# Tagebuch
## Tag 1 (<frei wählbares Datum>)
Die Stadt sieht von außen bereits sehr beeindruckend aus. Eine Vielzahl an weit verteilten Türmen. Weshalb die hohe Anzahl oder die weiten Abstände stellt sich vielleicht in Zukunft noch heraus. Den Eingang zu finden stellte sich zumindest als ziemlich schwierig heraus. Jedes offensichtliche Eingangstor war zugemauert. Die Bewohner der Stadt waren wohl gezwungen sich den Bedrohungen zu stellen. Solch drastische Maßnahmen sprechen für sich. Der Weg für uns führte durch den Fluss in die Stadt. Ein Entlanghangeln an oder Erklettern der Mauer ist allerdings nicht möglich, so musste ein provisorisches Floß gebaut werdem um in die Stadt zu kommen. Einige alte Verteidigungsanlagen sind noch zu sehen. Bemerkenswert nach all der Zeit. Jeder Eindringling der über diesen Weg in die Stadt wollte musste zuvor durch eine offensichtliche Kontrollstation. Der Fluss fließt langsam. Ein Anlegen am Ufer verlief ohne Probleme. Trotzdem fühlten wir uns irgendwie beobachtet. Vielleicht nur eine Einbildung. Jeder der in die Stadt kommt konnte wahrscheinlich mit einem Befehl sofort erschossen und dem Erdboden gleich gemacht werden.
Auf Grund der langen Zeit, einen Eingang zu finden und ein Floß zu bauen werden wir uns erst am nächsten Tag mit der Stadt befassen. Die Zitadelle in der Mitte verspricht so einiges und ich bete, dass nicht alles verfallen und unbegehbar geworden ist. Ein Dach zur Nachtruhe haben wir direkt an den "Bootsanlagen" gefunden. Es ist kalt.
## Tag 2
Nach einigen Diskussionen um die massiven Verteidigungsanlagen der Stadt, haben wir uns entschlossen noch nicht in die Mitte der Stadt zur Zitadelle vorzudringen. Wer weiß welche Überraschungen dort auf uns warten. Wir teilen uns in zwei Gruppen auf und erkunden die Stadt in der Hoffnung weitere Informationen zu finden. Mehr und kleinere Gruppen zu bilden scheint zu unsicher, da die Gefahrenlage nur schwer bis gar nicht eingeschätzt werden kann.
Unser erstes Ziel ist einer der Türme. Was von Weitem nicht zu sehen war ist eine kleine an den Turm angeschlossene Tempelanlage. Im Inneren offenbart sich ein Grauen. Die meisten der hier liegenden Skelette, die auf dem Boden verstreut oder gegen eine der tragenden Säulen zusammengesunken sind, sehen so aus als wären sie im Kampf gefallen, die Waffen immer noch eng an sich gedrückt.
Die Wände der Kammer sind so gestaltet, dass der Raum wirkt wie das Innere des Vorderteils einer Spinne. Auf einer Seite führt eine Öffnung zu einer Art Plattform, etwa wo bei einer wirklichen Spinne das Maul wäre. Auf der anderen Seite hängt ein angeschlagenes verbogenes, schweres Eisentor lose in den Angeln. Acht Tunnel, die von diesem Raum abgehen, treffen - jeweils vier auf einer Seite - dicht nebeneinander bei der Wand zusammen.
Die Plattform im Vorderteil ist eindeutig ein Opferaltar. Die Wände um ihn herum sehen aus wie das Beißwerkzeug einer Spinne. Auf dem Altar liegt ein Skelett, deren Blick an die Decke gerichtet ist. Ein wie ich vermute Bolzen einer Armbrust ragt aus dem Halsbereich raus.
## Tag 3
Über den hinteren Bereich des Tempels ist die Treppe zum Turm erreichbar. Grob geschätzt hat er einen Durchmesser von ca. 12 Metern. Bei der Höhe ist das vielleicht auch notwendig. Was ich mir nicht erklären kann ist, dass im Turm nichts auf die Tempelanlage hinweist. Vermutlich sind beide Gebäude zu jeweils anderen Zeiten entstanden.
