**Fahrtenbuch EU-LE 451: Island 2022 (Teil 3)** Zurück zu Teil 2 des Tagebuchs: [https://hackmd.io/@RSkrippek/Hk6cvV435] Freitag, 12.08.2022: Als wir aufstehen ist es bedeckt, aber trocken, im Gegensatz zu der Campingwiese, auf der wir stehen. In Deutschland wäre die schon längst gesperrt gewesen, denn das hätte deutscher Rasen nicht ausgehalten. Aber trotz der Feuchte und des aufgeweichten Zustands hält die Grasnarbe bis auf wenige Stellen. Aber wir hatten ja schon bei den Mooshäusern gelernt, dass diese dicht und belastbar sind. Dann geht es über den Bergrücken in das Nachbartal nach Saudarkrókur, wo es ein modernes Museum zum Thema „Battle of Iceland“ gibt. Wir gehen hinein und müssen erstmal feststellen, dass eine 360°- Projektion leider nicht funktioniert. Also arbeiten wir uns erstmal durch die Schautafeln. Rabea und ich finden die Erläuterungen darauf nicht immer konsistent, aber immerhin werden die handelnden Personen und die wichtigsten Auseinandersetzungen erklärt. Das Thema spielte sich zwischen ca. 1220 und 1250 a.D. ab. Nach dem ersten basisdemokratischen Treffen in Thingvellir um ca. 1200 blühte Island auf. Aber inzwischen haben sich Clans herausgebildet, die um Gebiete und Ressourcen konkurrieren und sich auch gewaltsam bekämpfen. Hinzu kommt der Einfluss des norwegischen Königs, der sich die Clan-Chefs als „Kingsmen“ sichern will. Außerdem nimmt auch noch die katholische Kirche Einfluss, die unliebsame Clan-Chefs exkommuniziert. Trotzdem versuchen die Clan-Chefs durch Bußfahrten nach Rom zum heiligen Stuhl sich dann doch die Unterstützung der Kirche zu sichern. Zu all dem kommt noch der Ehrbegriff und der Wunsch nach Rache der einzelnen Clan-Chefs. So befeuert kommt es im Jahre 1238 zu einer „großen Schlacht“ bei der ein Heer von 1300 Männern ein anderes mit ca. 800 Männern angreift und aus dem Gebiet vertreibt, unter der „Schirmherrschaft“ des Norwegischen Königs. Aber die Macher der Ausstellung betonen, dass dies der einzige „Civil War“ auf Island war. Das Highlight dieses Museums ist jedoch ein Raum mit einer VR-Animation, bei der man an einer der „kleineren Schlachten“ (ca. 60 Beteiligte) teilnimmt und sich mit Steinen und Speeren seiner Haut erwehren muss. Man hat den Auftrag, den sagenhaften Speer eines Stammesfürsten zurückzubringen, der in dieser Schlacht getötet wird. Erfreulicherweise mündet die virtuelle Beteiligung an der Schlacht nicht in einem Kampf Mann gegen Mann, aber irgendwie aufregend ist es schon. ![](https://i.imgur.com/adcTd2b.jpg) Evi als Wikinger verkleidet Nach diesem „Abenteuer“ geht es in Richtung Mývatn via Akureyri. Dort will Rabea nochmal nach einem „Ostfriesennerz“ gucken. Sowohl Rabea als auch Evi (Regenhose) werden bei Byko (großer Handwerkermarkt) fündig. Außerdem machen wir noch ein paar kleine Besorgungen, unter anderem Schreibblöcke für Rabeas Uni. Bei herrlichem Sonnenschein geht es dann über die Berge nach Mývatn, wobei wir einmal den dunklen Wolken sehr nahe kommen, diese aber hinter uns an der Hügelkette hängen bleiben. So kommen wir bei schönstem Sonnenschein auf dem Campingplatz in Reykjahlíd, den wir schon einmal besucht hatten, an. Zu unserem Schrecken haben sich inzwischen die Preise um 10% erhöht, sodass wir jetzt einen neuen Highscore haben: 7700 ISK. Hinzu kommt, dass bei dem warmen Wetter die Mücken sehr aktiv sind, sodass wir tatsächlich die Kopfnetze, die wir schon in Thingvellir erworben hatten, doch noch einsetzen müssen. Ansonsten ist der Blick auf den See bei diesem Wetter klasse! Der Platz ist super strukturiert, aber wegen des starken Andrangs erlaube ich mir die Ordnung zu durchbrechen, indem ich mit meinem langen Kabel Strom zu einem Stellplatz hole, der nicht explizit dafür ausgewiesen ist. Ich finde das ist nichts gegen die Camper, die sich einfach auf die Wiese zwischen den geteerten Stellplätze stellen, – aber irgendwie arrangieren sich dann doch alle damit. ![](https://i.imgur.com/K2oPHne.jpg) Blick auf den Mývatn **Samstag, 13.08.2022:** Heute lassen wir uns von unserem Wecker um 08:00 Uhr wecken, denn wir wollen so pünktlich wie möglich zur Öffnung des Thermalbades Jardbödin dort sein. Das Wetter ist wieder sonnig und schon bald kommen auch die Mücken zum Vorschein. ![](https://i.imgur.com/N9Lrc5M.jpg) Selfie mit Kopfnetzen Als wir bei dem Bad eintreffen ist der erste Bus mit Touristen (wie wir später im Becken hören, Italiener) schon da. Aber wir haben Glück, die Gruppe wird gerade noch „eingewiesen“, sodass wir schon an die Kasse gehen können. Tatsächlich bekommt jeder von uns eine Ermäßigung: Rabea als Studentin, ich als Senior über 65 Jahre (üblich ist auf Island 67 Jahre) und Evi für ihre Schwerbehinderung – so etwas hatt! en wir noch nie! Außerdem hat Evi noch einen Gutschein, den sie von den Kindern zu Ostern geschenkt bekommen hatte. Wir werden an der Kasse nochmals explizit angewiesen, vor dem Betreten der Thermalbecken nackt zu duschen! So vorbereitet steigen wir dann in das erste große Becken mit ca. 36°C warmem Wasser (die Außentemperatur beträgt ca. 11°C). Meine erste Wahrnehmung ist ein etwas glitschiges Gefühl auf der Haut, ebenso wie sich die überspülten Sitzbänke am Rand des Beckens anfühlen. Im Gegensatz dazu erspüren meine Füße Sand auf dem Beckenboden, der wahrscheinlich von den umliegenden Bergen herein geweht wird. Es gibt noch ein zweites Becken, das etwas kälter sein solle, aber darin gibt es ein paar warme Strömungen, sodass es verschieden warm ist. Dafür hat man vom Rand des Beckens einen schönen Blick auf den Mývatn. Dann gibt es noch ein kleines Steinbecken mit 41°C, für die, die es nicht heiß genug haben können. Nach ca. 1,5 Stunden verlassen wir das Bad und duschen erneut. ![](https://i.imgur.com/0SfpFTu.jpg) Evi & Robert vor dem Mývatn ![](https://i.imgur.com/osD4fp0.jpg) Selfie im Dampf Wir fahren jetzt in Richtung Saudanes weiter zur Farm von Ágúst und Steinunn, denn wegen einer Dienstreise von Steinunn als Pferdegutachterin wird dort nochmal die Hilfe von Rabea benötigt. Der Weg führt über die Hochebene, in der auch der Dettifoss liegt. Wieder auf Meeresniveau gönnen wir uns noch einen Abstecher in Richtung Kópasker, wo wir auf die Halbinsel hinaus fahren, denn dort soll es noch ein paar sehenswerte Felsformationen geben. Leider ist das letzte Viertel des Weges durch ein Tor und einen Zaun versperrt. Wir respektieren das und wenden, wobei mit Evis Hilfe das in 5 Zügen unfallfrei gelingt (zur Erinnerung: die Straßen auf Island sind im ländlichen Bereich alles Fahrdämme, sodass das Wasser abläuft, damit sie möglichst nicht überflutet werden ). Wir halten dann an einem Rastplatz auf dem Rückweg und machen Kaffeepause. Dort entdecken wir dann doch noch ein paar sehenswerte Felsen. ![](https://i.imgur.com/RpQMSNe.jpg) Felsen auf der Halbinsel bei Kópasker Gegen 17:30 Uhr sind wir dann am Tagesziel und finden Steinunn schlafend vor, denn wegen einer Erkältung von Steinbjörn ist sie daheim geblieben, während die Anderen ausgeritten sind. Rabea und Steinunn kommen sofort ins Plaudern darüber, was in der Zwischenzeit so passiert ist. Da ich mich an dieser isländischen Plauderei nicht beteiligen kann, werden mir die Lider schwer. Später, nachdem wir die EU-LE richtig geparkt und angeschlossen haben beginnen wir, das Abendessen unter Anleitung von Steinunn und Rabea vorzubereiten. Gegen 20:00 Uhr kommen dann auch die Anderen vom Reiten zurück und es gibt Abendessen. Zum Abschluss des Abends gibt es noch einen Animationsfilm „Paw Patrol“ und wir ziehen uns gegen 23:30 Uhr in die EU-LE zurück. **Sonntag, 14.08.2022:** Endlich mal ein echt „freier“ Tag. Trotzdem hat Evi den Wecker gestellt, denn sie möchte, dass wir uns gemeinsam mit den Anderen von Steinunn verabschieden, die heute zu ihrer Geschäftsreise startet. Die Verabschiedung ist herzlich und ich bin überrascht, dass Steinbjörn nicht quängelt. Danach frühstücken Evi und ich in der EU-LE und machen so dies und das. Gegen 16:00 Uhr telefoniere ich mit Simon, der gerade in Oberelvenich ist und nach unserem Haus sieht. Bis auf den verbrannten Rasen und den Spinnweben im Obergeschoss ist alles in Ordnung. Kurz danach gehen wir mit Rabea, Steinbjörn und Katrín einkaufen und bringen von Thorshöfn die Stiefmutter von Ágúst zum Kaffeetrinken mit auf die Farm. Ich bin echt fasziniert, wie Rabea mit der alten Dame die Unterhaltung auf isländisch bewältigt, während Evi und ich nur passiv daneben sitzen können. Ansonsten plätschert der Tag so dahin und ich habe endlich mal Muße wieder in meinem Buch zu lesen. **Montag, 15.08.2022:** Wir stehen nicht zeitig auf, denn das Wetter lädt eher dazu ein im Bett zu bleiben, obwohl später dann doch die Sonne mal durch blinzelt.Während Evi und Rabea ausreiten, krame ich am und im Hilux herum. So fülle ich das von ihm monierte AdBlue nach, denn dann habe ich einen 5 ltr-Kanister weniger im Auto. Außerdem bürste ich mit Wasser unsere „Mineraliensammlung“ ab, denn jeder von uns hat 1 oder zwei Steine gesammelt, die wir als Andenken mitnehmen wollen. Rabea holt gegen 14:30 Uhr Steinbjörn aus dem Kindergarten ab, dem es offensichtlich wieder besser geht. Am Nachmittag geht sie mit den Kindern zum Stall, denn dort sind noch Fenster zu streichen. Zum Abendessen gibt es „Spaghetti Bolognese“ mit den entsprechenden Einschränkungen für Steinbjörn als Extraportion, und für uns mit, nach meinen Geschmack, zu wenigen Kräutern, die die Farmleute jedoch nicht mögen. Der Abendhimmel verheißt Besserung für morgen. ![](https://i.imgur.com/wGFM33i.jpg) Sonnenuntergang über Saudanes Der Abend klingt aus mit Filme gucken (The incredibles Teil I und Teil II). **Dienstag, 16.08.2022:** Die Nacht ist unruhig, denn es bläst wieder ziemlich stark ums Haus und damit um die EU-LE. Aber dafür ist es morgens echt sonnig bei 10°C. Wir helfen Rabea dabei auf einem „Feld“ (eine Wiese, die durch tiefe Entwässerungsgräben in 5 Teile geteilt ist) die Verpackung der Heuballen zu befestigen, indem wir die losen Enden des Plastiks hinter einer der Wicklungen hineinstecken. Diese Maßnahme soll später, wenn das Heu den Tieren zum Fressen gebracht wird verhindern, dass die herabhängenden Plastikbahnen unter den Trecker kommen und abgerissen werden, wonach sie dann händisch aufgelesen werden müssten.Außerdem müssen die Rollen gezählt werden, denn die Farmer müssen für einige entsprechend registrierte Felder die Anzahl der Heuballen melden, um dafür Subventionen zu bekommen. Ein netter Marsch über die aufgeweichten Wiesen. Nach dem Mittagskaffee schleife ich die Verandatür ab, die eine Anstrich echt nötig hat. Leider haben wir noch kein Krepp zum Abkleben der Scheibe, sodass der Anstrich bis morgen warten muss.Etwas später machen Evi und ich einen Spaziergang am Strand und Saudanes zeigt sich von seiner besten Seite – ein wirklich schöner Sommertag! ![](https://i.imgur.com/Nzjr2yU.jpg) Saudanes in der Sonne – nicht alltäglich in diesem Sommer> Wir gehen bald zu Bett, denn bei Rabea und mir zeigt sich ein Anflug von Erkältung, die uns wohl Steinbjörn weitergereicht hat. **Mittwoch, 17.08.2022:** Wieder ein herrlicher Sonnenmorgen, sollte es so etwas wie einen “Indian Summer“ auf Island geben? Nur die Temperaturen entsprechen nicht diesem Bild, denn es sind nur 9°C als wir aufstehen, und es soll noch kühler werden. Bis Rabea vom Pferdetreiben zurück ist, kramen wir an der EU-LE herum und ich kümmere mich um unsere Mails. Leider steht die Zeit zu Hause nicht still und so langsam kriechen die alten Themen wieder in den Vordergrund, aber wir haben noch 3 Wochen auf Island, in denen noch einiges passieren kann. Rabea bekommt Besuch von einer jungen Dame namens Livia, die auch hier auf Island arbeitet, aber nicht als Au-pair, sondern im Rahmen des Programms „Workaway“. Witzigerweise kennen beide die Familie, bei der Livia jetzt arbeitet. Aber interessant finde ich, dass Rabea Livia heute das erste Mal trifft und