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tags: Advancis
title: Atemschutz Skript
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# Atemschutz Unterweisung gemäß FwDV 7
Weitere Quellen:
[FwDV 7](/si2xieNHSjOaEK0uVPlXlw)
## Einstieg
### 1.1 Intro
Herzlich Willkommen zu Deiner theoretischen Atemschutz Unterweisung gemäß FwDV 7.
In Anbetracht der hohen psychischen und physischen Belastung gehören Einsätze unter Atemschutz sicherlich zu den anstrengendsten und gefährlichsten Tätigkeiten im Einsatzdienst.
Faktoren wie enorme Hitze, geringe Sichtweite, unbekannte örtliche Begebenheiten, das Mitziehen eines Schlauches, Stress und Zeitdruck, Gefahr durch herabfallende Teile und Einsturzgefahr wirken auf den Atemschutzgeräteträger ein. Zusätzlich wird die Einsatzkraft, Aufgrund der schweren Ausrüstung, einer hohen körperlichen Belastung ausgesetzt.
Selbst kleine Fehler, die beispielsweise durch Nachlässigkeit, Hektik oder mangelnde Praxis verursacht werden, können in der Verkettung, zu schweren Verletzungen oder dem Tod von Einsatzkräften führen.
Aus diesem Grund kommt der Schulung, Weiterbildung und der regelmäßigen Sensibilisierung von Atemschutzgeräteträgern eine außerordentliche Bedeutung zu.
Es gilt: Sicherheit hat höchste Priorität!
### 1.2 Lernziele
Deine Lernziele:
Du lernst die zum Tragen von Atemschutz geltenden Grundlagen und Voraussetzungen kennen
Wir zeigen Dir die persönliche Schutzausrüstung, kurz PSA, und die Ausrüstung eines Atemschutztrupps
Du wirst wichtige Faktoren kennenlernen, die die Sicherheit im Atemschutzeinsatz sicherstellen
Du lernst die Eigenschaften eines Angriffs-, und Sicherheitstrupp kennen, und in welchen Situationen der Sicherheitstrupp zum Einsatz kommt
Das Sicherheitsrelevante, was bei einem Innenangriff und in einer Notfallsituation besonders zu beachten ist
Und wie Du Dich nach dem Einsatz zu verhalten hast.
Um einen größtmöglichen und nachhaltigen Lerneffekt zu erzielen, empfehlen wir die Unterweisung konzentriert und an einem Stück durchzuführen. Die in diesem Modul enthaltenen Informationen können für Dich und Andere überlebenswichtig sein.
Wir wünschen Dir viel Erfolg!
## Kapitel - Grundlagen und Voraussetzungen
### 2.1
Grundlagen und Voraussetzungen
### 2.2 - Einstieg
Können Einsatzkräfte durch Sauerstoffmangel oder durch Einatmen gesundheitsschädigender Stoffe gefährdet werden, müssen entsprechend der möglichen Gefährdung im Einsatz geeignete Atemschutzgeräte getragen werden.
Die Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 „Atemschutz“ soll eine einheitliche, sorgfältige Ausbildung, Fortbildung und einen sicheren Einsatz mit Atemschutz sicherstellen sowie die Voraussetzungen für eine erfolgreiche und unfallsichere Verwendung von Atemschutzgeräten schaffen.
Aufgrund der hohen Belastung, die während eines Einsatzes unter Atemschutz auf den Atemschutzgeräteträger einwirkt, werden zum Eigenschutz und zum Schutz anderer Kameraden, besondere Anforderungen an den Atemschutzgeräteträger und an dessen Ausbildung gestellt.
Diese sind in der Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 geregelt.
### 2.3 - Grundlagen
So müssen Einsatzkräfte, die unter Atemschutz eingesetzt werden
* das 18. Lebensjahr vollendet haben
* gemäß dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 26.3 Atemschutz, körperlich für den Atemschutzeinsatz geeignet sein.
* die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger erfolgreich absolviert haben
* regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen und an Wiederholungsübungen teilnehmen
* Zum Zeitpunkt des Einsatzes gesund sein und sich einsatzfähig fühlen.
