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# 01 Grundlagen der Organisation
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## Begriffsbestimmungen
Der Begriff "Organisation und Führung" bezieht sich auf zwei eng miteinander verbundene Konzepte im Bereich Management und Unternehmensführung.
- **Organisation:**
Eine Organisation bezieht sich auf eine strukturierte Gruppe von Menschen, Ressourcen und Prozessen, die zusammenarbeiten, um bestimmte Ziele zu erreichen. Eine Organisation kann ein Unternehmen, eine gemeinnützige Organisation, eine Bildungseinrichtung oder eine Regierungseinheit sein. Sie umfasst verschiedene Abteilungen, Hierarchien, Rollen und Verantwortlichkeiten, die dazu dienen, Arbeitsabläufe zu strukturieren, Aufgaben zu koordinieren und letztendlich die angestrebten Ziele zu erreichen.
- **Führung:**
Führung bezieht sich auf die Fähigkeit oder das Verhalten einer Person oder eines Teams, andere zu motivieren, zu lenken und zu beeinflussen, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Es geht darum, Menschen zu inspirieren, zu unterstützen, zu leiten und zu organisieren, um Effizienz und Wirksamkeit in einer Organisation zu gewährleisten. Führungskräfte können verschiedene Führungsstile und -ansätze anwenden, um Teams zu leiten, Probleme zu lösen, Entscheidungen zu treffen und Innovationen zu fördern.
Die Beziehung zwischen Organisation und Führung liegt in der Art und Weise, wie Führungskräfte oder Führungsteams die Strukturen, Prozesse und Ressourcen einer Organisation lenken, beeinflussen und gestalten, um die organisatorischen Ziele zu erreichen. Führungskräfte spielen eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung der Organisationskultur, der Entwicklung von Strategien, der Förderung von Teamarbeit und der Schaffung eines Umfelds, in dem Mitarbeiter ihr volles Potenzial entfalten können.
## Einführung in die Organisaton

Die "Organisation" lässt sich in drei wichtige Organisationsbegriffe unterteilen.
1. Institutionaler Organisationsbegriff
2. Instrumentaler Organisationsbegriff
3. Funktionaler/ prozessorientierter Organisationsbegriff
Die einzelnen Organisationsbegriff wisen unterschiedliche Eigenschaftem auf.
Der **institutionale** Organisationsbegriff:
Organisationen fungieren als offene soziale Systeme, definiert als abgegrenzte Einheiten von miteinander verknüpften Elementen, die bewusst Grenzen setzen, um Identitäten und Mitgliedschaften zu formen. Diese Mitglieder agieren innerhalb ihrer definierten Rolle innerhalb der Organisation und sind unmittelbar mit den menschlichen Elementen - sei es Arbeitern, Angestellten, Vereinsmitgliedern oder Hochschulangehörigen - verbunden. Ihre offene Natur liegt in ihrer wechselseitigen Beziehung zur Umwelt.
Des Weiteren sind Organisationen zielgerichtet, da sie sich auf die Realisierung verbindlich formulierter Organisationsziele konzentrieren. Diese Ziele können teilweise widersprüchlich sein und müssen nicht unbedingt mit den individuellen Zielen der Mitglieder übereinstimmen. Die Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel ist von großer Bedeutung für die Organisation und ihre effiziente Leitung.
Ebenso weisen Organisationen eine formale Struktur auf, in der Mitglieder sich an Regeln halten, um die gesteckten Ziele möglichst rational zu erreichen. Diese Regeln umfassen Richtlinien, Verfahrensanweisungen, Hierarchien und weitere Mechanismen, die das Verhalten steuern und koordinieren. Diese Struktur ermöglicht eine Arbeitsteilung nach einem rationalen Muster, beschränkt jedoch den Handlungsspielraum jedes einzelnen Mitglieds.
Organisationen, sei es Unternehmen, Behörden, Schulen oder andere Gruppen, weisen gemeinsame Merkmale auf, wie ihre langfristige Ausrichtung, ihre Zusammensetzung aus Individuen oder Gruppen und das Streben nach Zielen durch Arbeitsteilung. Es ist wichtig anzumerken, dass der institutionelle Organisationsbegriff vor allem im angelsächsischen Raum dominiert.
Der **instrumentale** Organisationsbegriff:
Eine Organisation kann als ein von einem Unternehmen geschaffenes Regelwerk betrachtet werden, das zielgerichtet als Instrument der Führung eingesetzt wird. Die Organisationsstrukturen bestehen aus einem System formaler und dauerhafter Regelungen, die das Verhalten aller Mitglieder auf gemeinsame Ziele ausrichten. Diese Regelungen legen Handlungsweisen fest und machen diese vorhersehbar, indem sie Improvisation und Disposition weitgehend durch allgemeine Regeln ersetzen. Improvisation bezieht sich hierbei auf vorläufige, zeitlich begrenzte Regelungen, während Disposition fallweise, punktuelle Einzelentscheidungen umfasst.
Die Organisationsstrukturen bestehen aus statischen und dynamischen Komponenten. Die statische Komponente beinhaltet die Verteilung von Aufgaben und Kompetenzen innerhalb der Organisation. Die dynamische Komponente hingegen betrifft die Abwicklung von Geschäftsprozessen zur Erstellung und Verwertung von Leistungen. Die Aufbauorganisation verknüpft dabei die grundlegenden Elemente der Organisation, wie Stellen, Instanzen und Abteilungen, zu einer Struktur. Sie regelt die Rechte, Pflichten und Beziehungen der Stelleninhaber untereinander, definiert Anweisungs- und Berichtswege und regelt die Arbeitsabläufe im betrieblichen Prozess, um das Zusammenwirken von Menschen, Informationen, Maschinen und Material zu gewährleisten. Es wird deutlich, dass Prozesse ohne Strukturen nur begrenzt durchdacht werden können und umgekehrt.