der Kontakt über das Au-Pair-Netzwerk hergestellt wurde. Die beiden Mädels gehen einkaufen und anschließend zeigt Rabea ihr das Museum und das Flugzeugwrack. Am Nachmittag bietet uns Ágúst an, mit nach Langanes zu fahren, das wir bei weniger schönem Wetter schon einmal mit Rabea besucht hatten. Wir könnten ihm helfen, einen Reifen mit Felge zu suchen. Erst dachte ich, Ágúst wolle uns auf die Schippe nehmen, aber dies war sein voller Ernst. Wie schon berichtet nutzt unser Gastgeber Langanes, um dort Schafe und Pferde weiden zu lassen. Manchmal bringt er auch Schafe mit dem Viehtransporter (ein doppelachsiger Pferdeanhänger) zurück auf die Halbinsel, die sich wieder „nach Hause geschlichen“ haben, weil hier das beste Gras wächst. Auf einer solchen Fahrt ist Ágúst ein Rad inklusive Nabe vom Pferdeanhänger abgerissen, und er hat erst am Ziel seiner Fahrt den Verlust festgestellt. Genau dieses suchen wir jetzt! Wir finden entlang der Strecke drei Autoreifen, jedoch ohne Felge. Während der Fahrt erzählt unser Fahrer einige Details über die Landschaft, durch die wir fahren. Besonders eine „Räuberpistole“ bleibt mir im Gedächtnis, weil in ihr wieder französische Seeleute eine negative Rolle spielen, denn diese haben wir auch schon im Seefahrtsmuseum in Reykjavik vorgefunden. In diesem Fall sollen 4 Franzosen eine Farm „überfallen“, Schafe gestohlen und die Farmersfrau und ihre Tochter gefesselt haben. Als der Farmer Eynar „der Starke“ nach Hause kam, soll er die Seeleute mit seinen enormen Kräften mit den Köpfen zusammengeschlagen haben, sodass einer von ihnen nicht mehr aufwachte. Dann hat er sie mit ihren eigenen Boot zu dem Schiff, mit dem sie gekommen waren zurückgebracht, sie an Bord geworfen und das Boot behalten. Er soll das Boot noch jahrelang weiter genutzt haben. Nichts desto trotz bleibt unsere Suche erfolglos und wir kehren unverrichteter Dinge wieder zurück.Der Abend plätschert dann so dahin und schließlich rafft sich Rabea, die wegen ihrer Erkältung nach dem Tag recht schlapp ist, auf, einen Fischauflauf zum Abendessen zu kochen. Evi und ich helfen ihr schnippeln, während sie die Soße anrührt. Interessante Zutaten sind der hier gern genommene „Zitronenpfeffer“ und etwas Honig, das Ergebnis mundet uns sehr gut!Rabea bringt noch Steinbjörn zu Bett und geht dann selbst schlafen, denn ihre Erkältung hat sich verstärkt, und sie schnieft kräftig vor sich hin. **Donnerstag, 18.08.2022:** Heute Nacht hat es wieder stark geblasen und damit ist der „Sommer“ wohl endgültig vorbei. Ich fühle mich entsprechend unausgeschlafen, aber Rabea lädt uns ein, zum Frühstück zu Pancakes herüber zu kommen. Dieses Angebot können wir natürlich nicht ausschlagen. Nach dem Frühstück unternehmen Evi und Rabea einen Ausritt, wobei die beiden Glück haben, denn es lässt sich tatsächlich nochmal die Sonne sehen. Das ist für mich Anlass, mit dem Landcruiser nach Thorshöfn zu fahren und das fehlende Kreppband zu besorgen, das zum Abkleben der Scheibe der Verandatür fehlte. Damit kann ich endlich meinen Anstrich beginnen, wobei ich die Spuren des abgesprungenen alten Lacks nur notdürftig abdecken kann, was später Rabea dazu veranlasst mich aufzufordern, sie doch noch ein zweites Mal zu streichen. Das müssen wir aber auf morgen verschieben, denn jetzt machen wir erst mal Mittagspause. Plötzlich treibt Nebel vom Meer heran und es beginnt sogar zeitweilig zu regnen. Ansonsten schaue ich in meine Mails und surfe ein wenig herum, um schließlich in meinem Buch zu lesen.Zum Abendessen gibt es Reste und wir sehen fern. Später am Abend kommt noch jemand, wahrscheinlich ein Bekannter von Ágúst, der heute hier übernachtet. Wir trinken noch einen Kaffee zusammen und vertilgen die Reste von Rabeas Zimtrolle mit Eis. **Freitag, 19.08.2022:** Wieder eine stürmische und regnerische Nacht, es hat den Anschein als wolle uns Saudanes vergraulen. Noch vor dem Frühstück verabschiede ich mich von Ágúst, der zu einer Hochzeit fährt, wo er auch Steinunn trifft. Also bleiben Rabea und wir alleine mit Steinbjörn und Katrín. Wegen des schlechten Wetters verwerfen wir den Plan die Verandatür nochmal zu streichen. Dafür erhalte ich den Auftrag für das Sommerhaus nebenan eine „Treppe“ für den Ausgang aus der Verandatür (vor der derzeit noch keine Veranda ist) zu bauen. Rabea zeigt mir das „Restholz“, das ich dazu nehmen kann, verbietet mir jedoch die Treppe „fest“ mit dem Haus zu verbinden, denn ich habe immer die Befürchtung, dass sich eine solche Treppe verschiebt und jemand stürzt. Nachdem Rabea mich bei den derzeitigen Gästen des Sommerhauses angekündigt hat, wobei sie erfährt, dass es sich um eine Buchautorin handelt, die auf Saudanes Ruhe zur Vollendung eines Buches suchte und ob der vorgefundenen Ruhe (oder sollte ich sagen Ereignislosigkeit) jetzt schon mit der Arbeit fertig ist, messe ich die Treppe aus und mache mir einen Plan. Dabei finde ich zwei (fast perfekte) hölzerne Quader aus Bohlenabschnitten des Verandabaues vor und ich entschließe mich dazu, diese zu integrieren, da sie der Treppe zusätzliche Standfestigkeit verleihen sollen. Zuerst verbinde ich die beiden „Quader“ mit einem Brett zu einer „Stufe“ und baue dann seitliche eine Verlängerung für zwei zusätzliche Stufen an. Ich habe den Komfort in Ágústs „Garage“ arbeiten zu können und kann so größtenteils dem Regen entgehen. Mithilfe einer verrosteten Kreissäge, deren Kabel mehr als fragwürdig repariert wurde, schneide ich mir weitere Bretter für die Stufen und die senkrechten Bretter zu, wobei es qualmt, als habe ich einen Ofen angeworfen. Das Beste ist der Akku-Schrauber von Makita, der per Schlagwerk wirklich jede Torx-Schraube (allerdings auch nur diese) versenkt. Auf diese Weise entsteht die wohl hässlichste „Freitreppe“ Islands (aber auch nur, wenn man sie mit kritischem deutschen Blick betrachtet, in isländischen Augen ist sie funktionell und damit perfekt!).Schließlich transportiert Rabea die Treppe, die inzwischen einiges an Gewicht zugelegt hat, per Radstapler an die gewünschte Stelle. Wir richten sie noch etwas aus und drapieren große Steine rundherum. Ich darf den Radstapler in die „Garage“ zurückfahren und bin stolz wie Oskar! ![](https://i.imgur.com/NXd4rmS.jpg) „Freitreppe“ am Sommerhaus mit Steinbjörn, Evi und Robert ![](https://i.imgur.com/jIVeHix.jpg) „Gabelstaplerfahrer Robert“ Trotz des unschönen Wetters gehen Evi und Rabea nochmal zu den Pferden, während Katrín mit Steinbjörn einen Animationsfilm schaut und ich auf dem Handy surfe und schließlich beim Live-Ticker des Bundesligaspiels Mönchengladbach vs. Hertha BSC hängenbleibe. Zum Abendessen gibt es heute Wraps (ein verkapptes Reste essen), wobei man sich seinen Wrap mit dem, was auf dem Tisch steht, füllen darf. So langsam zieht Wehmut ein, denn heute ist unser letzter Abend auf Saudanes, Rabea muss viel für Hvanneyri zusammenpacken und wir versuchen noch die letzten Sachen zu waschen, damit wir nur noch einmal waschen müssen, bis wir nach Hause kommen. **Samstag, 20.08.2022:** Wir stehen zeitig auf denn heute haben wir eine lange Fahrt vor uns (ca. 8 Stunden). Rabea muss nicht nur für sich packen , sondern auch für Steinbjörn und Katrin, die zur Tante „nebenan“ gehen bis Steinunn und Ágúst wieder da sind. Mit Übergabe der Kinder und Verabschiedung ist es kurz von 12:00 Uhr als wir endlich losfahren können. Das Wetter ist neblig und gemischt mit Wind und Regen. Insbesondere in den Höhenlagen ist der Nebel recht dicht (Sicht geschätzt unter 70m). Und das bei den Straßen in Island, die immer für eine Bodenwelle oder eine plötzliche Seitenschräglage gut sind, auch wenn sie super aussehen. Da sind mir die etwas ausgefahrenen und geflickten Stücke lieber, denn da kann ich antizipieren, dass es die EU-LE in irgendeiner Weise durchschüttelt. Nach zwei Stunden sind wir in Husavik, wo ich tanke und ein neue Gasfüllung erstehe, wobei es kräftig regnet. Ab hier fährt Rabea bis Akureyri. In Akureyri halten wir kurz beim Bonus, um noch ein paar Lebensmittel zu besorgen. Danach führt Rabea uns zu einem „Drive-In“ Imbiss, denn sie möchte uns zu einem Bacon-Burger einladen, jedoch entscheidet sich Evi für einen „speziellen“ Hot-Dog (Wurst im Brötchen belegt mit Pommes Frittes und mit Käse überbacken). Gut gesättigt setzen wir dann unsere Fahrt nach Borganes fort, wo wir uns zum Nachtisch noch jeder eine dieser Eisspezialitäten mit den drei zusätzlichen Zutaten (wir hatten das schon einmal in Selfoss) gönnen wollen. Dieses Mal gibt Evi das Eis aus. Erfreulicherweise hellt sich der Himmel gegen 20:00 Uhr auf und es ist sogar noch etwas sonnig, als wir in Borganes ankommen. Evi hat mit ihrer Zutatenauswahl aber etwas Pech, denn sie hat „Mars“ genommen, das zum einen nicht so klein zerschlagen wurde und zum anderen dann wieder zu einem ziemlich großen Klumpen „zusammengebacken“ ist. Wir haben aber trotzdem viel Spaß dabei, Evi zu zusehen, wie sie ihr Eis isst. Jetzt sind es nur noch 15 Minuten bis Hvanneyri. Als wir ankommen, können wir Rabeas Mitbewohnerin schon am Fenster sehen, die schon die Grundreinigung der Wohnung übernommen und ihre Möbel eingeräumt hat. Auch sind Rabeas Sachen (diverse Kartons und Kisten, die Waschmaschine, das Bett, der Schreibtisch und ihr Fahrrad) sind schon in der Wohnung und müssen nur noch zurechtgerückt werden (dabei hilft Evi tatkräftig mit). Ich hänge im Bad den Duschvorhang und im Wohnzimmer vor einem Fenster ein paar Gardinen auf, so dass es etwas wohnlicher aussieht.Gegen 23:00 Uhr gehe ich echt müde in der EU-LE zu Bett, die auf dem Parkplatz gleich vor dem Haus steht. **Sonntag, 21.08.2022:** Als wir aufstehen strahlt die Sonne vom Himmel, aber es sind nur 6°C draußen. Wir tragen alles Notwendige fürs Frühstück in die Wohnung von Rabea und Hanna und frühstücken gemütlich.Rabea stellt dann eine lange Liste zusammen, die sie heute mit unserer Hilfe (wegen des Transports) einkaufen will. Unter anderem einen Schreibtischstuhl, ein Nachtschränkchen und diverse praktische Kleinigkeiten, die wir im IKEA kaufen wollen. Tatsächlich freue ich mich darauf, denn ich war schon Jahre nicht mehr im IKEA, auch wenn ich es nach wie vor lästig finde, alle Abteilungen ablaufen zu müssen, bis man endlich in das Hochregallager gelangt. Außerdem wollen die beiden Mädels Vorräte im Costco einkaufen, weil das „so günstig“ ist, die sie dann teilweise einfrieren werden. Nachdem das getan ist, besuchen wir nochmals das Hard-Rock-Cafe für ein „Abschiedsessen“. Wir sind guter Laune, das Essen ist prima und die Playlist entspricht auch den Erwartungen. Zwar ist die Einkaufsliste noch nicht ganz erledigt, aber wir fahren zurück nach Hvanneyri, denn nun müssen die Kleinmöbel noch aufgebaut werden. Während Evi das Portionieren der Fleischvorräte zum Einfrieren übernimmt, beginnt Rabea mit der Möbelmontage und ich sortiere unsere Vorräte, um zu identifizieren, welche unserer Konserven wir Rabea überlassen können, denn wir müssen nur noch 17 Tage damit abdecken (der Rest ist Schiffspassage und Geburtstagsessen in Osnabrück).Danach machen wir noch einen kleinen Imbiss mit den mitgebrachten Antipasti und alle sind froh, dass es jetzt ins Bett geht. **Montag, 22.08.2022:** Wir stehen um 08:30 Uhr auf, denn dann können wir ungestört in der Wohnung von Hanna und Rabea duschen. Die beiden sind nämlich zu einer Art Empfang zum Semesterbeginn, wobei sich herausstellt, dass dies eher für neue Studenten gemeint war. Aber auf diese Art können sie wenigstens ein paar Kontakte wieder beleben. Gegen 09:30 Uhr kommen sie zurück, gerade recht zum Frühstück. Wir organisieren noch ein wenig und sind dann endgültig bereit für den Abschied von Rabea (innerliches Schluchzen und Heulen!). Wir wollen nach Südwesten, was uns an Reykjavik vorbei führt. Aber wir fahren diesmal nicht durch den Tunnel, sondern die 47 den Fjord entlang. Von dieser geht eine Straße in die Berge zum Glymur, dem höchsten Wasserfall (Fallhöhe 160m) Islands. Allerdings reicht die Straße nur bis zu einem Parkplatz und von da geht ein Wanderweg zum Wasserfall inklusive Flussüberquerung per Baumstamm. Wir laufen bis zu den Felshöhlen, von denen eine Teil des Weges ist, denn man steigt durch sie hindurch zum Fluss mit dem Baumstamm. Wir ersparen uns das und genießen die Aussicht „von Oben“, nur dass wir den Glymur nicht direkt sehen können. Trotzdem eine beeindruckende Kulisse und auch eine schöne Wanderung, bei der wir noch über eine paar Bäche gehen müssen. ![](https://i.imgur.com/PtYHb0x.jpg) Evi in der Höhle auf dem Weg zum Glymur ![](https://i.imgur.com/sZ8YYYk.jpg) Die Schlucht des Glymur aus der Ferne ![](https://i.imgur.com/SeeifYZ.jpg) Blick zurück zum Fjord Wir setzen den Weg um den Fjord fort und suchen uns eine Stelle für unsere Kaffeezeit. Die Straße ist zwar geteert, aber doch etwas unruhig, dafür landschaftlich sehr schön. Schließlich treffen wieder auf die altbekannte 1 nach Reykjavik. Obwohl wir nur auf dem Außenring fahren und dann auf die 41 nach Keflavik abbiegen, stehen wir doch ein paar mal im Stau. Schließlich erreichen wir den Campingplatz in Sandgerdi gegen 17:30 Uhr. Es ist bewölkt, aber trocken. Der Platz ist gut besucht und eine echt positive Überraschung, denn das Waschhaus ist gut ausgebaut und offensichtlich um einen „Aufenthaltsraum“ erweitert worden (an jedem Tisch gibt es 2 Steckdosen zum Aufladen diverser elektronischer Geräte). Auch die Campingwiese ist in keiner Weise aufgeweicht und sogar teilweise mit kleinen Büschen parzelliert. Nachdem wir die EU-LE aufgebaut haben, machen wir einen Spaziergang zum Hafen. Wir finden zwar keinen Strand vor, aber als wir dort sind kommen gerade zwei Fischereiboote herein. Leider ist das einzige Lokal am Hafen heute geschlossen.Wieder zurück bei der EU-LE machen wir es uns gemütlich und es gibt Eintopf mit Brühwürsten. **Dienstag, 23.08.2022:** Heute Morgen weckt uns der strahlendste Sonnenschein und der blaueste Himmel, den wir bisher gesehen haben. Zwar gepaart mit einem frischen Wind, aber so lässt es sich aushalten! Nach gemütlichem Frühstück starten wir gegen 12:00 Uhr mit dem Versuch die Küste enlang nach Süden zu fahren. Dazu geht es zunächst über die 45 in Richtung Hafnir. Nach ein paar Kilometern machen wir bei einer Kirche mit einem erstaunlich großen Friedhof halt. Nach kurzem Umsehen soll es weiter gehen, aber wir sind etwas irritiert, denn an der Straße, die wir hierher gefahren sind steht plötzlich ein Sackgassen-Schild! Da die Straße eine guten Eindruck macht fahren wir weiter, immer gewärtig, umkehren zu müssen. Aber es stellt sich uns keinerlei Hindernis in den Weg, bis wir auf die 427 in Richtung Süden abbiegen können. Tja, vielleicht hat das Schild nur die falsche „Ausrichtung“ und meinte eigentlich den Weg zu dem Hof neben dem Friedhof!?! Auf diese Weise kommen wir in das Lavafeld im Süden und nähern uns erneut der Interkontinentalspalte. Hier hat man sogar „symbolisch eine Brücke (Miðlina) zwischen der Amerikanischen und der Eurasischen Kontinentalplatte gebaut. Dabei finde ich diese Stelle der Kontinentaldrift längst nicht so beeindruckend wie in Thingvellir, wo es sich wirklich um eine tiefe, dunkle Spalte handelt. Diese Sehenswürdigkeit ist besonders bei Amerikanern beliebt, die auch gleich das Foto eines jungen Mannes nachstellen, der scheinbar die Brücke auf seinen Händen trägt. Natürlich kann Evi nicht widerstehen und will auch so ein Foto. ![](https://i.imgur.com/BAlAJSH.jpg) Evi vor der Miðlina Wir folgen weiter der 427 und gelangen in das dortige Heißgebiet, in dem es einige sehr heiße Quellen gibt. Daher steht dort auch ein 100 MW- Kraftwerk, das den 300°C heißen Wasserdampf aus der Erde nutzt, um mehrere Turbinen zu betreiben und einen Höllenlärm macht, gerade als wenn ein Riese (könnte auch ein Troll sein) nach wiederholter Anstrengung kräftig auspustet. Es führt eine kleine aber sehr gut ausgebaute Straße an diesem Werk vorbei zum ältesten Leuchtturm Islands (nur noch Überreste, da zerstört). Aber den Felsen Valahnukur, auf dem er stand, kann man „besteigen“, und dort gibt es einen schönen Rundumblick. Von hier hat man auch einen guten Blick auf den gleich nebenan stehenden neuen Leuchtturm, der jedoch verschlossen ist. Danach gehen wir noch ein Stück die Küste entlang und treffen auf ein Bronzemahnmal für die inzwischen ausgestorbene Auk-Vogelart. ![](https://i.imgur.com/W8rxeOS.jpg) Neuer Leuchtturm ![](https://i.imgur.com/rmnegAb.jpg) Felsen Valahnukur des alten Leuchtturms ![](https://i.imgur.com/EtF6viD.jpg) Evi mit Auk-Statue Gleich „nebenan“, nach kurzer Fahrt über die 427, stoßen wir auf die Zufahrt zu den Gunnuhver Hot Springs, die kräftig dampfen und ein ganzes Areal „buntfärben“ mit ihren Ablagerungen. Vor lauter Dampf kann man die eigentliche Fontäne der Quelle nur erahnen. Erfreulicherweise ist der Weg zur „Besichtigung“ gut mit Holzstegen ausgebaut, so dass man im dichten Nebel nicht in irgendein „heißes“ Loch hineintreten kann. ![](https://i.imgur.com/AFKBQWi.jpg) Hot Spring Gunnuhver ![](https://i.imgur.com/Xc2tkyM.jpg) Schwefelablagerungen Weiter in Richtung Grindavík sehe ich ein paar Autos zwischen den Felsen und entscheide, einfach mal hinzufahren. Auf diese Weise finden wir Brimketill, einen Brandungskessel in den Felsen der Küste. Das stetige Kommen und Gehen des Wassers in dem natürlichen Becken hat irgendwie eine „kontemplative“ Wirkung. Der Sage nach soll es früher noch an der Seite eine Felsformation gegeben haben, die eine versteinerte Troll-Frau dargestellt haben soll. Diese Troll-Frau wurde nämlich versteinert, als sie zu lange in dem Becken gebadet hat und von der Morgendämmerung überrascht wurde. Leider gibt es diesen Felsen nicht mehr, denn hier gibt es immer wieder Erdbeben, die die Felsen um- oder einstürzen lassen, was auch dem Felsen des alten Leuchtturms teilweise passiert ist. ![](https://i.imgur.com/yg63arP.jpg) Brimketill Weiter auf der 427 kommen wir durch Grindavik und halten uns in Richtung Þorlákshöfn (=Shorlaukshöp). Plötzlich tauchen mehrere Schilder mit dem Hinweis auf „Vulcano Parking“ auf und wir sehen in der Ferne einen Berg, der schwarz ist und sich auf diese Weise von den anderen abhebt. Wir vermuten, dass dies das jüngste Ausbruchsgebiet ist, das auch in unseren heimischen Medien erwähnt wurde. Als wir an einem solchen „Vulcano Parking“ vorbeikommen, ist dort genauso ein „Rummel“ mit diversen Buden, wie wir es am Gletschersee erlebt haben. ![](https://i.imgur.com/MyOIBod.jpg) „Schwarzer Berg“ Wir halten jedoch nicht an, sondern setzten unseren Weg nach zum Campingplatz in Þorlákshöfn fort. Zwar zeigt die Campingwiese die Spuren des zu nassen Sommers, aber ansonsten ist die Anlage des Platzes sehr gut, und er verfügt erfreulicher Weise auch über Duschen, was auf der Website der Campingcard leider unterschlagen wurde. Nachdem die EU-LE „aufgebaut“ ist (mit Keilen ausgerichtet, Strom angeschlossen, Abwassersack angeschlossen und alle Energiefresser auf Strom umgestellt sind) machen wir einen Rundgang im Ort. Da wir am Schwimmbad stehen, gehen wir mal hinein und fragen nach dem Preis. Hier erleben wir eine Überraschung, denn da ich noch zu jung bin (das hört man ja gern) muss ich den vollen Preis von 1070 ISK (ca. 8 €) bezahlen, was schon ein toller Preis ist, denn ich könnte dann alle verschiedenen Becken und die Sauna nutzen ohne eine zeitliche Beschränkung. Aber der der Clou ist der Eintrittspreis für Evi, deren Behindertenstatus hier anerkannt wird, mit 0 ISK!Daher beschließen wir, hier 2 Tage stehen zu bleiben und morgen einen Badetag einzulegen. Nach dem Rundgang, der etwas ernüchternd ist, denn der Ort wirkt in großen Teilen sehr aufgeräumt und gepflegt, aber bis auf einen Imbiss bei der Tankstelle ist nichts mehr offen, wo man sich noch gemütlich hinsetzen könnte. Außerdem gibt es an vielen Stellen Baustellen, was auf eine starke Expansion des 1500 Seelen Ortes spricht. So kehren wir zur EU-LE zurück, machen Abendbrot und anschließen stöbert jeder von uns auf seine Weise im Internet herum, soweit das bei dem schwachbrüstigen Netz geht. **Mittwoch, 24.08.2022:** „Pünktlich“ um 08:30 Uhr weckt uns der Presslufthammer eines großen Baggers auf der Baustelle des benachbarten Neubaugebietes, der die Felsen zerschlägt, die den Fundamenten im Wege sind. Das Wetter ist im Gegensatz zu gestern bedeckt und es regnet ein wenig. Nach dem Frühstück packen wir unsere Badesachen zusammen und gehen, wie gestern beschlossen, ins Schwimmbad. Tatsächlich kostet uns der Spaß nur 1070 ISK! Das Bad verfügt über ein Innenbecken, das aber eher eine Spielwiese für kleine Kinder ist. Draußen gibt es 4 beheizte Becken, wobei eines eine 25 m-Bahn ist und von der Schule für den Schwimmunterricht genutzt wird. Als wir ankommen sind außer uns 2 Personen im Wasser. Wir testen zunächst den 41°C-Pool (bei Außentemperatur 11°C bleibt am liebsten nur die Nasenspitze draußen). Dann gibt es noch einen Pool mit Massagedüsen bis 39°C und einen „Liege-Pool“ mit nur bis zu 37°C. Leider ist die Wasserrutsche außer Betrieb. So „hüpfen“ wir von Becken zu Becken, bis Evi schließlich sogar noch einen Abstecher in die Dampfsauna macht und danach noch ein paar Bahnen schwimmt. In der Zeit, in der wir dort sind, kann ich zweimal eine „Schwimmunterrichtsstunde“ beobachten, einmal Mädchen und einmal Jungen. Zunächst hüpfen alle, egal ob Mädchen oder Jungs, in einen der beiden heißesten Pools, bis die in Trainingsanzug und Mantel gekleidete Lehrerin auftaucht und die Jugendlichen in das 25 m-Becken bittet. Dann sollen die Kinder je 2 Bahnen Kraulen, Brustschwimmen und Rückenschwimmen, wobei die Lehrerin vom Beckenrand „kommandiert“. Danach dürfen die Kids wieder für ca. 15 Minuten in die Hot Pots und die Schwimmstunde ist beendet. Gegen 13:30 Uhr verlassen wir das Bad und machen in der EU-LE Kaffeezeit, wobei sogar Evi schon Hunger hat. Nach dem Kaffee „chillen“ wir erst mal in der EU-LE und gegen 16:00 Uhr brechen wir auf zu einem Rundgang, der uns an den Strand führen soll, Wir haben aus dem Schwimmbad einen Stadtplan mitgenommen, der ein paar „Sehenswürdigkeiten“ ausweist und versuchen dem Weg, der diese verbindet zu folgen. Wir finden zwar ein paar Schautafeln mit Erklärungen, aber nicht den Verbindungspfad! So finden wir „Laudur“, der in früherer Zeit als großer Brocken (ca. 60 t in fast perfekter Quaderform) der Orientierung für die Fischer zur Einfahrt in den Hafen diente, bis ihn eine große Flut von dort weg spülte! Bei der Neuanlage des Hafens sollte er dann als Baumaterial dienen, was aber ein war „Wissende“, die seine frühere Bedeutung kannten, verhindert haben. Schließlich wurde er von einem Bauunternehmer beim Hafenausbau mit schwerem Gerät an diese Stelle transportiert. ![](https://i.imgur.com/Ptu9yUw.jpg) „Laudur“ Von hier aus soll es weitergehen zum Leuchtturm, aber wir können keinen Pfad entdecken und stapfen über die Wiese, bis ein neu angelegter Graben uns den Weg versperrt und wir über die Straße ausweichen. Ich dachte erst an einen Entwässerungsgraben, aber bei der Straße sind schon Leerrohre für irgendwelche Leitungen verlegt worden. ![](https://i.imgur.com/7aMARhF.jpg) frischer Graben Jedenfalls gelangen wir über die Straße zum Leuchtturm, wobei ich zwischenzeitlich den Eindruck hatte, ich spaziere in einen Steinbruch. An uns rauschen nämlich überschwere Muldenkipper vorbei und ich hoffe, dass wir nur schnell genug aus dem Wege sind. Als wir später am Leuchtturm stehen sehen wir, dass die Mole erweitert wird und die Muldenkipper ihre Ladung abladen. Kurz vor dem Leuchtturm und bei ihm selbst finden wir Edelstahlplastiken. Die eine soll an eine Wikingerfrau erinnern, die es gewagt hat mit 20 Mann und einem Schiff ihre Heimat zu verlassen und hier gelandet sein soll. Die andere erinnert an die Fischerboote, die mit Rudern aufs Meer gefahren