--- tags: Modellierung grundschulrelevanter Sachverhalte title: Lernverfahren im technisch orientierten Unterricht description: ... image: set note default image (for link preview) robots: noindex, nofollow lang: de --- <!-- Use `{%hackmd ulRtA6sAS0qbvbeOH4VejQ %}` syntax to include this theme.--> <!-- Emojis: https://github.com/ikatyang/emoji-cheat-sheet --> <div style="float: left;"> <img src="https://www.lehrlinie.de/Werken_Werkstoffe/Logo_Werken_Grundschule.svg" alt="Logo Werken Grundschule" width="190" /> </div> # Seminar: Modellierung grundschulrelevanter Sachverhalte ## Sitzung: Lernverfahren im technisch orientierten Unterricht > *Dr. Stefan Blumenthal* <div style="clear: both"></div> --- ## Ziele für heute: - [ ] Aneignung von Wissen über Bedeutung und Einsatz verschiedener Lernverfahren - [ ] Anwendung von Wissen über Bedeutung und Einsatz verschiedener Lernverfahren --- ## Einführung Konsens der allgemeinen Technikdidaktik ist, dass bei der Vermittlung technischer Sachverhalte sowhl die Inhalts- als auch die und Prozessdimension Beachtung finden sollten. Entsprechend sollten Lerninhalte über spezifische Lernverfahren kontextualisiert werden (Tärre, 2016). Bereits 1980 beschrieb Wilkening Lernverfahren für den allgemeinbildenden Technikunterricht, die auch heute noch zur Gestaltung des Unterrichts eingesetzt werden. Diese setzen unterschiedliche Fokuspunkte und verfolgen unterschiedliche Ziele: &nbsp; *Übersicht über verschiedene Unterrichtsverfahren in Anlehnung an Schmayl und Wilkening (1984, S. 126ff)* |fachübergreifende Verfahren|fachspezifische Verfahren| |---|---| |Akzentuierung der human-sozialen Dimension (persönliche Kompetenzen im Vordergrund)|Akzentuierung der Sachdimension (Fachkompetenzen im Vordergrund)| |- Projekt|- Lehrgang| |- Betriebserkundung|- Konstruktionsaufgabe| |- Fallstudie|- Fertigungsaufgabe| |- Planspiel|- technisches Experiment| |- Analyse|- Demonstration| |...|...| Nachfolgend werden ausgewählte Verfahren näher beleuchtet. Konkret geht es um die Grundideen und Bedeutung der Unterrichtsverfahren [**Demonstration**](#Demonstration), [**Analyse**](#Analyse) und [**Projekt**](#Projekt(-orientiertes)-Arbeiten) thamtisiert. --- ## Demonstration > [name=Seifert, 2022] [color=red] „Unter Demonstration versteht man im technischen Unterricht das sach- und arbeitsschutzgerechte Vorführen, einschließlich des Beschreibens von Handlungen und Operationen, am realen Arbeitsgegenstand mit den erforderlichen Werk- und Prüfzeugen sowie Hilfsmitteln, um die Schüler zur erfolgreichen Ausführung dieser Tätigkeit und somit zur Zweckrealisierung ihres Vorhabens (Gebrauchsgegenstand, Maschinen- oder Gerätemodell) zu befähigen.“ --- ### Formen der Demonstration Eine Demonstration wird nicht immer nur durch die Lehrkraft vorgeführt, sondern kann in unterschiedlichen Phasen auch durch die Schüler:innen selbst erfolgen. Neben der Einteilung nach Personen, die eine Demonstration durchführen wird zudem nach zeitlichem Einsatz einer Demonstration unterschieden: ```graphviz {engine="dot"} digraph dg{ label="" resolution=72; bgcolor="#C6CFD532"; ratio="fill"; fontname=Arial; nodesep=1; size=""; node [style=filled,fontname=Arial,fontsize=20,shape=polygon]; edge [color=Red, style=dashed]; splines=T; center=T; "Lehrerdemonstration"->{"Erst- oder\n Einführungsdemonstration" "Wiederholungs-\n demonstration"}; "Schülerdemonstration"->{"Erst- oder\n Einführungsdemonstration" "Wiederholungs-\n demonstration" "Kontroll- und\n Erfahrungsdemonstration"} "Erst- oder\n Einführungsdemonstration"->{"Wiederholungs-\n demonstration"}; {rank=same; "Lehrerdemonstration" "Schülerdemonstration"} } ``` --- ### Voraussetzungen der Demonstration Um eine Demonstration zielführend umsetzen zu können, sind verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen. Neben den notwendigen Materialien und Räumlichkeiten lassen sich diese Voraussetzungen auf der Seite der Lehrkraft bzw. auf der Seite der Schüler:innen verorten: |Voraussetzungen für die Demonstration auf Seiten der Lehrkraft|Voraussetzungen für die Demonstration auf Seiten der Schüler:innen| |---|---| |- ...