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tags: Klassifikation und Verwendung von Werkstoffen
title: Sitzungsthema Textile Werkstoffe
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# Seminar: Klassifikation und Verwendung von Werkstoffen
## Sitzung: Textile Werkstoffe
> *Dr. Stefan Blumenthal*
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## Ziele für heute:
- [ ] Aneignung von Wissen über verschiedene Textilfasern sowie deren Bedeutung und Verwendung
- [ ] Aneignung von Wissen über verschiedene Textilarten und deren Bedeutung
- [ ] Aneignung von Grundwissen über die Herstellung von textilen Flächengebilden
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Textilien begleiten die Menschheit bereits über einen sehr langen Zeitraum. Textile Artefakte gehören zu den ältesten Fundstücken der Menschengeschichte, die seit der Frühzeit der Menschheit hergestellt werden. Auch heute finden Textilien in allen Lebensbereichen des Lebens Anwendung.

*Verschiedene Textilien (v. l. n. r.: gewobene Baumwolle, Samt, bedruckte Baumwolle, Kattun, Filz, Satin, Seide, Sackleinen, Kunstfaser)*
*(Quelle: [:link: sannse, CC BY-SA 3.0](https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1079426))*
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# Definition
:::info
:page_facing_up: **Aufgabe**
Formulieren Sie eine für Sie treffende Definition des Begriffs *Textilien*.
Notieren Sie Ihre Definition in folgendem Padlet: [www.padlet.com/stefanblumenthal/textilien](https://padlet.com/stefanblumenthal/textilien)
Gleichen Sie anhschließend Ihre Definition mit denen aus der Fachliteratur ab (s.u.). Welche Aspekte haben Ihre und die Definitionen aus der Literatur gemein, welche Unterschiede finden Sie. Formulieren Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede als Kommentar zu Ihrer Definition auf dem Padlet (s.o.).
:::spoiler Hier klicken, um das Padlet einzublenden
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:::
:::warning
:::spoiler zu den gängigen Definitionen
> [name=Wikipedia] [color=blue]
„Der Begriff Textilien umfasst textile Rohstoffe (Naturfasern, Chemiefasern) und nichttextile Rohstoffe, die durch verschiedene Verfahren zu linien-, flächenförmigen und räumlichen Gebilden verarbeitet werden.“
> [name=Klinke, R. (2006), angelehnt an die DIN 60 000 "Textilien - Grundbegriffe"] [color=red]
„Unter dem Sammelbegriff „Textilien“ versteht man Gefüge aus Fasern, die chemischer (z. B. Acetat, Polyester, Polyacryl), tierischer (z. B. Wolle, Seide) oder pflanzlicher (z. B. Baumwolle, Flachs, Kokos) Art sind. „Textilien“ stellen sowohl textile Faserstoffe als auch Roh-, Halb- oder Fertigfabrikate der Textilindustrie dar.“
> [name=Schnegelsberg, G. (1971)] [color=green]
„Eine fachwissenschaftliche Definition bezeichnet „Textilien als morphologisch bestimmbare, gestaltete Gefüge aus verspinnbaren, längenbegrenzten Fasern und (oder) gezogenen, endlosen Fasern, die die Verspinnbarkeit als Eigenschaft aufweisen.“
:::info
**Hinweis:** gemäß Definition 3 würden Fasern nicht den Textilien zugeordnet, was sich in der Fachwelt/Praxis nicht durchgesetzt hat.
:::
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In der heutigen Sitzung werden - in Anlehnnung an die DIN 60 000 "Textilien - Grundbegriffe" - folgende drei Formen textiler Halb- und Fertigfabrikate behandelt:
1. Textile Faserstoffe
2. Linienförmige Gebilde
3. Flächenförmige Gebilde
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# 1. Textile Faserstoffe
Sicherlich haben Sie schon festgestellt, dass Textilien aus unterschiedlichsten Stoffen gefertigt werden. Wenn Sie bspw. ein Kleidungsstück kaufen, sind auf dem Etikett die verwendeten Rohstoffe ersichtlich. Zunächst soll es also um die Vielfalt textiler Fasern als Grundsubstanz der Textilien gehen.
Grundsätzlich werden textile Fasern nach ihrer Herkunft unterschieden, so gibt es
- Fasern aus Rohstoffen pflanzlicher Herkunft,
- Fasern aus Rohstoffen tierischer Herkunft,
- Fasern aus Rohstoffen mineralischer Rohstoffe und
- Chemiefasern.
Die Chemiefasern werden wiederum in Chemiefasern aus natürlichen Polymeren und Chemiefasern aus synthetischen Polymeren eingeteilt.
