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tags: Klassifikation und Verwendung von Werkstoffen
title: Sitzungsthema Der Werkstoff Holz
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# Seminar: Klassifikation und Verwendung von Werkstoffen
## Sitzung: Der Werkstoff Holz
> *Dr. Stefan Blumenthal*
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## Ziele für heute:
- [ ] Aneignung von Wissen über verschiedene Arten von Holz
- [ ] Aneignung von Wissen über Anwendungsbereiche von Holz
- [ ] Aneignung von Wissen über Einschränkungen in der Nutzung von Holz
- [ ] Aneignung von Wissen über nachhaltige Nutzung des Rohstoffs
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# Holz als Werkstoff
Hochwertiges Holz ist bei gleicher Tragfähigkeit leichter als Stahl und war deshalb vor 60 Jahren noch ein unverzichtbarer Werkstoff im Flugzeugbau. Holz hat annähernd die gleiche Druckfestigkeit wie Beton und kann im Gegensatz zu diesem auch Zugkräfte aufnehmen. Aufgrund seines hohen Hohlraumanteils hat Holz günstige Wärmedämmeigenschaften.
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Hier finden Sie einen Podcast zur Geschichte des Holzbaus. Es handelt sich um Textauszüge von [Baunetzwissen (2021)](https://www.baunetzwissen.de/holz/fachwissen/einfuehrung/geschichte-des-holzbaus-6640622).
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Hören Sie sich den nachfolgenden Podcast an. Welche Bedeutung hat Holz im Bauwesen aus geschichtlicher Perspektive? Notieren Sie für sich in Stichpunkten.
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:::info
:::spoiler Text zum Podcast
Holz gehört zu den ältesten Baustoffen der Menschheit. Häuser, Brücken, Möbel, Böden und unzählige weitere Dinge werden aus Holz hergestellt, denn die Eigenschaften der verschiedenen Holzarten ermöglichen ein unendliches Spektrum des Holzeinsatzes.
Aus der Jungsteinzeit bis in die Bronzezeit sind Überreste von Pfahlbauten erhalten, die eine frühe Holzbaukultur in der Bodenseeregion und der Ostschweiz dokumentieren.
Auch bei den Ägyptern wurde Holz u.a. als Baustoff genutzt. Sie waren die ersten, die um 3.000 vor Christus die Idee entwickelten, Holz edler Baumsorten in feine Lagen zu schneiden und sie auf Trägermaterialien zu kleben.
In Nord- und Mitteleuropa blieb Holz bis in die Neuzeit wichtigster Baustoff. Gebäude wurden zunächst vor allem als Blockbauten – aus horizontal geschichteten und über Eck ausgesteiften Wänden – oder als Pfostenbauten – als Skelettbau mit in den Erdboden gerammten Pfosten – errichtet. Pfostenbauten hatten einen wesentlich geringeren Holzbedarf als Blockbauten und waren daher auch in weniger waldreichen Gebieten verbreitet. Die Wände zwischen den Pfosten konnten mit Lehm, Lehmsteinen oder (lehm)verputztem Flechtwerk gefüllt werden und benötigten kein hochwertiges Holz. Die Lebensdauer von Pfostenbauten war jedoch auf 20 bis 30 Jahre begrenzt, denn die in den Boden gerammten Hauptstützen waren dauerhafter Feuchtigkeit ausgesetzt.
Vor diesem Hintergrund stellt die Einführung des Fachwerkbaus eine bautechnische Revolution dar. Obwohl in Südeuropa seit der Antike bekannt, setzten sich verschiedene Arten des Fachwerkbaus nördlich der Alpen erst seit dem 12. Jahrhundert durch und entwickelten sich hier nach und nach zur mit Abstand am häufigsten eingesetzten Bauweise. Die Wände des Fachwerkbaus bestehen aus Pfosten und diagonalen Streben, die zusammen mit weiteren Holzteilen Wandscheiben ausbilden, auf denen die Deckenbalken aufgelegt werden.