Einsatzkräfte, die diese Grundvoraussetzungen nicht erfüllen, dürfen nicht unter Atemschutz eingesetzt werden. Auch auf Weisung der Wehrführung, auf eigenen Wunsch, bei Verdacht auf Leistungsschwäche und nach Ablauf der Gültigkeit des Untersuchungsnachweises G 23.3, ist der Atemschutzgeräteträger nicht mehr zum Tragen von Atemschutzgeräten geeignet!
Schauen wir uns die arbeitsmedizinische Untersuchung nach G 26.3 genauer an:
### 2.4 - G 26.3 Untersuchung
Die körperliche Eignung ist Grundvorrausetzung für den Einsatz unter Atemschutz. Diese muss durch die arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz “G 26.3 Atemschutzgeräte” durch eine Erstuntersuchung, vor Aufnahme der Tätigkeit festgestellt und danach in regelmäßigen Abstanden wiederholt und überwacht werden.
Generell richten sich die Untersuchungsintervalle nach dem Alter des Geräteträgers und der Art des verwendeten Atemschutzgerätes. Beim Tragen von umgebungsluftunabhängigen Atemschutzsystemen, auch Isoliergeräte genannt, muss die körperliche Eignung bei Personen bis 50 Jahre
- vor Ablauf von 36 Monaten
und bei Personen ab 50 Jahre
- vor Ablauf von 12 Monaten
erneut festgestellt werden.
Trage in Deinem eigenen Interesse Sorge dafür, dass die regelmäßigen Nachuntersuchungen fristgerecht durchgeführt werden.
Ein zusätzlicher Eignungstest kann
* auf Veranlassung des zuständigen Arztes
* bei Erkrankung von mehr als sechs Wochen Dauer
* bei mehrmaliger Erkrankung eines Geräteträgers innerhalb eines halben Jahres
* bei Hinweisen auf gesundheitliche Bedenken
* oder auf Wunsch des Geräteträgers
notwendig werden.
### 2.5 - Fortbildung und Übungen
Regelmäßige Fortbildungen und Übungen unter Einsatzbedingungen sind grundsätzliche Voraussetzungen für sichere und erfolgreiche Atemschutzeinsätze.
Vor allem dann, wenn Einsätze unter Atemschutz in Deinem Feuerwehralltag eher selten vorkommen, musst Du Dich, unter realen Bedingungen, an die mit dem Tragen von Atemschutzgeräten verbundenen erschwerten Einsatzbedingungen gewöhnen.
Übungen unter Einsatzbedingungen sind besonders wichtig, um zum einen die richtige Verhaltensweise gemäß den Einsatzgrundsätzen, sowie die fehlerfreie Handhabung der Ausrüstung regelmäßig zu trainieren.
Der Sichere Umgang mit dem Atemschutzgerät trägt dazu bei, dass Du auch in gefährlichen Situation Ruhe und Besonnenheit bewahrst.
Es gilt: Übung macht den Meister!
### 2.6 - Fortbildung und Übungen | Art und Intervall
Damit Du in Theorie und vor allem in der Praxis, bestmöglich auf einen Einsatz unter Atemschutz vorbereitet bist musst Du jährlich mindestens
* eine theoretische Atemschutzunterweisung absolvieren
* eine Belastungsübung in einer Atemschutzübungsanlage durchlaufen
* einen Realeinsatz oder eine Einsatzübung innerhalb einer taktischen Einheit unter Atemschutz in einem dafür geeigneten Objekt ableisten
Die Durchführung der jährlichen theoretischen Unterweisung, die Durchführung der Belastungsübung in einer Atemschutzübungsanlage und die Einsatzübung unter Atemschutz müssen durch die verantwortliche Führungskraft organsiert und dokumentiert werden.
Wichtig! Wer die vorgeschriebenen Übungen nicht innerhalb von 12 Monaten ableistet, darf bis zum Erbringen der vorgeschriebenen Nachweise, die Funktion des Atemschutzgeräteträger NICHT wahrnehmen.