sind. ![](https://i.imgur.com/0PHBP9n.jpg) Erinnerung an ein mutige Wikingerin ![](https://i.imgur.com/TyRpBoV.jpg) Erinnerung an die mutigen Fischer von Þorlákshöfn Wir versuchen dann auf dem Damm entlang der Küste zu bleiben, was aber nicht ganz einfach ist, sodass wir nur langsam voran kommen, Laut unseres Stadtplans sollten wir den Damm bis kurz vor die Fabrik (?) folgen, um dann wieder stadteinwärts zu wandern. Aber in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit und unserer geringen Motivation dazu beschließen wir, „querfeldein“ zu der Kirche, die sich direkt neben dem Campingplatz befindet, zu laufen. Dazu müssen wir nur eine “Wiese“ bis zur Straße, die zur der Fabrik führt, überqueren. Diese Wiese erweist sich aber als „Flutgebiet“ zwischen den Dämmen und wir müssen immer wieder „Flussgräben“ überwinden, die aber erfreulicherweise derzeit trocken sind. Dann stehen wir auf der Straße und haben nur noch ein kurzes Stück Wiese vor uns. Aber das Laufen auf ihr ist sehr anstrengend, denn wir sinken tief in die Moos- und Graspolster ein. Wir gelangen jedoch, ohne in etwaige Sumpflöcher einzusinken, bis zur Kirche und damit auch zur EU-LE. ![](https://i.imgur.com/1NU6Jy0.jpg) „Flussgraben“ ![](https://i.imgur.com/VEXBrWW.jpg) Evi zeigt Richtung Kirche Jetzt ist es aber Zeit fürs Abendessen: Sauerbraten (aus der Dose) mit Kartoffeln und Salat. **Donnerstag, 25.08.2022:** Gegen 09:00 Uhr stehen wir auf und frühstücken in Ruhe. Danach fahren wir zum Einkaufsladen (diesmal ein Kronan) und zur Tankstelle.Heute wollen wir in ein Gebiet mit heißen Quellen in und um Hveragerdi. Dieser Ort ist schon ein Stück größer als Þorlákshöfn und vor allem wird hier viel mit Erwärme betrieben: Gewächshäuser, Bäckerei, Pizzeria und Brauerei. Wir fahren zunächst durch den Ort in Richtung Reykjadalur (= Tal des Dampfes). Dort angekommen ergeben wir uns in unser Schicksal und parken auf dem kostenplichtigen Parkplatz (letztendlich für ca. 4 Stunden 950 ISK). Der Weg ist schon von weitem zu erkennen (zumindest die ersten 500 m) und er ist auch perfekt ausgeschildert. Offensichtlich werden hier Schafe gehalten und Pferdetouren angeboten. Es „raucht“ links und rechts des Weges, wobei es sich um kleine Schlammgeysire und Wassergeysire handelt. ![](https://i.imgur.com/mRREAaf.jpg) HInweis Reyjadalur ![](https://i.imgur.com/FGYXeRz.jpg) „rauchende“ Umgebung Der Weg führt zunächst steil bergan, dann aber um den Berg herum und weiter hinauf. Danach wieder etwas hinab durch ein kleines Tag und wieder hinaus um den nächsten Hügel. Dann noch einmal durch ein Tal und um den Rücken eines Hügels und endlich sind die Holzstege zu sehen, die für die „Badewütigen“ angelegt wurden. Dabei entsteht das Phänomen durch eine echt heiße Quelle und einen normal kalten Fluss, die zusammenfließen und so eine ideale Mischtemperatur erzeugen. Das Wetter ist zwar sonnig, aber es pfeift ein starker Wind aus Norden, der die gefühlte Temperatur stark absenkt. (Viele der Badenden tragen Mützen im Wasser). Trotzdem lässt es Evi sich nicht nehmen in den Hot-River zu gehen, wenn auch nur kurz, denn es ziehen ein paar dunkle Wolken heran und drohen mit Wetterwechsel. Nach einem kurzen Bad von Evi machen wir uns auf den Rückweg. Vor allem bei den abwärtigen Wegpassagen versuchen wir unsere Knie dadurch zu entlasten, dass wir in Schlangenlinien laufen, trotzdem knirscht und knackst es ganz schön in den Knien. Schließlich sind wir gegen 16:30 Uhr wieder bei der EU-LE ![](https://i.imgur.com/jeXqNUz.jpg) Hot-River im Reykjadalur bei Hveragerdi ![](https://i.imgur.com/4BtXzQD.jpg) Bild Evi im Hot-River Um uns zu belohnen fahren wir nochmal in den Ort, wo ich etwas gesehen habe, was nach eine Konditorei mir Produkten aus Skyr aussieht. Leider ist dieses Lokal geschlossen. Statt dessen gehen wir zum „Ölverk“, einer mit Erdwärme betriebenen Brauerei und Pizzeria. Wir gönnen uns gemeinsam eine „Dessert Pizza“ mit Nutella, gefriergetrockneten Erdbeere, Banane und Mini-Marshmallows – echt lecker! ![](https://i.imgur.com/OLB42F2.jpg) Dessert-Pizza im Ölverk in Hveragerdi So gestärkt fahren wir dann auf den Campingplatz in Stokkseyri, den wir schon einmal besucht hatten. Das Wetter ist leicht bedeckt, aber der Wind ist immer noch stark. Evi benutzt die kostenlose Waschmaschine, um unsere seit Saudanes angesammelte Schnutzwäsche zu waschen, während ich diese Zeilen schreibe. Dafür werde ich dann morgen 200 ISK für die Dusche zahlen. **Freitag, 26.08.2022:** Als wir aufwachen strahlt die Sonne vom Himmel, wenn auch mit einer kräftigen Brise aus Norden. Aus pragmatischen Gründen gehen Evi und dich gemeinsam duschen. Dies im Wortsinne, denn für die schon erwähnten 200 ISK können wir 10 Minuten warm duschen. Deshalb schlüpfen wir gemeinsam in die Dusche und trotz Evis Haarwäsche und anschließendem heiß und kalt Abduschen verbrauchen wir nur 7 Minuten! Nach dem gemütlichen Frühstück und noch einem kleinen Plausch mit den Campernachbarn aus Hannover (Kennzeichen H-AI..) fahren wir in Richtung Geysir, denn zum einen wollen wir näher ans Hochland heranfahren und zum anderen wollen wir das schöne Wetter nutzen, einige der schon besuchten Punkte mal in der Sonne zu erleben. Der Geysir Strukkur zeigt sich auch von seiner besten Seite, wobei der starke Wind die Fontäne jeweils schnell verweht. ![](https://i.imgur.com/8JrvT9k.jpg) Geysir Strukkur Von hier fahren wir weiter zum Gullfoss (=Goldwasserfall), den wir im Regen ausgelassen hatten. Der Wasserfall hat seinem Namen von der Geschichte eines „reichen“ Bauern in der Nähe, der das von ihm angesammelte Gold nicht an irgendwen weiter geben wollte und statt dessen die Truhe mit dem Gold in den Wasserfall geworfen hat – ja so sind sie die Isländer, wenn sie sauer sind. Der Wasserfall hat zwei Stufen und einen starken Durchfluss, weswegen er wohl auch zur Disposition für die Errichtung eines Staudammes stand, was jedoch die engagierte Dame Sigrídur Tomásdottír verhindert hat, deren Familie das umgebende Land gehörte. So können nun tausende von Touristen in den Sommermonaten dieses Naturereignis ansehen und (wie ich vermute vor allem Amerikanern) eine „arktistaugliche“ Ausrüstung erstehen, mit der sie sich dann dem Spray des Gullfoss aussetzen können (damit hat „Gold“ eine ganz neue Bedeutung). ![](https://i.imgur.com/CMiIVSm.jpg) Gletscherfernblick am Gullfoss ![](https://i.imgur.com/Dp3IvBE.jpg) Gullfoss mit Regenbogen ![](https://i.imgur.com/agDeH8E.jpg) Evi vor der zweiten Stufe des Gullfoss ![](https://i.imgur.com/DfnBwRI.jpg) „verwehter“ Spray des Gullfoss (Wind kommt von hinten) Soweit ein schöner Viewpoint, aber mir macht der Wind und insbesondere die Böen Sorge, die laut Wetterauskunft bis zu 20 m/sec in der Spitze haben sollen. Deshalb parke ich die EU-LE um, bevor wir Kaffeezeit machen, damit unsere Dachluke nicht mehr so „erbärmlich“ klappert. Ich hoffe jedoch, dass morgen der Wind abflaut, wenn wir weiter ins Hochland wollen. Das „richtige“ Reisegefährt sehen wir beim Verlassen des Parkplatzes. ![](https://i.imgur.com/TdbOObj.jpg) Geländegängiger Reisebus Wir fahren zurück zum Campingplatz Skjól, dessen Campingwiese diesmal nicht unter Wasser steht, auch wenn noch Spuren der nassen Tage zuvor zu sehen sind. Außerdem hat sich auch baulich einiges getan, denn es wurde ein Holzhaus errichtet, das wohl zukünftig die Rezeption (das Geschäft mit dem Camping läuft wohl gut) und andere Teile der Platzinfrastruktur enthalten soll. Ansonsten genießen wir die Sonne (im Windschatten der EU-LE) und sehen anderen Campern beim Aufbauen zu. Gerade so wie es auch die Isländer im Camping machen, nämlich dasitzen, sich einen trinken und beobachten. Mit Nachrichten und Fotos an Kollegen Zuhause sowie der Weiterführung des Tagebuchs wird es schnell Zeit fürs Abendessen (Heiße Reste mit Salat). Für das anschließende Abspülen finden wir an den entsprechenden Außenbecken nur Kaltwasserhähne vor, weshalb wir uns heißes Wasser aus der EU-LE holen ( Camperleben!).Kleine lustige Episode: Als wir beim Spülen waren lief der Wasserhahn des Nachbarbeckens permanent und ein dunkelhäutiger, junger Mann fragte uns auf Englisch, wie das Wasser abzustellen sei. Ich habe den Hahn dann mit großer Anstrengung halbwegs geschlossen und er sagte „danke“. Wie sich herausstellte kam der junge Mann aus München! Die Umgebungstemperatur bereitet uns schon mal aufs Hochland vor, wo wir es in Gletschernähe kaum wärmer antreffen werden. **Samstag, 27.08.2022:** Wir stehen bei strahlendem Sonnenschein auf und auch der Wind ist merklich abgeflaut, so dass unserer „Expedition“ ins Hochland nichts mehr im Wege steht. Der befürchtete Stau bei den Toiletten bleibt aus und die Dusche ist auch gerade frei als ich komme, so kann der Tag starten! Bevor wir ins Hochland aufbrechen, mache ich sicherheitshalber den Tank voll, denn man weiß ja nie. Dann geht es am Gullfoss vorbei die 35 ins Hochland, wobei ich zunächst überrascht bin, wie weit diese Straße noch geteert ist. Deswegen und wohl auch wegen der zusätzlichen Brücken, die gebaut wurden, hat die 35 ihr „F“ verloren. Eine „F-Straße“ heißt auf Island, dass Benutzer mindestens Vierradantrieb haben sollten, besonders bei nassem Wetter. In gewisser Weise bin ich froh darüber, obwohl nach dem Ende der geteerten Strecke die Durchfahrt durch das nächst Tal recht rau und steil ist und sogar eine Geschwindigkeitsempfehlung von nur 20 km/h vor der Abfahrt steht, das will auf Island schon was heißen. Aber wir überwinden dieses Tal und nach einer Weile wird die gravel road doch recht gut befahrbar, so dass ich mir sogar 60-70 km/h zutraue. Inzwischen macht Evi schöne Bilder von Gletschern und Bergseen. ![](https://i.imgur.com/e14AKeZ.jpg) Gletscherblick ![](https://i.imgur.com/Awi2SuX.jpg) Bergsee als Spiegel Leider endet die Herrlichkeit bei einem Kaffee mitten in der „Pampa“. Auf der Strecke bis dahin begegnen uns auch die unterschiedlichsten Gefährte: Wohnmobile, 10t-Lastwagen, Off-Road-Busse und Fahrräder! ![](https://i.imgur.com/EKkqDAo.jpg) Off-Road-Buss ![](https://i.imgur.com/k9N3Eqa.jpg) Fahrradfahrerinnen auf der 35 Außerdem überholen mich eine Reihe von Isländischen Fahrzeugen. Unter anderem auch zwei „Falt-Camper“, die ebenfalls auf Pick-Ups montiert sind, ebenso letzte Nacht auf dem Camping-Platz Skjól gestanden haben und von Deutschen gefahren werden. Aber mit dem Leihwagen ist eben leichter auf dieser Art von Straßen zu rasen, wobei ich glaube, dass die isländischen Fahrzeuge eine andere Auslegung des Fahrwerks haben, die einfach höhere Geschwindigkeiten erlaubt. Ich versuche, möglichst ohne Schaden und halt etwas langsamer, die schlimmsten Stellen zu überwinden. Und dann kommt unsere erste Furt, die ich allerdings auf höchstens 50 cm Tiefe schätze und die auch nur höchstens 4 m breit ist. Etwas später treffen wir auf ein Straßenbaufahrzeug, das die Straße frisch „abhobelt“. Eine kurze Weile kann ich in seiner Spur fahren, aber dann muss ich auf die rechte noch unbearbeitete Seite wechseln, um Gegenverkehr auszuweichen. Die 35 hat es hier echt nötig und teilweise muss ich auf Schritttempo herunter bremsen und jedes Schlagloch „ausfahren“. ![](https://i.imgur.com/BfQt9NM.jpg) Unsere erste Furt! ![](https://i.imgur.com/4tMNtVh.jpg) Baufahrzeug auf der 35 Schließlich erreichen wir kurz vor 14:00 Uhr nach ca. 2,5 Stunden Hveravellir. Hier ist ein Hochtemperaturgebiet mit einer Vielzahl kleinerer Geysire zwischen denen man Stege angelegt hat, um sie sicher zu betrachten. Denn bei einigen heißen Quellen kann man die dünne Deckschicht gut erkennen und es wäre sicher nicht schön, plötzlich mit dem Fuß in 100°C heißem Wasser zu stehen. Außerdem betreibt man mit dem heißen Wasser einen Hot-Pot. Ein Guesthouse, ein Restaurant und ein Campingplatz vervollständigen das touristische Highlight. Wir checken für eine Nacht ein, bauen die EU-LE auf und machen erst mal Kaffeezeit. Kurioser Weise ist Evi