###### tags: `1. Prozessmodellierung - Lösungsansätze` # Prozessmodellierung ## BPMN **Zum Verständnis: Legende eines BPMN-Modells** ![](https://i.imgur.com/iBU9i1j.gif) Besonderheit BPMN: - Kasten = Tätigkeiten - Rauten = GateWay = Frage -> Kanten = Linien = Antwortmöglichkeiten - Kreis = Zustände, immer start und end wichtig ## **BPMN - Konstruktionsregeln** - Jeder Ablauf eines BPMN-Modells beginnt mit einem oder mehreren Startereignissen und endet mit einem oder mehreren Endereignissen. - Startereignisse haben keine eingehende Kante, Endereignisse keine ausgehende Kante. - (Aktivitäten und) Ereignisse dürfen niemals mehr als eine eingehende und eine ausgehende Kante haben. - Ein Flussobjekt (Aktivität, Ereignis, Gateway) darf immer nur innerhalb einer Lane positioniert werden - Eine Verzweigung und die entsprechende Zusammenführung müssen vom gleichen Typ sein. - zwischen den Pools sind nur Nachrichtenflüsse (Message Flows) erlaubt, keine Sequenzflüsse ## EPK **Die goldenen Regeln der Prozessmodellierung für EPK** **Zum Verständnis: Legende eines EPK´s-Modells** ![](https://i.imgur.com/lReHTmk.gif) - Regel 1: Es beginnt mit einem Start-Ereignis (Start-Event). - Regel 2: Es endet mit einem End-Ereignis (End-Event) enden. - Regel 3: Funktionen und Ereignisse müssen abwechselnd vorkommen. - Regel 4: Bezüglich jeder Verbindung zwischen Ereignissen und Funktionen gilt, dass jedes Event und jede Funktion **nicht mehr als einen Input- und einen Output-Konnektor** haben dürfen. (Diese Regel gilt nur für die Verbindung von Funktions- und Ereignis-Enden, nicht aber für die Verbindungen zu anderen Elementen, wie logische Operatoren, Organisationseinheiten oder Informationsobjekten) Der Kontrollfluss kann durch logische Operatoren aufgeteilt und wieder zusammengeführt werden - Regel 5: Ein Event ist immer passiv, es hat keine Entscheidungsgewalt! *(WI18/19, SO19) Entweder immer EPK/BPMN modellieren und dabei immer der Zusatz: Berücksichtigen Sie bei ihrer Modellierung die Prozess-, Organisations-, Informations- und Applikationssicht (WI18/19)Anschließend 2 konkrete Verbesserungen* *(WI19/20) Fehler finden in BPMN/eEPK* * Bei der Modellierung immer die unterschiedlichen Sichten berücksichtigen: - Organisationssicht: Wer führt was aus? **WER?** - Aktivitätsicht: Wer führt was aus? **WAS?** - Applikationssicht: Mit welchen Anwendunssystemen wird was ausgeführt? **WOMIT?** - Informationssicht: Welche Informationen werden gebraucht? **WOMIT?** - Prozessicht: In welcher Ablaufreihenfolge wird etwas ausgeführt? ---- ### Klausur Wintersemester 2019/20 ### (12 Minuten = 12 Punkte) Nachfolgend sind zwei Prozessmodelle dargestellt, ein BPMN- und ein eEPK-Modell. a) Markieren Sie in den beiden Modellen syntaktische Fehler gemäß der jeweiligen Modellierungssprache und Fehler in der Ablaufsemantik. Vergeben Sie für die markierten Fehler eine eindeutige Fehler-ID. b) Erläutern Sie für jeden markierten Fehler kurz, worin der Fehler konkret besteht (bitte für die Erläuterung die entsprechende Fehler-ID angeben) Antworten zum BPMN-Modell: ![](https://i.imgur.com/NFmErwb.gif) - Fehler-ID_1: Aktivität haben vorher XOR danach einen UND Konnektor Es ist unmöglich 2 Aktivitäten nach einem Entweder-oder-Konnektor mit einem UND