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## 3 Blocks zur Forschung
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- Planung Übesitzungen
- Planung Unterrichtseinheiten
- "Pausen"
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Block
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## Pausen
#### und alles, was man abseits des Instruments tut
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#### Pausen
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### Konsolidierung
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- Konsolidierung = Physiologische Phase des neuronalen Verfestigens
- Motorische Konsolidierung kann nicht passieren, während die Bewegung noch ausgeführt/geübt wird
- Konsolidierung macht Geübtes robuster gegenüber Störfaktoren
- MERKREGEL, um das Gehirn zu verstehen
- "Üben" = Input der Lerninhalte
- "Pause" = Eigentlicher Lernvorgang
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#### Pausen
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### Konsolidierungsparadox des Gehirns:
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> Das Gehirn fängt in dem Augenblick mit dem Üben des Instruments an, in dem die Finger und Gedanken damit aufhören.
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#### Pausen
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### Verteiltes Üben vs. massiertes Üben
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#### Pausen
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### Verteiltes Üben vs. massiertes Üben
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- "Wie wollen Sie Wasser zum Kochen bringen, wenn Sie es nach Aufwärmen auf 50 Grad vom Feuer nehmen, warten, und nach einer Zeit des Abkühlens wieder weitermachen?" (Heinrich Neuhaus)
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#### Pausen
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### Übeeinheiten: **Länge**?
- **Zu lang = schädlich**
- Forschung: Üben - wie viel pro Sitzung?
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#### Pausen
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### Pausen zwischen Einheiten: **Häufigkeit**?
- **Zu wenige = schädlich**
- Forschung: Lerner, deren regelmäßigen Übesessions sich mit Pausen abwechseln, behalten mehr und länger als in langen Einzelsitzungen.
- Neuronale Entwicklung wird in Ruheperioden vorangetrieben, nicht primär während der Beschäftigung
- Konsolidierung
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#### Pausen
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### Pausen zwischen Einheiten: **Länge**?
- **Zu kurz = schädlich**
- Forschung: Je *länger* die Pause zwischen den Sitzungen, desto besser sind Retention und Transfer in der späteren Performance.
- Pause sollte allerdings nicht **zu** lang sein. Stunden, aber nicht Wochen.
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#### Pausen
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### Übe-Einheiten fraktionieren
- Jugendliche und Erwachsene:
- ca. 45 Minuten üben,
- 10 - 15 Minuten Pause.
- Individuelle Unterschiede.
- Kinder:
- kurze Übe-Einheiten.
- Ideal: Verteiltes Üben für beginnende Kinder: täglich 20 Minuten, 5x pro Woche
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#### Pausen
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### Übe-Einheiten fraktionieren
- Nicht im müden Zustand üben!
- Weiterer Vorteil als gratis Nebeneffekt:
- Schutz vor Verletzungen oder körperlichen Überlastungserscheinungen (Stimme, Sehnenscheiden, Muskulatur)
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#### Pausen
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### Deadlines vs. langfristige Festigung
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## Schlaf!
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#### Die "große Pause" im verteilten Übeplan
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#### Schlaf
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- Schlaf und Konsolidierung
- Schlaf = komplexes Gemenge aus Hirnprozessen (und nicht ein einzelner Zustand)
- Schlaf ist eine kritische Phase der Lernprozesses selbst!
- Schlaf und Aufmerksamkeit
- Schlafmangel schadet der Aufmerksamkeit
- Schlaf und Aufmerksamkeit sind in der Evolution gemeinsam entstanden und regulieren sich gegenseitig.
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#### Schlaf
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- Neuroplastizität
- Biologische Basis des Lernens
- nicht nur im Wachzustand, sondern umso mehr im Schlaf
- Theorie: Im Schlaf werden schwache Synapsen abgebaut, starke verfestigt
- weil dann am wenigsten Interferenzen von außen
- Theorie: Schlaf (Traum!) als *Playback* der Erlebnisse und Lerninhalte des Tages aus dem Kurzzeitgedächtnis
- Sortierung und Einordnung in den Langzeitspeicher (Konsolidierung).
- Im Traum üben wir weiter, und hier findet das eigentliche Üben statt, das dann dauerhaft hängenbleibt
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#### Schlaf
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- Konsolidierung **motorischen** Lernens **exklusiv** an den Schlaf gebunden.
- äquivalente Wachphase nicht ausreichend
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#### Schlaf: Optionen
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- **Nachtschlaf**
- Prozedurales Lernen in REM-Phasen
- Proteinsynthese im Gehirn -> essentiell fürs Langzeitgedächtnis
- Nachtschlaf bringt *mehr motorische Verbesserung als eine weitere Übestunde!*
- Ideal: 6 Stunden (nachts)
- Vor allem zweite Nachthälfte entscheidend
- **Nachmittagsschlaf / Nickerchen** ähnlich effektiv
- Ideal: 2 Stunden (nachmittags)
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> Nachtschlaf bringt *mehr motorische Verbesserung als eine weitere Übestunde!*
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#### Schlaf
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### Traum = "*Mental Practice Extreme*"
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- Training im Klartraum!