Ab dem 19. Jahrhundert werden die traditionellen Holzbauten – vor allem in den Städten – zunehmend durch Mauerwerksbauten ersetzt. Zunächst nur äußerlich – denn nach wie vor war Holz das einzige, in großen Mengen verfügbare stabförmige Material, sodass Decken-, Dach- und Treppenkonstruktionen fast ausschließlich aus Holz bestanden. Das änderte sich, als Stahl und Beton mit der Industrialisierung zum Massenprodukt wurden. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war Holz in Mitteleuropa weitgehend aus dem Materialkanon moderner Gebäudetragwerke verschwunden.
Seit der Jahrtausendwende erlebt dieser uralte Baustoff jedoch eine erstaunliche Renaissance, denn die ökologischen Vorteile von Holz gewinnen zunehmend an Bedeutung. Bereits seit den 1970er-Jahren wurden immer mehr neue Materialien und Konstruktionsmethoden im Holzbau eingesetzt. Aus den USA wurden Holzwerkstoffe wie OSB-Platten eingeführt, oder Konstruktionen wie der standardisierte Ständerbau übernommen und zum Tafel- oder Rahmenbau weiterentwickelt.
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Im Video wurde es bereits angesprochen: Damit Holz als Baustoff verwendet werden kann, muss es zunächst getrocknet werden, da frisches Holz viele Wasseranteile beinhaltet. Man unterscheidet gebundenes und freies Wasser, wobei man je nach Gehalt beispielsweise von saftfrisch, waldfrisch, halbtrocken, lufttrocken, darrtrocken oder trocken spricht.
Abhängig von der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur stellt sich im Holz bei genügend Lagerung eine sog. Gleichgewichtsfeuchte (auch: Ausgleichsfeuchte oder praktischer Feuchtegehalt) ein. Für Holz liegt dieser Wert bei etwa 15% der Masse. Das Holz wird dann als lufttrocken bezeichnet.
Ein weiterer wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit der Trocknung von Holz ist der sog. Fasersättigungspunkt. Dieser beschreibt den Feuchtezustand von Holz, zu dem kein Wasser aus der Umgebung mehr in die Zellwände des Holzes eingelagert wird (gebundenes Wasser). Eine weitere Wasseraufnahme kann dann nur noch in den Zellhohlräumen (freies Wasser) erfolgen. Bei den meisten Holzarten liegt der Fasersättigungspunkt um die 30% mittlerer Holzfeuchte. Bei einer Holzfeuchte über dem Fasersättigungspunkt können Pilze und Mikroben wachsen und materialschädigend wirken. Unterhalb des Fasersättigungspunkts kann es, aufgrund von Wasseraufnahme- und abgabe zum Quellen oder Schwinden des Holzes kommen.
Grundsätzlich ist Holz trocken zu verbauen. Durch weitere bauliche Maßnahmen ist zudem sicherzustellen, dass die Holzfeuchte dauerhaft 20% nicht übersteigt.
<img src="https://i.imgur.com/mSz5Ouv.png" alt="Gleichgewichtsfeuchte im Holz" width="" />
*(Quelle: [Baunetz Wissen](https://www.baunetzwissen.de/imgs/2/4/6/0/2/2/6/Holzschutz_01-1ae6674a56ab0f79.jpg))*
*Anmerkung: Die Holzfeuchte u ergibt sich als Verhältnis der im Holz enthaltenen Wassermasse zu seiner Trockenmasse.*
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## Verwendung von Holz
Holz ist ein Material mit vielfältigen Eigenschaften. Die verschiedenen Holzarten und Wuchsbedingungen, das Baumalter sowie die verschiedenen Holzarten innerhalb des Baums (Kern- und Splintholz) bieten eine extreme Breite biologischer, chemischer, und technologischer Eigenschaften. Entsprechend viele Bestandteile des Holzes können bzw. sollen zur Herstellung von Baustoffen genutzt werden.