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label="Einteilung verschiedener textiler Fasern mit Beispielen"
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"Textile Fasern" [fontsize=25]
Baumwolle [href="#Baumwolle", fontcolor=red, color=black, label=Baumwolle];
Leinen [href="#Leinen", fontcolor=red, color=black, label=Leinen];
Jute [href="#Jute", fontcolor=red, color=black, label=Jute];
Wolle [href="#Wolle", fontcolor=red, color=black, label=Wolle];
Seide [href="#Seide", fontcolor=red, color=black, label=Seide];
"Viskose, Modal und Lyocel" [href="#Viskose-Modal-und-Lyocel", fontcolor=red, color=black, label="Viskose, Modal und Lyocel"];
Polyacryl [href="#Polyacryl", fontcolor=red, color=black, label=Polyacryl];
Elastan [href="#Elastan", fontcolor=red, color=black, label=Elastan];
Polyester [href="#Polyester", fontcolor=red, color=black, label=Polyester];
Polyamid [href="#Polyamid", fontcolor=red, color=black, label=Polyamid];
Acetat [href="#Acetat", fontcolor=red, color=black, label=Acetat];
"Textile Fasern"->{"aus Rohstoffen pflanzlicher Herkunft" "aus Rohstoffen tierischer Herkunft" "aus Rohstoffen mineralischer Herkunft" "aus Chemiefasern"}
"aus Rohstoffen pflanzlicher Herkunft"->{Baumwolle Leinen Hanf Jute Sisal Kokos}
"aus Rohstoffen tierischer Herkunft"->{Wolle Seide}
"aus Rohstoffen mineralischer Herkunft"->{Asbest Wollastonit}
"aus Chemiefasern"->{"natürliche Polymere" "synthetische Polymere"}
"natürliche Polymere"->{"Viskose, Modal und Lyocel" Acetat "Gummi/Naturkautschuk"}
"synthetische Polymere"->{Polyacryl Elastan Polyester Polyamid}
}
```
*Hinweis: Die rot markierten Fasern werden nachfolgend genauer betrachtet und können im Sinne eines Inhaltsverzeichnisses angeklickt werden.*
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## Baumwolle
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/gJlSaKT.jpg" alt="" width="300" />
*Baumwolle in verschiedenen Stadien*
*(Quelle: [:link: Begonia, CC BY-SA 3.0](https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12166947))*
</div>
Baumwolle ist die bekannteste Naturfaser und die am häufigsten verwendete Textilfaser in der Bekleidungsindustrie. Sie wird bereits seit Urzeiten zur Herstellung von Bekleidung verwendet.
Baumwolle ist sehr saugfähig und kann bis zu 80 % ihres Eigengewichtes an Wasser aufnehmen. Sie ist besonders hautfreundlich und hat nur ein sehr geringes Allergiepotenzial. Ein Nachteil der Baumwolle neben dem langsamen Trocknen ist die starke Knitteranfälligkeit. Außerdem ist Baumwolle empfindlich gegenüber Mikroorganismen, beispielsweise schimmelt sie schnell, wenn sie feucht aufbewahrt wird.
Baumwolle wird nicht von Bäumen, sondern von Sträuchern (bis zu 6m Höhe) gewonnen. Die Fasern befinden sich in den Blüten, die sich verkapseln und im reifen Zustand aufplatzen. Man spricht daher bei Baumwolle auch von sogenannten Samenfasern.
<div style="clear: both"></div>
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## Leinen
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/x20X4YC.jpg" alt="" width="300" />
*Leinen in verschiedensten Verarbeitungen*
*(Quelle: [:link: Joep Vogels, CC BY-SA 4.00](https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39160925))*
</div>
Leinen (auch Flachs) ist sehr saugfähig, flusenfrei und von Natur aus wenig anfällig gegen Schmutz und Bakterien. Textilien aus Leinen wirken kühlend, in trockenem Zustand dennoch wärmend. Leinen ist reißfest und daher langlebig. Leinen ist unelastisch und Textilien knittern daher stark. Textilien aus Leinen sind unempfindlich gegenüber Waschlauge und hitzebeständig. Trockene Hitze hingegen schädigt das Gewebe. Leinenfasern werden aus den Stängeln von Leinpflanzen gewonnen, man spricht daher auch von Stängelfasern.
<div style="clear: both"></div>
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## Jute
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/6MJOg2c.jpg" alt="" width="300" />
*Jute*
*(Quelle: [:link: Kerstin Riemer, CC0](https://pixabay.com/de/users/kriemer-932379/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=1003017))*
</div>
Jutefasern werden hauptsächlich zur Herstellung von Verpackungsmaterialien wie z. B. Säcken oder Tauen, Seilen, Kordeln und groben Garnen verwendet. Jutefasern besitzen einen goldenen, seidigen Glanz und einen strengen, tranigen Geruch. Sie können viel Wasser aufnehmen und gelten als die stärksten und haltbarsten Naturfasern. Jutefasern lassen sich gut recyceln und sind zu 100 % biologisch abbaubar. Jute ist atmungsaktiv, hautverträglich und wirkt antistatisch. Hitze und Dampf schaden Jutefasern.
