# Grundbegriffe ## Ethiken ### Verantwortungsethik * Die Folgen einer Handlung werden bewertet ### Gesinnungsethik * Eine Handlung wird ohne Ansicht der Folgen beurteilt * Bsp.: Gute Intention zählt ### Prinzipienethik * deontologische Ethik * Bewertung nach der Absicht, nicht nach Erfolg * Moderat: Konsequenzen müssen ebenfalls in die Betrachtung fließen * Absolut: Bestimmte Handlungen sind unabhängig von den Konsequenzen ### Konsequenzialismus * Bewertung nach ihren Konsequenzen und inwieweit diesen den Zielen entsprechen #### Hedonisums * Maximierung von Lust/Freude * Vermeidung von Leid/Schmerz #### Egoismus * Jeder soll das tun, was ihm selbst bringt #### Utilitarismus * Maximierung von Glück (früher Nutzen) * Bewertung: * greatest happiness for the greatest number => Im Ernstfall wird eine Person für das Wohl aller geopfert * Wessen Glück hat man im Sinn? * Was ist Glück? * Wie bewertet man Gesamtnutzen bei mehreren Ausgängen? * Handlung mit mehreren möglichen AUsgängen * Bewertung von Handlungen nach ihrere Konsequenzen ### Anwendung * prinzipienethisch: Verfassung (Folterverbot) * Gesetze/Entscheidungen: utilitaristisch (Güterabwägung) * ohne Gesetze/Moral: egoistische Verhaltensmuster ## Recht ### Hobbes' Gesellschaftsvertrag * Ohne Veträge/Gesetze leben Menschen im Naturzustand * Lösungen: 1. Schließen eines Gesellschaftsvertrags 2. Übergabe der Durchsetzungsgewalt an Souverän (König) * Ergänzung durch John Locke: * Durchsetzungsgewalt an Bügerschaft übertragen * Diese delegiert Durchsetzungsgewalt an Souverän ### Rechtspositivmus * Gesetz als einziges Kriterium für richtiges Verhalten * wenn sie auf dem formal korrekten Weg entstaden sind * es gibt keine übergeordneten Kriterien für gut/richtig und böse/falsch ### Naturrecht * Gegenteil zu Rechtspositivmus * Natürliches Recht welches bekannt ist ohne, dass es aufgeschrieben wurde * Durchsetzung eines Gesetzes welches ggn. Naturrecht verstößt ist illegal * Heute Auffassung: * Menschenrechte * Verfassung * Beispiele: * Du sollst nicht töten ### Praxis * Gesetze (vor allem Demokratien) sind zu befolgen: * man kann nicht nur den Gesetzen folgen welche einem gefallen * Gesetze welche Naturrecht zuwiderlaufen müssen gebrochen werden * sorgfältige Prüfung * nicht nur Unzufriedenheit * unrechte Gesetze zu erlassen ist verboten ### Relativismus * Ethik trifft keine objektiven Aussagen * Subjektivismus * ethische Überzeugung ist Meinungs-/Ansichtssache * Kulturrelativismus / Konventionalismus * Subjektivismus aber auf Gruppen bezogen * innerhalb der Gruppe gibt es ethische Standards * Gegenbewegung zum Ethnozentrismus und Verbrechen der Kolonialzeit * Problem: Menschen gehören vielen Kulturen an * Kritik * Löst keine ethnischen Probleme * Funktioniert nur bei Toleranten Individuen/Kulturen * Ethik als Meinungssache bei großen Werten nicht haltbar (Mord, Kinderarbeit, Sklaverei,...) * Ethik als Meinungssache deckt sich nicht mir Beobachtung => Ablehnung von Mord # Privacy * deutsch: Privatsphäre * Privacy as freedom from intrusion => Recht in Ruhe gelassen zu werden * Privacy as secrecy => Informationen selektiv weitergeben ## Computerethik * Ausmaß der (grenzenlosen) Informationssammlung * Art der gesammelten Informationen (sehr viele verschiedene Daten) * Ausmaß von Informationsaustausch und verknüpfung (kopieren, weitergabe, etc. beinahe kostenfrei) * Kontrollverlust über Zweck, Weitergabe, Verfügbarkeit * Unumkehrbarkeit: Informationen sind nicht mehr löschbar ## Freedom from intrusion * Entspricht dem deutschen onzept von Privatsphäre * Garantiert privaten Bereich * Gesetz (sehr beschränkter Bereich) * Postgeheimnis * Unverletzbarkeit der Wohnung ## Freedom as Secrecy * Haben wir Privacy außerhalb unserer vier Wände? * Beispiele * Überwachungskameras * Umkleide * Schwimmbad ## Rollenmodell * Kontrolle über Meinung welche andere haben * soziale Rollen durch Informationen die man über sich teilt ## Fazit ### Befürworter * Rollentrennung als Grundrecht der deontologischen Ethik (kann nicht utilitaristisch aufgerechnet werden) * Recht auf kontrolle über freigegebene Informationen * Hate speech, Fehlinformationen => oft kein Privacy Problem * Gruppentaugliches Verhalten wird erzwungen * kleinste gemeinsame Nenner das einzig akzeptierte Verhalten * abweichendes Verhalten unmöglich * Beispiel Panoptikum * konformes Verhalten durch potentielle Überwachung ### Gegner * Privatsphäre hilft vor allem Verbrecgern * gut Informierte Parteien treffen bessere Entscheidungen * Praxis: Bequemlichkeit wichtiger als Privacy, daher sogar freiwilliges Teilen (Facebook) * Gruppentaugliches Verhalten wird gefördert * Diversität wird sichtbar ## Soloves Ansatz * Definiert Liste mit Pricay Problemen ### Soloves Taxonomie #### Informationssammlung * Überwachung (Dauerhaft) * Befraung (Druck) #### Informationsverarbeitung * Aggregation (Zusammenstellen verschiedener Daten) * Identifikation (Verknüpfen mit Individuen) * Unsicherheit (Mangelnde Sicherung gegen Unbefugte) * Weiterverwendung (Verwendung für andere Zwecke) * Exklusion (keine Einsicht/Aufklärung über erhobene Daten) #### Informationsweitergabe * Vertrauensbruch (vertrauliche Daten unerlaubt weitergeben) * Offenlegung (Rufschädigung) * Bloßstellung (Demütigung) * Erleichterte Zugänglichkeit (verfügbare Daten nun für Öffentlichkeit verfügbar) * Erpressung (Macht über andere) * Aneignung (Identität selber nutzen) * Verzerrung (manipulation des AUßenbilds) #### Eindringen * Belästigung (Unwohlsein) * Einmischung (Kontrolle in Alltag) # Cypherpunks * Zusammenschluss von Aktivisten * Förderung von Privacy und libertären Ideen * Anonymität gegenüber dem Staat * Durch Kryptographische Technik * Horrorvision * Bald Kommunikation über Computer * umfassende Datensammlung * Verlust der Privatsphäre * technische Lösungen erforderlich * Ziele * Schutz digitaler Rechte * Diskussion technisher, politischer und juristischer Fragestellungen ## Bekannte Namen * Julian Assange (Wikileaks) * Satoshi Nakamoto (Bitcoin) * Phil Zimmermann (PGP) * Timothy C. May (Mailingliste der Cypherpunks) ## Tools * PGP * Tor * Bitcoin * Ethereum * Bittorrent * Wikileaks ## Crypto Wars * Regierung bekommt Generalschlüssel um alle Verschlüsselungen zu entschlüsseln * Erfindungen welche Verschlüsselung auch Zivilisten erlaubt (Public Key Kryptographie) * Staatliche Insitution versuchen, dass Kryptologie nicht Mainstream wird * Kryptographie als staatliches Privileg * Krypto macht Überwachung schwieriger/unmöglich * NSA versucht Verbreitung zu unterbinden * Druck auf Forschern, Firmen, Kunden * Export Regulierung (Krypto = Waffen = Exportverbot) * Verbot/Behinderung von Publikation und Forschung ## Krypto Anarchismus * Radikale Strömungen innerhalb der Cypherpunk Community * durch Kryptographie verlieren Nationalstaaten an Souveränität/Macht * anonyme/geheime Kommunikation * abnehmende Bedeutung der physischen Welt * keine Möglichkeit für Regierung dies zu kontrollieren * Demokratie ist gescheitert * Scheindemokratie * kein