--- tags: Technikbildung und technische Bildung & Projekte und Problemorientierter Werkunterricht title: Didaktische Prinzipien description: ... image: set note default image (for link preview) robots: noindex, nofollow lang: de slideOptions: parallaxBackgroundImage: '' parallaxBackgroundSize: '' # Transition style for full page slide backgrounds: none/fade/slide/convex/concave/zoom # Number of pixels to move the parallax background per slide # - Calculated automatically unless specified # - Set to 0 to disable movement along an axis parallaxBackgroundHorizontal: 150 parallaxBackgroundVertical: 150 backgroundTransition: 'fade' # transition options: none/fade/slide/convex/concave/zoom transition: slide # Display a presentation progress bar progress: true # Display the page number of the current slide slideNumber: false # Enable the slide overview mode overview: true spotlight: enabled: true --- <!-- Use `{%hackmd ulRtA6sAS0qbvbeOH4VejQ %}` syntax to include this theme.--> <!-- Emojis: https://github.com/ikatyang/emoji-cheat-sheet --> <div style="float: left;"> <img src="https://www.lehrlinie.de/Werken_Werkstoffe/Logo_Werken_Grundschule.svg" alt="Logo Werken Grundschule" width="190" /> </div> # Seminar: Technikbildung und technische Bildung & Projekte und Problemorientierter Werkunterricht ## Sitzung: Didaktische Prinzipien > *Dr. Stefan Blumenthal* <div style="clear: both"></div> --- ## Ziele für heute: - [ ] Wissen über ausgewählte didaktische Prinzipien - [ ] Konkretisierung des Wissens über einzelne didaktische Prinzipien --- In der Grafik finden Sie ausgewählte didaktische Prinzipien. Diese Prinzipien sind zum einen als generelle Aspekte der Unterrichtsplanung mitzudenken, zum anderen Maßnahmen zur Förderung von Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf. Beachten Sie, dass es sich hier keineswegs um iene vollständige Aufzählung relevanter Prinzipien handelt, sondern, dass die genannten Ansätze ggf. um weitere ergänzt werden müssen. ```graphviz {engine="dot"} digraph dg{ label="Ausgewählte didaktische Prinzipien"; resolution=72; bgcolor="#C6CFD532"; ratio="fill"; fontname=Arial; node [style=filled,fontname=Arial,fontsize=12,shape=polygon]; edge [color=red, style=dashed]; layout="circo"; "Ausgewählte\n didaktische\n Prinzipien"->{"Handlungsorientierung" "Didaktische Reduktion" "Übung" "Leichte Sprache" "Differenzierung/ Individualisierung" "Pre-Teaching", "Problemlöseorientierung"}; "Handlungsorientierung" [href="#Handlungsorientierung", label="Handlungsorientierung"] "Didaktische Reduktion" [href="#Didaktische-Reduktion", label="Didaktische Reduktion"] "Übung" [href="#Übung", label="Übung"] "Leichte Sprache" [href="#Leichte-Sprache", label="Leichte Sprache"] "Differenzierung/ Individualisierung" [href="#Differenzierung/-Individualisierung", label="Differenzierung/ Individualisierung"] "Pre-Teaching" [href="#Pre-Teaching", label="Pre-Teaching"] "Problemlöseorientierung" [href="#Problemlöseorientierung", label="Problemlöseorientierung"] {rank=same; } } ``` Nachfolgend finden Sie jeweils Kurzzusammenfassungen zu den hier aufgeführten Prinzipien. Mit zwei der Prinzipien sollen Sie sich noch differenzierter auseinandersetzen. --- ## Problemlöseorientierung Problemlösen gilt im fachlichen Konsens als didaktisches Prinzip im Bereich der technischen Bildung, so auch im Werkunterricht. Es dient der Förderung kreativer, technischer Lernprozesse, da es um das Anwenden von Wissen und Können in neuen Situationen geht. Insofern gilt es auch als eine Schlüsselkompetenz in einer durch technischen und digitalen Fortschritt geprägten Welt (vgl. Hüttner, 2018, 134–137). --- ## Handlungsorientierung Das Prinzip der Handlungsorientierung wird in verschiedenen theoretischen Konzepten z. B. als »learning by doing« bei John Dewey, Jean Piaget und weiteren reformpädagogischen Ansätzen beschrieben. Allen gemeinsam ist die Betonung handlungsbezogener Zugänge des Forschens, Erprobens, Herstellens usw. Unterricht ist entsprechend handlungsorientiert, wenn Schülerinnen und Schüler etwas über die Erstellung eines Produktes lernen. Häufig leiten sie über den Weg dieser aktiven Handlung Lernergebnisse ab. So konstruieren sie ihre persönliche Wirklichkeit und erfassen Lerninhalte dadurch besser und nachhaltiger. Handlungsorientierung steht somit in direktem ZUsammenhang mit