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node [color=black,fontname=Arial,shape=oval] //All nodes will this shape and colour
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Schnittholz [href="", fontcolor=black, color=black, label=Schnittholz];
Rundholz->{Schnittholz Furniere Späne Fasern Kunststoffe}
Schnittholz->{Tischlerplatten}
Furniere->{Tischlerplatten Furnierplatten Formsperrholz "Furnierte Spanplatten"}
Späne->{Spanplatten OSB}
Fasern->{Papier "LDF, MDF, HDF" "Holz-, Polymer-Werkstoffe"}
Kunststoffe->{"Holz-, Polymer-Werkstoffe"}
Spanplatten->{"Furnierte Spanplatten" "HPL-Elemente" "Beschichtete Spanplatten"}
Papier->{"Beschichtete Spanplatten" Kunststoffplatten Melaminkante}
"Beschichtete Spanplatten"->{Möbelkorpus}
Melaminkante->{Möbelkorpus}
Kunststoffplatten->{"HPL-Elemente"}
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```
*(Quelle: Pichelin, 2020)*
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## Vollholz & Massivholz
Aus den Stämmen wird zunächst Holzware in verschiedenen Formaten geschnitten. Man spricht hierbei von **Vollholz**. Man unterscheidet folgende Schnittholztypen:
|Bezeichnung|Abmaße|
|---|---|
|Kantholz|B ≥ 60 mm, H ≥ B|
|Bohle|S ≥ 40 mm, B > 2S|
|Brett|S = 8-40 mm, B = 80-300 mm|
|Latte|B ≤ 40 mm; H ≤ 80 mm|
*Anmerkungen: B = Querschnittsbreite; H = Querschnittshöhe; S = Stärke.*

*(Quelle: [Manfred Antranias Zimmer, CC0](https://pixabay.com/de/photos/baumstamm-holzstamm-holz-zuschnitt-5182198/)*
Entsprechend der verschiedenen Formate gibt es für Vollholz ein großes Einsatzspektrum. Neben der Nutzung zur Konstruktion von Bauwerken (im sichtbaren und nicht-sichtbaren Bereich) wird es bspw. auch zum Möbelbau genutzt.
<img src="https://i.imgur.com/MOvG2Iz.jpg" alt="Keilverzinktes Massivholz" width="800" />
*Vollholz (oben) vs. Massivholz (unten)*
*(Quelle: Blumenthal, CC BY 4.0)*
**Massivholz** besteht ebenso wie Vollholz vollständig aus echtem Holz, die verarbeiteten Teile müssen dabei jedoch nicht aus einem durchgehenden Holzabschnitts entstammen, sondern können aus einzelnen Stücken zusammengesetzt sein. Bei der Erstellung von Massivholz werden gleichgroße Holzstücke mittels Keilverzinkung miteinander verleimt, gehobelt und verarbeitet.
<img src="https://i.imgur.com/5CD4EcP.jpg" alt="Keilverzinktes Massivholz" width="800" />
*Keilverzinktes Massivholz*
*(Quelle: Blumenthal, CC BY 4.0)*
Aus den Schnittresten und kleineren Stämmen können weitere Holzwerkstoffe hergestellt werden. Weitere aus Holz produzierte Produkte sind bspw. Papier oder Pellets zur Energiegewinnung.
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## Brettsperrholz & Mehrschichtplatten
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/kvnvqr9.jpg" alt="Schematische Darstelliung von Brettschichtholz" width="400" />
*Schematische Darstellung von Brettschichtholz*
*(Quelle: [Elke Wetzig, CC BY-SA 3.0](https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8383391)*
</div>
**Brettsperrholz** ist ein flächiger, als Platte oder Scheibe verwendbarer Holzwerkstoff, der primär im Baukonstruktionswesen Verwendung findet. Zur Produktion von Brettsperrholz werden jeweils kreuzweise verschiedene Lagen von Brettern miteinander verleimt. In der Regel ist die Anzahl der Schichten ungerade und variiert zwischen meist drei bis elf. Die Schichten sind kreuzweise verleimt, um den Quill- bzw. Schwundeffekt des Holzes zu minimieren. Die kreuzweise Verleimung "sperrt" also die Anordnung der Schichten. Damit ist Brettsperrholz sehr maß- und formstabil.