Genau wie bei Leinen handelt es sich bei Jutefasern um Stängelfasern, sie werden aus den Stängeln der Jutepflanze gewonnen.
<div style="clear: both"></div>
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## Wolle
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/rXse5d6.jpg" alt="" width="300" />
*Wolle*
*(Quelle: [:link: Anastasia Zhenina, CC0](https://pixabay.com/de/users/disguise-truth-1640354/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=1268932))*
</div>
Spricht man umgangssprachlich von Wolle, so ist meist die Wolle des Hausschafs gemeint. Weitere Bezeichnungen sind Schurwolle oder Schafwolle.
Wolltextilien knittern wenig, schmiegen sich dem Körper an und halten warm. Die Wärmeisolation entsteht durch die in den Wolltextilien enthaltene Luft (85 %). Wolle kann große Mengen an Feuchtigkeit (33 % des Eigengewichts) aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen, die Oberfläche hingegen lässt Wassertropfen abperlen. Weiter neigt Wolle zum Verfilzen und zum Fusseln, nimmt Schmutz schlecht an, ist schwer entflammbar und anfällig für Mottenfraß. Wolltextilien nehmen Gerüche kaum an, Schweiß wird gebunden und neutralisiert. Auslüften reicht meist aus, um Wolltextilien neutral und frisch riechen zu lassen. Unbehandelte Wolle fühlt sich am Körper unangenehm kratzig an.
Weitere Beispiele für Wolle sind: Wolle von Lamaarten (Alpaka), Kamelhaarwolle, Ziegenwolle (Kaschmirwolle oder Mohairwolle) oder Kaninchenwolle (Angora).
<div style="clear: both"></div>
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## Seide
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/soHCVqG.jpg" alt="" width="300" />
*Halstuch aus Seide*
*(Quelle: [:link: Bettenburg, CC BY-SA 2.0](https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9884470))*
</div>
Seide besitzt einen natürlichen Glanz, ist sehr leicht und fühlt sich weich und geschmeidig an. Seide wirkt isolierend gegen Wärme und Kälte, knittert wenig, ist empfindlich gegenüber hohen Temperaturen und Wasserflecken. Seidentextilien sind empfindlich gegenüber Schweiß und Licht und neigen dazu, brüchig zu werden. Daher sollten Seidentextilien nicht gefaltet werden.
<div style="clear: both"></div>
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## Viskose, Modal und Lyocel
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/Viz1ORh.jpg" alt="" width="300" />
*Halstuch aus Viskose*
*(Quelle: [:link: Urszula Mazurkiewicz, CC0](https://pixabay.com/de/users/ulami-2221934/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=1315916))*
</div>
Viskose-, Modal- und Lyocellfasern sind künstlich hergestellte Fasern aus dem natürlichen Rohstoff Zellulose (siehe Werkstoff Holz). Aufgrund ihres Herstellungsprozesses zählen die Fasern zu den Chemiefasern, es sind jedoch keine Synthetikfasern.
**Viskosefasern** lassen sich unendlich lang herstellen. Weiter können im Herstellungsprozess verschiedene Eigenschaften wie z. B. Feinheit, Kräuselung oder Faserquerschnitt gezielt beeinflusst werden. So erreichen Viskosefasern ähnliche Eigenschaften wie Baumwolle, Wolle oder Seide. In ihrer Festigkeit können sie jedoch nicht mit den Naturfasern mithalten. Grundsätzlich zeichnen sich Viskosefasern durch ihre hohe Saugfähigkeit und ein angenehmes Hautgefühl aus. Sie sind leichter waschbar als Baumwolle und knittern praktisch nicht.
**Modalfasern** werden wie Viskosefasern hergestellt, hauptsächlich aus Buchenholz. Zusätzlich werden während des Herstellungsprozesses bestimmte Modifizierungschemikalien beigemischt. Diese bewirken, dass Modalfasern eine höhere Festigkeit aufweisen als Viskosefasern.
Ausgangsstoff für **Lyocellfasern** ist Eukalyptusholz. Der Herstellungsprozess von Lyocell ist im Vergleich zum Viskoseverfahren umweltschonender. Lyocell hat wärmeausgleichende Eigenschaften, es wärmt bzw. kühlt wenn nötig. Feuchtigkeit wird rasch aufgenommen und auch wieder abgegeben.