### 2.7 - Einsatzbereitschaft
Die Einsatzbereitschaft stellt einen wichtigen Faktor für die Sicherheit jedes einzelnen Atemschutzgeräteträgers und seiner Kameraden dar.
Du als Atemschutzgeräteträger musst Dich, zum Zeitpunkt einer Übung unter Atemschutz oder zum Zeitpunkt eines Einsatzes unter Atemschutz, einsatzfähig fühlen! Dies bedeutet, dass sowohl Deine körperliche als auch deine geistige Leistungsfähigkeit uneingeschränkt gewährleistet ist.
Einschränkungen, z. B. durch Krankheit, Verletzungen oder durch den Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten sind der verantwortlichen Führungskraft unaufgefordert mitzuteilen.
Bei einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit muss zwingend auf einen Einsatz verzichtet werden.
Tragischerweise finden sich, trotz dieser Anforderungen, in Unfallberichten immer wieder Hinweise auf eine alkoholisierte Teilnahme am Einsatz. Dies ist zwingend zu unterlassen!
Deshalb: Schütze Dich und Deine Kameraden und führe vor jedem Einsatzbeginn, eine kritische Selbstüberprüfung Deiner Einsatzbereitschaft durch.
**Es gilt der Allgemeine Einsatzgrundsatz: Jeder Atemschutzgeräteträger ist für seine Sicherheit selbst verantwortlich.**
### 2.7 - Abfrage
[Interaktion]
Bevor es mit dem nächsten Kapitel weitergeht, haben wir eine Zusammenfassung der Inhalte, in Form eines Quiz, für dich vorbereitet:
Lies Dir die Aussagen aufmerksam durch und entscheide dich anschließend, ob die Aussage wahr oder falsch ist.
### 2.8 - Feedback
Sehr gut! Damit kann es nun mit Kapitel 2 weitergehen!
## Kapitel - Persönliche Schutzausrüstung
### 3.1
Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
### 3.2
Für einen erfolgreichen Einsatz unter Atemschutz bedarf es einer guten Ausbildung, einer guten körperlichen und geistigen Fitness und einer entsprechenden Schutzausrüstung.
Da Einsatzkräfte im Dienst hohen Risiken ausgesetzt werden, sind zum Schutz vor mechanischen und thermischen Einwirkungen spezielle Schutzausrüstungen eingeführt worden.
Über die genaue Zusammenstellung sollte sich jede Organisation praxisorientiert ein sinnvolles Konzept erarbeiten und ihm Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung für den Verantwortungsbereich festlegen.
Hier siehst Du wie ein Atemschutztrupp sinnvoll ausgerüstet werden kann:
[Bildmaterial AGT benötigt]
* Feuerwehrhelm mit Nackenschutz (Für den Atemschutzeinsatz sind die Temperaturbeständigkeit und die Herstellerfreigabe des Visiers zu beachten)
* Feuerschutzhaube nach DIN EN13911
* Feuerschutzkleidung, bestehend aus Jacke, Hose, Stiefel und Brandschutz-Handschuhe
* Eine Feuerwehrleine zur Sicherung, Rettung und Selbstrettung
* Ein Feuerwehr Sicherheitsgurt
* Notsignalgeber
* Bandschlinge
* Helmlampe
* Anschluss für zweiten Lungenautomat
[Bildmaterial Trupp benötigt]
* Handsprechfunkgerät
* Handscheinwerfer
* Wärmebildkamera
* Rauchschutzvorhang
* Brandfluchthaube
* Rettungsschere
* Holzkeile
* Halligan-Tool als Brechwerkzeug
* Hammer oder Axt als Schlag- und Suchwerkzeug
* Strahlrohr
* Universal-Mini-Kupplungsschlüssel
* Schlauchtragekorb oder Schlauchpaket
* Rettungstuch
* Atemschutznotfalltasche
### 3.3
Achte vor einem Einsatz darauf, dass Du Deine Persönliche Schutzausrüstung vollständig und ordnungsgemäß angelegt hast. Alle Reiß- und Klettverschlüsse müssen verschlossen werden, bevor der Pressluftatmer geschultert wird. Wird das Atemschutzgerät während der Fahrt angelegt, müssen Jacke, Hose und Stiefel im zugeschnürten Zustand, vor dem Aufsitzen auf das Fahrzeug angezogen werden.