zusammenzufügen - Fehler-ID_2: es folgt ein XOR-Konnektor auf einen UND-Konnektor - Fehler-ID_3: Es fehlt ein End-Eregnis nach A5. Klare Verletzung der Prozessmodellierungsregel Antworten zum EPK-Modell: ![](https://i.imgur.com/QLFrYX1.gif) ***Video Prozessmodellierung um 58.min*** - vorFehlerID4: Startereignisse müssen erst via Konnektor verbunden werden, bevor sie in eine Funktion geführt werden - Fehler-ID_4: Funktion/Aktivität hat 2 Ausgehende Kanten Es fehlt ein UND/ODER-Konnektor - Fehler-ID_5: Nach einer Funktion folgt immer ein Ereignis. Verletzung der Regel 3 - Fehler-ID_6: Es fehlt ein End-Ergebnis nach F6 - Fehler-ID_7: Ereignisse können nicht entscheiden --- ### Klausur Wintersemester 2018/19 ### (22 Minuten = 22 Punkte) a) Modellieren Sie folgenden Sachverhalt als Prozess mit Hilfe ereignis gesteuerter Prozessketten (EPK) oder Business Process Model and Notation (BPMN). Wo es Ihnen sinnvoll erscheint, können Sie auch mehrere Teil-Prozesse modellieren. Berücksichtigen Sie bei ihrer Modellierung die Prozess-, Organisations-, Informations- und Applikationssicht. **(16 Pkt.)** - Ein Unternehmen U. erhält täglich mehrere Anfragen von unterschiedlichen Kunden per E-Mail. - Ein Kunde fragt i.d.R. mehrere Produkte in unterschiedlichen Mengen an. - Eine Anfrage wird von der Verkaufsabteilung im Kundenmanagementsystem vorerfasst. - Alle zwei Stunden überprüft ein Mitarbeiter der Lagerabteilung, ob es neue Kundenanfragen im Kundenmanagementsystem gibt. - Ist dies der Fall, prüft der Mitarbeiter für jede neue Anfrage die Verfügbarkeit der angefragten Produkte im Lagerverwaltungssystem. - Wenn für eine Anfrage alle Produkte in ausreichender Menge im Lager verfügbar sind, wird die Anfrage von einem Lagermitarbeiter im Kundenmanagementsystem auf den Status „bestätigt“ gesetzt - und ein Mitarbeiter der Verkaufsabteilung wandelt im Kundenmanagementsystem die Anfrage in einen Kundenauftrag um. - Falls nicht alle Produkte in ausreichender Menge auf Lager sind, - wird die Anfrage im Kundenmanagementsystem durch den Lagerarbeiter auf den Status „abgelehnt“ gesetzt. - Die Verkaufsabteilung informiert per E-Mail den Kunden über die Ablehnung - und der Prozess ist beendet. - Wurde die Anfrage bestätigt, - werden die Waren durch die Lagerabteilung für den Transport vorbereitet und an den Kunden versandt. - Der Warenausgang wird von einem Lagermitarbeiter im Lagerverwaltungssystem erfasst. - Beim zugehörigen Kundenauftrag im Kundenmanagementsystem vermerkt der Lagermitarbeiter den Status „beliefert“ und informiert die Rechnungswesenabteilung. - Die Abteilung Rechnungswesen erstellt die Rechnung auf Basis der Daten aus dem Kundenmanagement- und dem Lagerverwaltungssystem und verschickt diese an den Kunden per Post. - Parallel wird die Rechnung durch die Abteilung Rechnungswesen im Rechnungswesensystem erfasst. Sobald die Zahlung eines Kunden auf dem Konto eingegangen ist, wird diese durch die Abteilung Rechnungswesen im Rechnungswesensystem erfasst und der Prozess ist abgeschlossen. - Ist nach mehr als 20 Tagen noch kein Zahlungseingang erfolgt, - schickt die Abteilung Rechnungswesen eine Mahnung an den Kunden. - Ist nach weiteren 20 Tagen kein Zahlungseingang erfolgt, - übergibt die Abteilung Rechnungswesen die Forderung an ein InkassoUnternehmen und der Prozess ist abgeschlossen. ![](https://i.imgur.com/0hMJPcz.png) b) Die Geschäftsführung des Unternehmens U. ist unzufrieden mit dem aktuellen Prozess bzgl. Kundenanfragen, dass ein hoher Prozentsatz der Kundenanfragen abgelehnt wird. Erläutern Sie 2 konkrete Ansätze zur Verbesserung des oben beschriebenen Prozesses, um den Prozentsatz zu senken. *(6. Pkt.)