Einfluss der Bevölkerung bei Wahlen * Staat als Gegner * Steuern * Gewalt * beschneidet Freiheit * Niedergang des Staates gilt es zu beschleunigen ## Libertarismus * Hauptziel: Negative Freiheit * Staat als Instrument des Zwangs * Staat gehört abgeschafft/zurückgedrängt * Unterform: Staatsaufgaben an Markt abgeben ## Krypto anarchistische Vision * Negative Freiheit als oberstes Prinzip * Cyberspace + Kryptographie macht Bedrohung unmöglich * Anonymes Geld * Ende der Besteuerung * Staat verliert Kontrolle über das Geld der Bürger * Ende des Wohlfahrstaates * Elimination von Defectors und Predators * keine Schmarotzer mehr => müssen aktiv werden * Staat wird durch Verträge ersetzt * anonym * mediatoren überwachen Einhaltung * Reputationssystem zur Unterstützung * Märkte für alles * Informationen * Alles Wissen (Leaks, etc.) * Assassination Markets * Lösung für Probleme mit Vertragsbrechern * je mehr Personen darauf setzen desto höher der Anreiz # Geistiges Eigentum * Häufig ein rein rechtlicher Begriff * Durch Schutzmechanismen abgesichert * Urheberrecht * Patentrecht * Markenrecht * Geschäftsgeheimnisse ## Gesinnungsethisch * Eigentumsbegriff ### Arbeitstheorie (Locke) * Natur gehört den Menschen (nicht den Königen) * Verändert der Mensch etwas wird es zu seinem EIgentum * Arbeit als Verlängerung des Selbst * Ich gehöre mir selbst * Meine Arbeit und meine Ergebnisse gehören ebenfalls mir * Kritik * Artbeit ist nicht immer Eigentum. Gemeinschaften mit Gemeinbesitz denkbar * Man kann auch gemeinsam nutzen. Nicht wegnehmen * geistige Arbeit zum verkaufen, nicht selbst konsumieren * Wirtschaftsrecht, kein Besitzrecht * kein gesinnungsethisches Argument für geistiges Eigentum ### Argumente gegen geistiges EIgentum * Verbot gleicher Ideen/Gedanken wie Vorgänger * Verstoß gegen fundamentales Recht auf Freiheit der Gedanken * breit gefasstes Recht auf gestiges Eigentum as Verstoß gegen Grundrechte des Einzelnen * deontologie: Glück der Gemeinschaft über Glück des einzelnen * Leute werden auch ohne Belohnung schöpferisch tätig werden ### Nachteile * Ansporn für geistig Arbeitende da es sich sont nicht lohnt * Entwicklung mit Investitionen verbunden. Wenn alle es dann nutzen können fehlt der Anreiz * Viele Menschen die in der Freizeit immatrielle Güter entwickeln machen dies als Hauptberuf (Forscher, Lehrer, Künstler) * schöpferisch tätige Menschen müssen Einkommen durch andere Arbeit verdienen * keine Motivation mehr für geistige Arbeit auch in der Freizeit * Erfindungen werden nicht veröffentlicht da keinen eigenen Vorteil durch Veröffentlichung * Mathematische Formel/beweis ## Kopieren ### Kopieren ist okay * Intrinsisch nichts falsch am kopieren (Gesinnungsethik) * Schadet niemandem ### Illegal oder unmoralisch * Rechtstaat verbietet es => illegal * Man muss sich an Gesetze halten, es sei den höheres Gut steht auf dem Spiel * Grundlage der Gesellschaft wird in Frage gestellt * Viele Menschen kopieren aus Bequemlichkeit und Eigennutz * Argumente werden nachträglich gesucht => Rechtfertigung # Psychologie ## Ethische Entscheidungsfindung 1. Gesinnungsethische Überlegung * sind moralische Überlegungen involviert * sind unveräußerliche Prinzipien / Rechte im Spiel, die in jedem Fall beachtet werden 2. Verantwortungsethische Überlegungen * Welche Konsequenzen * Kann ich die Konsequenzen Verantworten 3. Rechtliche Überlegungen * Welche Regelungen besrehen * Sind Erkenntnisse aus 1 & 2 bedeutend genug um die Regelungen zu ignorieren => wird in der Praxis