<div style="clear: both"></div>
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## Acetat
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/2LyEFBF.jpg" alt="" width="300" />
*Stoff aus Acetat*
*(Quelle: [:link: timothy green, CC0](https://pixabay.com/de/users/tom69green-750068/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=845134))*
</div>
Acetat zählt zu den ältesten thermoplastischen Kunststoffen, es besteht aus Zellulose (Bestandteil von Holz). Die Acetatfasern sind transparent, schwer entflammbar, leicht zu färben und haben einen seidenen Glanz. Sie besitzen eine geringere Dichte und sind leichter als Wolle, Baumwolle, Seide und Viskose. Sie kommen oft als Ersatz für Wollfasern (als thermoplastisch gekräuselte Stapelfasern) oder Naturseide (als glänzend feine Endlosfasern) zur Anwendung. Acetatfasern quellen wenig, sind wasserabstoßend und trocknen rasch. Textilien aus Acetat sehen Seidetextilien ähnlich. Sie knittern wenig und sind pflegeleicht. Feuchtigkeit können Acetattextilien nur in geringem Masse aufnehmen, was dazu führt, dass sie sich rasch elektrostatisch aufladen. Acetat wird oft als Fütterung in warmen Jacken eingesetzt, aber auch bei festlichen Kleidern, Blusen und Dessous, zudem ist es für Regenmäntel oder Schirme geeignet.
<div style="clear: both"></div>
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## Polyacryl
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/fUTAgQu.jpg" alt="" width="300" />
*Wolle aus Polyacryl*
*(Quelle: [:link: Anastasia Zhenina, CC0](https://pxhere.com/de/photo/689013))*
</div>
Polyacryl ist eine der weitverbreitetsten Kunstfasern. Es ähnelt optisch und von der Konsistenz her der Wolle. Polyacryl ist reiß- und scheuerfest. Textilien aus Polyacryl sind leicht, wärmend, trocknen schnell und sind licht- und wetterbeständig. Textilien aus Polyacryl sind zudem formstabil, pflegeleicht und weich. Hingegen sind sie hitzeempfindlich und nicht temperaturausgleichend, d.h., man schwitzt schneller.
Für die Herstellung von Polyacryl wird mehr Energie benötigt als für Baumwolle, dafür jedoch deutlich weniger Wasser. Ein weiterer Nachteil des Polyacryls ist, dass es beim Waschen Mikroplastik produziert, da es Fasern verliert. Polyacryl ist grundsätzlich recycelbar, dennoch werden diese Textilfasern nur selten dem Recyclingkreislauf zugeführt.
<div style="clear: both"></div>
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## Elastan
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/2UE3RVI.jpg" alt="" width="300" />
*Textilballen aus Elastan*
*(Quelle: [:link: LVartist, CC0](https://pixabay.com/de/users/lvartist-6663016/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=3018258))*
</div>
Elastanfasern (auch Lycra) lassen sich bis zu 700 % dehnen und sind somit sehr reißfest. Sie können nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen, sind dauerhaft formbeständig, leicht, weich und glatt. Elastanfasern laden sich nicht elektrostatisch auf und fusseln nicht. Elastan wird aus Gründen des Tragekomforts immer mit anderen Fasern gemischt.
<div style="clear: both"></div>
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## Polyester
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/DAC2Uf1.jpg" alt="" width="300" />
*Shirt aus Polyester*
*(Quelle: [:link: B360 Riding Shirts, CC0](https://pixabay.com/de/users/b360ridingshirts-3104479/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=2185560))*
</div>
Polyester ist besonders reißfest und scheuerbeständig und weist eine hohe Elastizität auf. Polyesterfasern sind wasserabweisend und knittern kaum. Im Gegensatz zu Polyamid sind Polyesterfasern sehr lichtbeständig und bleichen auch bei starker Sonneneinstrahlung nicht aus. Weiter sind die Fasern verhältnismäßig hitzebeständig.
<div style="clear: both"></div>
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## Polyamid
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/T8tykSu.jpg" alt="" width="300" />
*Schürzen aus Polyamidfasern*
*(Quelle: [:link: Conny, CC BY-SA 4.0](https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73182392))*
</div>
Polyamid (auch Nylon oder Perlon) ist besonders reiß- und scheuerfest, bei hoher Elastizität. Weiter sind Polyamidfasern glatt, knitterfest, schmutzabweisend, jedoch hitzeempfindlich. Die Fasern trocknen sehr schnell, sind jedoch anfällig für direktes Sonnenlicht. Weiße Polyamidtextilien neigen zum Vergilben oder Vergrauen. Weiter ist Polyamid unempfindlich gegenüber Laugen, was sie gut waschbar macht. Polyamidfasern sind glänzend, halbglänzend oder matt erhältlich.
<div style="clear: both"></div>
---
## Vergleich der Fasereigenschaften
Die unten stehende Tabelle zeigt im Überblick Materialeigenschaften einer Auswahl der geläufigsten Natur- und Chemiefasern im Vergleich.