ziemlich erschöpft (war die Fahrt so schlimm?) und legt sich etwas hin, während ich mich mit dem Campingsessel in die Sonne setze. Nach dieser Ruhepause machen wir einen Rundgang durch das Heiße-Quellen-Gebiet und schließlich steigt Evi noch in den Hot-Pot. ![](https://i.imgur.com/T5QjbHH.jpg) ![](https://i.imgur.com/qHHbhBt.jpg) ![](https://i.imgur.com/3Wir8FA.jpg) ![](https://i.imgur.com/B6B9ins.jpg) ![](https://i.imgur.com/ZeUCK1T.jpg) ![](https://i.imgur.com/NMRvUf4.jpg) ![](https://i.imgur.com/06QZ5fZ.jpg) ![](https://i.imgur.com/3awGb9j.jpg) Bilder der verschiedenen Geysire und heißen Quellen ![](https://i.imgur.com/D27WLFA.jpg) Übersicht Hveravellir ![](https://i.imgur.com/s3FBH4w.jpg) Evi im Hot-Pot Nach dem Duschen machen wir Abendessen und ziehen uns in die EU-LE zurück, denn es wird kühl (wir sind auf etwa 600 m üNN) und der Wind nimmt wieder zu. **Sonntag, 28.08.2022:** Als wir aufstehen ist es bedeckt und recht windig. Der Wind gibt einem das Gefühl von knapp über Null Grad, aber es sind 7°C. Nach dem Frühstück und dem üblichen Prozedere des Abfahrbereitmachens starten wir um 10:45 Uhr zurück in Richtung Gullfoss, der in diesem Fall für „Zivilisation“ steht. Denn dazwischen gibt es unterwegs zwar immer mal wieder Anzeichen von menschlicher Aktivität, aber das in nur sehr großen Abständen mit dem Eindruck sich in einer Mondlandschaft zu befinden, der jegliches Grün zu fehlen scheint. Nur in den Ritzen, Spalten und Senken, wo sich etwas Feuchtigkeit hält, sind ein paar Gräser. Aus diesem Grund beschleicht mich schon so ein Gefühl, hier nicht her zu gehören, und ich bin froh, dass uns unser Gefährt zuverlässig voranbringt, wenn auch unter Schaukeln, Rappeln und Knarzen. Der erste Teil der Rückfahrt ist wieder besonders holperig, wegen der ausgewaschenen Straße. Dann folgt das Stück, wo der Straßenbauer gestern noch abgeschoben hat. Bis wir schließlich auf die Straße bei dem „Kaffee“ (etwa ein Drittel der Strecke) treffen, auf der ich auch mal 70-80 km/h riskiere. Trotzdem kommen uns eine ganze Reihe von PKW entgegen und natürlich auch die Off-Road-Busse der Touranbieter und Fahrradfahrer! ![](https://i.imgur.com/we6hHMg.jpg) Autos in der Hochebene ![](https://i.imgur.com/Gjlhf0Y.jpg) Furt auf der Rücktour ![](https://i.imgur.com/EGIcYDn.jpg) Fahrradfahrer auf im Hochland auf der 35 ![](https://i.imgur.com/FwaJ6cz.jpg) Tourbus in engem Tal Gegen 13:00 Uhr sind wir beim Gullfoss wohlbehalten angekommen und nutzen die Infrastruktur, uns zu erleichtern. Wir fahren dann weiter zu einem anderen Wasserfall, dem Háifoss (gesprochen: Hauifoss). Bis dahin ist es allerdings noch ein gutes Stück, denn wir müssen erst die 30 in Richtung Fludier „hinunter“ und dann die 32 zum Wasserfall wieder „hinauf“. Aber es ist einfach schön durch die grünen Täler zu fahren. Insbesondere die 32 hinauf begleitet uns ein breiter Fluss und es gibt auch eine ganze Menge Baumbewuchs, in dem viele Sommerhäuser und auch einige Campingplätze zu sehen sind. Am Ende des Tales geht es steil hinauf und über eine Art Hochebene wieder hinunter. Dort oben treffen wir auf einige große Betonbauten, die sich als Staustufe und Wasserkraftwerk herausstellen. Schließlich finden wir den Abzweig zum Háifoss und es geht weitere 7km über einen groben Feldweg. Ich habe zwar den Eindruck, dass wir nicht allein sind, aber der Wasserfall gilt als nicht stark frequentiert, also keine Busse. Dabei ist der Haífoss durchaus imposant, denn er hat eine Fallhöhe von 120 m und kann sich damit mit dem Glymur, den wir ja leider nicht gesehen haben, messen. Eigentlich gibt es hier mit abnehmender Größe sogar 5 Wasserfälle. Wir haben das Glück, dass während unseres Besuchs auch noch die Sonne herauskommt, so dass wir noch einen schönen Regenbogen neben dem Wasserfall beobachten können, der sich sogar aufs Foto bannen lässt. Nachdem wir eine Weile die Umgebung genossen haben, gehen wir zurück zur EU-LE und machen erst mal Kaffeezeit. ![](https://i.imgur.com/Gn01yPQ.jpg) Háifoss ![](https://i.imgur.com/3oszxOR.jpg) Granni Foss ![](https://i.imgur.com/LhZ6wRo.jpg) Steinformation am Háifoss ![](https://i.imgur.com/ONEb3pG.jpg) Blick ins Tal So gestärkt machen wir uns an den Rückweg und fahren in Richtung Selfoss in der Hoffnung dort noch einkaufen zu können. Tatsächlich treffen wir auf einen Bonus-Laden, der sogar sonntags erst um 20:00 Uhr schließt. Das die Wettervorhersage für morgen eher schlecht ist, fahren wir wieder nach Stokkseyri, denn dort gilt die Campingcard, wir können im Warmen spülen und kostenlos die Waschmaschine benutzen. Als der Platzbetreuer zum Kassieren kommt, begrüßt er uns mit einem verschmitzten „welcome again“. Nach einem „Ein-Topf-Abendessen“ (Ravioli mit Würstchen und dazu frische Paprika) sucht Evi noch die Ziele für die nächsten Tage heraus, die wir bei der ersten Runde durch den Süden wegen des schlechten Wetters ausgelassen hatten. Wir hoffen, dass übermorgen die Witterung dann wieder besser ist und wir uns so langsam an Seydisfjördur (den Fährhafen) annähern können. **Montag, 29.08.2022:** Wie erwartet hat in der Nacht der Wind weiter aufgefrischt und es ist bedeckt, aber noch trocken, als wir aufstehen. Da wir heute kein größeres Programm haben, gibt es zum Frühstück weichgekochte Eier. Das Wetter verschlechtert sich weiter und ich kann die Hügel der Küste schon nicht mehr sehen. Wie geplant schmeißt Evi die Waschmaschine an und wir sitzen in der warmen EU-LE. Evi sucht die nächsten Ziele heraus und versucht diese in eine Route auf Google-Maps zu integrieren. Ich lese ein bischen weiter im meinem Buch und dann suche ich online nach Schrauben, die ich zu Hause besorgen will, um die Beschläge unserer Badtür zu stabilisieren. Ich hatte nämlich gestern Abend festgestellt, dass diese sich gelockert haben (bei der Rüttelei kein Wunder), aber die Schrauben sind auch zu fimschich und ich befürchte, sie sitzen auch nicht mehr sehr fest. Nachdem die Wäsche gewaschen und aufgehängt ist, machen wir noch eine Spritztour nach Selfoss. Dieser stark expandierende Ort ist ein Knotenpunkt im Süden und bietet alles Notwendige, wenn es um Besorgungen und Handwerksleistungen geht. Unser bisheriger Eindruck war der wie in so vielen Örtlichkeiten: bestimmt durch eine Durchgangsstraße ordnen sich ein paar Seitenstraßen mir Wohnhäusern an und das war es. Hier ist es etwas anders, denn zum einen fällt im „Zentrum“, d.h. direkt neben dem Kreisel nach der Brücke über den Fluss Ölfusa, ein recht großes Haus im Stile des 1900 Jahrhunderts auf. Dieses Gebäude war ursprünglich Restaurant und Gästehaus zur Zeit des Brückenbaus (1891 die erste Hängebrücke im isländischen Süden) und wird Tryggvaskáli genannt. Als wir auf der Suche nach einer Touristeninformation davor stehen, fällt uns eine „Skyr Factory“ ins Auge und wir gehen daran entlang zu Touristeninfo. Dabei geraten wir in ein „Viertel“ mit Häusern im alten Holzbaustiel des 1900 Jahrhunderts, die laut Infotafeln aus verschiedenen Gebieten Islands hierher versetzt wurden oder als Vorlage für den Bau gedient haben. Diese Aktion wurde in den Jahren 2020 und 2021 durchgeführt und nun hat die Stadt (eigentlich der Ort Selfoss in der Gemeinde Árborg) ein echtes Zentrum, denn der Innenhof ist als „Amphitheater“ allerdings in Dreiecksform gestaltet und lädt bei schönem Wetter zum Verweilen ein. Zur Zeit sind jedoch nicht alle Ladenlokale besetzt, aber es gibt jede Menge gastronomische Angebote. Leider war die „Skyr Factory“ geschlossen, als wir da waren. Die hierher versetzten Häuser haben zum Teil ziemlichen Bekanntheitsgrad, z.B. das „Königshaus“ aus Thingvellir, das für den Besuch des Dänischen Königs erbaut wurde. ![](https://i.imgur.com/gtx8Xhq.jpg) "alte Molkerei" wiederaufgebaut in Selfoss ![](https://i.imgur.com/uYeFbX1.jpg) Terassenartige Anlage ![](https://i.imgur.com/Y6O8FbE.jpg) Touristinformation in Selfoss ![](https://i.imgur.com/kKiqlfx.jpg) Königsaus, ehemals in Thingvellir ![](https://i.imgur.com/mVtmTlX.jpg) Schautafel am Königshaus ![](https://i.imgur.com/6oC2LaW.jpg) Evi hat einen neuen Freund in Selfoss Nach einer kleinen Besorgung machen wir uns auf den Rückweg und noch einen Abstecher nach Eyrerbakki, dem Nachbarort von Stokkseyri. Dort ist das Auffälligste ein Gefängnis! Zurück in Stokkseyri setzen wir uns noch eine kurze Weile auf eine Bank am Strand, denn es kommt gerade die Sonne durch, wobei es nach wie vor ziemlich windig ist. **Dienstag, 30.08.2022:** Das war eine furchtbare Nacht, denn es hat mindestens mit Windstärke 5 geblasen und die EU-LE durchgeschüttelt. Dies, obwohl ich schon vorausschauend die Nase der EU-LE in den Wind gestellt hatte. Positiv ist nur, dass das Wetter und unsere Wäsche trocken ist. So machen wir uns auf in Richtung Osten. Aber das Fahren ist recht ungemütlich, denn der Wind zerrt stark an der EU-LE und drängt sie entweder zur Seite oder bremst sie so, dass mein Spritverbrauch merklich steigt. Gegen 14:00 Uhr kommen wir bei dem in den Fels gebauten Haus in Rutshellir an. Dies gehört auch zu den „Man made Caves“, von denen wir uns schon in Hella welche angesehen hatten. Dieses Mal jedoch ohne Führung, aber mit einer Bitte um freiwillige Spende. In diesem Fall handelt es sich um drei zusammenhängende Räume, wobei der Kamin nach oben fehlt. Ich vermute, weil der Eingangsbereich nicht vollständig geschlossen ist. Fast noch interessanter ist die Zuflucht der Schafe vor dem Wetter. Denn auf der andern Seite des Felsens finden sich ein paar „flache“ Höhlen, in denen es sich die Schafe gemütlich gemacht haben. ![](https://i.imgur.com/2a0CHwP.jpg) Rutshellir „Cave“ ![](https://i.imgur.com/Ry24na6.jpg) Da muss sich selbst Evi bücken ![](https://i.imgur.com/WTgUQt9.jpg) Evi bei den Schafen in einer natürlichen Höhle auf der Rückseite des Felsens Nach dem Kaffee, fahren wir weiter zum Skógafoss, den wir zwar schon mal angefahren, aber wegen des schlechten Wetters nicht aus der Nähe angesehen haben. Diesmal macht der Regen gerade eine Pause und wir spielen sogar mit dem Gedanken, dort für die Nacht stehen zu bleiben. Aber der Platz ist recht teuer und bietet keine vernünftige Infrastruktur. Also parken wir nur und gehen dann zum Foss. Der ist einer der Großen, vor allem wegen der Wassermenge und mit 65 m Fallhöhe schon recht ordentlich. Unten ist alles mehr oder weniger im Grau des Spray verborgen, so dass wir die Treppe seitlich des Foss hinaufsteigen, immerhin 464 mehr oder weniger schwankende Stufen. Von dort hat man vor Allem auch einen schönen Blick ins Tal. Aber im Gegensatz zum Háifoss ist hier alles total „vermarktet“: Camping, Bustouren, Hotels und Ferienwohnungen. ![](https://i.imgur.com/8yqE9PC.jpg) Evi vorm Skógafoss ![](https://i.imgur.com/TzejMvP.jpg) Skogafoss von oben ![](https://i.imgur.com/BBw56AL.jpg) Talblick am Skógafoss Nachdem es am Foss auch wieder zu regnen begonnen hat entschließen wir uns, nach Vík auf den Campingplatz zu fahren. Der kostet zwar dasselbe wie am Foss, aber ist quasi neu angelegt und der Sanitärbereich ist viel größer, sauberer und mit schwarzen Steinplatten ausgelegt. Allerdings gibt es eine Besonderheit, die Duschen sind nach Geschlecht getrennte Gruppenduschen! Trotz der Tollen Ausstattung fehlen aber doch so kleine Helfer wie Haken in den Toiletten. **Mittwoch, 31.08.2022:** Diese Nacht mal kein Wind, dafür prasselnder Regen fast die ganze Zeit! Deshalb ignoriert Evi das Klingen des Weckers, angeblich um eine Regenpause abzuwarten, damit man trocken zu Toilette und Dusche gehen kann. Aber daraus wird nix. Gegen halb zehn überwinde ich mich aufzustehen und stapfe, Pfützen vermeidend, zum Sanitärhaus. Auf dem Weg dorthin überquere ich einen etwa 20 m durchmessenden Platz, der vollgeparkt ist mit Campern in Vans und Kombis, die alle noch in der Nacht gekommen sein müssen. Ich denke, das entspricht nicht der Vorstellung eines romantischen Campingurlaubs auf Island, aber das Wetter hat