Zur Herstellung von Brettsperrholz wird meist Fichten-, Tannen-, Kiefer- oder Lärchenholz verwendet. Zur Verleimung werden hauptsächlich Melamin-Harnstoff-Formaldehydharze (MUF), aber auch Klebstoffe aus Polyurethan (PU) benutzt.
Die optischen und bautechnischen Eigenschaften können noch weiter beeinflusst werden, indem bspw. die Flanken verklebt werden oder Decklagen aus Dekorhölzern wie Eiche oder Birke zusätzlich aufgebracht werden.
Je nach Brettstärke und Lagenanzahl varrieren Stärken von ca. 60 bis 400 mm. Die Größe der Platten ist im Endeffekt nur durch Einschräkungen bei ihrer Herstellung und ihrem Transport beschränkt.
**Mehrschichtplatten** ähneln Brettsperrholz, bestehen jedoch aus drei oder fünf dünnen Brettlagen, die zu vergleichsweise dünnen Platten verleimt sind. Die Mittellage ist oft etwas stärker als die Decklagen. Meist werden Nadelhölzer wie Fichte, Tanne, Kiefer, Douglasie oder Lärche verwendet. Zur Verleimung werden hauptsächlich Melamin-Harnstoff-Formaldehydharze (MUF) verwendet.
Dreischichtplatten werden als nicht tragende, teilweise tragende und vor allem als aussteifende Beplankung von Tafelbauwänden, Decken- und Dachkonstruktionen oder als Fassadenbekleidung verwendet.
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## Brettschichtholz & Balkenschichtholz
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/5fdfCmV.png" alt="Schematische Darstelliung von Brettschichtholz" width="300" />
*Schematische Darstelliung von Brettschichtholz*
*(Quelle: Blumenthal, CC BY 4.0)*
</div>
**Brettschichtholz** besteht aus mehreren flachseitig faserparallel miteinander verleimten Brettern. In der Länge sind die Bretter mittels Keilzinkungen verbunden. Ähnlich wie beim Brettsperrholz können sehr große Längen und Höhen der Bauteile erzielt werden.
Zur Herstellung von Brettschichtholz wird häufig Fichten-, Tannen-, Kiefern-, Lärchen- oder Douglasienholz verwendet, Laubhölzer finden hingegen nur selten Einsatz. Zur Verleimung werden hauptsächlich Melamin-Harnstoff-Formaldehydharze (MUF) verwendet. Weniger in der Flächenklebung, dafür aber umso häufiger in der Verklebung der Keilzinkungen kommt Polyurethan (PU) zum Einsatz.
Brettschichtholz wird universell für stabförmige Konstruktionen für weit spannende Tragwerke eingesetzt.
Im Gegensatz zu Brettschichtholz besteht **Balkenschichtholz** nicht aus Brettern, sondern aus 2 bis 5 Bohlen oder Kanthölzern, die flachseitig faserparallel miteinander verleimt werden. Häufig werden dazu Balken aufgetrennt und gespiegelt wieder miteinander verklebt, sodass Balkenschichtholz beim Quellen oder Schwinden formstabil bleibt und zu geringerer Rissbildung neigt. Aufgrund der Stabilität wird Balkenschichtholz meist zur Fertigung von Deckenbalken benutzt.