oft ignoriert ## Einstellung * enthalten Bewertung von Wertungsobjekten (alles was ich bewerten kann) * Vorlieben, Vorurteile, Selbstwert * Unterscheidung * explizit (bewusst, verbalisiert) * implizit (unbewusst, schnell, automatisiert) ### Entstehung von Einstellungen #### affektive Einflüsse * wie fühlt sich die Person bzgl. Wertungsobjekt #### verhaltensbasierte Einflüsse * wie hat sich die Person früher verhalten #### kognitive Einflüsse * objektive Wissen => Größtenteils Erfahrung, aber auch körperliche oder Verbale Einflüsse ### Kognitive Dissonanz #### Grundlage * Enstellungen können sich widersprechen * Handeln bestimmt durch Einstellung * Handlungsunfähigkeit * Handeln gegen Einstellung * Menschen streben homogenes Selbstbild an (Widersprüche unangenehm) * Widerspruch zwischen versch. Einstellungen * Widerspruch zwischen Einstellung und Handeln => Kognitive Dissonanz #### Definition unangenehmer Gefühlszustand durch Widerspruch zwischen Einstellung und Handlung * wahl zwischen attraktiven Alternativen * Fehlentscheidung trifft * Aufgabe schwerer als erwartet * Aufwand nicht gelohnt * ohne externen Druck seinen Überzeugungen zusiderhandelt ### Voraussetzungen 1. Verhalten und Einstellung werden als inkonsistent wahrgenommen 2. Person sieht sich selbst als verantwortlich 3. Unangenehme physische Erregung 4. Inkonsistenz und Erregung werden (unbewusst) in Verbindung gebracht ### Reaktion * Inkonsistenz leugnen * Herunterspielen des Widerspruchs * selektives suchen und bewerten (Rationalisieren) * Eigenverantwortung leugnen * Erregung dämpfen * Ablenkung * Alkohol * Erregung auf andere Ursachen zurückführen * externe Einflüsse (Wind) Ansonsten: * Mit Widerspruch leben (Leugnen, selektives Auf-/Abwerten) * Verhalten an Einstellung anpassen * Einstellung an Verhalten anpassen #### Beispiel 1. Ich rauche, aber rauchen ist schlecht 2. So viel rauche ich nicht (Inkonsistenz leugnen) 3. Ich bin süchtig => Machtlos (Eigenverantwortung leugnen) 4. Wenn ich getrunken habe ist mir das egal (Erregung dämpfen) 5. militante Nichtraucher nerven mich (andere Ursachen) 6. Rauchen ist nicht schlecht (Einstellung ändern) #### Praxis * Einstellung ändern ist einfacher * nach getroffener Entscheidung werden Alternativen abgewertet * zuerst verlieben => dann rationale Gründe * je mehr man erduldet desto mehr verteidigt man eine Entscheidung * Helfen ohne Verpflichtung macht die andere Person sympathischer * Opfer ohne komensation schaden => Abwertung #### Fazit * Verhalten folgt nicht immer Überzeugung * Überzeugung werden oft an Handlung angepasst * Rationalisieren => Begründung für das Verhalten suchen, welches man gewohnt ist ### Rationalität * unvoreingenommene Beurteilung ohne persönliche Einstellung/Einflüsse ### Gute Vorsätze #### Voraussetzungen * (richtige) Einstellung muss im Augenblick der Entscheidung präsent sein * manche Menschen sehr präsente Einstellungen * Einstellungen bewusst machen durch besinnen * sich von über sich selbst bewusst sein (Spiegel) * einüben von Einstellungen * je präziser die Einstellung passt, desto eher wird sie aktiviert * Beispiel Pille: * Pro Empfängnisverhütung (weniger) * Pro Pille (mehr) * Entscheider muss das Gefühl haben, die Kontrolle zu haben * Wer glaubt keine Kontrolle zu haben wird weniger nach seiner Einstellung handeln #### Vorgehensweise 1. Ziel definieren 2. Plan erstellen * Teilziele * Warum erreichbar * Was tue ich * Deadline * Belohnung 4. Voteile veranschaulichen 5. Öffentlich machen 6. Buch führen