# Die obersten Bundesorgane ## Der Bundestag Wenn vom Parlament der Bundesrepublik Deutschland gesprochen wird, ist der Bundestag gemeint. Er stellt die Volkrsvertretung Deutschlands das und wird vom Volk auf vier Jahre gewaehlt. **Hauptaufgaben:** - Wahl des Bundeskanzlers - Gesetzgebung - Zustimmung zu Staatsvertraegen - Diskussion wichtiger Fragen der Nation (z.B. Chancen und Risiken der Gentechnik, Fragen zur Sterbehilfe) - Entscheidungsgewalt ueber die Entsendung von Bundeswehrsoldaten in Kriesenregionen Eine wichtige Aufgabe des Parlements ist es, Kritik an der Regierung zu ueben und sie zu kontrollieren. Dies erfolgt im Bundestag hauptsaechlich durch die Oppositionsfraktionen. Sie koennen im Bundestag beispielsweise - beantragen, einen Untersuchungsausschuss einzuberufen, der Misstaende aufdecken soll - in den Lesungen des Gesetzgebungsverfahrens ihre eigene Position vertreten - Anfragen stellen, die die Bundesregierung zwigen, Auskunft zu geben ## Die Stelung der Abgeordneten des Deutschen Bundestags Durch die Wahl erhalten die Abgeordneten ein Mandat. Die **"MdB"** sind **Beauftrage des Volkes**. Die meisten Abgeordneten schliessen sich **zu einer Fraktion zusammen**. Fraktionen habe z.B. das Recht, **Gesetzvorschlaege einzureichen**. In Abstimmungen wird in der Regel erwartet, dass **alle Abgeordneten einer Fraktion** und damit einer Partei **gleichmaessig abstimmen** ("Fraktionsdisziplin"). Die Abgeordneten geniessen **besondere Rechte** (z.B. Immunitaet) ## Der Bundesrat Der Bundesrat ist die **Vertretung der Bundeslaender**. Ueber den Bundesrat beeinflussen die Laender **den Inhalt der Bundesgesetze**. Bei **Zustimmungsgesetzen** kann der Bundesrat ein **Bundesgesetz verhindern**. Er hat auch das Recht zur **Gesetzinitiative**. Der Bundesrat besteht aus den **Mitgliedern der Regierungen der Bundeslaender**. Die **Stimmenanzahl eines Bundeslandes haengt von seiner Stimmenzahl** ab. Insgesamt gibt **69 Stimmmen**. [Bayern hat 6 Stimmen] Die **Stimmen eines Landes** koennen nur **einheitlich abgegeben werden**. ## Der Bundespraesident Der Bundespraesident ist das **Staatsoberhaupt** der Bundesrepublik Deutschland. Er wird von der **Bundesversammlung gewaehlt**. Das Grundgesetz verleiht dem Bundespraesidenten nur gringe Macht: - Vorschlagsrecht bei der Kanzlerwahl, Ernennung und Entlassung der Bundesminister und des Bundeskanzlers - Aufloesung des Bundestages unter bestimmten Bedigungen - Ausfertigung und Verkuendung des Bundesgesetzes - Volkserrechtliche Vertretung der Bundesrepublik Deutschland nach aussen Die **Hauptaufgabe** des Bundespraesidenten liegt in der **Repraesentation unseres Staates**. Er muss **Wuerde ausstrahlen** koennen. ## Das Bundesverfassungsgericht Das Bundesverfassungsgericht wird haufig als **Hueter der Verfassung** bezeichnet. Seine Entscheidungen binden die Verfassungsorgane des Bundes und der Laender sowie alle Gerichte und Behoerden. Es besteht aus **zwei Senaten**, wobei in **jeden Senat acht Richter** gewaehlt werden. Die Richter werden je **zur Haelfte vom Bundesrat und vom Bundestag** gewaehlt. Die Amtszeit betraegt **12 Jahre** (keine Wiederwahl moeglich) Die mit Abstand **groesste Anzahl aller Verfahren** beim Bundesverfassungsgericht stellen die **Verfassungsbeschwerden** dar. Der Rechtsweg muss allerdings eingehalten werden (d.b., der Klaeger muss zunaechst vor den unteren Gerichten klagen) Nur das **Bundesverfassungsgericht kann ein Parteiverbot** aussprechen ("Parteienprivileg") Bei einem **Normenkontrollverfahren** ueberprueft das Bundesverfassungsgericht, ob