* - Ausbau des Lagers, mehr Vorhalt -> eher chance alles abzudecken - automatische Lagernachbestellung, falls Lagerbestand von gewissen Produkten niedirg ist, um Vorhalt zu haben - Lieferanten suchen, die kurzfristig ausliefern können (JIT-Lieferung) bzw Kunden über längere Lieferzeit informieren (bis Lieferant gesendet hat) - Waren durch Datamining vorhersagen können, um "Trendware" vorrätig halten zu können - Kundenanfragen aufsplitten -> was fehlt, dem Kunden Auskunft drüber geben und seine Entscheidung abwarten -> Teillieferung oder wenn alles vor Ort ist oder Rücknahme Anfrage des Kunden - Webshop mit direkter Anzeige der Lagerbeständen + evtl Lieferzeitverlängerung für Nachlieferungen durch Lieferanten --- ### (14 Minuten = 14 Punkte) Modellieren Sie folgenden Sachverhalt als Prozess mit Hilfe ereignisgesteuerter Prozessketten (EPK) oder Business Process Model and Notation (BPMN). Wo es Ihnen sinnvoll erscheint, können Sie auch mehrere Teil-Prozesse modellieren. Berücksichtigen Sie bei ihrer Modellierung die Prozess-, Organisations-, Informations- und Applikationssicht. (14 Pkt.) - Die Kreditorenabteilung (KredAbt) des Unternehmens U. ist zuständig für die Bearbeitung eingehender Rechnungen von Lieferanten. - Jeden Morgen um 8 Uhr geht ein Mitarbeiter der KredAbt in die Postabteilung und holt neu eingegangene Rechnungen dort ab. - Falls keine neuen Rechnungen eingegangen sind (nur dann), überprüft derselbe Mitarbeiter um 12 Uhr nochmal, ob neue Rechnungen eingegangen sind. - Jede neue Rechnung wird von dem Mitarbeiter der KredAbt im ReWe-System erfasst und auf den Status „vorerfasst“ gesetzt. - Dabei trägt er auch den zuständigen Einkäufer aus der Einkaufsabteilung (EKAbt) des Unternehmens U. ein. - Hierfür gibt es eine Mapping-Tabelle zwischen Lieferanten und Einkäufern in Excel (liegt auf dem Netzlaufwerk des Unternehmens U.). - Der Mitarbeiter der KredAbt überprüft die rechnerische Richtigkeit der Rechnung (Menge * Preis, Steuerbetrag). Ist die Rechnung rechnerisch richtig, setzt der Mitarbeiter im ReWe-System den Status der Rechnung auf „rech. richtig“. - Parallel informiert der ReWe-Mitarbeiter per Mail den zuständigen Einkäufer. - Ist die Rechnung rechnerisch nicht richtig, wird die Rechnung im System gelöscht, die physische Rechnung wird vom ReWe-Mitarbeiter vernichtet und der Lieferant telefonisch über den Fehler informiert. Der Prozess ist danach beendet. - Ist der Einkäufer im Büro und erhält eine Info-Mail zu einer neuen Rechnung, überprüft er diese auf sachliche Richtigkeit. Hierzu ruft er sich die Rechnung im ReWe-System auf und gleicht die Werte manuell mit der zugehörigen Bestellung im Bestell-System des Unternehmens U. ab. - Ist die Rechnung sachlich richtig, setzt er im ReWe-System den Status der Rechnung auf „sach. richtig“. - Ist die Rechnung fehlerhaft, informiert der Einkäufer