark: Wenige Aktivitäten tagsüber :white_check_mark: Zu frühes Bettgehen :white_check_mark: Zu wenig Tageslicht :x: Sportliche Aktivitäten am Abend :x: Geringe Trinkmenge am Abend **Feedback:** Aufgrund von Langeweile schlafen Demenz-Patienten auch oft tagsüber und werden dadurch in der Nacht wieder aktiv. Ein weiterer Grund kann auch sein, dass besonders zum Abend hin mehr getrunken wird und der Patient daher in der Nacht aufwacht, um auf die Toilette zu gehen. --- **Frage 2** Welche Risiken sind mit diesem Verhalten verbunden? :white_check_mark: In der Nacht ist die Sturzgefahr besonders hoch :white_check_mark: Erhöhte Belastung der Pflegekräfte :white_check_mark: Weniger soziale Kontakte :white_check_mark: Ernährungsprobleme :x: Erhöhung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen **Feedback:** Durch die Dunkelheit in der Nacht ist die Sturzgefahr wesentlich höher. Außerdem stellt es auch für Pflegekräfte eine höhere Belastung dar, da in der Nacht deutlich weniger Personal zur Verfügung steht. Da die meisten sozialen Aktivitäten tagsüber stattfinden, kann ein umgekehrter Schlaf-Wach-Zyklus dazu führen, dass ein Patient weniger sozial interagiert und sich isoliert oder einsam fühlt. Im kommenden Kapitel erfährst du mehr, was konkret gegen dieses Verhalten unternommen werden kann. ::: ### Slide 2.4 Während Herr Krause aufsteht, macht Frau Schmidt etwas Ordnung in seinem Zimmer. Dabei versucht sie auch mit Herrn Krause weiter zu kommunizieren. Markiere selbst die Sätze, die in dieser Situation besser geeignet sind. :::warning **Satz 1** Markiere den richtigen Satz. :white_check_mark: "Heute wird es ein sehr schöner Frühlingstag. Die Sonne scheint den ganzen Tag oder es wird heute endlich wieder wärmer." :x: "Haben Sie das Fußball-Finale gestern gesehen? Das Spiel war total spannend." :x: "Sie haben wieder den Fernseher nicht ausgeschaltet. Das habe ich Ihnen doch schon so oft erklärt." **Feedback** Bei der Kommunikation ist es wichtig Orientierung zu geben. Informationen zum Wetter, zur Jahreszeit und Temperatur kann hierbei hilfreich sein. Aktuelle Ereignisse können den Patienten eher überfordern. Auch ist es normal Informationen häufig zu wiederholen, das sollte man aber nicht dem Patienten vorwerfen. Als Orientierungshilfe kann auch ein spezieller Kalender mit den wichtigsten Informationen verwendet werden. Hier siehst du ein Beispiel, wie so ein Kalender aussehen kann. ![](https://hackmd.io/_uploads/r1ZJRVS_n.jpg) --- **Satz 2** Markiere den richtigen Satz. :white_check_mark: "Es ist sehr sonnig und warm heute. Wollen Sie bei diesem schönen Wetter einen Spaziergang machen?" :x: "Wissen Sie noch wer morgen zu Besuch kommt?" :x: "Was wollen Sie heute machen?" **Feedback** Eigene Entscheidungen sind bei einer Person eher die Ausnahme. Besser ist es, eine oder mehrere Optionen zu nennen, damit sich die Person nur für eine Option entscheiden muss. Frau Schmidt achtet darauf, ob Herr Krause klare Vorlieben oder Abneigungen äußert, welche Aktivität ihn interessieren und ob es bestimmte Dinge gibt, die er ablehnt. Diese Informationen helfen ihr dabei, einen Tagesplan zu erstellen, der auf Herrn Krauses aktuellen Interessen und Fähigkeiten abgestimmt ist. ::: ### Slide 2.5 Meistens ist Herr Krause sehr freundlich zu Frau Schmidt, aber in letzter Zeit kam es öfters vor, dass er schnell verärgert ist und sie beschimpft. Aggressives oder sogenanntes "herausforderndes" Verhalten kann