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## Furniersperrholz & Furnierschichtholz
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/AqpZ50I.jpg" alt="Furniersperrholzplatten in unterschiedlicher Stärke" width="400" />
*Sperrholzplatten in unterschiedlicher Stärke*
*(Quelle: Blumenthal, CC BY 4.0)*
</div>
Furniersperrholz besteht aus mehreren Lagen Schälfurnier von etwa 3 mm Stärke, deren Faserrichtung lagenweise um 90 Grad verdreht ist. Dadurch entsteht ein sehr formstabiler Plattenwerkstoff. Meist werden Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer, Seekiefer oder Douglasie verwendet, es gibt aber auch Furniersperrholz aus Buche.
Zur Verleimung werden hauptsächlich Melamin-Harnstoff-Formaldehydharze (MUF) oder Phenol-Formaldeydharze (PF) verwendet. Aufgrund der vielen dünnen Schichten ist der Leimanteil im Vergleich mit Brettsperrholz oder Mehrschichtplatten relativ hoch (etwa 3% Volumenanteil).
Furniersperrholz-Platten werden als nicht tragende, teilweise tragende und vor allem als aussteifende Beplankung von Tafelbauwänden, Kasten-, Rippen-, Balkendecken und Dachkonstruktionen verwendet.
<img src="https://i.imgur.com/pM4PvDd.jpg" alt="Furniersperrholzplatten in unterschiedlichen Ausführungen" width="800" />
*Sperrholzplatten in unterschiedlichen Ausführungen*
*(Quelle: Blumenthal, CC BY 4.0)*
**Furnierschichtholz** besteht aus mehreren Lagen Schälfurnier von etwa 3 mm Stärke, die faserparallel miteinander verleimt sind. Hierin ist der Unterschied zum Furniersperrholz zu sehen. Die parallel angeordneten Faserrichtungen erzeugen eine sehr hohe einachsige Tragfähigkeit und aufgrund der hohen Schichtanzahl eine sehr große Homogenität. Die Herstellung von Furnierschichtholz ermöglicht eine optimale Materialausnutzung, insbesondere bei ungeraden Buchenstämmen etc.
Vornehmlich werden Nadelhölzer zur Produktion von Furnierschichtholz verwendet, zur Verleimung werden hauptsächlich Melamin-Harnstoff-Formaldehydharze (MUF) oder Phenol-Formaldehydharze (PF) benutzt.
Furnierschichtholz wird bereits im Bauwesen lange Zeit als Beplankungsmaterial verwendet, dickere Platten werden als flächige Tragwerksteile im Holzbau eingesetzt.
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## Holzspanwerkstoffe
Zur Herstellung von Spanwerkstoffplatten werden meist Abfallstoffe aus der holzverarbeitenden Industrie genutzt, sodass der Rohstoff Holz annähernd zu hundert Prozent stofflich verwertet werden kann. Je nach Länge der Späne werden Plattenwerkstoffe unterschiedlicher Qualität und für unterschiedliche Anwendungsbereiche hergestellt. Dazu werden meist beleimte Späne zu Platten verpresst.
Die **OSB-Platte** (Oriented Strand Boards: Platte aus langen, ausgerichteten Spänen) ist das am häufigsten eingesetzte Spanplattenmaterial (z.B. zur Aussteifung von Tafelbauwänden oder Schalungen), da sie relativ kostengünstig ist.
<img src="https://i.imgur.com/Sg3hj1R.jpg" alt="Oriented Strand Boards (OSB)" width="800" />
*Oriented Strand Boards (OSB)*
*(Quelle: Blumenthal, CC BY 4.0)*
Im Möbelbau oder auch im Ausbau findet die **Spanplatte** häufig Verwendung. Die Späne sind hier kleiner und nicht orientiert, wodurch die Platten weniger stabil sind als OSB. Spanplatten gibt es in unterschiedlicher Ausführung, z.B. beschichtet bzw. furniert, wenn die Platte im Sichtbereich verwendet wird. Je nach Anwendung kann auch Zement als Bindemittel verwendet werden (zementgebundene Spanplatte).