der Problemlöseorientierung. Im Kontext des Werkunterrichts wird der Ansatz der Handlungsorientierung häufig missverstanden. Unter handlungsorientiertem Werkunterricht wäre demnach die manuelle Tätigkeit der Kinder gemeint. Dies stimmt jedoch nur bedingt, da auszuführende Tätigkeiten vorhergehender Denkprozesse bedürfen. Diese Denkprozesse sind eine notwendige Voraussetzung, um zielgerichtetes, systematisches und zweckorientiertes Arbeiten realisieren zu können. --- ## Differenzierung/ Individualisierung Das zentrale Konzept, das Differenzierung und Individualisierung umfasst, heißt **Adaptiver Unterricht**. Ziel ist, Unterricht an die individuellen Differenzen in den Lernvoraussetzungen anzupassen, anstatt auf ein imaginäres Durchschnittskind zu fokussieren. Das zentrale zugrunde liegende theoretische Prinzip ist das der optimalen Passung zwischen Lernangeboten einerseits und Lernvoraussetzungen andererseits. Aus lern-, motivations- und entwicklungspsychologischer Sicht gibt es zwischen Unterforderung und Überforderung eine optimale, lernförderliche Zone der Schwierigkeit und Komplexität von Lernangeboten. **Differenzierung** ist ein Werkzeug, um adaptiven Unterricht zu realisieren. Je nach dem, auf welcher Ebene die Differenzierung stattfindet – also bezogen auf die Gruppe oder das Individuum – spricht man entweder von Binnendifferenzierung (oder interner Differenzierung) oder von **Individualisierung** (oft als äquivalent betrachtet mit individueller Förderung). --- ## Üben Übungen zu gestalten ist nicht einfach. Sie bewegen sich immer in einem Spannungsfeld. Wesentliche Aspekte finden Sie in fogendem Exkurs zusammengefasst: :::warning :::spoiler **Exkurs zum Spannungsfeld Übung** |Einerseits ist zu beachten, dass...|Andererseits gilt, dass...| |---|---| |… Übungsphasen klar strukturiert sein müssen.|… Schülerinnen und Schülern zugestanden werden sollte, Lösungswege im praktischen Versuch kreativ zu erarbeiten und diese Freiheit flexibel zu nutzen.| |… Übungsphasen ausreichend Platz im Unterricht gewidmet werden sollte.|… einzelne Übungsphasen nicht zu lang ausfallen sollten, da andernfalls die Motivation der Kinder am Lernen verringert werden könnte. Vorteilhafter sind häufige, dafür kurze Übungsphasen.| |… die Aufgaben die Kinder herausfordern.|… die Übungsaufgaben nicht zur Überforderung führen dürfen. Dies kann auf Dauer zu mangelnder Motivation und einem geminderten Selbstkonzept führen.| |… die Aufgaben weitgehend reizreduziert gehalten sind.|… Übungsaufgaben motivierend sein sollten, sodass die Kinder auch in längeren oder oft wiederholten Übungsphasen „am Ball bleiben“. Hierzu ist es wichtig, dass die Aufgaben dem Alter sowie der Lebenswelt angepasst und darin ausreichend abwechslungsreich sind.| |… Übungen – je nachdem, wie sicher ein Lerngegenstand bereits beherrscht wird – auf unterschiedlichen Abstraktionsniveaus (begleitet durch Handlungen, durch Strukturierungshilfen oder aber auf formaler Ebene) und Leistungsniveaus (Steigerung von leichten zu schweren bzw. einfachen zu komplexeren Aufgaben) angeboten werden.|… die Wahl und Bandbreite der Repräsentationsformen, Darstellungsmittel und Strukturierungshilfen wohl überlegt sein sollte.| |… der Einsatz neuer Medien im Übungsprozess, z. B. im Sinne einer gesteigerten Arbeitsmotivation, durchaus hilfreich ausfallen kann.|… der Einsatz von Medien keinen Selbstzweck erfüllt, sondern systematisch abgewogen werden muss, ob die weiteren unterrichtlichen Entscheidungen durch ihn sinnvoll ergänzt werden.| |… Kinder in Übungsphasen nicht allein gelassen werden, sondern bei Bedarf durch die Lehrperson oder auch eine Tutorin bzw. einen Tutor unterstützt werden. Dies betrifft Tipps bei der Wahl von Hilfs- und Darstellungsmitteln, Erläuterungen oder auch Feedback zur Lösung und zum Lösungsweg.|… den Kindern die Arbeit nicht abgenommen, sondern jeweils hinreichend Zeit zugestanden werden soll, um ggf. verschiedene Herangehensweisen zu probieren und zu reflektieren. Ein zu schnelles Präsentieren der korrekten Lösung führt zu einer nur geringen Auseinandersetzung mit dem thematischen Sachverhalt.| |… Sachzusammenhänge bzw. Muster und Strukturen anhand idealtypischer Beispiele bearbeitet werden. Dies erhöht die Chance, dass tiefes thematisches Verständnis aufgebaut werden kann.