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title: 1. Einführung
tags: notenlesen
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# 1. Notenlesen
## 1.1 Du fragst dich, warum du Notenlesen in der Schule lernen sollst?
Puh, das ist eine gute Frage! Insbesondere, wenn du kein Musikinstrument spielst. Und vielleicht glaubst du ja auch, dass das Notenlesen schwer zu erlernen ist.
Kultur
Noten - das ist die Geheimschrift der Musikerinnen und Musiker.
Wir brauchen Kultur, um uns als Menschen mit einer Tradition zu definieren und um uns gleichzeitig abzugrenzen.
An der Musik können wir lernen, woher wir kommen und was uns ausmacht.
Die Musik wird nicht mehr als Grundbedürfnis wahrgenommen, obwohl wir alle als Säuglinge mit rhythmischen Schaukelbewegungen durch die Gegend getragen werden und mit Kinderliedern aufwachsen.
Aber wir bieten eine Grundlage, auf der sich ein Nationalgefühl gesund entwickeln könnte. Musik könnte einer der wichtigsten Identifikationsstifter einer Nation sein.
Dabei haben wir eine große Tradition von nationalbewußten Musikern, die Eigenheiten ihres Landes immer aus einem internationalen Kontext begriffen haben. Musiker haben gelernt, daß sie nicht deutsch, italienisch oder französisch sind, sondern von allen Stilen profitieren. Wagner hätte die "Meistersinger" nicht ohne die französische Oper schreiben können und Mozart keinen "Don Giovanni" ohne die italienische Schule. Wenn uns das Bewußtsein der Internationalität in der nationalen Debatte wegfällt, werden wir leicht verführbar und manipulierbar. Das ist zwar bequem, aber auch sehr gefährlich.
Weil Musik auch ein historisches Gedächtnis hat?
Mutter: Musik ist immer auch ein politisches und soziales Gedächtnis.
Mutter: Ich glaube, daß die Musikrichtungen ineinander übergehen. Wir dürfen den Pop nicht vernachlässigen, auch wenn ich bei einigen Text-Passagen in Songs, die meine Tochter liebt, erröte.
Ich glaube, daß die Jugend in ihrem Geschmack ernstgenommen werden muß. Und der Pop gibt genügend Anlässe, um eine Reise in die Musikgeschichte zu unternehmen. Warum wird an deutschen Schulen kein Thema eines Rap-Songs, meinetwegen von Eminem, genommen, um es in eine Fuge von Bach zu verwandeln? So würde man Respekt vor dem Geschmack einer anderen Generation bekunden und die Geschichte gemeinsam erkunden. Es geht darum, ein Bewußtsein zu schaffen, daß auch Händel 170 Jahre lang in den Charts stand.
Mutter: Nein, es fehlen ganz eindeutig die musikalischen Grundlagen.
Wie wichtig ist der frühe Beginn einer musikalischen Ausbildung?
Mutter: Sie können mit jedem Neurologen reden: Die Bewußtseinsfenster sind nur zwischen dem siebenten und zehnten Lebensjahr geöffnet. Hier werden die musikalischen Grundlagen gelegt, die dazu führen, daß Musikergehirne sich anders entwickeln als andere. Sie verfügen über eine größere Vernetzung der Gehirnhälften. Die drei wichtigen Konstanten, mit denen das Gehirn Wissen aufnimmt sind Haptik, Akustik und Analyse. Alle drei werden durch die Musik entwickelt. Eine frühe musikalische Ausbildung führt also auch dazu, daß man später besser Vokabeln lernen oder komplizierte Zusammenhänge begreifen kann.
Musik ist kein Randfach, sondern eine Grundlage für alle anderen Fächer.
Kinder lernen, Kreise auf Notenlinien zu malen, hören die Noten an und erkennen ihre Höhe und die Abstände zueinander. Das sind analytische Grundlagen. Nur mit ihnen kann man Kinder in der ersten Klasse mit kindergemäßen Musikstücken, etwa mit der Oper "Hänsel und Gretel" konfrontieren.
Wer keine Noten lesen kann, bleibt ein Musik-Legastheniker.
Musik bedeutet soziale Kompetenz. Und es soll ja nicht nur um deutsches Liedgut gehen. Man könnte türkische Lieder singen und in den Noten nachschauen, warum sie anders klingen. Gleichzeitig würde sich ein Blick in die türkischen Momente in Mozarts "Entführung" lohnen. Musik ist ein wunderbarer Anlaß, um über Dinge zu reden, die an Schulen selten thematisiert werden: Gefühle zum Beispiel. Oder göttliche Aussagen. Dabei sind die Ratio und das Wissen aber ein unabdingbares Hilfsmittel, um das Herz zu erkunden.
Kinder müssen schon in der Vorschule lernen, daß Musik sich selbst genug ist. Sie ist eine in sich abgeschlossene Kunst.
## 1.2 Wozu braucht man überhaupt Noten?
Eine Erkenntnis treibt die Menschen seit bereits einigen Jahrtausenden um:
> Musik ist für den Augenblick, sie ist flüchtig. Kaum ist ein Ton gespielt, ist er auch schon im nächsten Moment verklungen.