Denke daran: Du bist nur einsatzfähig, wenn Du Deine Schutzausrüstung vollumfänglich und ordnungsgemäß angelegt hast.
### 3.4
[Einleitung Interaktion]
[Interaktion]
Jetzt bist du wieder gefragt. Entscheide, ob die Aussage wahr oder falsch ist.
### 3.5
Sehr gut gelöst! Damit hast du auch dieses Kapitel erfolgreich beendet!
## Kapitel - Sicherheit im Atemschutz
### 4.1
Sicherheit im Atemschutz
### 4.2 - Einstieg
Obwohl die Sicherheit im Atemschutzeinsatz höchste Priorität genießt, kommt es tragischerweise immer wieder zu schweren und leider auch tödlichen Atemschutzunfällen.
Aus diesem Grund müssen bereits VOR dem Einsatz Maßnahmen getroffen werden, die ein Höchstmaß an Sicherheit für den Einsatz gewährleisten.
So ist, gemäß den Allgemeinen Einsatzgrundsätzen vor JEDEM Einsatz
* eine Einsatzkurzprüfung durchzuführen
* jeder Trupp bei der Atemschutzüberwachung zu registrieren
* der Notsignalgeber zu aktivieren
Schauen wir uns die Einsatzkurzprüfung genauer an:
### 4.3 - Einsatzkurzprüfung
Die Einsatzkurzprüfung ist gewissenhaft, routiniert und zielgerichtet durchzuführen.
Jeder Handgriff muss sitzen! Auch unter Zeitdruck!
Es gilt: Sicherheit geht vor Schnelligkeit!
### 4.4 - EK: Flaschendruckprüfung
Du beginnst mit der Prüfung des Flaschendrucks.
Öffne zur Überprüfung das Flaschenventil mit mindestes 2 Umdrehungen und lese den Druck am Manometer ab.
Hinweis: Bei Überdruckgeräten muss die Überdruckeinstellung am Lungenautomat vor der Überprüfung des Flaschendrucks ausgeschalten werden.
Der Mindestdruck bei 200 Bar-Geräten beträgt 180 Bar
Der Mindestdruck bei 300 Bar-Geräten beträgt 270 Bar
Bei Verwendung eines 2-Flaschen Systems muss der Flaschendruck bei beiden Atemschutzflaschen kontrolliert werden.
**WICHTIG**: Die Überprüfung der Flaschen hat nacheinander, nicht gleichzeitig zu erfolgen.
Sollte der benötigte Mindestdruck am Manometer nicht ablesbar sein ist dieser Druckbehälter nicht für den Einsatz zu verwenden.
### 4.5 - EK: Sichtprüfung
Kommen wir nun zur Sichtprüfung.
Im ersten Schritt wird eine Sichtprüfung des Druckbehälters durchgeführt. Hierbei ist auf eine korrekte Flaschenkennzeichnung und offensichtliche Beschädigungen zu achten.
Beschädigte oder falsch gekennzeichnete Druckbehälter sind nicht für den Einsatz zu verwenden.
Nun ist der Pressluftatmer auf Vollständigkeit und mögliche Schäden zu begutachten.
### 4.6 - EK: Hochdruckdichtprüfung
Im Anschluss an die Sichtprüfung folgt die Hochdruckdichtprüfung.
Schließe dazu das Flaschenventil und überwache das Manometer. Der Druck darf innerhalb einer Minute nicht mehr als 10 Bar abfallen.
Sollte der Flaschendruck innerhalb einer Minute mehr als 10 Bar abfallen ist der Pressluftatmer nicht für den Einsatz zu verwenden.
### 4.7 - EK: Restrdruckwarneinrichtung
Nun folgt die Prüfung der Restdruckwarneinrichtung.
Um die Restdruckwarneinrichtung zu prüfen, entlaste bitte langsam den Druck mithilfe des Spülknopfes am Lugenautomaten.