ein **Gesetz im Wiederspruch zum Grundgesetz** steht. Im Rahmen der **Organklage** muss das Bundesverfassungsgericht bei Streitigkeiten ueber die **Zustaendigkeit oberster Bundesorgane** wie z.B. der **Bundesregierung oder des Bundestages** entscheiden. # Direkte vs Indirekte Demokratie ## Direkte | Vorteile | Nachteile | | -------- | -------- | | Bevoelkerung kann effektiver und schneller mitentscheiden |sehr grosser AUfwand bei Entscheidungen| |Wahlberehtigter muss nicht eine gesamte Legislaturperiode lang warten, bis er sich aktiv beteiligen kann|laehmt evtl. wichtige, aber unbeliebte Reformen| |Partei ist gezwungen, Versprechen einzuhalten (Buerger kann Gesetzentwurf ansonst einfach ablehnen|nicht zu oranisierten, wenn wirklich jede politische Frage vom gesamtenn Volk abgestimmt wird| |Gefuehl des Buergers "gehoert" zu werden|| ## Representative ![image](https://hackmd.io/_uploads/Hy1PMVre0.png) - **(1) Representationsfunktion**: durch Wahlen wird die macht im Staat auf Zeit an "Repraesentaten"/Volksvertreter abgegeben - **(2) Partizipationsfunktion**: wichtigste Moeglichkeit der Buerger, politisch Teilhabe auszuueben - **(3) Legitimationsfunktion:**: Wahlen als Legitimation fuer Politiker und Regierung, anstelle d. Buerger Entscheidungen zu treffen - **(4) Kontrollfunktion**: Buerger durch Wahlen die Regierenden bestaetigen oder abwahlen koennen - **(5) Integrationsfunktion**: Wahlen fuehren meistens dazu, dass sie die Bevoelkerung vermehrt mit Politik auseinandersetzt # Repraesentation und Wahl ## Wahlgrundsaetze In vielen Laendern der Welt finden Wahlen statt. Nicht alle sind demokratisch. Die folgenden fuenf Grundsaetze des Wahlrechts sind ein Pruefstein dafuer, ob Wahlen demokratisch ablaufen oder nicht. --- **Art. 38 GG** (1) Die Abgeordneten des Deutschen BUndestages werden in allgemein, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewaehlt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Auftraege und Weisungen nciht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen. --- 1. **allgemein**: alle Staatsbuerger ab 18 Jahren duerfen waehlen (unabhaengig von Geschlecht, Religion, ...) 2. Abgeordnete **direkt** gewaehlt (ohne Zwischenpersonen) 3. jeder darf **frei** Entscheiden wen er waehlt 4. jede Stimme **gleich** 5. Sichergestellt, dass jeder seine Stimme unbeobachtet abgeben kann -> spaeter nicht erkennbar (**geheim**) eselsbrücke: afd gg ### Aktives und passives Wahlrecht Aktives Wahlrecht: das **Recht, zur Wahl zu gehen** Passives Wahlrecht: das **Recht**, sich bei **politischen Wahlen** um ein **Amt zu bewerben und sich waehlen zu lassen** ### Kandidatenaufstellung Die Parteien stellen auf einem **Parteitag** aus der Gruppe ihrer Mitglieder in **geheimer Wahl** **Kandidaten** auf. **Alle Buerger** koennen in eine **Partei eintreten** und sich dann um ein **politisches Amt in Partei und Staat bemuehen**. ### Wahlkampf Einige Wochen vor der Wahl stellen die Parteien ihre Kandidaten und ihr Programm fuer die naechste Amtszeit vor. Es gibt u.a. **Plkate und TV-Werbespots**, um Waehler zu gewinnen. Die Apelle richten sich v.a. an **Wechselwaehler und Nichtwaehler**, das Stammwaehler i.d.T. nicht mehr ueberzeugt werden muessen. ### Wahlauszaehlung Die Anzahl der **abgegebenen Stimmzettel** muss mit der **Zahl der Personen, die gewaehlt haben, uebereinstimme** # Foederalismus in der Bundesrepublik Deutschland 1. Das Wesen der bundesstaatlichen Ordnung Die Bundesrepublik Deutschland wird durch die **16 deutschen Laender** gebildet. Der Foederalismus in Form einer bundesstaatlichen