--- title: Dekubitusprophylaxe in der Pflege tags: Context Yellows --- {%hackmd PVz8QdxJSb2Gx9nKtrb2Ug %} {%hackmd rmtZrl13Q9qizSgBPU4QMw %} # Action Map {%figma https://www.figma.com/file/iqaVyzdw0p65Acfnsy8QQT/Action-Map---Dekubitus?node-id=0%3A1 %} # Storyboard ## Inhaltliche Gliederung ### I - Relevanz und Bedeutung von Dekubitus - rechtliche Konsequenzen bei falscher Behandlung - [https://www.augsburger-allgemeine.de/region/Prozess-80-Jaehriger-in-Pflegeheim-vernachlaessigt-id2732021.html](https://www.augsburger-allgemeine.de/region/Prozess-80-Jaehriger-in-Pflegeheim-vernachlaessigt-id2732021.html) - Zahlen und Statistiken von Dekubitusfällen in Deutschland - [https://iqtig.org/downloads/auswertung/2017/dek/QSKH_DEK_2017_QIDB_V02_2018-04-25.pdf](https://iqtig.org/downloads/auswertung/2017/dek/QSKH_DEK_2017_QIDB_V02_2018-04-25.pdf) - [https://www.carenetic.de/steigende-fallzahlen-bei-dekubitus/](https://www.carenetic.de/steigende-fallzahlen-bei-dekubitus/) - Allgemeine Definition von Dekubitus ### II - Dekubitus erkennen - Entstehungsphasen bestimmen - Dekubituskategorien erkennen - Merkmale der jeweiligen Kategorien - Ablauf Fingertest - Behandlung von Schürfwunden - Verweis auf chronische Wunden - allgemeine Merkmale, welche sich keiner Kategorie zuordnen lassen - Risikoeinschätzung durchführen - Hautinspektion - Hauptfaktoren und damit verbundene Risiken bestimmen - Maßnahmenplan erstellen ### III - Dekubitusrisiko verringern - Möglichkeiten zur Verminderung des Auflagedrucks kennenlernen - Allgemeine Maßnahmen benennen - Dokumentation der Maßnahmen - (Datenschutz insbesondere bei Fotodokumentation) —> Thema bei chronischen Wunden ### IV - Dekubitus vorbeugen - Natürlicher Hautschutz verstehen - Bestandteile von Pflegeprodukten verstehen - Pflege der eigenen Hände ### V - Angehörige beraten/anleiten - Erklären was Dekubitus ist und mögliche Folgen - Behandlung / Handgriffe / Hilfsmittel erläutern - Beratung zum Pflegegrad ## Drehbuch ### I - Prolog (Ziele des Standards) #### **Szene 1** :::info *Lerner betritt Raum, Kollegin liest DBfK-Mitgliederzeitschrift.* ::: L: Was liest du da? K: Es wurden gerade neue Zahlen zu aktuellen Dekubitusfällen veröffentlicht. Wusstest du, dass rund 65.000 Menschen pro Jahr im Krankenhaus einen Dekubitus entwickeln? :::warning Lerner wählt zwischen den folgenden Optionen 1. L: Das Thema interessiert mich nicht so besonders, ich hatte bei mir auf der Station bisher noch keinen Fall. 2. L: Das klingt recht viel. Ich sollte mich auch mal stärker mit dem Thema beschäftigen. ::: *Bei 1.:* - Auch wenn es noch keinen Fall gab, kann sich das schnell ändern. Die richtigen Maßnahmen, um ein Dekubitus zu vermeiden, sind nicht nur für deine Patienten wichtig, sondern sind auch von Gesetz vorgeschrieben. Vor einigen Jahren wurden ein Arzt, die Stationsleiterin sowie eine Pflegerin wegen Vernachlässigung angeklagt. Es können dir also auch eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren drohen. Außerdem soll ja auch die Qualität der Pflege verbessert werden. Nicht nur für deine Patienten, sondern auch für das Krankenhaus, für die Angehörigen und nicht zuletzt sollte es dein Anspruch sein, die Patienten so gut wie möglich zu versorgen. *Bei 2.:* - Gute Entscheidung! Die richtigen Maßnahmen, um ein Dekubitus zu vermeiden, sind nicht nur für deine Patienten wichtig, sondern sind auch vom Gesetz vorgeschrieben. Vor einigen Jahren wurden ein Arzt, die