|- ...| |- ...|- ...| |- ...|- ...| |- ...|- ...| :::info :page_facing_up: **Aufgabe** Überlegen Sie für sich, ... - welche Voraussetzungen auf Seiten der Lehrkraft notwendig sind. - welche Voraussetzungen auf Seiten der Schüler:innen notwendig sind. ::: :::warning :::spoiler **Lösungsvorschlag** |Voraussetzungen auf Seiten der Lehrkraft|Voraussetzungen auf Seiten der Schüler:innen| |---|---| |Beherrschung der fachspezifischen Tätigkeit|Vorwissen über Begriffe, über Wirkprinzipien, über Werkstoffeigenschaften usw.| |Einhaltung des Arbeitsschutzes|Sachgerechte Handhabung der Arbeitsmittel| Erkennen des Zusammenwirkens von Mensch und Arbeitsmittel (Griff- und Stellelemente)|Erfassen von Bewegungsabläufen (Bewegungselemente)| Alterstypische Besonderheiten|Entwickeln von Überzeugungen zur Zweckmäßigkeit und Richtigkeit des Handlungsablaufs| ::: --- ### Hinweise zur Planung und Umsetzung einer Demonstration Folgende Aspekte sollten bei der Planung und Durchführung einer Demonstration berücksichtigt werden: - Eine Demonstration erfolgt immer am Beispiel des Lehrerwerkstücks, nie an einem ausgeliehenen Schülerwerkstück. - Besteht eine Demonstration aus mehreren Phasen, müssen Werkstücke in verschiedenen Fertigungsphasen zur Verfügung stehen. - Der zu demonstrierende Vorgang muss fachlich richtig vorgeführt (Griff-, Stell- und Bewegungselemente) und beschrieben (Fachbegriffe) werden. - Der demonstrierende Vorgang muss von allen Schüler:innen gut beobachtet werden können, insofern ist die Wahl eines geeigneten Demonstrationsplatzes essenziell. - Die Demonstration hat unmittelbar vor Ausführung der entsprechenden Schülertätigkeit/Technologie zu erfolgen. - Eine Demonstration erfolgt stets unter den gleichen Bedingungen, welche die Schüler:innen am Arbeitsplatz vorfinden. - Der zeitliche und inhaltliche Umfang einer Demonstration muss dem Aufnahmevermögen der Schüler:innen gerecht werden. ![](https://i.imgur.com/N8BOKwk.png) *(Quelle: [:link: Seifert (2022)](https://i.imgur.com/N8BOKwk.png))* --- ### Tätigkeiten bei der Demonstration Demonstrationen beziehen sich in der Regel auf fachspezifische Tätigkeiten, wie bspw. das Schneiden von Papier am geraden Riss. Die von der Lehrkraft demonstrierte Tätigkeit wird dabei in verschiedene Handlungen unterteilt, wie bspw. das H~1~: Einschneiden, H~2~: Schneiden und H~3~: Durchschneiden. Die Handlungen selbst werden wiederum in Operationen unterteilt. In den nachfolgenden Learningapps wird dies verdeutlicht: :::info :page_facing_up: **Aufgabe** Bearbeiten Sie die Learningapps zur Schrittfolge der Operationen der zuvor beispielhaft benannten Handlungen H~1~ bis H~3~: <iframe src="https://learningapps.org/watch?v=pnoczpgqc22" style="border:0px;width:100%;height:500px" allowfullscreen="true" webkitallowfullscreen="true" mozallowfullscreen="true"></iframe> </div> ::: --- ### Wissensvermittlung beim Demonstrieren Im Rahmen des Demonstrierens sollte notwendiges Wissen vermittelt werden. Dies erfolgt zum Teil implizit, durch das Beobachten der Schüler:innen. Es gibt jedoch auch immer Wissenselemtene, die durch die Lehrkraft während des Demonstrierens expliziert werden sollten. Bezogen auf das zuvor benannte Beispiel wird folgendes Sachwissen als Grundaussage