Das pneumatische Warnsignal muss bei 55 Bar ertönen.
Eine Abweichung von +/- 5 Bar ist zulässig. Bei höheren Abweichungen ist dieser Pressluftatmer nicht für den Einsatz zu verwenden.
### 4.8 - Maskendichtprüfung
Kommen wir nun zur Maskendichtprüfung.
Um den korrekten Sitz und die Dichtigkeit der Atemschutzmaske sicherzustellen ist vor jedem Atemschutzeinsatz eine Maskendichtprüfung durchzuführen.
Im Einsatz dürfen keine Atemgifte durch undichte Stellen, die Beispielsweise durch Kopfform, tiefe Narben, Harre in Form von Kotletten oder Bart, Körperschmuck oder durch eine undichte Dichtlinie verursacht werden können, eindringen.
Einsatzkräfte, bei den der Dichtsitz der Maske nicht gewährleistet ist, dürfen nicht unter Atemschutz eingesetzt werden!
Die Maskendichtprüfung ist durchzuführen bevor der Lugenautomat angeschlossen wird.
WICHTIG: Die Maskendichtprüfung ist 2 x durchzuführen
### 4.9 - Maskendichtprüfung Teil 2
So gehst Du bei der Maskendichtprüfung vor:
* Lege die Atemschutzmaske ordnungsgemäß an
* Schließe nun mit der flachen Hand das Einatemventil ab
* und erzeuge durch Einatmen einen Unterdruck
* Lässt sich die Maske mit der anderen Hand nicht vom Gesicht abziehen sitzt die Maske korrekt und ist dicht
* Durch Ausatmen überprüfst Du nun noch die ordnungsgemäße Funktion des Ausatemventils
* Lege nun sorgfältig die Feuerschutzhaube an
* Schließe den Kragen der Schutzjacke
* und setze den Feuerwehrhelm vollständig und ordnungsgemäß auf
* Führe nun die Maskendichtprüfung ein zweites Mal durch
Wie es richtig gemacht wird, zeigt Dir nun ein Kamerad der Berufsfeuerwehr Düsseldorf:
### 4.10 - Video
[Video Maskendichtprüfung]
Falls Du Dir das Video noch einmal genauer anschauen möchtest Klicke auf den Wiederholen-Button.
Bei Klick auf den Weiter-Button geht es mit dem nächsten Thema weiter.
### 4.11 - Atemschutzüberwachung
Befassen wir uns nun mit der Atemschutzüberwachung:
Bei jedem Einsatz und bei Übung mit Isoliergeräten muss eine Atemschutzüberwachung, kurz ASÜ, durchgeführt werden.
Die Atemschutzüberwachung ist eine Unterstützung der unter Atemschutz vorgehenden Trupps bei der Kontrolle ihrer Behälterdrücke. Jeder Atemschutztrupp muss bei der Atemschutzüberwachung registriert werden.
Die Registrierung enthält:
* Funkrufname des Trupps
* Name der Atemschutzgeräteträger
* Name und Funkrufname der Atemschutzgeräteträger
* Uhrzeit bei Anschließen des Luftversorgungssystems
* Uhrzeit bei Einsatzbeginn und Einsatzende
* Der Behälterdruck bei Einsatzbeginn und Einsatzende
* Den Luftverbrauch nach 1/3 und nach 2/3 der Einsatzzeit
* Uhrzeit bei Erreichen des Einsatzzieles
* Uhrzeit bei Beginn des Rückzuges
* Angriffsweg
* Uhrzeit bei Einsatzende
* Besonderheiten und Vorkommnisse
### 4.12 - Notsignalgeber
Der Notsignalgeber erleichtert das Auffinden bei der Suche nach verunfallten Atemschutzgeräteträgern durch optische und/oder akustische Signale.
Zu Deiner Sicherheit muss der Notsignalgeber Bestandteil Deiner persönlichen Schutzausrüstung sein und vor dem Einsatz aktiviert werden.