<table style="width:100%; text-align:center;">
<tr>
<th style="width:20%;"></th>
<th style="-ms-writing-mode: tb-rl; writing-mode: vertical-rl; transform:rotate(180deg);width:10%;">Reißfestigkeit</th>
<th style="-ms-writing-mode: tb-rl; writing-mode: vertical-rl; transform:rotate(180deg);width:10%;">Scheuerfestigkeit</th>
<th style="-ms-writing-mode: tb-rl; writing-mode: vertical-rl; transform:rotate(180deg);width:10%;">Elastizität</th>
<th style="-ms-writing-mode: tb-rl; writing-mode: vertical-rl; transform:rotate(180deg);width:10%;">Saugfähigkeit</th>
<th style="-ms-writing-mode: tb-rl; writing-mode: vertical-rl; transform:rotate(180deg);width:10%;">Wärmehaltevermögen</th>
<th style="-ms-writing-mode: tb-rl; writing-mode: vertical-rl; transform:rotate(180deg);width:10%;">Beständigkeit bei Sonnenlicht</th>
<th style="-ms-writing-mode: tb-rl; writing-mode: vertical-rl; transform:rotate(180deg);width:10%;">Knitterverhalten</th>
<th style="-ms-writing-mode: tb-rl; writing-mode: vertical-rl; transform:rotate(180deg);width:10%;">Elektrostatische Aufladung</th>
</tr>
<tr><td>Baumwolle</td><td>+</td><td>+</td><td>-</td><td>+</td><td>-</td><td>-</td><td>--</td><td>++</td></tr>
<tr><td>Wolle</td><td>-</td><td>-</td><td>+</td><td>++</td><td>++</td><td>+/-</td><td>+</td><td>-</td></tr>
<tr><td>Leinen</td><td>++</td><td>++</td><td>--</td><td>+</td><td>-</td><td>+/-</td><td>--</td><td>++</td></tr>
<tr><td>Seide</td><td>+</td><td>++</td><td>++</td><td>+</td><td>++</td><td>-</td><td>+</td><td>-</td></tr>
<tr><td>Viskose</td><td>+/-</td><td>+/-</td><td>- bis +</td><td>++</td><td>-</td><td>+</td><td>--</td><td>++</td></tr>
<tr><td>Acetat</td><td>-</td><td>-</td><td>-</td><td>-</td><td>+</td><td>+</td><td>+</td><td>--</td></tr>
<tr><td>Polyacryl</td><td>+</td><td>+</td><td>++</td><td>--</td><td>+</td><td>++</td><td>+</td><td>+/-</td></tr>
<tr><td>Elastan</td><td>++</td><td>-</td><td>++</td><td>--</td><td>k.A.</td><td>+/-</td><td>+</td><td>++</td></tr>
<tr><td>Polyester</td><td>+</td><td>++</td><td>++</td><td>--</td><td>- bis +</td><td>+</td><td>+</td><td>--</td></tr>
<tr><td>Polyamid (Nylon)</td><td>++</td><td>++</td><td>++</td><td>-</td><td>- bis +</td><td>+/-</td><td>+</td><td>--</td></tr>
</table>
*Legende: ++ sehr hoch, + hoch, +/- mittelmäßig, - gering, - - sehr gering*
*Elektrostatische Aufladung: ++ lädt sich nicht auf, - - lädt sich leicht auf*
*Knitterverhalten: ++ knittert nicht, - - knittert sehr leicht*
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# 2. Linienförmige Gebilde
## Garne, Zwirne & Seile
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/8sfA4bk.jpg" alt="" width="250" />
*Nähgarn*
*(Quelle: [:link: CC0](https://pixabay.com/de/users/myriams-fotos-1627417/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=5548304))*
</div>
Nach DIN 60900 ist **Garn** ein Sammelbegriff für verschiedene linienförmige textile Gebilde. Garn bezeichnet ein Gespinst (gesponnener, endloser Faden), welches durch einen Spinnvorgang aus Einzelfasern hergestellt worden ist. Häufig wird der Begriff Faden synonym zum Begriff Garn verwendet, das Wort Faden bezeichnet jedoch eigentlich einen Garnabschnitt.
<div style="clear: both"></div>
<div style="float: left;">
<img src="https://i.imgur.com/rfk9H3R.jpg" alt="" width="250" />
*Zwirne in verschienen Farben*
*(Quelle: [:link: Anita Smith, CC0](https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=961671))*
</div>
Ein **Zwirn** (von mittelhochdeutsch *zwirn*: zweidrähtiger Faden, Doppelfaden) wiederum entsteht durch das Zusammendrehen (Zwirnen) von mehreren Garnen. Im Vergleich zu Garnen sind sie reiß- und scheuerfester. Sie neigen weniger zum Fusseln und haben eine glattere, gleichmäßigere Oberfläche.