<img src="https://i.imgur.com/YsXvkxl.jpg" alt="Beschichtete (links) und unbeschichtete Spanplatte (rechts)" width="800" />
*Beschichtete (links) und unbeschichtete Spanplatte (rechts)*
*(Quelle: Blumenthal, CC BY 4.0)*
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## Holzfaserplatten
**Holzfaserplatten** werden aus einzelnen Holzfasern, Faserbündeln oder Faserbruchstücken hergestellt. Diese Fasern werden durch Kochen, Dämpfen, chemisches oder mechanisches Aufschließen oder mit Hilfe von Enzymen meist aus Abfällen der Holzverarbeitung oder aus Restholz gewonnen. Die Platten werden in Nass- oder Trockenverfahren hergestellt. Die Fasern werden meist durch Verfilzen oder durch im Holz enthaltene Bindemittel (Lignin) miteinander verbunden. Die schonende Verpressung ermöglicht einen homogenen Holzwerkstoff.
Je nach Herstellungsverfahren und den zugefügten Bindemitteln ergeben sich eine Reihe verschiedener Plattenmaterialien, die überwiegend im Möbelbau oder Gebäudeausbau verwendet werden. Die für den Holzbau wichtigsten Faserplatten sind Mitteldichte Faserplatten (MDF) und Hochdichte Faserplatten (HDF).
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*MDF-Platten (links), beschichtete bzw. gefärbte MDF-Platten (mittig) und MDF-Tischlerplatte (rechts)*
*(Quelle: Blumenthal, CC BY 4.0)*
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# Hindernisse bei der Nutzung des Werkstoffs Holz
Trotz der vielen positiven Eigenschaften des Rohstoffs Holz und seiner Verwendung als Baustoff, gibt es unterschiedliche Aspekte zu bedenken:
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## Anfälligkeit von Holz
Die bautechnischen als auch dekorativen Eigenschaften von Holz können durch verschiedene Aspekte beeinflusst werden und sollten insofern bedacht werden. Typisch sind Veränderungen der Holzmerkmale durch:
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:::spoiler Äste
Äste sind ein natürliches Merkmal des Baumstammes. Je nach Einschnittrichtung des Schnittholzproduktes erscheinen sie als runde oder ovale oder Flügeläste. Es wird zwischen gesunden, festverwachsenen oder losen Ästen unterscheiden.
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:::spoiler Risse
Risse entstehen durch Trennung der Holzfasern in Längsrichtung des Holzes. Trocken- oder Schwindrisse entstehen beim Trocknen des Holzes unter Fasersättigung, wenn durch die Schwindung die Querzugsfestigkeit des Holzes überschritten wird.
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:::spoiler Harz
Bei Hölzern mit Harzkanälen können sich mit Harz gefüllte Hohlräume zwischen den Jahrringen bzw. im Holzgefüge sog. Harzgallen bilden.
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:::spoiler Sonneneinstrahlung
Sonnenlicht insbesondere die UV-Strahlung führt zur Braunverfärbung der Holzoberfläche und Harzaustritt bei Hölzern mit Harzkanälen.
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:::spoiler Niederschläge
Niederschläge führen zur Vergrauung der Holzoberfläche und zu Auswaschung von Holzinhaltsstoffen. Gerbstoffreiche Hölzer wie z.B. Eiche zeigen oxidative Verfärbungen (Eisengerbstoffreaktion) in Verbindung mit Metallen und können diese erodieren.
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:::warning
:::spoiler Klimaschwankungen
Jahreszeitlich bedingte Klimaschwankungen führen zu Feuchtewechsel im Außenbereich und führen so zu Rissbildungen, Quell- und Schwindverformungen, Krümmungen und Verdrehungen im Holz.
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:::spoiler Schmutz und Mikroorganismen
Schmutz und Mikroorganismen führen bei im Außenbereich genutzten Holz zur [:link: Verblauung](https://noe.lko.at/verblautes-holz-ursache-und-auswirkung+2400+2624155) des Holzes und begünstigen den Bewuchs durch Algen, Moose und bei hoher Luftreinheit zu Flechten. Dies beeinflusst z.B. die Rutschigkeit von Terrassenbelägen.