vermittelt: Beim Schneiden wird Papier (Werkstoff) mit der Schere (Werkzeug) zerteilt. Zudem sollte weiteres Verfahrenswissen durch die Lehrkraft verdeutlicht werden. Im aufgeführten Beispiel wären dies folgende Aspekte: - die Schere wird beim Schneiden nie vollständig geschlossen - der Schneidevorgang sollte am Riss auf der Abfallseite erfolgen - beim Schneiden am geraden Riss wird die Schere dem Werkstoff zugeführt - beim Schneiden am kurvenförmigen Riss wird der Werkstoff der Schere zugeführt - Aspekte des Arbeitsschutzes müssen beachtet werden Weiteres Hintergrundwissen, das nicht explizit beim Vorgang des Demonstrierens notwendig ist, sollte im Voraus bereits vermittelt werden. Bezogen auf das Beispiel wären dies Informationen zum Aufbau einer Schere, verschiedene Scherenarten und deren EInsatzgebiete etc. --- ## Analyse Die technische Analyse ist die systematische Untersuchung eines technischen Systems oder Sachverhalts. Dabei sollten zentrale Komponenten sowie deren Funktion und Stellung im übergeordneten Gesamtsystem untersucht werden. Das Ziel ist das Aufdecken von Ursache-Wirkung-Zusammenhängen. Das Verfahren ist in ganz besonderer Weise auf technische Zusammenhänge und ein entsprechendes analytisches Denken gerichtet. Es ist somit als abstrakt-handlungsorientiert zu bezeichnen. Nach der Beobachtung oder Vergegenwärtigung eines technischen Systems ist dieses zu analysieren. ```graphviz digraph Analyse { label="" resolution=72; bgcolor="#C6CFD532"; ratio="fill"; fontname=Arial; nodesep=0; node [style=filled,fontname=Arial,fontsize=12,shape=polygon]; edge [color=Red, style=dashed]; splines=T; center=T; subgraph cluster_Ebene1 { label="Ebene 1"; "Hauptfunktion\n (z.B. Stoffumsatz)" [width=4] "Technisches System\n (z.B. Werkzeugmaschine)" [width=4] } subgraph cluster_Ebene2 { label="Ebene 2"; size="5"; "Teilfunktionen\n (z.B. Energie übertragen)" [width=4] "Subsysteme: Funktionseinheiten\n (z.B. Getriebe)" [width=4] } subgraph cluster_Ebene3 { label="Ebene 3"; size="5"; "Grundfunktionen\n (z.B. Verbrennungsenergie bereitstellen)" [width=4] "Subsysteme: Funktionselemente\n (z.B. Zahnräder)" [width=4] } "Funktion"->"Hauptfunktion\n (z.B. Stoffumsatz)" "Hauptfunktion\n (z.B. Stoffumsatz)"->"Teilfunktionen\n (z.B. Energie übertragen)"; "Teilfunktionen\n (z.B. Energie übertragen)"->"Grundfunktionen\n (z.B. Verbrennungsenergie bereitstellen)"; "System"->"Technisches System\n (z.B. Werkzeugmaschine)" "Technisches System\n (z.B. Werkzeugmaschine)"->"Subsysteme: Funktionseinheiten\n (z.B. Getriebe)"; "Subsysteme: Funktionseinheiten\n (z.B. Getriebe)"->"Subsysteme: Funktionselemente\n (z.B. Zahnräder)"; } ``` *Hierarchischer Aufbau von Systemen oder technischen Sachverhalten und deren Funktion (angelehnt an Bader, 2000, S. 15)* --- ### Rolle der schulischen Akteure bei der Analyse Die Schüler:innen haben die Aufgabe, vorhandene Produkte und Prozesse der industriellen Produktion zu analysieren. Die Lehrkraft muss zur Vorbereitung eines solchen Verfahrens technische Systeme bzw. Sachverhalte sichten, auswählen und die dafür erforderlichen Materialien beschaffen. Darüber hinaus sind Erfahrungen im Einsatz von Strukturierungs- und Visualisierungstechniken (bspw. Mind-Map-Methode, Concept-Maps, Networking) hilfreich, Ordnung in komplexe Zusammenhänge zu bringen. :::info :page_facing_up: **Aufgabe** Überlegen Sie Beispiele von technischen Objekten oder Sachverhalten, die im Kontext einer Analyse durch Kinder untersucht werden könnten. Beziehen Sie sich auf die Inhaltsfelder: * Haushalt und Freizeit * Transport und Verkehr * Arbeit und Produktion * Bauen und Wohnen * Versorgung und Entsorgung * Information und Kommunikation ::: --- ### Verlaufsphasen Die Analyse eines technischen Systems bzw. Sachverhalts erfolgt in mehreren Schritten: :::warning :::spoiler **1. Produktbetrachtung und Vermutungen über Funktionszusammenhänge und Zerlegungsmöglichkeiten** Für die Betrachtung und Hypothesengenerierung sind folgende Fragen relevant: * Welche Formen, Farben und Materialien erkennt man? * Welche Teile können unterschieden werden? * Kann die Handhabung am Objekt abgelesen werden? * Wie bringt man es zum Funktionieren? * Wie fühlt es sich an, und wie liegt es in der Hand? * Was bewirkt es, und was kommt dabei heraus? * Wie funktioniert es, was ist bekannt, was unbekannt? ::: :::warning :::spoiler **2. Zerlegen des Produktes – Ordnen und Gruppieren** Hauptform ist die Demontage, da sich technische Sachverhalte nicht allein durch die Betrachtung erschließen lassen. Folgende Fragen sind hierbei von Relevanz: * Wie und womit kann das Objekt zerlegt werden? * Darf man es nötigenfalls zerstören? * Wie werden die Einzelteile gesammelt und geordnet? ::: :::warning :::spoiler **3. Klären des Funktionszusammenhanges – Anfertigen einer Funktionsskizze** Um die Funktionsweise des Systems bzw. Sachverhalts zu klären, sind folgende Fragen bedeutsam: * Aus welchen Teilen besteht es, und was ist deren Funktion? * Aus welchen Materialien bestehen die Teile, wie wurden sie hergestellt, und wie sind sie verbunden? * Welche Teile bilden zusammen eine Einheit? * Welches sind ihre korrekten Bezeichnungen? ::: :::warning :::spoiler **4. Remontage** Bei der Remontage ist die folgende Fragestellung zentral: * In welcher Reihenfolge wird das Objekt wieder zusammengebaut, und funktioniert es danach einwandfrei? ::: :::warning :::spoiler **5. Auswertung** Die Auswertung bezieht sich auch eine Einschätzung des Systems bzw. des Sachverhalts selbst sowie auf die Dokumentation der Arbeitsschritte. Dabei sind folgende Fragen notwendig: * Wie sieht das Mittel-Zweck-Verhältnis aus, und ist das Produkt seinen Preis wert? * Sind die Materialien sachgerecht eingesetzt? * Wie werden die Demontageschritte, die Einzelteile sowie die Erfahrungen und Erkenntnisse festgehalten? * Wie, wo und mit welchen Mitteln können die Erkenntnisse präsentiert werden? ::: --- ### Erreichbare Lernziele durch Anwendung einer Analyse im Unterricht Die Lernenden können ... * ein technisches System erfassen und unter Beschreibung der Systemgrenzen mit seiner Umwelt in Beziehung setzen, * die wesentlichen Elemente des Systems identifizieren, * für Gesamtsystem und Subsysteme eine Funktionsstruktur aufstellen und jeweilige Haupt- und Nebenfunktionen analysieren, * den Zusammenhang zwischen den Elementen eines Systems durch deren Eingangs-, Ausgangs- und Zustandsgrößen beschreiben, * das Ergebnis einer Systemanalyse darstellen und bewerten sowie * Folgerungen für den Einsatz und die Verbesserung eines technischen Systems vornehmen. --- ## Projekt(-orientiertes) Arbeiten „Do it yourself!“ Nach Fischer findet Projektunterricht dann statt, ... >[Fischer (2008, S. 35)](color=Red) ... "wenn sich Schüler interessengeleitet Ziele setzen, diese gemeinsam erreichen wollen, dabei problemhaltige Aufgabenstellungen bewältigen und sich möglichst selbstständig mit Sachinhalten auseinandersetzen." Die Projektmethode ist eine Form des handlungsorientierten Unterrichts. In dieser Unterrichtsform arbeitet die Schülergruppe ziel- und ergebnisorientiert zusammen an einem Thema. Die Schüler:innen sind also auf allen Ebenen des Projekts selbstverantwortlich tätig und für die Organisation zuständig. Projekte sind nicht einfach nur beliebige Themen, sondern haben eine Bedeutung für die Gesellschaft, zum Beispiel, indem sie in die direkte