Stationsleiterin sowie eine Pflegerin wegen Vernachlässigung von einem Gericht verurteilt. Es können dir also auch eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren drohen. Außerdem soll ja auch die Qualität der Pflege verbessert werden. Nicht nur für deine Patienten, sondern auch für das Krankenhaus, für die Angehörigen und nicht zuletzt sollte es dein Anspruch sein, die Patienten so gut wie möglich zu versorgen. #### Szene 2 Willkommen zu diesem Kurs! Hier erfährst du in den nächsten 30 Minuten, was ein Dekubitus ist, wie du einen Dekubitus erkennen kannst, was du dagegen machen kannst und wie du Angehörige dazu beraten und anleiten kannst. Angela wird dich durch den Kurs begleiten und dir weiterhelfen, falls du mal nicht weiterkommen solltest. Viel Spaß! #### Szene 3 Bevor es losgeht, kannst du mir noch deinen Namen sagen? ::: info Lerner muss seinen Namen eingeben ::: Super! Danke, dass du dir die Zeit für dieses wichtige Thema nimmst! #### Szene 4 Da wir uns in diesem Kurs mit Dekubitus beschäftigen, sollten wir natürlich wissen, was ein Dekubitus überhaupt ist. Welche Definition, denkst du, beschreibt den Dekubitus? :::warning Lerner wählt zwischen den beiden Definitionen aus *Definition 1:* Eine Schädigung der obersten Hautschicht aufgrund einer Infektion, meist in Folge einer offenen Wunde. ***Definition 2:** (korrekt)* **Eine lokale Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes aufgrund von längerer Druckbelastung, die die Durchblutung der Haut stört.** ::: *Feedback bei 1:* Das stimmt leider nicht. Ein Dekubitus entsteht aufgrund von längerer Druckbelastung, daher ist insbesondere die richtige Lagerung ein sehr wichtiger Aspekt bei der Dekubitusprophylaxe. *Feedback bei 2:* Richtig! Wie du richtig erkannt hast, ist die Druckbelastung ein zentraler Faktor bei der Entstehung eines Dekubitus. Nachdem wir nun wissen, was ein Dekubitus ist, schauen wir uns im nächsten Kapitel an, wie man einen Dekubitus erkennen kann. ### II - Dekubitus erkennen (Informationsammlung) #### Szene 1 Montagmorgen, 7 Uhr; nach einer Woche Urlaub beginnt eine neue Arbeitswoche für dich. Bei der morgendlichen Dienstübergabe berichtet der Nachtdienst von Patient Schmidt. Er ist 75 Jahre alt und wurde wegen einer schweren Lungenentzündung in der vergangenen Woche im Krankenhaus aufgenommen. Deine Kollegin berichtet, dass der Patient die meiste Zeit halbsitzend schläft, weil er schlecht Luft bekommt. Da er Fieber hat, soll er nur zur Toilette aufstehen. Herr Schmidt schwitzt aufgrund des Fiebers zeitweise sehr stark, dann ist das ganze Bett bis auf das Laken nass. Auch hat Herr Schmidt tröpfelnden Harnabgang. Herr Schmidt müsste eigentlich viel trinken, aber wenn man ihn nicht daran erinnert, vergisst er es. Appetit hat er auch keinen, am liebsten isst er etwas Frisches, wie z.B. Obst. Milch und Milchprodukte, wie z.B. Joghurt mag er gar nicht. Mittags isst er auch kaum etwas. Was denkst du? Welche Faktoren erhöhen die Gefahr eines Dekubitus? :::warning Lerner muss von den folgenden Begriffen die richtigen (**fett markiert**) auswählen **Hohes Alter** | **Wenig Bewegung** | Starker Husten | Zu viel Schlaf | **Lagerungsposition** | **Feuchtigkeit** | Viel Obst | **Wenig Eiweiß** | **Trinkt wenig** | Tröpfelnder Harnabgang ::: *Feedback bei richtig*: Richtig erkannt! Hauptsächlich, das Alter, Mangel an Bewegung und eine ungünstige Lagerungsposition erhöhen das Risiko eines Dekubitus. Diese