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:::spoiler Insektenbefall
Durch Insekten bzw. durch deren Larven werden sog. Fraßgänge im Holz hervorgerufen. Kleine Löcher durch Würmer und Käfer sind nicht festigkeitsrelevant. Die großen Fraßgänge von Frischholzinsekten (z.B. Bockkäferarten) mindern die Festigkeit und das Holz wird meist schon im Sägewerk aussortiert.
:::
## Holz als nachhaltiger Baustoff?
Insgesamt ist ein leichter Rückgang des weltweiten Waldbestandes über die Jahre zu verzeichnen, wobei dieser in den vergangenen Jahren sich immer weniger deutlich abzeichnet:
*Jährliche Änderung des Waldbestandes – weltweit (Food and Agriculture Organization, 2015)*
|Durchschnitt|in 1.000 ha|in %|
|:---:|:---:|:---:|
|2010-2015|-3.308|-0,08|
|2005-2010|-3.414|-0,08|
|2000-2005|-4.572|-0,11|
|1990-2000|-7.267|-0,18|
Schon vor fast 300 Jahren definierte Hannß Carl von Carlowitz, dass nicht mehr Holz geerntet werden darf als nachwächst. Dies stellt das Grundprinzip der Nachhaltigkeit dar. Holz kann entsprechend genutzt werden, solange dem Ökosystem Wald kein Schaden zuteil wird. Die gesetzlich verankerte nachhaltige Forstwirtschaft umfasst heute weit mehr als die ursprüngliche Flächennachhaltigkeit. Ökologische und soziale Komponenten werden ebenso berücksichtigt wie der ökonomische Aspekt. Die Dokumentation nachhaltigen Wirtschaftens und die fortlaufende Kontrolle durch unabhängige Dritte hat im Zuge der Globalisierung der Märkte ständig an Bedeutung gewonnen. In Deutschland sind bereits mehr als 70% der Waldfläche (im Vergleich: knapp 8% weltweit und 52% in Europa) gemäß den drei Nachhaltigkeitsprinzipien zertifiziert: Ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Ausschlaggebend für das Drei-Säulen-Modell ist der Grundgedanke, dass die an ein Bauwerk gestellten Nachhaltigkeitskriterien sich nicht allein auf die Phase der Errichtung beschränken, sondern ebenso auf die Nutzungsphase sowie die Frage nach der Verwertung der Bausubstanz nach der Nutzungsphase.
:::warning
Übrigens: Ein natürlicher, also nicht bewirtschafteter Wald ist in etwa klimaneutral, d.h., dass er so gut wie keine Auswirkungen auf die CO~2~-Menge in der Atmosphäre hat. Durch einen systematisch bewirtschafteten Wald kann jedoch eine deutlich höhere Menge an CO~2~ eingespart werden.
:::
---
:::info
:page_facing_up: Aufgabe
Überlegen Sie: Welchen der aufgeführten Holzbaustoffen kommt im Werkunterricht der Grundschule wohl die größte Bedeutung zu und warum?
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# Abschluss
## Wie war das noch? - Übungsfragen
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## Selbsteinschätzung
Inwieweit haben Sie die Ziele für diese Einheit erreicht?
|Ziele|:smiley:|:confused:|:disappointed:|
|---|---|---|---|
|Aneignung von Wissen über verschiedene Arten von Holz|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|
Aneignung von Wissen über Anwendungsbereiche von Holz|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|
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|Aneignung von Wissen über nachhaltige Nutzung des Rohstoffs|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|
:::info
:mega: Sollte Ihnen ein Ziel zu kurz gekommen sein oder wenn Sie jegliches Feedback oder Kritik haben, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion und geben Sie mir Hinweise zum Überarbeiten.
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