Lebensumwelt der Schüler:innen eingreifen und hier etwas verändern. Zudem sind sie zielgerichtet, das heißt, es gibt immer auch ein Lernziel, das mit einem Projekt erreicht werden soll. Im Projektunterricht entsteht ein Produkt, das den Lernprozess der Beteiligten dokumentiert. Bei Projekten wird fächerübergreifend gearbeitet. So können zu einem Thema auf unterschiedlichste Weise die verschiedenen Fächer und Wissenschaften zur Hilfe genommen werden, um zu sehen, was sie zur Lösung eines Problems jeweils beitragen können. Da die im Projektunterricht geforderten Qualifikationen des weitgehend selbständigen Planens und Handelns nicht in gleichem Maße von allen Schüler:innen erwartet und vorausgesetzt werden können, spricht Mühl (2004) von der Notwendigkeit einer Abschwächung der Projektidee bzw. einer Reduktion der Elemente. Er prägte den Terminus „projektorientierter Unterricht“ (ebd.: 14) als gängigste Form eines handlungsbezogenen Lernens in der Schule. Das Projektverfahren wird genutzt, um technische Probleme im Gesamtzusammenhang gesellschaftlicher und sozial-humaner Voraussetzungen zu erschließen. Folgende Merkmale eines Projekts lassen sich festhalten: * Die Schüler:innen haben entscheidenden Einfluss auf die Auswahl der Aufgabe. * Planung und Durchführung des Projekts liegen in der Hand der Arbeitsgruppe. * Die Aufgabe ist fachübergreifend und steht in Wechselwirkung mit der außerschulischen Lebenswelt. * Das Ergebnis ist ein gebrauchstüchtiger Gegenstand oder eine Aktion von gesellschaftlicher Bedeutung. * Maßstab für die Beurteilung der Schülerleistungen ist der Projekterfolg. --- ### Verlaufsphasen eines Projekts Die Phasen eines Projekts lassen sich schwer spezifisch und allgemeingültig fassen, das sie stark situationsabhängig sind. Grobe lassen sich die Phasen jedoch folgend sequenzieren: ```graphviz digraph dg{ label="" resolution=72; bgcolor="#C6CFD532"; ratio="fill"; fontname=Arial; nodesep=1; size=""; node [fontname=Arial,fontsize=12,shape=polygon]; edge [color=Red, style=dashed]; splines=T; center=T; "1. Entscheidungsphase" [style=filled,shape=component]; "2. Planungsphase" [style=filled,shape=component]; "3. Durchführungsphase"[style=filled,shape=component]; "4. Auswertungsphase"[style=filled,shape=component]; "1. Entscheidungsphase"->{"Ermitteln der\n Schülerinteressen und\n Entscheidung"}; "2. Planungsphase"->{"Planen des Ablaufs,\n Festlegung von Aktionen\n und Arbeitsgruppen"}; "3. Durchführungsphase"->"Informationsbeschaffung,\n Realisierung der Arbeit"; "4. Auswertungsphase"->"Kritische\n Rückbesinnung"; "1. Entscheidungsphase"->"2. Planungsphase" "2. Planungsphase"->"3. Durchführungsphase" "3. Durchführungsphase"->"4. Auswertungsphase" } ``` --- ### Rolle der schulischen Akteure bei einem Projekt |Die Schüler:innen|Die Lehrkraft| |---|---| |Die Aufgaben der Schüler:innen bestehen darin, das Projekt größtenteils selbst zu planen, durchzuführen und auszuwerten. Die Aufgaben umfassen und erfordern ein hohes Maß an Selbststrukturierung und Selbststeuerung, Kooperation sowie aktiver Teilnahme am Prozess.|Die Aufgaben der Lehrkraft bestehen darin, Hilfe bei der Strukturierung zu bieten und arbeitsmethodische Kompetenzen zu vermitteln, die Schüler:innen zu ermutigen, Gefühle und Bedürfnisse zu äußern und diese Kommunikationsprozesse zu moderieren sowie gruppendynamische Probleme bewusst zu machen (-> Lernberater).