Risikofaktoren treffen auf Herrn Schmidt zu, du solltest also dringend schauen, ob es Anzeichen für einen Dekubitus bei ihm gibt. *Feedback bei falsch*: Das stimmt leider noch nicht ganz, überlege nochmal welche dieser Begriffe die Gefahr eines Dekubitus erhöhen. #### Szene 2 Nach der Dienstübergabe machst du dich direkt auf den Weg, um Herrn Schmidt zu sehen. Auf dem Weg zu seinem Zimmer, überlegst du, welche Stellen besonders gefährdet sind. Versuche in diesem Bild alle Stelle zu markieren, an denen besonders häufig ein Dekubitus auftreten kann. ::: warning *Interaktion: Stellen markieren* ![im Sitzen](https://i.imgur.com/XqVDg7y.png) Folgende Stellen müssen markiert werden: 1. Ferse 2. Sitzhöcker 3. Steißbein ::: *Feedback bei richtig*: Sehr gut erkannt! Diese Stellen sind besonders häufig betroffen. #### Szene 3 Je nach Position sind auch Schulterblatt, Ellbogen und der Hinterkopf Stellen, an denen ein Dekubitus häufig auftritt. Warum denkst du sind es gerade diese Stellen? ::: warning Lerner muss die richtige der folgenden zwei Aussagen auswählen: **Aussage 1 (korrekt):** An diesen Stellen liegen die Knochen dicht unter der Haut. Durch den permanenten Druck werden Gefäße abgedrückt. **Aussage 2:** Es gibt an diesen Stellen keine Hornhaut. Die Epidermis (oberste Hautschicht) ist an diesen Stellen dünner ::: *Feedback bei richtig:* Sehr gut! Dekubiti entsteht meistens bei Knochenvorsprüngen und bei einer zu geringen Abpolsterung. Beim Sitzen reibt die Ferse am Bettlaken. Dadurch kann sich die Haut aufreiben. *Feedback bei falsch:* Das ist leider nicht richtig. Ein Dekubitus entsteht meistens bei Knochenvorsprüngen und bei einer geringen Abpolsterung. Beim Sitzen reibt die Ferse am Bettlaken. Dadurch kann sich die Haut aufreiben. #### Szene 4 Wie wir bereits wissen, entsteht ein Dekubitus durch Druck. Doch was genau passiert hierbei? Versuche die Entstehungsphasen in die richtige Reihenfolge zu bringen. ::: warning Lerner muss Phasen in die richtige Reihenfolge bringen 1. Der Blutstrom in den Kapillaren wird durch Druckeinwirkung von außen unterbrochen. 2. Vorhandener Sauerstoff wird verbraucht und führt zu einem Sauerstoffmangel. 3. Abfallprodukte aus dem Stoffwechsel sammeln sich im Gewebe an. 4. Die Gewebsschädigung beginnt. ::: *Feedback bei Richtig* Gut gelöst. Durch die Minderdurchblutung kommt es zu einem Sauerstoffmangel, wodurch sich toxische Stoffwechselprodukte ansammeln, welche das Gewebe schädigen. *Feedback bei Falsch* Leider nicht ganz richtig. Durch die Minderdurchblutung kommt es zu einem Sauerstoffmangel, wodurch sich toxische Stoffwechselprodukte ansammeln, welche das Gewebe schädigen. #### Szene 5 Sobald die Gewebsschädigung beginnt, gibt es zwei Möglichkeiten. Der Schmerzreiz bewirkt Mikrobewegungen bis hin zum Positionswechsel oder Der Patient empfindet keine Schmerzen und wechselt seine Position nicht selbstständig. Klicke auf beide Möglichkeiten, um die Folgen kennenzulernen ::: info Bei: Der Schmerzreiz bewirkt Mikrobewegungen bis hin zum Positionswechsel ::: Der Patient dreht sich und die Druckentlastung tritt rechtzeitig ein, bevor Gewebe abstirbt. Zu beobachten ist jetzt eine reaktive Hyperämie, mit reversibler Rötung, die spätestens nach 10-15 Min. abgeklungen ist. :::info Bei: Der Patient empfindet keine Schmerzen und wechselt seine Position nicht selbstständig. ::: Nach ca. 2 Stunden ohne Druckentlastung stirbt das Gewebe ab. Plasma tritt aus den Kapillaren