Ordnung bewahrt Vielfach und erzeugt zugleich Einheit. Auf regionale Unterschiede kann die Politik besser eingehen. Daher gibt es viele Gemeinsamkeiten wie die verfassungsmaessige Ordnung und die gemeinseame deutsche Geschichte ab 1871. Der Bundestaat bietet somit ein **gemeinsames Dach** **der Einheit** und ermoeglicht den **einzelnen Laendern dennoch Verschiedenartigkeit**. Durch die Unterschiedlichkeit zwischen den Laendern eines Bundesstaates entstehen **Wettbewerb und Experimentierfreudigkeit**. **Einzelne Laender** koennen sich in ihrem **Zustaendigkeitsbereicht** etwa bei der **Ganztagsschule, der Drogenbekaempfung, in der Hochschulpolitik und im Nichtracherschutz eigene Ziele setzen**. --- Bundesstaat international - USA (50 Bundesstaaten) - Schweiz (26 Kantone) - Oesterreicht... --- Nach dem Deutsch-franzoesischen Krieg schlossen sich unter Kaiser Wilhelm I die Deutschen Einzelstaaten zum deutschen Reich zusammen --- - Vielfalt - Buerger haben starke Interesse in Ergebnisse und z.T. wertvolle Erfahrungen und Kenntnisse einbringen u - Probleme lassen scih haeufig vor Ort besser loesen und sich oertlichen Begebenheiten angepasst # Zentralismus contra Foederalismus Das Gegenmodell zur bundesstaatlichen Ordnung ist ein zentralistischer Staatsaufbau. Die geschichtliche Entwicklung Frankreichs mit seinen starken Koenigen hat die ganze Macht des Staates nach Paris bzw. Versailles gezogen. Diese Machtverteilung hat auch lange Zeit im modernen Frankreich dazu gefuehrt, dass die Regionen weitgehend nur Verwaltungstaetigkeiten ausueben konnten. Auch am Verkehrsnetz wird die herausragende Position von Paris deutlich. In der juengeren Vergangenheit hat der franzoesische Staat allerdings Massnahmen zur Dezentralisierung vorgenommen. ## Strukturen und Aufgaben - Gewaltenteilung **Staatsgewalt auf verschiedenen Ebenen - vertikale Gewaltenteilung** | | | | | | -------- | -------- | -------- | ---- | | Bundesebene | Bundesregierung mit ihrer Verwaltung (z.B. Bundesamt fuer Statistik) | Bundestag und Bundesrat | Bundesgericht (z.B. Bundesverfassugnsgericht) | |Landesebene|Bayrische Staatsregierung mit ihrer Verwaltung (z.B. Landratsamt|Bayrischer Landtag|Landesgericht (z.B. Bayrischer Verwaltungsgerichtshof)| ||Executive|Legislative|Judikative| Die einzelnen Bundeslaender haben **vielfaeltige Aufgaben** zu erfuellen. Die **Gesetzgebung** wird von den **Landesparlamenten uebernommen**. In **welchen Bereichen** die Bundeslaender **Gesetze erlassen koennen**, wird durch das **Grundgesetz** geregelt. Sollte es zu entgegengesetzten Rechtsvorschriften kommen, gilt: "**Bundesrecht bricht Landesrecht**" Verschiedentlich wollen die Laender einen **Konsens** (=Uebereinstimmung) untereinander erreichen. Dies erfolgt in **Konferenzen der Ministerpraesidenten oder Fachminister oder Fachminister der einzelnen Bundeslaender**. Da sich die **Staatsgewalt im Foederalismus** auf **den Bund un die Laender verteilt**, muessen dementsprechend auch die **Steuern auf die beiden Ebenen fliessen**. Laender mit **ohoer Finanzkraft** (z.B. Bayern) muessen einen **Finanzausgleich an finanziell schwaechere Laender** (z.B. Berlin) leisten - hoehere Koste (z.B. durch Laenderregierungen) - Wirtschatftskraft in den Bundeslaendern unterscheidet scih (Lebensverhaeltnisse d. Einzelnen) ## Bayerns Stellung im Bund **Der politische Einfluss:** Bayern verfuegt ueber sechs von 69 Stimmen **Die wirtschaftliche Situation Bayerns:** relativ wenig Arbeitslose, viele Ausbildungsplaetze, prosperierende Wirtschaftsgrundlage, gute Einnahmen durch Stueren