<div style="clear: both"></div>
<div style="float: right;">
<img src="https://i.imgur.com/6MfqBjk.jpg" alt="" width="250" />
*Seile*
*(Quelle: [:link: Christoph Schütz, CC0](https://pixabay.com/de/users/schuetz-mediendesign-608937/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=602169))*
</div>
**Seile** werden durch eine mehrstufige Verzwirnung hergestellt. Mehrere aus Fasern gesponnene Fäden bzw. Drähte werden zunächst zu Litzen zusammengedreht. Aus mehreren Litzen wird dann das Seil geschlagen. Ein dünnes Seil besteht aus 3 bis 4 solcher Litzen, die verdrillt werden. Seile werden umgangssprachlich auch als „Strick“ oder bei geringem Durchmesser als „Schnur“ oder, wenn kurz und dünn, als „Kordel“ bezeichnet.
<div style="clear: both"></div>
Die nachfolgenden Abschnitte beziehen sich auf das Garn als Basis zur Herstellung von Zwirnen oder Seilen.
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## Verwendungszwecke von Garnen
Garne werden in verschiedenen Kontexten eingesetzt:
- zum Nähen (Nähgarn)
- zum Sticken (Stickgarn)
- zum Weben (Webgarn)
- in industriellen Kontexten (Industriegarn), z. B. Angelschnur, Netze, landwirtschaftliche Garne, Wurstgarn
- in nahrungsbereitenden Kontexten (Küchengarn)
- in speziellen Kontexten, Funktionsgarne (z.B. High-Tech-Bekleidung), technische Garne, Effektgarne
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:::info
:page_facing_up: **Aufgabe**
Suchen Sie Garne und Zwirne aus verschiedenen Materialien in Ihrem Haushalt. Ordnen Sie die Proben auf einem Papier. Vergleichen Sie die Garne und Zwirne:
- Wie fühlen sie sich an?
- Wie unterscheiden sie sich?
- Wie reißfest sind sie?
- Wozu werden sie verwendet?
Bringen Sie die Garn-/Zwirnproben zur praktischen Sitzung mit.
:::
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## Herstellung von Garnen
Zunächst sind einige **Vorarbeiten** notwendig, um Naturfasern zuverarbeiten: Die Fasern werden in Ballen gepresst und in der Spinnerei weiterverarbeitet. In einem ersten Schritt werden die Rohfasern grob aufgelockert, von Schmutz, Fettresten (bei Wolle) und Resten von Samenkapseln (bei Baumwolle) gereinigt und dann ggf. gemischt (z. B. Gemisch Baumwolle und Polyester).
Im nächsten Arbeitsschritt werden die Fasern **entwirrt sowie längs ausgerichtet**. Es entsteht ein Faserband. Verschiedene Faserbänder werden zusammengefasst (Doublieren).
Durch anschließendes **Kämmen** und erneutes Doublieren können besonders feine und hochwertige Garne hergestellt werden. Die Fasern sind dann noch gleichmäßiger verteilt und kurze Fasern werden dabei aussortiert.
Bevor die Faserbänder versponnen werden können, ist ein **Vorspinnen** nötig. Mit einer Vorspinnmaschine werden die Faserbänder erneut verzogen und dabei leicht gedreht. Es entsteht das sogenannte Vorgarn (auch Lunte genannt).
Nun erfolgt der eigentliche **Spinnvorgang**. Das Vorgarn wird zum
fertigen Garn verdreht.