ins Interstitium über. Eine irreversible Rötung durch mikrovaskuläre Hämorrhagie ist zu beobachten. Ödem- und Blasenbildung treten auf. #### Szene 6 Schauen wir uns nun an, ob es bereits Anzeichen eines Dekubitus bei unserem Patienten Herrn Schmidt gibt. ::: success Bild des Patienten mit leicht geröteter Stelle an der Ferse. ::: Hmm, eine rötliche Stelle an der Ferse. Welche Möglichkeit haben wir zu überprüfen, ob es sich um einen beginnenden Dekubitus handelt? ::: warning Lerner muss eine Option auswählen. **Option 1 (korrekt):** **Mit dem Finger auf die Rötung drücken und auf eine Verfärbung der Haut achten.** Option 2: Ein Kühlpad mindestens 5 Minuten auf die Stelle legen und schauen was passiert. ::: *Feedback bei richtig:* Korrekt! Mit Hilfe des sogenannten Fingertest können wir sehen, ob es sich um einen Dekubitus handelt. Wird die Stelle erst weiß und dann wieder rot, liegt kein Dekubitus vor. Bleibt die Stelle rot und verfärbt sich **nicht** weiß-gelblich, liegt ein Dekubitus der Kategorie 1 vor. *Feedback bei falsch:* Durch das Kühlen können wir leider nicht erkennen, ob es sich um einen Dekubitus handelt. Richtig ist hier der sogenannte Fingertest. Wird die Stelle erst weiß und dann wieder rot, liegt kein Dekubitus vor. Bleibt die Stelle rot, liegt ein Dekubitus der Kategorie 1 vor. ::: success Jeweils ein GIF von Fingertest mit und ohne Dekubitus zeigen. ::: Bei einer rötlichen Stelle können wir den Fingertest anwenden. Wird die Stelle erst weiß und dann wieder rot, liegt kein Dekubitus vor. Bleibt die Stelle rot und verfärbt sich nicht weiß-gelblich, liegt ein Dekubitus der Kategorie 1 vor. ::: info Achtung! Es gibt auch andere Gründe für eine Rötung, Beispiele sind: - Ein Insektenstich oder -biss - Eine Allergie gegen Salben et cetera - Eine Infektion - Zu viel Feuchtigkeit - Bestimmte Hauterkrankungen ::: #### Szene 7 Du gehst wieder aus dem Zimmer und triffst auf dem Flur einen Kollegen. Ihr unterhaltet euch über die verschiedenen Dekubituskategorien. Er erzählt, dass er letztes Jahr einen Fall mit einem Dekubitus der Kategorie 3 gesehen hat. Wie viele Kategorien, denkst du, gibt es? 3 | **4** | 5 | 6 *Feedback bei richtig* Sehr gut! Es sind tatsächlich insgesamt 4 Kategorien. *Feedback bei falsch* Leider nicht ganz. Man unterteilt einen Dekubitus in insgesamt 4 Kategorien. #### Szene 8 Nun ist es natürlich auch hilfreich zu wissen, wie sich die Kategorien unterscheiden. Hier siehst du vier verschiedene Merkmale. Kannst du diese den 4 Kategorien zuordnen? ::: warning Beschreibungen müssen den Kategorien zugeordnet werden 1. Kategorie: Klar definierte, nicht wegdrückbare Rötung 2. Kategorie: Wassergefüllte Blasen (ohne Verfärbung) und/oder oberflächliche Wunden (ähnlich einer Hautabschürfung). 3. Kategorie: Vollständiger Hautverlust. Das Unterhautfettgewebe kann sichtbar sein, aber Knochen, Sehnen oder Muskeln liegen nicht offen. 4. Kategorie: Vollständiger Gewebeverlust. Knochen, Sehnen oder Muskeln liegen frei. ::: Gut gelöst! Hier siehst du noch Beispiele der verschiedenen Kategorien. Die Wundbehandlung von Kategorie 2 bis 4 wird im Modul “Chronische Wunden” besprochen. Für die Dekubitusprophylaxe ist Kategorie 1 besonders wichtig, da wir hier noch am einfachsten bleibende Schäden vermeiden können. #### Szene 9 Unsere Aufgabe ist es sicherzustellen, dass es nicht zu einem Dekubitus kommt. Deswegen werden wir eine Risikoeinschätzung für Herrn Schmidt durchführen. Die