|… auch falsche Lösungsbeispiele oder unlösbare Aufgaben bearbeitet, eingeschätzt und beurteilt werden sollten. Hierdurch lernen Kinder, Lösungswege nachzuvollziehen sowie eigene und fremde Lösungsstrategien kritisch zu reflektieren.| |… Übungsphasen anfänglich durch lautes Denken begleitet werden können, um somit individuelle Lösungswege nachvollziehen zu können. Dies muss nicht zwangsläufig unter Aufsicht der Lehrperson geschehen, sondern kann auch im Tandem oder einer Kleingruppe organisiert sein.|… in der Klasse ein kommunikationsförderliches Klima vorherrschen sowie insbesondere ein produktiver Umgang mit Fehlern gewährleistet sein sollte.| |… es mitunter notwendig ist, verstärkt und kleinschrittig Basiskompetenzen mit einzelnen Kindern einzuüben.|… keine isolierten Lerngegenstände vermittelt werden sollten (Wissensinseln). Die Schülerin bzw. der Schüler muss Teilaspekte oder schritte immer in größere Konzepte bzw. das „Große und Ganze“ einordnen können.| |… grundlegende Basiskompetenzen oft wiederholt werden sollten, um deren Verfügbarkeit langfristig zu sichern.|… diese Basiskompetenzen nicht nur punktuell, sondern schuljahresübergreifend eingeübt werden müssen.| |… Übungsphasen durch regelmäßige Kontrolle und Feedback begleitet werden müssen.|… nicht jede Form des Feedbacks dem Lernprozess zuträglich ist.| |… Möglichkeiten der Selbstkontrolle genutzt werden sollten. Dies stärkt das Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem eigenen Lernprozess und schafft der Lehrkraft Freiräume im Unterricht.|… das selbstverantwortliche Lernen verschiedener Voraussetzungen bedarf und geübt werden muss. Selbstkontrolle ist besonders dann effektiv, wenn nicht nur Ergebnisse abgeglichen, sondern Muster und Beziehungen kontrolliert werden müssen.| |… der Übungsprozess sich nicht nur auf die Schule beschränken sollte. Ebenso sollten Übungsphasen zuhause vorgesehen werden.|… diese Übungsphasen strukturiert sowie angepasst an schulische Inhalte und Vorgehensweisen sein müssen. Hier ist eine besondere Absprache mit den Eltern notwendig, beispielsweise zu im Unterricht vermittelten Strategien bzw. Herangehensweisen oder verwendeten Darstellungsmitteln und Strukturierungshilfen sowie zur Übungshäufigkeit und -dauer.| ::: --- ## Pre-Teaching Preteaching (auch Prelearning) ist in den USA als Methode für einzelne Schülerinnen und Schüler oder kleine Schülergruppen im Bereich des Lesenlernens entwickelt worden: Vor der Betrachtung eines Texts wurden von der Lehrkraft den Schülerinnen und Schülern ausgewählte Schlüsselwörter erklärt und eingeübt. Ziel ist es, Vorwissen anzubahnen, damit Lernende vom nachfolgenden Unterricht stärker profitieren und Lernerfolge erzielen können (Munk et al., 2010; Berg et al., 2013). Mit Hilfe des Preteachings sollen Schüler*innen mit Lernschwierigkeiten in einem kompensatorischen und präventiven Sinn einen Zugang zu dem Thema des Unterrichts finden. --- :::info :page_facing_up: **Aufgabe** Mit den folgenden Prizipien sollen Sie sich nun etwas genauer befassen: - Leichte Sprache - Didaktische Rduktion Fassen Sie die für Sie wichtigsten Punkte jeweils zusammen und halten diese fest. ::: ## Leichte Sprache Hier geht es zum [:link: Input zum Thema Leichte Sprache](https://hackmd.io/@StefanBlumenthal/LeichteSprache). <!-- {%hackmd Cb9tExbLTxOc4KD97l0jMQ %} --> --- ## Didaktische Reduktion Hier geht es zum [:link: Input zum Thema Didaktische Reduktion](https://hackmd.io/@StefanBlumenthal/DidaktischeReduktion). <!-- {%hackmd eF8TGOvbRT2cycIBCFpNRw %} --> --- <!-- # Abschluss :::info :page_facing_up: **Aufgabe** <iframe src="" style="border:0px;width:100%;height:500px" allowfullscreen="true" webkitallowfullscreen="true" mozallowfullscreen="true"></iframe> ::: --- --> ## Selbsteinschätzung Inwieweit haben Sie die Ziele für diese Einheit erreicht? |Ziele|:smiley:|:confused:|:disappointed:| |---|:---:|:---:|:---:| |Wissen über ausgewählte didaktische Prinzipien|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">| |Konkretisierung des Wissens über einzelne didaktische Prinzipien|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">|<input type="checkbox">| :::info :mega: Sollte Ihnen ein Ziel zu kurz gekommen sein oder wenn Sie jegliches Feedback oder Kritik haben, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion und geben Sie mir Hinweise zum Überarbeiten. :::