bei Personen mit Demenz auftreten und kann durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht oder verschlimmert werden. Hier sind einige der Gründe: * Verwirrung und Frustration * Kommunikationsschwierigkeiten * Körperliche Beschwerden * Umweltfaktoren * Kognitive Veränderungen * Medikamente :::info **Erklärungen zu den Begriffen:** Verwirrung und Frustration: Mit fortschreitender Demenz kann es für Patienten immer schwieriger werden, die Welt um sie herum zu verstehen. Diese Verwirrung kann Angst und Frustration hervorrufen, die sich manchmal als Aggression äußern können. Kommunikationsschwierigkeiten: Personen mit Demenz haben oft Schwierigkeiten, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken. Wenn sie sich unwohl oder unglücklich fühlen und dies nicht verbalisieren können, können sie stattdessen aggressiv reagieren. Körperliche Beschwerden: Schmerzen, Hunger, Durst oder der Bedarf an Toilettenbenutzung können ebenfalls zu aggressivem Verhalten führen, besonders wenn der Patient Schwierigkeiten hat, diese Bedürfnisse zu artikulieren. Umweltfaktoren: Zu laute Geräusche, ein übermäßig belebter Raum, Hitze oder sogar eine plötzliche Veränderung der Routine können bei einigen Personen mit Demenz Unbehagen und Aggression hervorrufen. Kognitive Veränderungen: Bei bestimmten Formen der Demenz, wie z. B. der frontotemporalen Demenz, kann es zu Veränderungen in den Bereichen des Gehirns kommen, die das Verhalten regulieren. Dies kann zu Aggression und anderen Verhaltensveränderungen führen. Medikamente: Einige Medikamente oder eine Veränderung der Medikation kann Nebenwirkungen haben, die zu Aggressionen führen können. ::: ### Slide 2.6 Schließlich überprüft Frau Schmidt wie es Herrn Krause gesundheitlich geht. Hat er genug gegessen und getrunken. Hält er sein Gewicht. Diese Informationen helfen, mögliche gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und die nötigen Maßnahmen zu ergreifen. Ebenso wichtig ist die Überprüfung seiner Medikamente. Wurden sie regelmäßig und in der richtigen Dosierung eingenommen? Insgesamt nutzte Frau Schmidt diesen ersten Teil des Tages, um eine umfassende Sammlung von Informationen über Herrn Krauses aktuelle Verfassung zu sammeln. Diese sorgfältige Beobachtung und Datensammlung bildeten die Grundlage für den weiteren Tagesablauf und die Pflegeplanung für Herrn Krause. ## Maßnahmenplan ### Slide 3.1 Einstiegsfolie ### Slide 3.2 Nach der gründlichen Informationssammlung beginnt Frau Schmidt mit ihrem ausgearbeiteten Maßnahmenplan. Als Erstes half sie Herrn Krause dabei, sich auf den Tag vorzubereiten. Entscheide selbst welche Maßnahme sich besser eignet. :::warning **Situation 1** Wähle die richtige Option aus. :white_check_mark: Frau Schmidt unterstützt bei der Körperpflege. Sie reicht Herrn Krause den Waschlappen, damit sich selbst waschen kann. :x: Um Zeit zu sparen, wäscht Frau Schmidt Herrn Krause in der Dusche. Herr Krause muss dabei nichts aktiv machen. **Feedback** Die Eigenständigkeit der Patienten sollte so oft es geht beachtet werden. Sofern Tätigkeiten eigenständig gemacht werden können, kann man als Pflegekraft unterstützen, aber die Aufgabe sollte man nicht übernehmen. --- **Situation 2** Wähle die richtige Option aus. :white_check_mark: Frau Schmidt hat über die letzten Wochen gelernt, welche Kleidung Herr Krause gerne trägt und macht ihm einen Vorschlag was er anziehen kann. :x: Frau Krause wählt eine simple Jogginghose