Einschätzung erfolgt in den Kategorien: - Sensorisches Empfindungsvermögen - Aktivität - Reibung und Scherkräfte - Ernährung - Mobilität - und Feuchtigkeit Hilfreich ist hierbei auch die Braden Skala. Du kannst sie dir hier herunterladen. #### Szene 10 Ein wichtiger Aspekt der Risikoeinschätzung ist die Hautinspektion. Dabei schauen wir nach Rötungen, besonders bei den gefährdeten Stellen. [pqsg.de - das Altenpflegemagazin im Internet / Online-Magazin für die Altenpflege](https://www.pqsg.de/seiten/openpqsg/hintergrund-standard-hautbeobachtung.htm) [Prävention und Behandlung von Dekubitus: Kurzfassung der Leitlinie](https://www.epuap.org/wp-content/uploads/2016/10/german_quick-reference-guide.pdf) #### Szene 11 Bei unserem Patienten Herrn Schmidt sind besonders die geringe Mobilität, fehlende Motivation und ein schwaches Empfindungsvermögen die zentralen Risikofaktoren. Doch wie sieht es allgemein aus? Was denkst du, sind Faktoren, die einen Dekubitus begünstigen können? Wische die Karte nach rechts, wenn du denkst, dass es sich um eine Risikofaktor handelt ::: warning Dem Lerner wird jeweils immer eine Karte gezeigt, diese muss nach rechts, bzw. links gewischt werden - **Hohes Alter** - **Mangelernährung** - **Dehydratation** - **Trockene Haut** - **Eingeschränkte Mobilität** - **Feuchte Haut / Inkontinenz** - Fettige Haut - **Vegane Ernährung** - ... ::: #### Szene 12 Besonders im hohen Alter ist das Risiko eines Dekubitus deutlich höher. Gründe dafür sind: - Die Haut wird dünner und damit anfälliger - Unterhautfettgewebe nimmt ab - Degeneration der Kapillaren - Abnahme der Schmerzempfindlichkeit - Abnahme der Durstempfindens - sowie eine verlangsamte Reaktion des Immunsystems #### Szene 13 Damit haben wir das Ende dieses Kapitels erreicht und schon einige Informationen zu unserem Patienten sammeln können. Im nächsten Kapitel geht es weiter mit dem Maßnahmenplan. ### II - Dekubitusrisiko verringern (Maßnahmenplan) #### Szene 1 Durch die Risikoeinschätzung konnten wir schon wichtige Informationen zu unserem Patienten sammeln. Im nächsten Schritt wollen wir einen passenden Maßnahmenplan erstellen. ::: warning Lerner muss auf einer simulierten Oberfläche einer Pflegesoftware (Vivendi PD) die Angaben aus der Risikoeinschätzung eingeben und den Maßnahmenplan erstellen. ::: #### Szene 2 Ein zentraler Punkt aus unserem Maßnahmeplan ist es, den Auflagedruck zu verringern. Hierbei können verschiedene Lagerungstechniken helfen. Eine mögliche Lagerungsform ist die 30°-Schräglage. ::: success Bild 30°-Schräglage einblenden ::: Diese Lagerung wird von den meisten Patienten toleriert. #### Szene 3 Eine weitere Lagerungstechnik ist die sog. 135°-Lagerung. ::: success Bild 135°-Schräglage einblenden ::: Bei welchen betroffenen oder gefährdeten Körperstellen bietet sich diese Lagerungstechnik an? ::: warning Lerner muss passende Antwort auswählen - **Os sacrum** - **Os Ischii** - **Ferse** - Schulter - Ellbogen ::: *Feedback bei Richtig* Gut erkannt! Speziell bei diesen drei Stellen kann die 135°-Schräglage sehr gut entlasten. **Achtung: Diese Position sollte nicht bei Personen mit Luftnot verwendet werden.** *Feedback bei Falsch* Leider falsch. Das sind die richtigen drei Stellen. **Achtung: Außerdem solltest du beachten, diese Technik nicht bei Personen mit Luftnot anzuwenden.