| --- ### Hinweise zur Durchführung eines Projekts Bei der Durchführung eines Projekts sollten folgende Punkte bedacht werden: * Wichtig ist im Anfang, mit einem <mark>möglichst kleinen Vorhaben zu beginnen</mark>, um erst einmal Erfahrungen zu sammeln. * Oft wird angenommen: „Problemlösen lernt man durch Problemlösen“. Dies ist jedoch nicht selbstverständlich, da die Lösung einiger Probleme <mark>spezifischer Kenntnisse und Fähigkeiten zur Bewältigung</mark> bedarf. * Die Durchführung von Projekten im schulischen Alltag gestaltet sich oft schwierig, da diese ein <mark>erhöhten Zeitaufwand</mark> mit sich bringen, d.h. die Methode setzt ein <mark>gewisses Maß an Ausdauer und Konzentration</mark> der Schüler:innen voraus. Dies kann leicht zu Überforderungen führen. * Nicht alles, was in der Schule vermittelt werden soll, kann in Projekten gelernt werden. So wird es immer <mark>Fächer oder zumindest Teilgebiete</mark> in einem Fach geben, <mark>bei denen Projektarbeit nicht sinnvoll</mark> ist, zum Beispiel, wenn ein systematischer Aufbau des Stoffs sowie Übung und Fertigkeitstraining notwendig ist. * <mark>Schwächere, ängstliche und gehemmte Schüler:innen</mark> könnten bei dieser Methode Probleme haben, weil sie sich <mark>nicht selbstinitiativ</mark> in das Projekt einbringen. Andererseits ist die Projektmethode gerade für diese Schüler:innen auch eine <mark>Chance</mark>, ihre bisher nicht gezeigten <mark>Stärken und Fähigkeiten</mark> in einem anderen Kontext als traditionellem Unterricht unter Beweis zu stellen. * Eine weitere Schwierigkeit liegt in der <mark>Leistungsbewertung</mark>: Die Lehrkraft muss einen angemessenen Weg finden, sowohl den Einsatz und die Beiträge der Schüler:innen während der Durchführung als auch die Präsentation des Projekts zu bewerten. Hier eignen sich <mark>beispielsweise Portfolios oder Lerntagebücher</mark>. * Letztlich liegen <mark>kaum wissenschaftliche Nachweise zur Wirksamkeit</mark> des Einsatzes der Projektmethode vor. Erfahrungsberichte über gelungene Projekte sprechen von einer gesteigerten Lernfreude, positiv erlebten sozialen Prozessen zwischen Lehrern und Schülern sowie unter den Schülern und nachhaltig erworbenen Kenntnissen. --- ## Abschluss :::info :page_facing_up: **Aufgabe** Bearbeiten Sie die folgende Learningapp: <iframe src="https://learningapps.org/watch?v=prn4jx6i322" style="border:0px;width:100%;height:400px" allowfullscreen="true" webkitallowfullscreen="true" mozallowfullscreen="true"></iframe> ::: --- ## Selbsteinschätzung Inwieweit haben Sie die Ziele für diese Einheit erreicht? |Ziele|:smiley:|:confused:|:disappointed:| |---|:---:|:---:|:---:| |Aneignung von Wissen über Bedeutung und Einsatz verschiedener Lernmethoden|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">| |Anwendung von Wissen über Bedeutung und Einsatz verschiedener Lernmethoden|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">| :::info :mega: Sollte Ihnen ein Ziel zu kurz gekommen sein oder wenn Sie jegliches Feedback oder Kritik haben, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion und geben Sie mir Hinweise zum Überarbeiten. ::: ## Literatur * Bonz, B. & Ott, B. (2003)(Hrsg.). Allgemeine Technikdidaktik – Theorieansätze und Praxisbezüge. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren. * Frey, C. (2007). Die Projektmethode: „Der Weg zum bildenden Tun“. Weinheim: Beltz. * Henseler, K. & Höpken, G. (1996). Methodik des Technikunterrichts. Bad Heilbrunn: Klinkhardt Verlag. * Hüttner, A. (2005). Technik unterrichten. Haan-Gruiten: Europa Verlag. * Pahl, J.-P. (2008). Bausteine beruflichen Lernens im Bereich „Arbeit und Technik“. Teil 2: Methodische Grundlegungen und Konzeptionen. Bielefeld: Bertelsmann. * Pahl, J.-P. (2007). Ausbildungs- und Unterrichtsverfahren. Ein Kompendium für den Lernbereich Arbeit und Technik. Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag. * Schmayl, W. & Wilkening, F. (1995). Technikunterricht. Bad Heilbrunn: Klinkhardt Verlag.