und T-Shirt für Herrn Krause, da es möglichst bequem sein sollte. **Feedback** Die Kleidung ist ein wichtiger Teil unserer Persönlichkeit. Es ist wichtig, dass sich der Patient wohl fühlt und sein Selbstwertgefühl damit auch gefördert wird. Daher ist es wichtiger, Kleidung zu wählen, die persönlich zu dem Patienten passen und nicht einfach nur bequem sind. ::: ### Slide 3.3 Das Frühstück ist die nächste Aufgabe. Frau Schmidt fragt macht ihm einen Essensvorschlag, z.B. Joghurt und Brötchen mit Käse. Sie stellt ihm alles hin und fordert ihn auf sein Frühstück selbst zu zubereiten. Sie unterstützt mit Worten und ggf. auch mit Handlungen. Während Herr Krause isst, erinnerte Frau Schmidt ihn sanft an seine Medikamente. Sie erklärt ihm ruhig, wofür jedes Medikament ist, um ihm ein Gefühl der Kontrolle zu geben. ### Slide 3.4 Nach dem Frühstück bringt sie Herrn Krause zur Morgengymnastik im Physiotherapieraum des Hauses. Diese leichten körperlichen Aktivitäten fördern seine Beweglichkeit und sein Wohlbefinden. Was sollte man bei körperlichen Aktivitäten grundsätzlich beachten? :::warning Was gilt es bei körperlichen Aktivitäten zu beachten? :white_check_mark: Die Übungen sollten möglichst leicht sein, damit der Patienten nicht zu schnell überfordert ist. :x: Herr Krause sollte an sein Limit kommen, damit sich erkennbare Erfolge erzielen lassen. **Feedback** Es geht nicht darum, dass Herr Krause möglichst viel Muskeln aufbaut. Es ist wichtiger, dass er sich regelmäßig bewegt und Lust hat bei den Übungen mitzumachen. Daher ist es wichtiger, darauf zu achten, dass die Übungen ihn nicht überfordern. ::: ### Slide 3.5 Nach der Morgengymnastik ist es Zeit für die Biografiearbeit. "Biografiearbeit" ist eine Methode, die in der Pflege und Betreuung von älteren Menschen und insbesondere von Menschen mit Demenz häufig angewendet wird. Diese Methode beinhaltet das Sammeln und Verstehen der persönlichen Geschichte oder Lebensgeschichte des Patienten. Dabei geht es um wichtige Ereignisse, Erfahrungen, Vorlieben und Abneigungen, Werte und Beziehungen in ihrem Leben. Im Fall von Herrn Krause wurde zusammen mit seiner Tochter ein Buch mit Fotos und Erinnerungsstücken aus dem Leben von Herrn Krause zusammengestellt. Die Biografiearbeit wird von der Betreuungsassistentin Silvia durchgeführt. Was denkst du ist der Zweck der Biografiearbeit? :::warning Welchen Zweck soll die Biografiearbeit erfüllen? Markiere die richtigen Antworten. :white_check_mark: Die Methode hilft dem Patienten, sich an seine Identität und Lebensgeschichte zu erinnern. :white_check_mark: Die Biografiearbeit gibt dem Patienten mehr Sicherheit. :white_check_mark: Die Methode stärkt die Beziehung zwischen Pflegekraft und Patienten. :x: Der Patient kann sich eigenständig mit dem Buch und die Pflegekraft hat Zeit für andere Tätigkeiten. :x: Die Biografiearbeit stärkt das Langzeitgedächtnis des Patienten und die Demenz kann verlangsamt werden. **Feedback** Die Biografiearbeit hilft Pflegekräften, die Patienten besser zu verstehen und eine individuelle, respektvolle und menschenzentrierte Pflege und Betreuung zu leisten. Sie kann auch dabei helfen, positive Erinnerungen zu wecken und das Wohlbefinden des Patienten zu verbessern. ::: ### Slide 3.6 Am Nachmittag werden weitere Aktivitäten für die Bewohner angeboten. Teste mit diesem Beispiel mal selbst dein Wissen. Was denkst du für was dieser Gegenstand früher verwendet wurde? :::warning Für