# 1.5 Was ist Wissenschaft?
Im letzten Teil der ersten Seminarveranstaltung ging es um die Frage "Was ist eigentlich Wissenschaft?"
## 1.5.1 Diskussion in Murmelgruppen: Was ist für Sie ein wichtiges Kennzeichen von Wissenschaft?
In Kleingruppen fand ein Austausch zu wichtigen Kennzeichen von Wissenschaft statt. Im Plenum wurden anschließend folgende Aspekte aufgeführt:
* Freiheit der Wissenschaft
* Wissensvermehrung - mehr Wissen generieren
* Belegbar bzw. nachvollziehbar
* Abläufe betrachten und herausfinden wie und warum etwas funktioniert
* Wissenschaft veröffentlichen: nur veröffentliche Ergebnisse sind wissenschaftlich
* Wissenschaft sollte ethisch sein
* Wissenschaft sollte nicht partei ergreifen, sondern neutral agieren (Objektivität)
* ebenfalls von großer Bedeutung: Wissenschaft kommunizieren. Nur im stillen Kämmerchen profitiert niemand von ihr
## 1.5.2 Das Gleichnis von Zwergen auf den Schultern von Riesen
Zwerge, die auf den Schultern von Riesen stehen, können entfernteres sehen, als diese. Dies funktioniert neben der eigenen Sehkraft und (kleinen) Körpergröße vor allem dank der Hilfe durch Riesen.
Übertragen auf die Wissenschaft (und auch andere gesellschaftliche Bereiche): Wissenschaftler_innen bauen ihre wissenschaftliche Arbeit auf den Erfahrungsschätzen voriger Wissenschaftsgenerationen auf. Einiges muss unter Umständen revidiert werden, andere Ansätze werden weiter entwickelt oder aus anderen Perspektiven betrachtet. Vieles kann weiterverwendet werden.
Individuell gesehen können wir alle unser Leben bewusster gestalten, da wir eigene Erlebnisse, Erfahrungen von Familie, Freunden und Bekannten sowie der Gesellschaft als "Orientierung" nutzen können.
Mehr zum Gleichnis "Auf den Schultern von Riesen" gibt es auch im [Blog](https://www.tub.tuhh.de/wissenschaftliches-arbeiten/2014/10/23/auf-den-schultern-von-riesen/) der tub.
## 1.5.3 Ihre Sicht auf Wissenschaft - Wissenschaft-O-Mat und Austausch
Ein Nachdenken über Wissenschaft führt in der Regel - zumindest unbewusst - Erkenntnis, dass Wissenschaft nicht gleich Wissenschaft ist. Disziplinen setzen sich mit unterschiedlichem Themen auseinander, was u.a. auch zum Einsatz unterschiedlicher Methoden und Anwendungen führt. Dies wird auch im Beitrag "[Sichten auf Wissenschaft](https://www.tub.tuhh.de/wissenschaftliches-arbeiten/sichten-auf-wissenschaft/)" thematisiert.
Der folgende interaktive Fragebogen aus dem oben aufgeführten Beitrag unterstützt beim bewusst machen der unterschiedlichen Sichten auf Wissenschaft:
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Im Rahmen des Seminars wurde in Gruppen mit 3 bis 5 Teilnehmern zunächst die eigene Sicht thematisiert und im Anschluss ins Plenum getragen.
## 1.5.4 Kreislauf der Wissenschaft
Im Idealfall läuft die wissenschaftliche Kommunikation nach dem eigenen, individuellen Plan ab. Die Rede ist dabei auch vom Life-Cycle der wissenschaftlichen Kommunikation. Dabei gibt es jedoch zahlreiche Aspekte, die die wissenschaftliche Arbeit beeinflussen. Neben methodischen und inhaltlichen Fragen spielen hierbei auch Emotionen eine Rolle. Die folgende Visualisierung gibt einen Einblick in die vielfältigen Aspekte und Einflüsse beim erarbeiten wissenschaftlicher Texte und Informationen (Navigation über die vier Ankerpunkte an der Unterseite der Illustration).
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Weitere Informationen zum Life-Cycle der wissenschaftlichen Kommunikation gibt es [hier](https://www.tub.tuhh.de/tubtorials/page/4/).
## 1.5.5 Open Science
Open Science verfolgt die etablierten Prinzipien der Wissenschaft unter Einbindung der Potentiale der Digitalisierung. Als Beispiel dafür gelten beispielsweise neue Möglichkeiten der kollaborativen Zusammenarbeit. Einzelne Arbeitsprozesse lassen sich transparent machen, Zwischenergebnisse können leichter als jemals zuvor publiziert werden. Mehr zu Open science kann u.a. [hier](https://www.tub.tuhh.de/tubtorials/2019/09/09/was-bedeutet-eigentlich-open-science-2/) nachgelesen werden.
Das nachfolgende H5P-Element setzt sich mit Open Science als Oberbegriff auseinander (navigiert wird per Mausklick auf die einzelnen Hotspots):
<iframe src="https://h5p.org/h5p/embed/629144" width="1090" height="842" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><script src="https://h5p.org/sites/all/modules/h5p/library/js/h5p-resizer.js" charset="UTF-8"></script>
## 1.5.6 Fazit
Mit der Wissenschaft ist es ähnlich wie mit dem Jonglieren:
* Geduld ist erforderlich
* Loslassen können
* Kopf und Körper zusammenspielen lassen
* Kopf von überflüssigen befreien
Mehr dazu auch in diesem [Beitrag](https://blog.hapke.de/information-literacy/warum-jonglieren/).
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