** #### Szene 4 Betroffene oder gefährdete Körperstellen können bei der Freilagerung vollständig entlastet werden. Achte hierbei darauf, dass angrenzende Körperstellen nicht mehr belastet werden. ::: success Bild von Freilagerung der Ferse ::: #### Szene 5 Hier siehst du noch weitere Lagerunstechniken: - Bauchlage - Rückenlage mit 5 Kissen (bei kachektischen Personen) - Sitzen im Bett - Rückenlage #### Szene 6 Welche Lagerungstechnik würdest du für unseren Patient Herrn Schmidt empfehlen? ::: warning Lerner muss die passende Technik aus den folgenden auswählen: - Bauchlage - **Rückenlage** - **Sitzen im Bett** - 135°-Schräglage - **30°-Schräglage** ::: *Feedback bei richtig* Gute Wahl! Da Herr Schmidt eine Lungenentzündung und damit auch Luftnot hat, ist eine Bauch- oder 135 Grad Schräglage, nicht geeignet. *Feedback bei falsch* Leider nicht ganz richtig. Da Patient Schmidt eine Lungenentzündung und damit auch Luftnot hat, ist eine Bauch- oder 135 Grad Schräglage, nicht geeignet. #### Szene 7 Alle vorgestellten Lagerungstechniken funktionieren auf einer normalen Schaumstoffmatratze. Es gibt aber auch spezielle Hilfsmittel, welche ebenfalls verwendet können. Hier siehst du ein Beispiel für eine Antidekubituswechseldruckmatratze, für eine Weichlagerungsmatratze und für Antidekubitusunterlagen. Ziel dieser Hilfsmittel ist es, den Druck gleichmäßig zu verteilen und für eine regelmäßige Druckentlastung zu sorgen. #### Szene 8 Herr Schmidt möchte nicht ständig umgelagert werden und wünscht sich daher eine Antidekubituswechseldruckmatratze. Würdest du ihm diese empfehlen? - Nein, die ist zu teuer. - **Nein, da sonst weniger Motivation zur Eigenbewegung entsteht.** - Ja, diese sollte bei einem Risiko immer verwendet werden. - Ja, sofern der Patient selbst die Kosten übernimmt. *Feedback bei richtig:* Gut erkannt! Herr Schmidt kann sich noch eigenständig bewegen. Bei einer Wechseldruckmatratze sinkt die Motivation sich selbst zu bewegen und führt auch zu körperlichen Wahrnehmungsstörungen. *Feedback bei falsch:* Das stimmt leider nicht ganz. Patient Schmidt kann sich noch eigenständig bewegen. Bei einer Wechseldruckmatratze sinkt die Motivation sich selbst zu bewegen und führt auch zu körperlichen Wahrnehmungsstörungen. #### Szene 9 Es gibt auch noch weitere Hilfsmittel. Manche davon wurden früher zwar verwendet, werden heute aber nicht mehr empfohlen. Ziehe das Bild nach rechts, wenn du denkst, dass dieses Hilfsmittel hilfreich ist und nach links, wenn man es besser nicht verwenden sollte. ::: warning Lerner muss jedes Hilfsmittel nacheinander nach links oder rechts ziehen. https://www.der-querschnitt.de/archive/8945 - **Lagerungsschlange** - **Fersenschuh** - **Kissen für Rollstuhl** - Natürliche und künstliche Felle - Wassermatratzen und -kissen - Sitz- bzw. Lagerungsringe - Watteverbände ::: *Feedback:* Sehr gut! Hier siehst du nochmal eine Übersicht der verschiedenen Hilfsmittel. #### Szene 10 Nachdem wir nun die verschiedenen Lagerungstechniken und einige Hilfsmittel kennengelernt haben, kannst du nun sicher die wichtigsten Kriterien bestimmen. ### III - Angehörige beraten/anleiten (Evaluation der Maßnahmen) #### Szene 1 Unserem Patienten Herrn Schmidt geht es bereits besser und er kann bald auch wieder nach Hause. Zuhause wird sich seine Frau um ihn kümmern. Heute triffst du sie zu einem gemeinsamen Gespräch. Wie würdest du das Gespräch eröffnen? 1. Schön dass Sie gekommen sind, ich würde mich mit Ihnen gerne über ihren Mann und die weitere Versorgung unterhalten. Wähle jeweils den passenden Text. FS: Guten Tag %Name%, geht es meinem Mann schon besser? 