|Händisches Spinnen|Maschinelles Spinnen|
|:---:|:---:|
|<img src="https://i.imgur.com/AOvA8Tz.jpg" alt="" width="400" />|<img src="https://i.imgur.com/mMO76MW.jpg" alt="" width="400" />|
|[Quelle: videaki, CC0](https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=4564228)|[Quelle: Hasan Oguz Altuntaş, CC0](https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=3751278)|
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# 3. Textile Flächen
Fertigungstechnisch erfolgt die Herstellung von textilen Halb- und Fertigprodukten zum überwiegenden Teil durch Fügen (dauerhafte Verbindung mindestens zweier Fügeteile). Wir unterscheiden folgende Arten von textilen Flächen:
|Art|Kurz-beschreibung|Herstellungs-prozesse|Beispiele|Eigenschaften|
|---|---|---|---|---|
|Gewebe|Zwei oder mehrere Fadensysteme werden rechtwinklig verkreuzt.|Weben|Cord, Satin, Nessel||
|Geflechte|Geflechte sind Flächengebilde, die durch das diagonale Verkreuzen von mindestens zwei Fadensystemen gebildet werden.|Flechten, klöppelei-artige Verfahren, Makrameé|Litzen, Kordeln, Schnüre, Schuhbänder|Geflechte zeichnen sich sowohl durch eine hohe Längs- als auch durch eine hohe Querelastizität aus, sind kurvenfreundlich und anschmiegsam.|
|Maschen-ware|Ein oder mehrere Fäden werden in Quer- bzw. Längsrichtung verschlungen. Durch das Ineinander-hängen von Fadenschleifen entstehen die sogenannten Maschen. |Wirken, Stricken, Nadelbinden|Jersey, Tricot|Maschen ergeben ein relativ loses, poröses Gefüge.|
|Faser-verbund-stoffe|Faser-verbundstoffe sind textile Flächen, die direkt aus Fasern, ohne Garnbildung, durch Verfestigung gebildet werden.|Nassfilzen, Trockenfilzen, Verbinden, Kleben, Schweißen|Faservlies, Nadelfilz/ Nadelvlies, Walkfilz|Faserverbundstoffe sind abriebfest, elastisch und zugleich formbeständig.|
|Flächen-verbund-stoffe|Flächen-verbundstoffe sind mehrflächige textile Stoffe, die durch Zusammenfügen von unterschiedlichen textilen Flächengebilden entstehen.|Verbinden (Bondieren, Laminieren, Kaschieren), (Zusammen-) Nähen, Beschichten|Freizeit-, Sport-, Regen- und Skibe-kleidung, Futterstoff, Liegematte, Rettungs-decke, Vorhang, Rollo|Beschichtete Flächenverbundstoffe sind je nach Beschichtung meist wasserabstossend bis wasserdicht, luftdurchlässig bzw. atmungsaktiv, winddicht und kältebeständig.|
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# Leder
Leder ist die Bezeichnung für konservierte Häute oder Felle von zahmen und wild lebenden Tieren. Naturmerkmale und Unregelmäßigkeiten am Fertigprodukt sind Kennzeichen des echten Naturprodukts. Es ist weich bis fest, griffig, warm und sehr strapazierfähig. Leder ist in alle Richtungen dehnbar, weist ein gutes Wärmeverhalten auf, ist winddicht, temperaturausgleichend, atmungsaktiv und stößt Wasser ab.
Im Anschluss an die Schlachtung der Tiere müssen die Rohhäute oder -felle mit Salz oder durch Trocknen konserviert werden, ansonsten würden sie faulen. Nach der Lagerung werden die Felle/Häute geweicht. Dazu werden sie in Wasser eingeweicht und von Schmutz, Blut und Konservierungsrückständen gereinigt. Die Felle/Häute erhalten dabei wieder ihre ursprüngliche Fülle und Geschmeidigkeit. Anschließend werden die Haare und das restliche Fleisch durch Abschaben entfernt. Nun folgt der eigentliche Gerbvorgang, und die bis anhin rohen Häute werden in Leder umgewandelt. In Anschluss an die Gerbung erhält das Leder sein endgültiges Aussehen durch eine entsprechende Oberflächenbehandlung. Beispiele von Oberflächenbehandlungen sind Grundieren, Schleifen, Färben, Bedrucken, Lackieren, Perforieren, Imprägnieren usw.
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# Pelze
Pelze werden aus Fellen von Pelztieren gewonnen, die wild, in Farmhaltung oder als Nutztiere leben.
Die häufigsten Pelzarten sind Nerz und Fuchs. Zur Herstellung von Pelzen werden die Felle nicht gegerbt, sondern zugerichtet. In diesem Vorgang werden die verderblichen Stoffe im Fell durch konservierende Stoffe stabilisiert und teilweise ersetzt. Die Pelzfelle müssen dabei vorsichtig bearbeitet werden, um die Haare nicht zu zerstören. Im Anschluss werden die Pelze veredelt. Beispiele für die Pelzveredelung sind Schönen (aufhellen oder vertiefen des natürlichen Farbtons), Färben, Entgrannen/Rupfen (entfernen des Deckhaars) oder Scheren.
Das Tragen von Pelz wird immer wieder heiss diskutiert. Kritisiert wird vor allem die Haltung der Tiere auf den Pelzfarmen sowie deren Tötung. Problematisch ist unter anderem, dass jedes Land eigene Gesetze und Verordnungen über die Tierhaltung auf Pelzfarmen oder über das Jagen hat. Zudem werden die meist nicht artgerechten Mindeststandards oftmals nicht eingehalten. Es mangelt an entsprechenden Kontrollen. In einigen Ländern ist heute die Zucht von Pelztieren verboten
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:::spoiler Unterscheidung von echtem und künstlichem Pelz
In der EU sollte echter Pelz mit der Bezeichnung «enthält nicht-textile Teile tierischen Ursprungs» gekennzeichnet sein. Doch gilt dies auch für andere tierische Bestandteile (wie beispielsweise Lederpatches, Hornknöpfe oder Daunen). Weiter machen teilweise falsche oder fehlende Deklaration die Unterscheidung von echtem von künstlichem Pelz schwierig.