sowohl den Lieferanten als auch den ReWe-Mitarbeiter per E-Mail. Der ReWe-Mitarbeiter löscht daraufhin die Rechnung im ReWe-System und die physische Rechnung wird vom ReWe-Mitarbeiter vernichtet. Der Prozess ist danach beendet. Am 15. eines Monats ruft der ReWe-Abteilungsleiter im ReWe-System eine Liste aller offenen Rechnungen im Status „sach. richtig“ auf. Er selektiert alle Rechnungen, die bezahlt werden sollen und startet im System den Zahllauf. > ![](https://i.imgur.com/HUaplTo.png) ## **Probeklausur SoSe2018** a) Modellieren Sie folgenden Sachverhalt als Prozess mit Hilfe ereignisgesteuerter Prozessketten (EPK) oder Business Process Model and Notation (BPMN). Wo es Ihnen sinnvoll erscheint, können Sie auch mehrere Teil-Prozesse modellieren. Berücksichtigen Sie bei ihrer Modellierung die Prozess-, Organisations-, Informations- und Applikationssicht. (16 Pkt.) Ein Unternehmen U. erhält täglich mehrere Anfragen von einem Kunden. Der Kunde fragt i.d.R. mehrere Produkte in unterschiedlichen Mengen an. Eine Anfrage wird von der Verkaufsabteilung im Kundenmanagementsystem vorerfasst. Nach der Vorerfassung überprüft ein Mitarbeiter der Lagerabteilung die Verfügbarkeit der bestellten Produkte im Lagerverwaltungssystem. Wenn alle Produkte in ausreichender Menge im Lager verfügbar sind, wird die Anfrage von einem Lagermitarbeiter im Kundenmanagementsystem auf den Status „bestätigt“ gesetzt und ein Mitarbeiter der Verkaufsabteilung wandelt Kundenmanagementsystem die Anfrage in einen Kundenauftrag um. Falls nicht genug Produkte auf Lager sind, wird die Anfrage im Kundenmanagementsystem durch den Lagerarbeiter auf den Status „abgelehnt“ gesetzt. Die Verkaufsabteilung informiert per E-Mail den Kunden über die Ablehnung und der Prozess ist beendet. Wurde die Anfrage bestätigt, werden die Waren durch die Lagerabteilung für den Transport vorbereitet und an den Kunden geliefert. Der Warenausgang wird von einem Lagermitarbeiter im Lagerverwaltungssystem erfasst. Parallel erstellt die Abteilung Rechnungswesen die Rechnung auf Basis der Daten aus dem Kundenmanagement- und dem Lagerverwaltungssystem und verschickt diese an den Kunden per Post. Wenn beides (Warenlieferung, Rechnungsversand) abgeschlossen ist, endet der Prozess. ![](https://i.imgur.com/wSMczL6.png) b) Die Geschäftsführung des Unternehmens U. ist unzufrieden mit dem aktuellen Prozess bzgl. Kundenanfragen, dass ein hoher Prozentsatz der Kundenanfragen abgelehnt wird. Erläutern Sie 2 konkrete Ansätze zur Verbesserung des oben beschriebenen Prozesses, um den Prozentsatz zu senken. (8. Pkt.) 1. Lagerberstand erhöhen um Anfragen nachzukommen und wenn finanzielle Mittel es erlauben ein Software installieren, welche automatische Nachbestellung der Waren abdeckt. - a. Mit Data Mining für Waren mit hohen Absatzzahlen Vorhersagen treffen und diese in größeren Mengen vorrätig halten. 3. Neue Lieferanten suchen bzw. alte Lieferanten überprüfen, ob eine JIT Just in Time Lieferung möglich ist? 4. Kunden informieren ob Teilliferung gewünscht ist? 5. Webshopausbau, Kunde prüft selber ob die Ware vorrätig ist und stellt sich seinen Bestellkorb eigenständig zusammen. hier wird der Lagerbestand geprüft und der Kunde bekommt die Info zur Verfügbarkeit, Menge und Versandzeit.