### 4.13 - Interaktion
Um eine möglichst hohe Sicherheit beim Einsatz unter Atemschutz zu gewährleisten, hast du in diesem Kapitel verschiedene Maßnahmen kennengelernt. Versuche in der folgenden Übung, die richtige Maßnahme auszuwählen. Lies dir dafür die Beschreibung aufmerksam durch und klicke anschließend auf die passende Maßnahme.
### 4.14
Einwandfrei gelöst! Nachdem wir uns nun mit den Grundlagen, der Ausrüstung und Sicherheitsmaßnahmen befasst haben, schauen wir uns nun an, was während eines Einsatzes beachtet werden muss.
## Kapitel - Angriffstrupp und Sicherheitstrupp
### 5.1 - Einstieg
Angriffstrupp und Sicherheitstrupp
### 5.2 - Angriffstrupp
Gemäß den Einsatzgrundsätzen, geht ein Atemschutzgeräteträger niemals Alleine vor, sondern immer im Trupp. Ein Trupp besteht aus einem Truppführer und mindestens einem Truppmann, kann aber bei bestimmter Einsatzlage, z.B. bei einem Hochhaus- oder Tunnelbrand um weitere Atemschutzgeräteträger erweitert werden.
Der Trupp trennt sich zu keiner Zeit. Gemeinsam rein bedeutet auch gemeinsam wieder raus.
Die Einsatzkräfte innerhalb eines Trupps
* unterstützen sich gegenseitig beim Anschließen des Atemanschlusses
* kontrollieren gegenseitig den ordnungsgemäßen Sitz des Atemschutzgerätes und der persönlichen Schutzausrüstung.
### 5.3 - Luftverbrauch / Einsatzzeit
Die Einsatzdauer eines Atemschutztrupps richtet sich immer nach der Einsatzkraft, deren Atemluftverbrauch am höchsten ist.
Somit ist es zwingend notwendig, dass Du Deinen Flaschendruck während einem Einsatz eigenverantwortlich und regelmäßig kontrollierst. Nur so kannst Du mögliche Leckagen oder einen erhöhten Eigenverbrauch rechtzeitig erkennen!
VORSICHT: Die Restdruckwarneinrichtung bietet hier keine Orientierungshilfe!
Für den Rückweg ist in der Regel die doppelte Atemluftmenge wie für den Hinweg einzuplanen.
Als Faustregel gilt: Rückweg = doppelter Hinweg
Benötigt man also beispielsweise für den Anmarsch 60 Bar, so ist der Rückweg spätestens bei 120 Bar Restdruck anzutreten.
### 5.4 - Sicherheitstrupp
Gemäß den Einsatzgrundsätzen, muss an jeder Einsatzstelle für die eingesetzten Atemschutztrupps mindestens ein in gleicher Truppenstärke besetzter und komplett ausgerüsteter Sicherheitstrupp bereitgestellt werden.
Seine Aufgabe es ist, bereits eingesetzten Atemschutztrupps im Notfall unverzüglich Hilfe zu leisten.
Die Anzahl der bereitgestellten Sicherheitstrupps richtet sich nach Beurteilung der Lage durch den Einsatzleiter. So kann bei übersichtlichen Einsatzstellen im Außenangriff, beispielsweise bei einem PKW-Brand, auf die Bereitstellung eines Sicherheitstrupp verzichtet werden.
Der Sicherheitstrupp kann mit zusätzlichen Aufgaben betraut werden, sofern sichergestellt wird, dass der Sicherheitstrupp jederzeit und unverzüglich dazu ist der Lage ist, seiner eigentlichen Aufgabe gerecht zu werden, ohne den Einsatzerfolg dabei zu gefährden.
Schnelligkeit hat oberstes Gebot!
### 5.5 - Einsatz Sicherheitstrupp
Der Sicherheitstrupp kommt zum Einsatz, wenn die Funkverbindung zu einem der eingesetzten Atemschutztrupps abreißt oder dieser eine Notfallmeldung – MAYDAY – MAYDAY – MAYDAY -absetzt.
Bricht der Funkkontakt ab, geht der Sicherheitstrupp vor bis wieder Kontakt besteht oder er den Atemschutztrupp erreicht hat.
Der Gruppenführer entscheidet, wann ein Sicherheitstrupp zum Einsatz kommt.