sie wohl alle nach Vík getrieben, so wie uns auch. Der Andrang in Waschhaus und Dusche hält sich in Grenzen und wieder sind mir die Trolle hold, denn ich finde einen „Münzautomaten“, der schon 2 Münzen enthält, so dass ich nur noch eine einwerfen muss, um zu duschen. Damit kostet mich die Dusche nur 100 ISK. Auch hier erscheint mir das Konzept der Umkleide vor der Dusche nicht durchdacht, denn über der Bank zum Umkleiden (wichtig für alte Leute wie mich) ist ein Fenster, so dass sich die Kleiderhaken links und rechts in der Ecke drängen. Das scheint dem einen oder anderen nicht zu schmecken, denn der Asiate, neben dem ich meine Sachen aufhänge, quittiert meine Bemerkung, dass es etwas eng sei mir einem säuerlichen Lächeln. Aber die Dusche ist warm und kräftig, also alles gut. Nach dem Frühstück ändern wir unseren Plan, die nahe gelegenen Felsformationen am Strand zu besuchen, denn es zieht Nebel auf und der Regen wird auch nicht weniger. Also wenden wir uns nach Osten in Richtung Kirkjubeijarklaustur, dass etwa 75 km entfernt ist. Unterwegs halten wir noch bei einem Viewpoint mit besonderen Lavaspitzen in dem Lavafeld, das wir gerade überqueren, aber wir sind nicht so recht motiviert dort zu verweilen und fahren nach zwei Schnappschüssen, die die schlechte Sicht zeigen, weiter. Wir spekulieren auf den Campingplatz Horgsland, den wir schon einmal besucht hatten, nur damals bei Sonnenschein, und den Hotpot auf diesem Platz. In strömendem Regen bauen wir die EU-LE auf und ich habe nur noch wenige trockene Sachen an mir, aber die EU-LE heizt schnell ein und die Aussicht auf eine warmes Bad läßt den Nachmittag schon angenehmer erscheinen. ![](https://i.imgur.com/ObMEdng.jpg) Schlechte Sicht ![](https://i.imgur.com/qLc7mig.jpg) Laufskálavarda Lava-Felsspitzen Leider hält der Regen mit unverminderter Stärke den ganzen Nachmittag, fast bis zum Dunkelwerden an. Da der Hot-Pot eine „Freiluftveranstaltung“ gewesen wäre verzichten wir darauf und Evi geht einfach unter die heiße Dusche. Nach dem Abendessen, lassen wir den Abend mit Spielen ausklingen, wobei wir so lange spielen, bis Evi genauso oft gewonnen hat wie ich! Bis ca. 23:30 Uhr sind wir die Einzigen auf diesem Platz, aber dann kommt doch noch jemand. **Donnerstag, 01.09.2022:** Als wir wie üblich geweckt werden scheint tatsächlich die Sonne! Von vermutlich zwei Mitcampern ist nur noch ein Camper-Van da. Nach einem gemütlichen Frühstück und dem üblichen Zusammenräumen. Setzen wir unseren Weg gen Osten fort, der uns heute am größten Gletscher Islands, dem Vatnajökull, vorbei führt. Da zum einen schönes Wetter ist und zum anderen wir den Gletscher bei Sonne aus Süden sehen, unterbrechen wir die Fahrt mehrmals, denn so schön werden wir den Gletscher nicht nochmal sehen. Erst nachdem ich den Satz geschrieben habe, fällt mir seine Doppeldeutigkeit auf, die ich so nicht beabsichtigt habe, die jedoch treffender nicht sein kann. ![](https://i.imgur.com/oY64gYF.jpg) Der Gletscher Vatnajökull ![](https://i.imgur.com/H9DYz5E.jpg) ![](https://i.imgur.com/7SPCA6F.jpg) Wenig später halten wir auch nochmal bei dem Mahnmal für die Gletscherfluss-Katastrophe von November 1996. Ein solcher Gletscherfluss entsteht, wenn unter der Eisdecke ein Vulkan ausbricht und das darüber liegende Eis zum Schmelzen bringt, wie hier der Vatnajökull. Nicht nur, dass das Zusammentreffen von Feuer und Wasser (Eis) zu explosionsartigen Expansionen führen kann, die nach außen „Krater“ im Gletscher erscheinen lassen (dazu kann man Luftbildaufnahmen in der Touristeninformation in Höfn sehen). Zusätzlich drängt das Schmelzwasser auch noch zu Tal, wobei es je nach Menge die Barriere des restlichen Eises an dieser Stelle durchbricht und große Eisblöcke (geschätzt bis zu 200 t schwer) zu Tal reißt. Die Eisblöcke „schwimmen“ auf der Flut und zermalmen alles was sich ihnen in den Weg stellt, wie z.B. die Brücke über den Gigjukvisl, die auf einer Länge von 376 m zerstört wurde. Selbst die „liegengebliebenen“ Eisblöcke haben noch unglaubliche Dimensionen, z.B. gibt es ein Bild auf dem ein Mensch neben einem ca. 100 bis 200 m3 großen Brocken steht. ![](https://i.imgur.com/5pNRc2c.jpg) Evi vor dem Mahnmal des Gletscherflusses November 1996 ![](https://i.imgur.com/wcscwXe.jpg) Schließlich fahren wir weiter nach Höfn (=Höp), um noch ein paar Besorgungen zu machen und die Touristeninformation zu besuchen. Von dort machen wir noch einen Rundgang durch ein parkähnliches Gelände, das zwischen Stadt und vorgelagerter Mole liegt. Zum einen gibt es einen Fußweg als Rundgang, der aufgrund der letzten Regenfälle aber teilweise unter Wasser steht. Zum anderen gibt es eine geteerte Straße, auf der Touristen mit dem Bus bis vor das zentrale Denkmal gefahren werden. Dieses Denkmal gedenkt, wie wir es schon in vielen Häfen gesehen haben, den auf See verlorengegangenen Seeleuten. ![](https://i.imgur.com/5FIbFhE.jpg) Hafen von Höfn ![](https://i.imgur.com/0ZRJRD1.jpg) Vogelwanderung ![](https://i.imgur.com/kN5BeQ7.jpg) Höfn und Umland Für die Nacht fahren wir ein Stück zurück auf den Campingplatz in Bjarnanes, der dieses Jahr wohl neu eröffnet hat. Diesmal ist der Andrang allerdings nicht ganz so groß wie bei unserem ersten Besuch. Als wir ankommen scheint noch die Sonne. **Freitag, 02.09.2022:** Als wir aufstehen ist es bedeckt aber trocken, allerdings kommt auch zeitweilig Wind auf. Wir fahren weiter ostwärts mit dem Ziel Djúpivogur. Unterwegs fängt es an zu regnen und an einigen Stellen ist es echt stürmisch, was das Fahren wiedermal unangenehm macht. Evi macht während der Fahrt ein Paar Schnappschüsse, z.B. von den Fischfangreusen, mit denen Lachsforellen in den Fjords gefangen werden. Die hatten wir auf der ersten Runde durch die Ostfjords nicht so deutlich ins Bild bekommen. ![](https://i.imgur.com/5PVGXAg.jpg) Fischfang in den Fjords Gegen Mittag kommen wir in Djúpivogur an, ein „verschlafenes“ Fischerdorf, das eben diesen Zustand „vermarktet“, indem sie sich der „Cittaslow“-Bewegung angeschlossen haben. Was dies bedeuten soll, habe ich mal aus dem Internet gefischt:Cittaslow is an international organization of towns and municipalities that focus on the authenticity of products, good food based on the slow food philosophy, rich and fascinating local craft traditions, and the protection of the environment together with the joy of slow and quiet living on a daily basis. Nichts desto trotz nehmen sie gern die „Unruhe“ hin, die die Touri-Busse in den Ort tragen!?! Diesmal gönne ich mir zum Mittag eine warme Suppe und Evi nur einen Kaffee. Allerdings gehört zu der Suppe (süße Kartoffelsuppe) Brot mit Butter und Kaffee satt, so dass der Preis am Ende o.k. ist. Wir besuchen dazu das Lokal Langabud, dass auf einen Handelsposten deutscher Kaufleute (es ist nicht klar, ob dieser zur Hanse gehört hat), dessen Anfänge bis ins 16te Jahrhundert zurückreichen! ![](https://i.imgur.com/r21OsrG.jpg) Motto von Djúpivogur ![](https://i.imgur.com/2coPRju.jpg) Robert vor der Langabud Am Ende des Ortes besuchen wir noch ein „monumentales“ Kunstobjekt, denn hier hat der Künstler Sigudur Gudmundsson entlang der Kaimauer 24 Steineier aufgestellt. Diese Eier sollen die Vogelarten der Umgebung repräsentieren, wobei die Eier in Farbe, Oberfläche und Größe aufeinander abgestimmt sind. Ich frage mich, ob dafür kein besserer Ort zu finden war!?Auf dem Weg dorthin kommen wir an einer sehr skurrilen „Galerie“ vorbei – Panoptikum wäre in meinen Augen noch untertrieben. ![](https://i.imgur.com/CwCcqrw.jpg) Eggin í Gledevík ![](https://i.imgur.com/aYpCc0z.jpg) Evi vor dem größten Marmorei ![](https://i.imgur.com/6kJmgA0.jpg) Skurrile Sammlung Wir wollen dann weiter zu einem Wasserfall, aber irgendwie funktioniert die Navigation mit Google-Maps dahin nicht, so dass wir ihn nur über einen Fluss hinweg sehen. Allerdings sind wir inzwischen so „Wasserfall-verwöhnt“, dass er uns nicht „sehenswert“ genug ist. Auch der nächste geplante Teil unserer Fahrt funktioniert nicht. Diesmal wegen des Wetters, denn wir wollten eigentlich über den Berg in den nächsten Fjord fahren, aber die Gravel-Road erscheint uns zu rutschig bei dem Regen, so dass wir auf der 1 „außen herum“ fahren. Schließlich landen wir in Reydarfjördur auf dem Campingplatz. Der ist wirklich nett, denn er liegt an einem See, ist im vorderen Teil umfasst von Bäumen (dahin stellen wir uns) und hat noch eine große Erweiterung nebenan. Nachdem wir Kaffeezeit gemacht haben, drehen wir noch einen Runde durch den Ort. Leider bleiben wir dabei nicht ganz trocken und machen es uns für den Rest des Abends in der EU-LE gemütlich. ![](https://i.imgur.com/FRXIyGn.jpg) See mit Campingplatz dahinter ![](https://i.imgur.com/wf6i3fz.jpg) Robert vor dem „hauseigenen Wasserfall“ **Samstag, 03.09.2022:** Als wir heute morgen aufstehen ist es zwar trocken, aber bedeckt und nur 8°C warm. Nachdem wir zusammengepackt haben, fahren wir ins Nachbartal nach Egilsstadir, wo die Wetterstation des Flughafens immer so gutes Wetter anzeigt! Tatsächlich lichten sich die Wolken und nach einer Weile lugt sogar die Sonne hervor. Wir fahren in den Nachbarort, Fellabeir, zum Tanken bei Olis, denn wir wollen heute das Tal in Richtung Gletscher hinauf fahren, das wir so noch nicht kennen. In Egilsstadir waren wir zwar schon ein paar mal, weil es die Drehscheibe zwischen den Ostfjorden und Akureyri, Myvatn und Reykjavik ist. Auf der 931 „ost“, denn diese Straße umrundet den See Langarfjótl, fahren wir entlang dieses Sees in Richtung Hengifoss. Wir durchqueren dabei eines der größten Waldgebiete Islands, das aber natürlich auch schon wieder kräftig „zersiedelt“ ist, denn es gibt Farmen, Hotels, Sommerhäuser und Campingplätze – alle wunderschön gelegen. Und es gibt ein unheimliches Monster, den Wyrm. Dieses Monster wurde das letzte Mal 1964 gesichtet! Von der Beschreibung her ähnelt es Loch Ness. Wobei eigentlich keine Gefahr von ihm ausgeht, denn in grauer Vorzeit haben es ein paar Magier geschafft den Kopf und den Schwanz des Wyrm an der tiefsten Stelle des Sees zu verankern, sodass maximal der Rücken sichtbar werden kann. Offensichtlich hat es gereicht um das Wappen dieser Region zu prägen. ![](https://i.imgur.com/4FHSkRW.jpg) Evi unter dem „Wyrm“-Schild? ![](https://i.imgur.com/5xQR44q.jpg) Blick in Richtung Egilsstadir am Lagarfjótl Kurz abseits der Wende der 931 wieder in Richtung Egilsstadir ist der Parkplatz zum Besuch des Hengifoss. Dabei haben wir die Wahl, auf welcher Seite wir aufsteigen wollen, denn man hat über den Fluss eine Brücke gebaut, so dass die Imbissbude auf der anderen Seite gut zu erreichen ist, die sich damit brüstet das einzige Eis aus Schafmilch auf Island anzubieten!? Wir entscheiden uns für die Seite der Imbissbude, denn dort geht es auf einem frisch abgeschobenen Weg steil bergan, während auf der anderen Seite zunächst Treppen zu steigen sind. Angeblich handelt es sich um einen „easy 2 hour walk“. 