PETA Deutschland e.V. gibt zur Unterscheidung von echtem und künstlichem Pelz die folgenden Tipps:
- **Pusten:** Wird leicht über den Pelz gepustet, legt sich das dicke
Deckhaar bei echtem Fell zur Seite. Meist lässt sich dann
leicht gekräuselte und feine Unterwolle erkennen. Kunsthaar
ist starrer und unbeweglicher, häufig gleich lang geschnitten
und durch statische Aufladung etwas klebrig im Griff.
- **Auseinanderziehen:** Echtpelz wird mitsamt der Tierhaut ver-
arbeitet. Kommt beim Auseinanderziehen der Haare am An-
satz Leder zum Vorschein, handelt es sich um echtes Tierfell.
Bei Kunstpelz hingegen ist eine gewebte Textilschicht zu se-
hen.
- **Anzünden:** Aus bereits erworbener Ware können einzelne
Haare herausgezogen und angezündet werden. Echtpelzhaare
verbrennen genauso wie menschliches Haar mit Horngeruch,
während Kunsthaar wie Plastik zu Klümpchen schmilzt und
undefinierbar riecht.
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# Ausblick: Smart Clothes
https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2F978-3-8349-9757-9_2.pdf
Die Forschung sucht laufend nach neuen Möglichkeiten, unsere Kleidung zu verbessern. Insbesondere der Bereich der intelligenten Textilien oder Smart Clothes bildet ein großes Forschungsdesiderat. Intelligente Textilien oder Smart Clothes enthalten elektronische Geräte oder Funktionen. Die Elektronik ist dabei von aussen nicht sichtbar, da die Leiterbahnen direkt in den Stoff eingewoben werden.
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**Anwendungsszenario 1**
Bewegt sich ein Mensch, wird mechanische Energie freigesetzt. Diese soll mittels spezieller Technologien in elektrische Energie umgewandelt werden. Konkret würde dies bedeuten, dass kleinere elektronische Geräte nicht mehr mit Batterien betrieben werden müssten, sondern direkt von Menschen und deren Bekleidung gespeist werden könnten.
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**Anwendungsszenario 2**
Sensoren in der Kleidung überwachen beispielsweise den Herzschlag und senden bei einem Notfall wie einem Herzinfarkt einen Notruf. Sportler und Sportlerinnen könnten intelligente Textilien nutzen, um Trainingsdaten aufzuzeichnen und auszuwerten. Sensoren in der Kleidung könnten den Aufenthaltsort des Trägers verraten oder den Wachheitsgrad von Pilot:innen oder Lkw-Fahrer:innen überwachen.
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:::warning
**Anwendungsszenario 3**
Auch die Unterhaltungsindustrie hat die intelligenten Textilien für sich entdeckt. Nach Ansicht der Hersteller sollen beispielsweise MP3-Player oder Mikrocomputer in die Kleidung eingearbeitet werden.
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:::info
:page_facing_up: **Aufgabe**
Überlegen Sie für sich:
- Welche intelligenten Funktionen würden Sie gerne in ihre Kleidung integriert haben? Was wären die Vor- und Nachteile?
- Kleidung soll den Menschen künftig teilweise überwachen. Was halten Sie davon? Welche Gefahren und Risiken seht ihr?
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# Abschluss
## Wie war das noch? - Übungsfragen
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## Selbsteinschätzung
Inwieweit haben Sie die Ziele für diese Einheit erreicht?
|Ziele|:smiley:|:confused:|:disappointed:|
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|Aneignung von Wissen über verschiedene Textilfasern sowie deren Bedeutung und Verwendung|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|
Aneignung von Wissen über verschiedene Textilarten und deren Bedeutung|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|
Aneignung von Grundwissen über die Herstellung von textilen Flächengebilden|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|
:::info
:mega: Sollte Ihnen ein Ziel zu kurz gekommen sein oder wenn Sie jegliches Feedback oder Kritik haben, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion und geben Sie mir Hinweise zum Überarbeiten.
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Hofer, A. (7., völlig überarb. Aufl. 1992). Stoffe. Textilrohstoffe, Garne, Effekte. Frankfurt am Main: Deutscher Fachverlag.
Hofer, A. (7., völlig überarb. Aufl. 1994). Stoffe 2. Bindung, Gewebemusterung, Veredlung. Frankfurt am Main: Deutscher Fachverlag.
Neugebauer, K. & Zimmermann, R. (2005). Textile Materialkunde. Zürich: ABC-Propaganda Verlag.
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