- Luzide Träume / Klarträume: Zustand bewusst, Einfluss auf das Traumgeschehen (vgl. Schredl & Erlacher, 2004)
- Bei 26% der Bevölkerung mind. 1x aufgetreten (Stepansky et al., 1998)
- Personen, die **häufig** bewusst träumen, seltener, jedoch kann das luzide Träumen erlernt werden (LaBerge, 1980)
- Motorisches Lernen ist auch im luziden Traum (Klartraum) während des REM-Schlafes möglich!
- Erlacher, Schredl und LaBerge (2003) : motorische Areale (EEG-Messung) während „Bewegungsausführung“ im luziden Traum aktiv
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- Voraussetzung für Lernen:
- Verlangen, aufmerksam zu sein
- Bereitschaft, sich anzustrengen
- Schlaf
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[ENDE DES BLOCKS **Pausen**]
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##### *Gehirngerecht Üben*
#### Zusammenfassung
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### Beim Üben
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- Leidenschaft
- Ziele setzen
- Sich Unbequeme Aufgaben stellen
- Nicht zu viel auf einmal. Verteilen!
- Sacken lassen! Mehr Pausen!
- Abwechslungsreich üben
- Variable Bandbreite üben
- Viel mehr schlafen!
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##### *Gehirngerecht Üben*
#### Zusammenfassung
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### Beim Üben (aus anderen Sessions des Workshopzyklus)
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- (Verspieltes Chaos)
- (Fehlerfreundlichkeit)
- (Spezifische Fehleranalyse)
- (Ablenkungen blockieren)
- (Mental Practice)
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##### *Gehirngerecht Üben*
#### Zusammenfassung
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### Im Unterricht
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- Erstrebenswerte Schwierigkeit
- Anfangs spezifisches Feedback
- Je fortgeschrittener, desto weniger Feedback
- Kein Feedback während des Spiels
- Atempause vor Feedback - Sacken lassen
- Summenfeedback
- Bandbreitenfeedback
- Ziele setzen *lassen*
- Übestrategien vermitteln: Pausen; Abwechslung; Variation; Schlaf
- Vor Auftritten nicht mehr unterrichten
- Unterrichtsziel: Lehrer wird überflüssig
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##### *Gehirngerecht Üben*
#### Zusammenfassung
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### Im Unterricht (aus anderen Sessions des Workshopzyklus)
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- (Umbau des Gehirns beginnt ab der ersten Stunde)
- (Hilfsmittel nur kurz)
- (Analyse & Fehlerfreundlichkeit schulen)
- (Bildung von Fehlermanierismen eindämmen)
- (Umleitungen um Blockaden stimulieren)
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##### *Gehirngerecht Üben*
#### Zusammenfassung
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### (Auf dem Podium) (aus anderen Sessions des Workshopzyklus)
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- (Kognition-in-Aktion statt *Let it go / Let it flow*)
- (Performance Cues)
- (Modus: Fehlerbehandlung abschalten)
- (Risikobereitschaft)
- (Auf Störungen gut vorbereitet sein)
- (Nichts anmerken lassen!)
- (Gemeinsames Erlebnis)
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## Buchtipps und vertiefende Lektüre
- [Ulrich Mahlert: "Handbuch Üben - Grundlagen - Konzepte - Methoden (BV 314)" Breitkopf & Härtel; 416 Seiten](https://www.amazon.de/Handbuch-%C3%9Cben-Grundlagen-Konzepte-Methoden/dp/3765103144/ref=sr_1_3?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=%C3%BCben+musiker&qid=1633691674&sr=8-3)
- [Gerhard Mantel: "Einfach üben: 185 unübliche Überezepte für Instrumentalisten (Studienbuch Musik)" SCHOTT MUSIC GmbH & Co KG, 192 Seiten](https://www.amazon.de/Einfach-%C3%BCben-%C3%9Cberezepte-Instrumentalisten-Studienbuch/dp/3795787246/ref=sr_1_6?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=%C3%BCben+musiker&qid=1633691674&sr=8-6)
- [Lynn Helding: "The Musician's Mind: Teaching, Learning, and Performance in the Age of Brain Science" Rowman & Littlefield, 349 Seiten](https://www.amazon.de/Musicians-Mind-Lynn-Helding/dp/1538109956/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=helding&qid=1633690928&sr=8-2)
- [Richard A. Schmidt, Timothy D. Lee: "Motor Learning and Performance: From Principles to Application" Human Kinetics, Inc.; 308 Seiten]([https](https://www.amazon.de/Motor-Learning-Performance-Study-Guide-Loose-Leaf/dp/1492574686/ref=tmm_other_meta_binding_swatch_0?_encoding=UTF8&qid=1633691143&sr=8-1))
- [David Didau: "What If Everything You Knew About Education Was Wrong?" Crown House Publishing, 438 Seiten](https://www.amazon.de/WHAT-IF-EVERYTHING-YOU-KNEW/dp/1785831577/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=robert+bjork&qid=1633691464&sr=8-2)
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Heutige Folien Online:
https://hackmd.io/@bangert/ws_gg_ueb

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