Schon immer wollten Menschen Schönes festhalten. Deshalb gibt es Bilder, Statuen, etc. Ihre Lieder und Ideen mussten Musikerinnen und Musiker allerdings auswendig lernen oder anderen vorspielen bzw. vorsingen, um sie weiterzugeben. Über die Jahrzehnte wurden
Als es noch keine Notenschrift gab, mussten die Musikerinnen und Musiker ihre Lieder und Ideen auswendig lernen. Sie konnten sie nicht mit ihrem Smartphone aufnehmen. Wollten sie mit anderen zusammenspielen, mussten
durch Vorspielen oder Vorsingen weitergeben. Über die Jahrzehnte haben sich die
Kein Wunder also, dass auch so etwas Emotionales wie Musik festgehalten werden sollte. Tonaufzeichnungen sind dabei die jüngste Entwicklung dieser Jahrtausende alten Bemühungen.
Zuerst ging es darum, quasi eine Anleitung zu fixieren, wie ein Musikstück immer wieder gleich zu Gehör gebracht werden konnte.
Das ist eine wirklich gute Frage! Schließlich haben wir mit den Errungenschaften der letzten 100 Jahre so viele Möglichkeiten geschaffen, Musik festzuhalten.
Braucht man heutzutage noch Notenschrift?
Überhaupt lässt sich feststellen, dass abgesehen von den Griechen bei den meisten Völkern die Notenschrift eher als eine Erinnerungsstütze für größtenteils improvisierte Musik diente und weniger dazu, Melodien für die Nachwelt zu konservieren.
(Kirchliche) Tradition pflegen
Hier die Gründe im Überblick:
1. Erinnerungsstütze
2. Für die Nachwelt konservieren
3. Zusammenspielen
4. Über Musik reden und analysieren
5. Aufführungspraxis
6. Vermitteln ohne aufzuführen
Sie dient einerseits dazu, bereits bekannte Musikstücke schriftlich zu dokumentieren, und ersetzt so zum Teil die Überlieferung durch Vorspielen oder Vorsingen. Als Dokumentation einer Melodie lassen sich auch die Stiftwalzen und -scheiben in Drehorgel und Spieldose ansehen, aber abgesehen davon war Notenschrift bis zur Erfindung der Tonaufnahme die einzige Möglichkeit, gehörte Musik anders als durch Erinnerung festzuhalten. Der zweite große Nutzen von Notenschrift besteht darin, neue Melodien und andere musikalische Einfälle ausschließlich schriftlich auszudrücken. Erst die so erreichte Möglichkeit, eine Idee zu vermitteln, ohne sie selbst ausführen zu müssen, ermöglicht es Einzelpersonen, umfangreiche und komplexe Werke zu schaffen.
Um Musik aufzuschreiben müssen wir uns darauf einigen,
1. wie wir die Töne notieren wollen
1. Die Länge von Tönen
2. und deren Höhe
Und das bezeichnen wir als mod
Ermöglicht alte Musik aufzuführen
## 1.3 Was ist Notation?
Als Notation bezeichnet man in der Musik das grafische Festhalten von Tonhöhe und -dauer sowie weiteren musikalischen Parametern in einer dazu entwickelten, im Wesentlichen aus Noten bestehenden Notenschrift.
Zur schriftlichen Festlegung von Tönen nutzt man sogenannte Noten.
Die Tonhöhe wird ohne Rücksicht auf Halbtonschritte durch die fortlaufende Anordnung der Noten auf Linien und Zwischenräumen, die relative Dauer der Einzeltöne durch die Notengestalt, die rhythmische Gruppierung und die Akzentlage durch Taktvorzeichen und Taktstriche (Takt) wiedergegeben. Die (absolute) Tonhöhenbedeutung der Linien wird am Anfang durch einen Schlüssel bestimmt.
Tempo, Tonstärke, Verzierungen, Artikulation usw. werden durch schriftliche Zusätze oder besondere Zeichen ausgedrückt.
Zur Aufzeichnung der chromatischen Halbtöne fis, cis, b, es usw. werden Versetzungszeichen beigefügt; Versetzungszeichen am Anfang des Liniensystems (Vorzeichen) bezeichnen die Tonart. Die zeitlichen Notenwerte sind Ganze, Halbe, Viertel, Achtel, Sechzehntel usw.; außerhalb dieser steten Zweiteilung stehen punktierte Noten (eineinhalbfacher Wert), Triolen, Quintolen usw. Jedem Notenwert entspricht ein Pausenzeichen gleicher Dauer.
## 1.4 Notenlesen lernen
Ich möchte dir das Notenlesen lernen so einfach wie möglich machen. Es ist wirklich keine Hexerei.
Noten lernen ist keine Hexerei.
In vielen Situationen ist die Verständigung unter Musikern einfacher, wenn sie zumindest Grundkenntnisse im Notenlesen haben.
In diesem Workshop geben wir Ihnen Schritt für Schritt Einblick in die Geheimschrift der Musiker.
Kartei-Karten zum Auswendiglernen (Quizlet)
Kurs zum selbstständigen Lernen (Quizizz)
Arbeitsblätter mit Lösungen
Du wirst lernen
- wie du
## 1.5 Inhalt des Kurses
1. Entwicklung der Notenschrift
1. Noten und Notenwerte
1. Notensystem
1. Notennamen
1. Pausen
1. Stammtöne
1. Tonleiter
1. Intervalle