In einer Notfallsituation übernimmt, sobald der Sicherheitstrupp am Unfallort angekommen ist, der Truppführer des Sicherheitstrupps das Kommando über beide Trupps.
### 5.6 - Interkation
Mit der nächsten Übung kannst du dein Wissen zu Angriffs- und Sicherheitstrupp testen. Entscheide, ob die Aussage wahr oder falsch ist.
### 5.7
Perfekt! Widmen wir uns dem nächsten Kapitel.
## Kapitel - Innenangriff
### 6.1 Einstieg
Innenangriff
### 6.2
Bevor es zur Rettung von Personen, aus mit Rauch gefüllten Gebäuden, kommt findet i.d.R. die Suche nach diesen Personen statt. Aufgrund der Tatsache, dass oftmals keine konkreten Informationen über die Anzahl der sich noch im Gebäude befindenden Personen vorliegen, fordert dies ein systematisches Vorgehen bei der Suche.
Die Suche und die Rettung stehen bei einem Einsatz im Vordergrund. Die Brandbekämpfung sollte nur zur Erfüllung des Such- und Rettungseinsatzes und zum Eigenschutz durchgeführt werden.
Aber Vorsicht: An einem aktiven und unkontrollierten Feuer darf nicht vorbeigegangen werden!
Schauen wir uns nun verschiedene Techniken an:
### 6.3 - Suchtechniken
Grundsätzlich gibt die Führungskraft die Suchrichtung vor.
Räume können im Links- oder Rechtshandsuchverfahren abgesucht werden.
Welche Suchtechnik in den einzelnen Räumen angewendet wird entscheidet der Truppführer eigenverantwortlich, abhängig von der Lage.
### 6.4 - Türkennzeichnung
Nach dem Durchsuchen eines Raumes ist dieser zu kennzeichnen. Dadurch soll vermieden werden, dass dieser Raum von Einsatzkräften mehrmals durchsucht wird.
Als Kennzeichnung dient ein Markierungsband an der Klinke oder eine Markierung mit Ölkreide im unteren Bereich der Türe.
Vorsicht: Eine Markierung mit Ölkreide kann unter Umständen durch erneute Rußablagerung auf der Türe für nachfolgende Trupps nicht mehr sichtbar sein!
Hier siehst Du eine beispielhafte Türkennzeichnung mittels Markierungsband.
Und hier ist eine Türkennzeichnung mittels Ölkreide zu sehen.
### 6.5 - Rückzug
Ein Rückzug ist erforderlich, wenn
* nur noch die doppelte Atemluftmenge zur Verfügung steht, die für den Anmarsch benötigt wurde
* die Restdruck Warneinrichtung ertönt
* ein technischer Defekt der Ausrüstung vorliegt
* die Gefahrensituation nicht mehr beherrschbar ist
* gesundheitliche Probleme auftreten
* eine Rückzugsaufforderung durch den Gruppenführer gegeben wird
* oder die Funkverbindung abbricht.
### 6.6 - Rückzugsicherung
Wenn Dein Trupp keine Schlauchleitung zur Rückzugsicherung einsetzt, so ist das Auffinden des Rückweges beispielsweise durch eine Feuerwehrleine oder durch ein Leinensicherungssystem sicherzustellen.
Wichtig! Eine Funkverbindung oder die Verwendung einer Wärmebildkamera ist kein geeignetes Mittel zur Sicherung des Rückweges!
### 6.7 - Interaktion
Wie du in diesem Kapitel gesehen hast, sind beim Innenangriff viele Punkte zu beachten, damit du weder dich noch andere in Gefahr bringst! Lies dir in dieser Übung wichtige Aussagen aus diesem Kapitel durch und entscheide dich, ob diese wahr oder falsch sind.
### 6.8
Sehr gut! Weiter geht es mit dem nächsten Kapitel.
## Kapitel - Notfallsituation
### 7.1 - Einstieg
Notfallsituation
### 7.2
Bei einem Einsatz unter Atemschutz sind die Atemschutzgeräteträger extremen Bedingungen ausgesetzt. Jederzeit kann sich, aus einer scheinbar kontrollierten Situation, eine Notfallsituation entwickeln.