was wird dieser Gegenstand verwendet? ![](https://hackmd.io/_uploads/HJbgr2Hu3.png) :white_check_mark: Für die Herstellung von Butter. :x: Für die Zubereitung von Brotteig. :x: Für die Herstellung von Speiseeis. **Feedback** Bei diesem Gerät handelt es sich um eine Buttermaschine. Diese Maschine gab es früher fast in jedem Haushalt, daher ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Bewohner ebenfalls so eine Maschine bei sich hatten. Generell ist bei solchen Aktivitäten das Ziel, dass sich die Bewohner an frühere Zeiten erinnern und Geschichten aus dieser Zeit teilen können. Neben solchen Aktivitäten ist auch das Singen von Liedern aus der Vergangenheit meist eine sehr beliebte Aktivität bei den Bewohnern. ::: ### Slide 3.7 Die Pflegefachassitentin Susanne ist nun für Herrn Krause zuständig. Als sie nach ihm schaut, bemerkt sie, dass er wieder versucht das Wohnheim zu verlassen, um zu seiner Frau nach Hause zu gehen. Das Weglaufen stellt bei Demenz-Patienten eine große Herausforderung dar. Es wird auch von Hinlauf-Tendenz gesprochen, da der Patient zu einem bestimmten Ziel gehen möchte. Welche Maßnahmen sollten hierbei unbedingt beachtet werden? :::warning Welche Maßnahmen sollten gegen das Weglaufen unbedingt beachtet werden? :white_check_mark: Der Patient sollte stets ein Identifikationsmittel mit Name und Adresse bei sich tragen. :white_check_mark: Das Wohnheim sollte so gestaltet sein, dass Patienten nicht ohne das Wissen der Pflegekräfte die Einrichtung verlassen können. :white_check_mark: Immer ein aktuelles Foto des Patienten bereithalten. :x: Zimmer des Patienten abschließen. :x: Konsequenzen beim Versuch des Weglaufens, z.B. eine Woche sämtliche Aktivitäten verbieten. **Feedback:** Eine sichere Umgebung ist die wichtigste Maßnahme. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass das zuständige Personal jederzeit darüber informiert ist, wenn ein Bewohner die Einrichtung verlässt. Hierbei kann auch ein elektronische Armband helfen, welches automatisch das Personal informiert. Außerdem sollte ein Demenz-Patient stets ein Dokument bei sich tragen, mit dem er sich identifizieren kann und auch die Adresse des Wohnheim beinhaltet. Wichtig ist auch, dass gegenüber des Patienten kein Ärger gezeigt wird. Stattdessen ruhig und mit Geduld und Verständnis mit dem Patienten sprechen. ::: ### Slide 3.8 Herr Krause ist auf der Suche nach seinem Gehstock. Er ist davon überzeugt, dass ein anderer Bewohner seinen Gestock gestohlen hat. Wie sollte Susanne auf diese Situation reagieren? :::warning Herr Krause ist davon überzeugt, dass ein Bewohner seinen Gehstock gestohlen hat. Wie sollte man darauf als Pflegekraft reagieren? :x: Susanne sollte den betreffenden Bewohner vor Herrn Krause beschuldigen, um das Vertrauen von ihm zu gewinnen. :white_check_mark: Susanne sollte Herrn Krause beruhigen, ihm zuhören und versuchen, den Gehstock gemeinsam mit ihm zu finden. :x: Susanne sollte Herrn Krause ignorieren und hoffen, dass er das Thema vergisst. :x: Susanne sollte Herrn Krause darauf hinweisen, dass er falsch liegt und ihm die Realität erklären. **Feedback:** Susanne sollte Herrn Krause beruhigen, ihm zuhören und versuchen, den Gehstock gemeinsam mit ihm zu finden. Die anderen Optionen sind nicht die besten Vorgehensweisen in solchen Situationen. Es ist wichtig, Verständnis und Respekt gegenüber dem Patienten zu zeigen, seine Gefühle anzuerkennen und zu versuchen, das verlorene