### Turm Erdgeschoss
Dieser merkwürdig geformte Raum ist angefüllt mit glatten Elfenbeinsäulen, id ein vier unregelmäßigen, gebogenen Reihen, von jeweils vier Säulen angeordnet sind. Eine Treppe führt am einen Ende des Raumes nach oben, in der gegenüberliegenden Wand befindet sich eine Tür.
### Zweiter Stock
Der erste Stock des Turms weißt auf einen Gemeinschaftsraum hin. Mehr ist auf Grund der verrotteten Einrichtung nicht zu erkennen. Ein schmaler Treppenabsatz markiert das nächste Stockwerk des Turms. Die Treppe führt weiter nach oben, links geht eine Tür ab.
Hinter einer Tür befindet sich im Gegensatz zum vorigen Teil des Turms ein warmer Raum. Die Möbel sind vollständig erhalten. In der Ecke steht ein kleines Bett, daneben ein schön gearbeiteter Toilettentisch. Ein Ganzkörperspiegel aus Silber in einem verzierten Holzrahmen steht auf der anderen Seite des Bettes. In der Raummitte spendet ein bronzenes Kohlebecken voller schwelender Kohle und Räucherwerk dem Raum Wärme und erfüllt ihn mit Düften. Wir sind also nicht allein, aber vom Bewohner ist nichts zu sehen. Dem Bett gegenüber steht eine große geöffnete Holzkiste. Zwei Holztafeln sind von dem Deckel aus zur Seite ausgeklappt worden, so dass ein dreiteiliges Bild entsteht. Auf der mittleren Bildtafel, der Innenseite des Deckels, ist eine grausam-schöne Frau abgebildet, die auf einem Thron aus Knochen sitzt und deren Gesicht so bemalt ist, dass es aussieht wie ein Totenschädel. Sie trägt an jedem Finger einen silbernen Ring. Auf der linken Bildtafel ist eine weitere Frau abgebildet, deren Gesicht der Mittelgestalt zugewandt ist. Sie trägt eine einfache, schwarze Robe und hält einen Schädel in den Händen. Über ihr ist eine Höhlendecke zu sehen, angefüllt mit Schädeln, deren Augenhöhlen in einem bleichen, roten Licht leuchten. Die rechte Bildtafel zeigt eine geisterhafte Gestalt einer schwer gerüsteten Kriegerin. Ihre körperlose Rüstung ist so gearbeitet, dass sie dämonische Züge aufweist, und sie hält einen gezackten Zweihänder in beiden Händen. Leichen liegen verstreut auf dem Boden neben ihren Füßen.
Unter dieser dreiteiligen Szenerie sieht der Kistenboden aus wie ein kleiner Altar. Ein Tuch bedeckt das Holz und vor den drei gemalten Gestalten stehen drei nicht angezündete Kerzen. In einem kleinen, ebenfalls nicht entzündeten Kohlebecken liegen einige Würfel Räucherwerk. Ich hoffe darauf diesen Personen nie zu begegnen.
### Dritter Stock
Was passiert hier? Es ist eiskalt. Durch eine Tür kommt man in den Hauptraum des dritten Stockwerkes in dem sich eine riesige in der Luft schwebende schwarze Kugel befindet. Je näher man ihr kommt desto kälter wird es. Sie scheint also die Quelle der Kälte im Turm zu sein, abgesehen vom vorigen Wohnraum. Ein Mosaik auf dem Boden stellt einen Schädel dar, der einen schwarzen Kreis in seinem weit geöffneten Mund hält. Den Kreis stellt ein einziger runder Mosaikstein dar, dessen Durchmesser gut 1,5m beträgt. Die Augen des Schädels sind leuchtend blau.
Das stinkt doch dermaßen nach einer Falle, dass keiner der Gruppe dem Bereich näher kommt. Wer weiß was passiert.
## Anhang