### 7.3 - Gründe für eine Notfallsituation
Notfallsituationen können auftreten durch
* einen Defekt der Persönlichen Schutzausrüstung
* einen Defekt des Pressluftatmers
* Veränderungen am Gesundheitszustand des Atemschutzgeräteträgers
* äußere Einwirkungen, wie Explosionen, einstürzende Gebäudeteile
* eine Rauchgasdurchzündung.
### 7.4 - Kennzeichnung
Kommt es mit einem Atemschutzgerät zu einem Unfall oder Beinaheunfall, so ist der Öffnungszustand des Ventils zu kennzeichnen und schriftlich festzuhalten.
Das Ventil darf in seiner Position nicht verändert werden!
Der Behälterdruck ist ebenfalls schriftlich festzuhalten.
Das Atemschutzgerät, zusammen mit dem Atemanschluss, ist sicherzustellen.
Melde den Unfall Deinem Vorgesetzten!
### 7.5 - Notfallmaßnahmen
Wenn es zu einer Notfallsituation kommt:
Bewahre Ruhe!
Stehe still und sammle dich.
Suche bei Kontaktverlust maximal eine Minute nach deinem Kameraden und gib dann unverzüglich eine Notfallmeldung über Funk, mit dem Kennzeichnungswort „Mayday“, ab.
### 7.6 - Notfallmeldung
„Mayday“ ist das internationale Notrufsignal im Sprechfunk. Das Notrufsignal hat im Funkverkehr oberste Priorität. Sobald das „Mayday“-Signal über Funk kommt, ist der gesamte Funkverkehr einzustellen, es herrscht die sogenannte Funkstille, um ein vollständiges Absetzen des Notrufes zu ermöglichen.
Achte beim Absetzen der Notfallmeldung auf eine eindeutige und präzise Beschreibung der Lage. Sollte es zu einem Kontaktverlust gekommen sein, ist dieser zu melden.
Wichtig! Nach Möglichkeit sollte der Behälterdruck, der in Not geratenen Geräteträger durchgegeben werden. Dadurch kann die Atemschutzüberwachung oder der Einsatzleiter die Rettungsmaßnahmen durch den Sicherheitstrupp gezielter einleiten.
Wir hören jetzt eine Notfallmeldung gemäß Feuerwehr-Dienstvorschrift 7.
### 7.7
[Notfallmeldung einsprechen:]
[Notfallrettung
Allgemeiner Text + Beispiel als Video!
[Video Notfallrettung]
### 7.8 - Interaktion
Bei einem Notfall zählt jede Sekunde, daher sollten Notfallmaßnahmen auch regelmäßig eingeübt werden. Mit unserer nächsten Übung kannst du testen, ob du alle Maßnahmen in die richtige Reihenfolge bekommst. Ziehe die Maßnahme dafür an die entsprechende Stelle. Achtung nicht alle Maßnahmen sind bei einem Notfall relevant!
### 7.9
Richtig! Auch dieses Kapitel hast du damit erfolgreich absolviert.
## Kapitel - Nach dem Einsatz
### 8.1 - Einstieg
Nach dem Einsatz
### 8.2
Nicht nur die Vorbereitung auf einen Einsatz und die Abläufe während einem Einsatz sind wichtig. Auch nach dem Einsatz müssen einige Dinge beachtet werden.
* Melde Dich beim Gruppenführer zurück
* Übergebe die Maske und das Atemschutzgerät an den Atemschutzgerätewart und melde ggfs. festgestellte Mängel.
* Achte auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
* Lege vor dem nächsten Einsatz eine ausreichende Ruhepause ein
* Gib schmutzige Schutzkleidung, unter Beachtung des Schwarz-Weiss-Bereichs, in die Reinigung
* Denke daran: Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz!
### 8.3 - Abschluss
Du als Atemschutzgeräteträger hast bezüglich der Sicherheit im Einsatz unter Atemschutz ein Höchstmaß an Eigenverantwortung zu tragen.