1. Hallo Frau Schmidt, ja die Lungenentzündung ist bereits fast verheilt. Aber bei ihrem Mann liegt ein erhöhtes Risiko für einen Dekubitus vor. 2. Hallo Frau Schmidt, ja ihrem Mann geht es bereits viel besser! Wegen der fehlenden Bewegung besteht aber die Gefahr des Wundliegens. FS: Oh okay, was kann ich dagegen machen? 1. Hier habe ich ein Infoheft für sie, da steht alles drin! **2. Es ist wichtig, dass man den Druck an den gefährdeten Stellen, wie Ferse und Hüfte, verringert. Der Druck führt zu einer schlechten Durchblutung.** 3. Der Kapillardruck darf nicht unter 8 mmHg fallen. Bringen Sie Ihren Mann in eine 135°-Schräglage. FS: Und wie kann ich den Druck verringern? 1. Ich würde Ihnen empfehlen, eine spezielle Antidekubituswechseldruckmatratze zu besorgen. **2. Ihr Mann kann sich noch eigenständig bewegen, sie sollten darauf achten, dass er regelmäßig, also mindestens alle zwei Stunden, die Position wechselt. Außerdem sollte ihr Mann fest sitzen und nicht runter rutschen. Zum Beispiel wie bei einer Schräglage. Diese sollte vermieden werden.** FS: Was meinen Sie denn mit regelmäßig? 1. Ach, ihr Mann wird sich schon melden, wenn er nicht mehr sitzen kann. Man fühlt das eigentlich wenn die Stelle weh tut. Aber sie sollten ihren Mann am besten beim Positionswechsel unterstützen. **2. Sie sollten darauf achten, dass ihr Mann nicht länger als 2 Stunden in der gleichen Position liegt oder sitzt. Es kann sein, dass er sich nicht rechtzeitig von alleine meldet.** FS: Sie reden von einer Druckstelle, das heißt eine rote Stelle auf der Haut? 1. Ja genau. Die Stelle ist beim Wundliegen gerötet. Dadurch können sie sie erkennen. Dann sollten sie unbedingt den Hausarzt benachrichtigen. **2. Ja, die Stelle ist gerötet. Allerdings kann das auch durch andere Einflüsse passieren. Falls sie auf Nummer sicher gehen wollen, drücken sie auf die gerötete Stelle. Falls sich die Stelle verfärbt, ist noch keine wunde Stelle vorhanden. Falls sie rot bleibt, sollten sie den Hausarzt informieren.** FS: Gibt es noch weitere Dinge, auf die ich achten sollte? 1. Nee, sonst brauchen Sie nichts beachten. Die Druckentlastung reicht aus. 2. Ja, achten Sie auch darauf, dass ihr Mann mindestens 1,5 Liter pro Tag trinkt und ausreichend Eiweiß und Vitamine zu sich nimmt. FS: Vielen lieben Dank für Ihre Hilfe und dass sie sich so nett um meinen Mann gekümmert haben. Frau Schmidt verabschiedet sich und geht mit ihrem Mann von der Station. Und damit hättest du die erste Lektion abgeschlossen. Hier nochmal ein kleiner Rückblick: Du hast gelernt, warum die Dekubitusprophylaxe so wichtig ist und was bei einer Vernachlässigung dieser passieren kann. Außerdem hast du dich mit dem Dekubitus beschäftigt, was das überhaupt ist und wie er entsteht. Dabei hast du die Entstehungsphasen, die Ursachen und die häufig betroffenen Stellen gelernt. Du kennst jetzt die vier Kategorien eines Dekubitus und kannst, wie bei Herrn Schmidt, eine Risikoeinschätzung durchführen und geeignete Maßnahmen festlegen. Zu den Maßnahmen hast du was über Lagerungstechniken gelernt und wann du welche am besten anwendest. Du kennst jetzt Matratzenarten und deren Anwendung bei einem Dekubitusrisiko. Außerdem hast du was über aktuelle und empfohlene Hilfsmittel gelernt und alte Hilfsmittel kennengelernt und warum diese nicht mehr angewendet werden. Da kannst du mal sehen, wie viel du bereits geschafft hast!