2 Stunden kommt hin, aber auf keinen Fall „easy“, denn der Anstieg ist beträchtlich: von 25 m ü.NN auf 405 m ü.NN innerhalb einer Luftlinie von ca. 2 km. Außerdem fallen mir im oberen Teil die Warnungen vor Steinschlag auf, etwas was ich schon mal auf einem Geröllfeld in den Alpen hatte und wirklich zu den verzichtbaren Erfahrungen gehört. Tatsächlich hat es den Steg, den man für die Touristen gebaut hat, auch schon kräftig erwischt. ![](https://i.imgur.com/kU3osvJ.jpg) Steinbrocken auf dem Wandersteg ![](https://i.imgur.com/OAbObbD.jpg) Steinbrocken auf dem Wandersteg Schließlich erreichen wir das Ende des Pfades, wobei wir ein wenig enttäuscht sind, dass wir den Falltopf nicht einsehen könne. Da beneiden wir schon ein wenig die Typen, die eine Kameradrone dorthin mitgebracht haben und so natürlich dort „hineinsehen“ können. Dafür gibt es entlang des Weges „kleine Brüder“ des Hengifoss, die in ihrer ganzen Höhe zu sehen ist. Der Hengifoss ist mit seinen 118 m Fallhöhe nach unserer Wertung die Nummer drei der höchsten Wasserfälle auf Island (1. Glymur 160 m, 2. Háifoss 120 m). Auch von den Gesteinsformationen hebt sich der Hengifoss durch die eisenhaltigen rötlichen Schichten von anderen ab, die von der Sonne super hervorgehoben werden. In jedem Fall war es eine gute Entscheidung hierher zu kommen und ein schönes Erlebnis! ![](https://i.imgur.com/OehxacM.jpg) Robert am Ende des Weges zum Hengifoss ![](https://i.imgur.com/KcDwB4u.jpg) Hengifoss mit Felsschichtung ![](https://i.imgur.com/mqMqOJ1.jpg) „Kleiner Bruder“ des Hengifoss Wieder beim Parkplatz setzen wir uns eine Weile in die Sonne und genießen sie. Wir beschließen, nicht sofort wieder in die Fjord hinunter zu fahren, sondern hier „oben“ nach einer Campingmöglichkeit zu suchen. Tatsächlich werden wir an der 934 beim „Hengifoss Guesthouse“ fündig. Zwar wundere ich mich etwas über das Konzept, nur an der geteerten Straße Stromanschlüsse zu installieren, während die Campingwiese 15 m entfernt ist. Aber mit unserem langen Kabel können wir beides verbinden. In einem wie ein „Konferenzcenter“ aussehendes Gebäude sind über einen Seiteneingang Toiletten und eine Dusche zu erreichen. Da aber auch nicht sehr viele Camper, vor allem Isländer, hier stehen, ist das kein Problem. Das Guesthouse liegt direkt unterhalb eines Berges, der in Stufen abfällt und eine erhabene Kulisse hinter dem Campingplatz bietet. ![](https://i.imgur.com/roitSkH.jpg) Berge beim Hengifoss Guesthouse Nach der anstrengenden Wanderung zum Foss gönnen wir uns ein Nachmittagsschläfchen. Zum Abendessen gibt es Omelette mit Bacon und Salat und wir lassen den Abend mit der Nachlese des Tages ausklingen. **Sonntag, 04.09.2022:** Der Tag begrüßt uns mit Sonnenschein, aber die Freude wird durch Mitcamper getrübt, die für uns offensichtlich die Zeche prellen. Denn sie haben sich nicht auf die Campingwiese oder den Standplätzen mit Strom gestellt und verschwinden möglichst schnell. Nicht ohne die Toilette und Dusche genutzt und blockiert zu haben. Kann sein, dass es an unserem Alter liegt, aber ein solches Verhalten bringt alle Camper in Verruf und veranlasst die Campinganbieter zu immer strikterem Verhalten und höheren Preisen. Auch, wenn ich die Preisgestaltung der Campinganbieter nicht immer gut heiße. So wollte die Dame auf auf dem Platz bei Bjanarnes plötzlich 500 ISK fürs Duschen haben, was vorher inklusive war. Wir versuchen das auszublenden und brechen auf für eine Tour ins Hochland auf. In diesem Fall der wohl bequemste Zugang, der für den Bau des Kárahnjúkar Staudammes geschaffen wurde, denn es geht über eine geteerte Straße steil hinauf und über die Hochebene. Unser Ziel erreichen wir nach 61 km, wobei die Straße teilweise schon recht ausgefahren ist, vor allem an den Seiten. Auf der Hochebene sind viele Vögel versammelt und entlang des ersten Teils des Weges gibt es große Wasserflächen, die sicher genug Nahrung bieten. Besonders fallen die Singschwäne auf, von denen es auf Island sehr viele gibt. ![](https://i.imgur.com/4HZTUJ2.jpg) Fernsicht Sneifell ![](https://i.imgur.com/zCwz0qI.jpg) Singschwäne Schließlich erreichen wir nach eine knappen Stunde den Staudamm, wobei wir zunächst über einen der kleineren Teile fahren, um dann zum Hauptdamm zu kommen. Das ist schon ein wuchtiges Bauwerk, wobei der meiste Teil unter Wasser liegt, denn bei dem Damm handelt es sich um eine breite Steinrampe, die mit Beton überzogen ist. Der Kárahnjúkar ist einer der größten auf der Welt in dieser Bauweise. Leider kommen wir nicht in den Genuss des Schauspiels, das sich bietet, wenn überschüssiges Wasser abgelassen wird. Aber wir können immerhin einen Blick in den Canyon des alten Flusses werfen. Mit diesem Staudamm werden über ein Tunnelsystem von ca. 70 km Stromturbinen mit Wasser versorgt, die 70 MW Leistung erbringen. Diese Energiemenge wird im wesentlichen vom Aluminiumwerk in Reydarfjördur verbraucht. Der Bau des Dammes hat seinerzeit zu starken Protesten geführt, denn er liegt in einem Gebiet, das als das Refugium der letzten Rentiere auf Island galt. Die wurden zwar als Nutztiere „importiert“, ihre Aufzucht gelang aber nicht, so dass nur einige „verwilderte“ Herden übriggeblieben sind. Wir sehen jedenfalls keine Rentiere! ![](https://i.imgur.com/sfYOTCK.jpg) Staumauer des Kárahnjúkar ![](https://i.imgur.com/yxjMntb.jpg) Stausee Kárahnjúkar ![](https://i.imgur.com/FwAVQpm.jpg) Canyon unterhalb des Kárahnjúkar Auf dem Rückweg zum Lagarfljöts-Tal machen wir noch einen Abstecher nach Laugarfell, wo es zwei Hot-Pots mit schöner Aussicht geben soll. Dort finden wir ein Guesthouse vor, dass alle Annehmlichkeiten bietet und auch die beiden Hot-Pots. An der Rezeption entrichten wir unsere Gebühr bei der jungen Deutschen, die hier für einen Monat arbeitet, bevor ihr Studium in Würzburg wieder losgeht! Der größere und etwas kühlere Hot-Pot (ca. 38°C) hat wirklich eine tolle Aussicht auf die Umgebung und den höchsten Berg Islands, der außerhalb der Gletscher liegt: der Sneifell (1833 m). Wir probieren auch den kleineren aus, der 42°C haben soll und merklich wärmer ist. Gut, dass wir hinterher noch mal abduschen, denn es schweben recht viele Algen in den Hot-Pots und die Warnung, dass sie „slippery“ seien, hat ihre Berechtigung. Wir kommen noch ins Gespräch mit einer Dreier-Reisegemeinschaft aus Leipzig, die sich ebenfalls bei dem herrlichen Sonnenschein in den Pool setzen. ![](https://i.imgur.com/nd6Euz4.jpg) Laugarfell Guesthouse ![](https://i.imgur.com/oxem6CG.jpg) Evi im Hotpot mit kleinem Wasserfall ![](https://i.imgur.com/qjDFu4Q.jpg) Hotpot mit Blick auf den Sneifell Gegen 15:00 Uhr machen wir uns auf den Rückweg nach Egilsstadir, wo wir uns an der N1-Tankstelle noch eins von diesen Eis mit drei Zutaten gönnen. Dieses Mal trifft Evi eine bessere Wahl (heiße Schokolade, Nüsse und cookie dough). Nach einem Einkauf beim Bonus geht es dann wieder nach Reydarfjördur, wo wir die Nacht verbringen. **Montag, 05.09.2022:** Heute morgen wieder Sonne! Sollte es doch so etwas wie einen „Indian Summer“ auf Island geben oder will uns die Insel kurz vor der Heimreise versöhnen? Nach unserer morgendlichen Routine fahren wir die 92 in Richtung Neskaupstadur, also aus diesem Fjord in den nächsten. Unterwegs halten wir an einem Aussichtspunkt auf der Spitze, bevor die 92 in Richtung Eskifjördur in Richtung Nordwest „abknickt“ (große Kurve, die man mit 90 km/h durchfahren kann). Wir sind überrascht, dass dies ein kleines Wandergebiet ist, denn von dem Parkplatz gehen ein paar Wanderwege zwischen den Klippen ab, die bis hinunter zum Meer führen. Wir belassen es aber bei einem Rundumblick und ein paar Schnappschüssen, denn wir wollen in Neskaupstadur noch wandern gehen. ![](https://i.imgur.com/EejkhsO.jpg) Campingplatz Reydarfjördur in der Sonne ![](https://i.imgur.com/MaI2tu3.jpg) Rastplatz zwischen Reydarfjördur und Eskifjördur Ganz am Ende des Ortes Neskaupstadur befindet sich ein kleines Naturschutzgebiet, in dem man entlang der Küste bis zu einer Felsenhöhle auf Meeresniveau wandern kann. Der Weg ist gut markiert, mit Schautafeln zu Fauna und Flora versehen und teilweise mit Holzstegen befestigt. Das ist ist auch notwendig, denn auch da, wo man scheinbar über Schotter oder größere Steine läuft schwingt der Boden unter den Füßen und ich habe das Gefühl über Sumpfland zu laufen. Zum einen ist das zwar ganz angenehm, aber dafür gibt es auch immer wieder sehr feuchte Stellen, in denen sich das Wasser gesammelt hat. Überhaupt kommt ständig jede Menge Wasser den Berg hinunter und so gibt es eine ganze Anzahl von kleineren namenlosen Wasserfällen. ![](https://i.imgur.com/DoltgAQ.jpg) Naturschutzgebiet in Neskaupstadur ![](https://i.imgur.com/BIYxKrS.jpg) Robert vor einem der vielen kleinen Wasserfälle Es gibt auch eine Menge Wasservögel und sogar eine dicke,helle Robbe zu beobachten. Auf dem Rückweg sind es sogar zwei und es hat den Anschein, als wolle Robbe Nummer 1 die andere zu etwas „überreden“ (vielleicht den Felsen und die Lage zu wechseln?) ![](https://i.imgur.com/FWjewvS.jpg) Robbe Nummer 1 ![](https://i.imgur.com/ap80X1H.jpg) Robben im Zwiegespräch? Schließlich erreichen wir das Ende und damit die Höhle, zu der wir hinunter klettern müssen. Die ersten 10 m können wir mit drei steilen Leitern überwinden. Die letzten 4 - 5 m müssen wir uns einen Weg durch die Felsbrocken suchen, was uns nicht gerade leicht fällt. Zur Belohnung stehen wir dann vor der Páskarhellir mit einem schönen „Wasservorhang“, der unter der Rasennabe hervor quillt. Gleichzeitig entdecken wir viele glitzernde Einschlüsse in den Felsen und den umliegenden Brocken (nein, keine Diamanten!), die wir laienhaft als Quarzeinschlüsse identifizieren – das habe ich so noch nicht gesehen. Nach eine ganzen Serie von Fotos machen wir uns auf den Rückweg und Evi muss mich unbedingt auf der Leiter fotografieren, wobei es wegen der Tageszeit und dem Sonnenlicht nur von oben geht. ![](https://i.imgur.com/U0J8cPN.jpg) Páskarhellir mit Evi ![](https://i.imgur.com/MvUUlbf.jpg) "Wassservorhange" bei der Páskarhellir ![](https://i.imgur.com/5U0Vmo3.jpg) Quarzeinschlüsse ![](https://i.imgur.com/Yvxj9mj.jpg) Quarzeinschlüsse Zurück bei der EU-LE machen wir Kaffeezeit und beschließen dann, uns den hiesigen Campingplatz anzusehen. Der hat eine besondere Lage im Gegensatz zu denen, die wir bislang in den Fjorden angetroffen haben, er liegt hoch über dem Dorf. Wie üblich eine plane Wiese von ein paar Schotterspuren durchzogen und einem Wall umgeben, auf dem ein hölzernes Sanitärhäuschen inkl. Aufenthaltsraum liegt. Gleich daneben ist das Luftkissentrampolin, das hier fast jede Gemeinde hat. Nachdem die EU-LE platziert und angeschlossen ist, gönnen wir uns eine Siesta. Plötzlich kommt ein PKW aus dem Dorf heraus und eine Frau steigt mit zwei Kindern aus. Ich denke bei mir, dass das typisch für die Isländer ist, die Kinder zum „Spielen“ zu fahren. Es stellt sich jedoch heraus, dass die Dame der Supervisor der Campsite ist, die mich abkassiert und dann die Sanitärräume reinigt. In Gedanken entschuldige ich mich für mein Vorurteil, aber später am Abend wird meine anfängliche Einschätzung durch eine andere Mutter bestätigt! Nach der Siesta will Evi noch einen Spaziergang in den angrenzenden Stadtpark machen. Nach den ersten Metern hinauf entdecken wir einen Teil der Lawinenschutzanlagen, die hier nach einem großen Lawinenunglück im Jahr 1974 mit 12 Toten errichtet wurden. Wir besehen uns diese aus der Nähe und sind beeindruckt von der Dimension. Talwärts gesehen sieht man erst eine, dann eine zweite Reihe vom „Pyramiden“ (zum Berg eine fast senkrechte Dreiecksfläche mit einer Basis von ca. 20 m und einer Höhe von ca. 8 - 10 m und dahinter eine lange Schräge, die diese Fläche „abstützt“) darunter noch eine große Mauer (bestimmt 15m hoch). Dazwischen sind Wirtschaftswege für die Erhaltungsarbeiten, weil hier muss ständig drainiert werden muss, denn ohne Unterlass fließt Wasser vom Berg. Der Clou ist eine Quelle mitten auf einem dieser Wege. Ohne es groß zu merken sind wir so mindestens 100 m den Berg hochgestiegen, befinden uns nun zwischen diesen „Pyramiden“ und finden keinen Weg hinab. Erst nach dem dritten dieser Riesenwälle führt ein Weg abwärts. Für den Rückweg entscheidet sich Evi dafür auf der Wallkrone entlang zu laufen, die offensichtlich auch dafür gedacht ist, denn es gibt ein Geländer zur Sicherung hin zum Berg und die Krone ist 3 - 4 m breit. Übrigens sind diese Lawinenschutzanlagen vom Tal aus nur zu entdecken, wenn man weiß wo man suchen muss, da sie vollständig begrünt sind. Durch den Überblick von oben können wir es vermeiden zu tief hinunter zu steigen und kommen schließlich oberhalb unseres Campingplatzes wieder aus. Ergebnis ist, dass wir heute mehr als 13500 Schritte gemacht haben! ![](https://i.imgur.com/PovNMZw.jpg) Lawinenschutzanlagen bei Neskaupstadur ![](https://i.imgur.com/f6Gatm6.jpg) Lawinenschutzanlagen bei Neskaupstadur mit Sicht vom Fjord ![](https://i.imgur.com/HR49W0C.jpg) Quelle auf dem Wirtschaftsweg Da wir uns dem Abfahrttermin der Fähre nähern, steigt die Wahrscheinlichkeit Deutsche auf dem jeweiligen Campingplatz anzutreffen, die wie wir auch, am nächsten Mittwoch mit der Fähre zurückfahren. Deshalb riskiere ich es einfach mal ein Pärchen mit Baby auf dem Arm anzusprechen mit der Bemerkung, dass sie es also seien, die mit einem Baby im WoMo für 6 Wochen unterwegs seien. Das Erstaunen ist zunächst groß, aber es läßt sich lösen, als ich davon berichtete, dass wir ein anders Pärchen beim Einkaufen getroffen haben, die von ihnen erzählt hätten. Island ist eben ein großes Dorf! **Dienstag, 06.09.2022:** Heute Bewölkung und Hochnebel statt Sonne – wäre ja auch zu schön gewesen. Unser heutiges Programm ist von Vorbereitungen für die Rückreise geprägt. Nach dem Frühstück und EU-LE zusammenpacken fahren wir nach Egilsstadir zur Olis Tankstelle in Fellabeir. Denn dort kann ich unsere isländische Gasflasche (die fast leer ist) abgeben und für die Gutschrift auch gleich noch tanken. Außerdem nutze ich den kostenlosen Service, den alle mit Personal versehenen Tankstellen bieten: Ich wasche unsere EU-LE. Wenn auch nur mit kaltem Wasser, aber immerhin mit Bürste. Leider sieht man den nassen Schmutz nicht immer so gut, so dass ich zwar das Grobe herunter geschrubbt habe, aber ein paar Schmutzstreifen bleiben halt noch auf dem Wagen. So gerüstet fahren wir dann nach Seydisfjördur, ein steiler Anstieg aus dem Tal von Egilsstadir, dann über eine Hochebene und schließlich eine ebenso steile Abfahrt in den Fjord von Seydisfjördur. Ich fahre diese Straße ungern, denn es gibt so viele relativ scharfe Kurven, die ins „Nichts“ hinein zu ragen scheinen. Um kurz vor 14:00 Uhr kommen wir auf dem Campingplatz an, wo schon ein paar deutsche Camper stehen, zwischen die ich mich einreihe, denn wir haben uns für die Parkbuchten mit Schotter und Strom entschieden. Damit können wir die Wiesenflächen vermeiden, die schon ziemlich gelitten haben und sehr zerfurcht sind. Der Supervisor ist gerade in Pause gegangen (10 Minuten vor der Zeit), gibt uns seinen Segen für unsere Platzwahl und wir sollen um 17:00 Uhr zur Anmeldung kommen. Wir machen Kaffeezeit und gönnen uns ein Mittagsschläfchen. Als ich um 17:00 Uhr zu Anmeldung komme, sitzt dort ein anderer junger Mann, der nicht isländisch spricht (falsche Reaktion auf „Godan dagen“). Ich checke ein, bezahle Strom und möchte Münzen fürs Duschen umtauschen. Das lehnt der Kerl ab mit der Bemerkung, er sei keine Bank, obwohl er vor sich ein Glas mit 100-Kronen-Stücken stehen hat! Daraufhin frage ich ihn, wie ich denn an passende Münzen kommen solle. Er bedeutet mir, ich solle meine Kreditkarte einsetzen und er gäbe mir die Münzen. Ob dieser Bemerkung habe ich wohl ziemlich entgeistert geguckt und entgegnet, dass ich es dann mit den zwei Münzen, die ich noch hätte probieren werde. Das veranlasst den jungen Mann dem „alten Knacker“ eine 100-Kronen-Münze zu schenken. Ich glaube das nennt man in Köln, erfolgreich „de Schnüss jeschwad“ zu haben. Nach dieser kleinen Episode machen Evi und ich noch einen Rundgang durchs Dorf. Wir besuchen dabei unseren letzten Wasserfall, sehen unsere letzte Robbe auf einem Fels im Hafenbecken und essen unsere erste und letzte Portion Fish & Chips auf Island! ![](https://i.imgur.com/JwK1gFb.jpg) Seydisfjördur mit Fähre im Hafen ![](https://i.imgur.com/qyZw5i6.jpg) Evi vor kleinem Wasserfall in Seydisfjördur ![](https://i.imgur.com/RRBFJGk.jpg) Robbe im Hafenbecken von Seydisfjördur ![](https://i.imgur.com/ZUsA9ca.jpg) "Skyline" von Seydisfjördur So morgen geht es aufs Schiff und ich werde "Funkstille" halten bis wir wieder auf dem Festland sind. **Mittwoch, 07.09.2022:** Als wir heute morgen aufstehen ist es feucht vom leichten Regen und Nebel – halt isländischer Sommer. Da wir erst um 16:00 Uhr zum Check-In auf die Fähre müssen, machen wir noch einen kleinen Ausflug entlang des Fjords, wo oberhalb des Tales der deutsche Künstler Lukas Kühne Klangkuppeln aus Beton erbaut hat, die den Namen „Tvisönger“ (- Duett) haben. Von einem kleinen Parkplatz geht es steil bergauf einen Wirtschaftsweg entlang. Natürlich kommen wir auch wieder an einem (unserem allerletzten) Wasserfall vorbei. Da die Klangkuppeln aus Beton erstellt und „naturbelassen“ sind, erscheinen sie zunächst etwas unscheinbar. Im Inneren ist es dann schon interessanter zu sehen, wie die Kuppeln „ineinanderfließen“. Der Nachhall ist für den relativ kleinen Raum recht ordentlich. Die Kuppeln sollen so gestaltet sein, dass sie die in Island übliche 5-Ton-Harmonik unterstützen. Leider ist mein Gehör nicht empfindlich genug, dies heraus zu hören. Trotzdem reizt es Evi und mich einen kleinen Kanon ( „Spann den Wagen an“) zu singen, wobei wir es leider versäumen davon eine Aufnahme zu machen. ![](https://i.imgur.com/5iLWKlx.jpg) Unser „allerletzter Wasserfall“ auf Island ![](https://i.imgur.com/SxbpvcX.jpg) Die Klangkuppeln „Tvisönger“ ![](https://i.imgur.com/O1DTzDC.jpg) Klangkuppeln von innen Nach dem Abstieg fahren wir nochmal eine Runde durch den Ort und stellen uns auf einen Parkplatz für unsere übliche Kaffeezeit. Schließlich stellen wir uns gegen 14:30 Uhr in die schon gewachsenen Warteschlange. Tatsächlich kommt nach ein paar Minuten ein Supervisor und dirigiert uns in eine andere Lane. Kurz nach 16:00 Uhr kommt Bewegung in die Wartereihen und wir checken ein. Dabei erhalten wir unsere Kabinenkarten sowie einen Aufhänger für die Frontscheibe und wechseln in den Wartebereich für das Auffahren auf die Fähre. Erfreulicherweise geht es auch bald mit dem Beladen der Fähre los und wir stehen in der innersten Reihe auf dem untersten Parkdeck. Das hat zwar zur Folge, dass wir mit unserem Gepäck noch 4 Decks nach oben steigen müssen, bevor wir einen Aufzug nutzen können, aber es nährt die Hoffnung bei der Ankunft in Dänemark unter den ersten 20 Fahrzeugen zu sein, die die Fähre verlassen können. Wir sind besonders gespannt auf unsere Vierer-Kabine, die uns genauso viel gekostet hat, wie das Sechser-Bettenlager auf der Hinfahrt. Die Überraschung könnte kaum angenehmer sein! Es sind zwei Betten komplett bezogen, es gibt ein Badetuch, zwei Einbauschränke einen kleinen Tisch und einen Fernseher! Dazu kommt noch ein Bad inklusive Dusche. ![](https://i.imgur.com/6xKCZJI.jpg) Kabine mit Evi ![](https://i.imgur.com/QME1og7.jpg) Kabine mit Blick zur Tür ![](https://i.imgur.com/PJJNreJ.jpg) Dusche im Bad der Kabine ![](https://i.imgur.com/mRMjOVy.jpg) Waschbecken im Bad der Kabine So froh gestimmt gehen wir zum Abendessen, dass es ab 18:00 Uhr Bordzeit gibt. Gefühlt ist es erst 17:00 Uhr entsprechend der isländischen Zeit. Das Büfett enthält die gleichen Speisen wie auf der Hinreise, aber wir werden auf jeden Fall satt. Zur Ausfahrt aus dem Hafen Seydisfjördur gehen wir aufs Oberdeck. Leider ist draußen alles Grau in Grau und teilweise auch noch vernebelt. Wir treiben uns noch ein wenig im Schiff herum und landen dann im „Spielezimmer“, dass eine ganze Reihe von Tischen mit in die Tischplatten integrierten Spielfeldern (Back Gammon, Mensch-ärgere-Dich-nicht, Schach) hat. Wir leihen uns einen Satz Spielsteine und versuchen uns an „Dame“. Im Hintergrund singt ein junger Mann, der sich mit der Gitarre selbst begleitet, Welthits von verschiedenen Interpreten. Er macht seine Sache recht gut, auch wenn die Anlage vielleicht ein bisschen zu laut eingestellt ist. Evi schreibt noch eine lange Nachricht an Rabea, bevor wir den Einflussbereich des Isländischen Netzes verlassen. Etwas nach 22:00 Uhr ziehen wir uns in unsere Kabine zurück. Jetzt, wo wir auf hoher See sind, können wir sogar deutschsprachige Sender auf dem Fernseher empfangen - das ist ja schon fast wie zu Hause. **Donnerstag, 08.09.2022:** Die Nacht war nicht wirklich ruhig, sowohl was Geräusche als auch die Schiffsbewegungen angeht. Da ich nicht gut mit Ohrstöpseln schlafen kann, bekomme ich etwas wenig Schlaf, aber immer noch besser als auf der Hinfahrt. Gegen 08:00 Uhr soll der Wecker klingeln, damit wir zum Frühstücksbuffet gehen können. Leider tappen wir in die „Bordzeitfalle“, denn der Handy-Wecker steht immer noch auf isländischer Lokalzeit, sodass wir erst kurz vor Schluss zum Frühstück kommen. Es gelingt uns, zu unserer hektischen Mahlzeit noch eine Tasse Kaffee und je ein Teilchen auf der Hand zu ergattern, bevor wir hinaus komplimentiert werden. Bis zum Mittag halten wir uns in unserer Kabine auf und „arbeiten“ den gestrigen Tag nach. Gegen 12:30 Uhr gehen wir zum Mittagessen, das heute ausnahmsweise auf Deck 6 stattfindet. Eine zweite kleine Überraschung ist, dass es Fleischfrikadellen gibt. Wir lassen es uns schmecken und gehen anschließend auf das Aussichtsdeck. Während ich mich hinter die „Windschutzscheibe“ setze und die Einfahrt in die Inselwelt von Färöer genieße, wandert Evi durchs Schiff und setzt sich in die Bibliothek. Gegen 15:00 Uhr gönnen wir uns einen Milchkaffee mit dem Teilchen vom Frühstück. Ziemlich pünktlich um 16:00 Uhr legt die Fähre in Torshavn an. Wir stehen schon in der Schlange für die Landgänger an der Schleuse für die Gangway. Wir wechseln dann in den Turm des Terminals und steigen die Treppen hinab. Statt eine Kontrolle der Pässe gibt es eine penible Kontrolle der Cabincards. So machen wir uns zu Fuß auf in die Stadt. Der Hafen hat zwei Becken, eines für die großen Schiffe und eines für kleinere Boote und private Schiffer. Direkt am Hafen liegt das älteste Viertel Torhavns, das eine ganze Reihe im alten Stil gebaute Holzhäuser enthält, deren Besonderheit das begrünte Dach ist. Außerdem sind die Wege zwischen den Häusern eng und meist mit Schotter oder dem natürlichen Felsen des Untergrunds „gepflastert“. Die gesamte Stadt schmiegt sich an drei Felsformationen des Fjords an und deshalb geht es ständig hinauf und hinab und macht die Stadt in gewisser Weise „verwinkelt“. Wir machen einen Rundgang, wobei wir die Hauptstraße mit ihren Einkaufsmöglichkeiten meiden. ![](https://i.imgur.com/NUl5O6u.jpg) Leuchtturm auf dem Felsenmassiv am Hafen ![](https://i.imgur.com/7zXULif.jpg) Das alte Viertel der Stadt Thorshavn ![](https://i.imgur.com/rWk5GrT.jpg) Das Isländische Konsulat im alten Viertel ![](https://i.imgur.com/hq95pTl.jpg) Die Hölzhäuser werden "optimal" an- und ausgebaut ![](https://i.imgur.com/b3WtsPi.jpg) Jeder sollte eine Holzveranda haben ![](https://i.imgur.com/aCfbqEe.jpg) Gartengestaltung in Thorshavn Nach ca. 2 Stunden sind wir einmal herum. Was uns jetzt noch fehlt, ist unser übliches Souvenir (Pin und Aufkleber für die EU-LE). Tatsächlich haben wir keine der sonst üblichen Andenkenshops gesehen. Es gibt eine Menge Gastronomie für unterschiedliche Ansprüche und Läden mit Handwerksprodukten, die jedoch nicht die „klassischen Souvenirs“ verkaufen. Auf Nachfrage werden wir auf einen alten Buchladen verwiesen, den wir bislang, wegen der Winkel in der Stadt, noch nicht wahrgenommen hatten. Neben Büchern und Schreibwaren, gibt es hier auch Souvenirs. Allerdings ist die Auswahl an Pins sehr eingeschränkt. Es gibt zwei Vogelmotive, den Puffin und den Lower, und eine Reihe von „gekreuzten“ Flaggen. Wir entscheiden uns für die Kombination von isländischer und färöer Flagge. So ausgestattet kehren wir zu Fähre zurück. Nach einer Pause in unserer Kabine gehen wir zum Abendessen, wo wir das dänische Pärchen treffen, dass in Seydisfjördur auf dem Campingplatz neben uns gestanden hat. Nach dem Essen zieht es mich zur Kabine zurück, denn gleich wird das Fußballspiel zwischen Freiburg und einem aserbeitschanischen Club im Fernsehen übertragen und Evi hat mir erlaubt es anzuschauen, während sie Perry Rhodan liest. So klingt dann der Abend mit dem Spätfilm auf Neo aus. Link zu Teil 4 des Tagebuchs: [https://hackmd.io/HucfmVjYRnWIRJ0UPXEQkQ?]