Objekt zu finden oder das Problem auf andere Weise zu lösen, anstatt den Patienten zu ignorieren oder ihm direkt zu widersprechen. Die Beschuldigung eines anderen Bewohners könnte zu Konflikten führen und ist nicht ratsam. ::: ### Slide 3.9 Gegen Ende des Tages kommt die Pflegefachassitentin Susanne und bereitet Hern Krause auf den Abend und das Schlafen gehen vor. Sie bereitet das Abendbrot und sorgt für eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Herr Krause wünscht sich zum Abend noch ein Hörbuch mit einem Märchen aus seiner Kindheit, dass er sehr mag. Es geht ereignisreicher Tag zu Ende und du siehst, dass der Maßnahmenplan sorgfältig geplant und durchgeführt wurde. Das Ziel dabei ist das Wohlbefinden von Herrn Krause zu fördern und seine Identität und Selbstständigkeit zu stärken. ## Angehörige beraten und anleiten ### Slide 4.1 Einstiegsfolie ### Slide 4.2 Die Frau von Herrn Krause kommt fast jeden zweiten Tag zu Besuch. Frau Schmidt legt großen Wert auf die Zusammenarbeit und Kommunikation mit den Angehörigen. Sie weiß, dass dies entscheidend ist, um eine optimale Pflege und Unterstützung für Herrn Krause sicherzustellen. ### Slide 4.3 Zu Beginn des Treffens gibt Frau Schmidt Frau Krause ein detailliertes Update über Herrn Krauses Zustand und die Aktivitäten des Tages. Sie teilte ihre Beobachtungen, Erfolge und Herausforderungen. Sie erklärte auch die Bedeutung und Auswirkungen von Erinnerungs- und Beschäftigungsformen für Menschen mit Demenz. Dann geht Frau Schmidt auf das Thema Biografiearbeit ein. Sie erläuterte, wie diese Methode Herrn Krause hilft, seine Identität und Lebensgeschichte zu bewahren. Sie bittet Frau Krause, weitere Fotos oder Erinnerungsstücke mitzubringen und ihre eigenen Geschichten und Erinnerungen mit ihrem Mann zu teilen. Diese gemeinsame Arbeit trägt dazu bei, Herrn Krause eine sinnvolle und vertraute Verbindung zu seiner Vergangenheit und seiner Familie zu bieten. ### Slide 4.4 Sie gibt Frau Krause auch Empfehlungen, was sie tun könnte, um ihren Mann zu unterstützen. Zum Beispiel betont sie die Bedeutung einer ruhigen, geduldigen Kommunikation. Sie sollte die Gefühle, die Sie bei Ihrem Mann beobachten kann in Sprache ausdrücken, z.B. Macht dir das Freude/ oder Angst…. Sie empfiehlt ihr außerdem, ihre Besuche an guten Tagen zu wenn möglich länger zu gestalten, um die positiven Interaktionen zu maximieren. An den schlechten Tagen von Herrn krause sollte man ihn zu nichts zwingen. Er sollte wenig Erlebnisse haben in denen er aufgrund seiner Erkrankung gescheitert ist. Sie erklärt auch, dass Demenzpatienten oft besser auf Routinen reagieren und dass es hilfreich sein könnte, Besuche zu regelmäßigen Zeiten zu planen. Außerdem könnten gemeinsame Aktivitäten, wie Spaziergänge oder das Anschauen von Fotos, eine gute Möglichkeit sein, um Verbindung und Freude zu schaffen. ### Slide 4.5 Schließlich betonte Frau Schmidt die Bedeutung der Selbstfürsorge für Angehörige. Es ist wichtig, dass Frau Krause sich auch um ihre eigene Gesundheit und ihr Wohlbefinden kümmerte, um in der Lage zu sein, ihren Mann bestmöglich zu unterstützen. Dieses Treffen war ein entscheidender Teil des Pflegeprozesses, um sicherzustellen, dass Herr Krause die bestmögliche Betreuung erhielt und dass seine Angehörigen sich unterstützt und informiert fühlten. Es war ein Beispiel für die enge und effektive Zusammenarbeit, die im betreuten Wohnheim “Haus Sonnenschein” angestrebt wurde.