Neben den bewusst geplanten und instrumentalen Elementen der Organisationsstruktur existieren auch informale Aspekte, die emergent und spontan entstehen. Die formale Organisation ist bewusst und rational gestaltet sowie schriftlich fixiert. Die Nichtbeachtung ihrer Regeln kann zu Sanktionen oder sogar zum Ausschluss führen.
Im Gegensatz dazu besteht die informale Organisation aus sozialen Strukturen, die von persönlichen Zielen, Wünschen, Sympathien und Verhaltensweisen der Organisationsmitglieder geprägt sind. Dies führt zur Bildung informeller Gruppen, informeller Kommunikation, informeller Machtbeziehungen und informeller Regeln.
Die informale Organisation ergänzt und überlagert die formale Struktur, und sie kann diese entweder unterstützen oder behindern. Ihre Existenz und Dynamik spielen eine bedeutende Rolle in der Organisation und können einen starken Einfluss auf das Funktionieren und die Effektivität der formalen Organisation haben.
Der **funktionale** Organisationsbegriff:
Die Funktion der Organisation im Management umfasst sämtliche Aktivitäten, die mit der Planung, Einführung und Umsetzung organisatorischer Regeln verbunden sind.
Die Neuorganisation bezeichnet die Planung völlig neuer Unternehmensstrukturen von Grund auf, oft in der Metapher der "grünen Wiese". In der Praxis ist dies jedoch vergleichsweise selten anzutreffen.
Im Gegensatz dazu beschreibt die Reorganisation die Anpassung von Teilbereichen des Unternehmens und von Arbeitsprozessen an veränderte Anforderungen. Dies stellt den Regelfall in der praktischen Arbeit der Organisation dar.
### Zusammenhänge von Organisation und Führung

Die Organisation und Führung können in drei Steuerungsfunktionen kategorisiert werden, um die die Zusammenhänge zu verdeutlichen.
### Steuerungsart
- Organisation:
Diese bezieht sich auf die präsituationale Steuerung des Verhaltens, welche über den Einzelfall hinausgeht und für eine Vielzahl erfahrungsgemäß eintretender oder zukünftig möglicher Bedingungen mit möglichst lang anhaltender Gültigkeit konzipiert ist.
- Führung:
Diese bezieht sich auf die situative Steuerung des Verhaltens, die zeitnah und unter konkreten situativen Bedingungen erfolgt, bezogen auf den jeweiligen Einzelfall.
### Steuerungsobjekt
- Organisation:
Hier liegt der Fokus auf den Organisationsmitgliedern oder deren Verhalten. Es zielt auf Positionen oder Stellen ab und ist auf ein angenommenes oder erwartetes Verhalten gerichtet, wobei es sich abstrahiert vom einzelnen Individuum.
- Führung:
Hier liegt der Fokus auf dem Personal der Organisation, also den Organisationsmitgliedern. Die Steuerung ist auf konkrete Personen und ihr tatsächliches Verhalten ausgerichtet.
### Steuerungsmittel
- Organisation:
Es umfasst Strukturen, Aufgaben und Regeln, die abstrakt und unpersönlich formuliert sind. Sie richten sich zumeist an eine Vielzahl nicht genau bekannter Adressaten und dienen als Instrumente der Steuerung innerhalb der Organisation.
Diese drei Steuerungsfunktionen arbeiten in Zusammenhang und bilden ein System, das darauf abzielt, das Verhalten der Mitglieder innerhalb der Organisation zu lenken und zu beeinflussen.
- Führung:
Es umfasst das Verhalten der Führungskräfte oder Vorgesetzten, das konkret und persönlich gestaltet ist und sich an genau bestimmte Personen richtet.